#1 Wishlist

Mit dem Frühling kommt bei mir die Lust auf Veränderung – und das macht sich am schnellsten im Bereich Style bemerkbar. Hier einige Teile, die mir derzeit einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen:

ZARA: Mantel (79,95 EUR)
Comme des Garçons: Chucks (120 EUR)
CLUSE: La Bohème Mesh (89,95 EUR)

Weitere Wunschteile findest du auf meiner BUY-Pinnwand auf Pinterest!

Netzkünstlerinnen 2.0

Museum der bildenden Künste Leipzig:
Virtual Normality – Netzkünstlerinnen 2.0 (12.01.-08.04.18)

Netzkünstlerinnen 2.0 arbeiten mit den Möglichkeiten und Einschränkungen der Sozialen Medien. Sie hinterfragen Schönheitsideale und weibliche Rollenklischees, die über die Aufmerksamkeitsökonomie der Sozialen Medien zum Maßstab geworden sind.

Das Internet und die Sozialen Medien haben es möglich gemacht, dass sich eine neue Generation weiblicher Künstlerinnen miteinander vernetzt und sich Gehör verschafft. In den Medien werden sie Tumblr-Star, Instagram-Künstlerin oder Webcam-Prinzessin genannt, sie selbst bezeichnen sich als Reality Artist (Signe Pierce), Instagram-Model (Leah Schrager) und Online-Exhibitionistin (Molly Soda). Sie nutzen Smartphones, Tablets und Computer, um ihre Werke zu teilen und live in den Sozialen Medien zu senden, von wo aus diese sich oft viral im Internet verbreiten.

Netzkünstlerinnen 2.0 übertragen ihr Leben, spielen Charaktere, schaffen ein Alter Ego, schlüpfen in Rollen und führen so Stereotype, Klischees und Archetypen vor Augen. Sie verwischen bewusst die Grenzen zwischen Kunst und Leben – manchmal bis zur Unkenntlichkeit. Beim Zuschauer lösen sie Unbehagen aus, wenn sie kritisch wie Arvida Byström und Molly Soda über Schönheitsideale reflektieren und Unbequemes wie ihre Periode und Körperhaare zeigen.

Die Ausstellung widmet sich dem weiblichen Blick im Zeitalter digitaler Inszenierung. Mit jeder Welle des Feminismus und mit jeder Generation ändern sich die Prioritäten und Medien und mit den Medien die Themen und Möglichkeiten. Durch das Internet und die Sozialen Medien wurde die Debatte um Sexualität und Identität neu entfacht, Netzkünstlerinnen antworten mit einer hyperfemininen Ästhetik, sie geben sich aggressiv feminin oder mädchenhaft niedlich; ihre Farben sind Pink, Lila und Neon.

Die ausgestellten Künstlerinnen reflektieren die weibliche Perspektive auf Sexualität, Identität und Weiblichkeit im digitalen Zeitalter. Ihr Material ist ihr Körper, die Realität und ihr Alltag, ihre Stilmittel sind Humor, Ironie, Groteske und Übertreibung. Signe Pierce und Leah Schrager spielen über die Kunst der Verführung mit dem männlichen Blick. Nakeya Brown thematisiert die politische Dimension von Haaren. Stephanie Sarley nimmt der weiblichen Sexualität das Obszöne und Verwerfliche, während Molly Soda und Arvida Byström die Diskussion über Schönheitsideale forcieren. Denn in den Sozialen Medien ist es der weibliche Körper, der strenger kontrolliert und zensiert wird.

In einer idealen Welt würden Frauen nicht beschimpft und diskriminiert, sie müssten sich nicht schämen, wenn sie von der Norm abweichen und zu ihrer Sexualität stehen. Netzkünstlerinnen 2.0 zeigen, wie es ist, wenn man zu sich steht.

Die teilnehmenden Künstlerinnen: Signe Pierce, Molly Soda, Leah Schrager, Refrakt, Nicole Ruggiero, Stephanie Sarley, Arvida Byström, Nakeya Brown, Juno Calypso, Izumi Miyazaki und La Turbo Avedon.

Teil der Ausstellung war dieses Video „American Reflexxx“ von Signe Pierce:

„American Reflexxx is a short film documenting a social experiment that took place in Myrtle Beach, South Carolina. Director Alli Coates captured performance artist Signe Pierce as she strutted down a busy oceanside street in stripper garb and a reflective mask. The pair agreed not to communicate until the experiment was completed, but never anticipated the horror that would unfold in under an hour. The result is a heart wrenching technicolor spectacle that raises questions about gender perception, mob mentality, and violence in America.“

Überall & Nirgends

Meine Rezension zur Produktion „Überall & Nirgends“, Puppentheater Halle
http://buehnen-halle.de/ueberall_und_nirgends

Jeder Mensch „sammelt“ zu Lebzeiten Beziehungen, Emotionen, Gedanken – am Ende unzählige Erinnerungen. Daraus strickt man sich selbst im metaphorischen Sinne einen langen, bunten, einzigartigen Lebensschal. So ein Leben verläuft nie linear und eine Sicherheit für den Ausgang gibt es auch nicht…
„War ich schon, bevor’s mich gab? Gab’s mich schon, bevor ich war? Ich laufe auf der Erde auf und ab und Ende, das ist absehbar, als Asche oder als Gebein tief im Grab. Dann kehr ich wieder dorthin, wo ich war, zurück nach wo ich mich befand, bevor mein Sein ich noch verstand und jemand wurde oder jemand war.“ Kaum einer spricht über diese Fragen, die Autorin Bette Westera in ihrem Gedichtband treffend formuliert. Tod, Abschied, die eigene und fremde Existenz werden immer mehr zum Tabuthema. Trotzdem schafft es das gesamte Team der Produktion „Irgendwo & Nirgends“ (Regie Ania Michaelis) diese schwere Kost unglaublich liebevoll und behutsam zu behandeln. Genau richtig für Jung UND Alt. Ein eher abstraktes Bühnenbild (Angela Baumgart), welches gekonnt mit Symbolik und Raum spielt, geht Hand in Hand mit den zwei außerirdisch, doch gar nicht fremd wirkendenden Charakteren des Erinnerungsinstiuts (grandios verkörpert durch Franziska Rattay und Nico Parisius). Das stimmige Gesamtpaket spricht dafür, dass es hier um ein wichtiges Anliegen geht, bei dem alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das Stück vermittelt dem Zuschauer vieles. Abschied nehmen ist immer schmerzvoll, besonders für diejenigen, die zurückbleiben. Aber: Nicht nur das Leben, sondern auch der Tod ist eine Reise auf die wir mit Zuversicht, in Dankbarkeit und ohne Angst gehen sollten. Definitiv sehenswert!

Fotos: Anna Kolata


RE: Ein paar Gedanken

Meine Gedanken zu Max‘ Gedanken

Ich habe mich bewusst, aber auch oft gezwungenermaßen mit dem Thema „New-Biedermeier“ und „Sturm und Drang 2.0“ beschäftigt… Und auch deine inhaltlichen Verknüpfungen der unterschiedlichen Texte wirken für mich mehr als schlüssig. Danke zu Beginn schon einmal für die, auch wirklich sehr gut geschriebene, Anregung!
Für mich war und ist im Endeffekt zu jeder Zeit, in jeglicher Situation, die Devise, dass ich mich, ohne Bezug auf eine bestimmte Thematik, genau so verhalte, wie es in dem Moment zu mir als Person, zu meinen Wertvorstellungen und Empfindungen „passt“. Das mag zwar banal klingen, aber schlussendlich ist ein „sich selbst treu bleiben“ und jegliche eigene Aktion (Handlung /Gedanken) mindestens im Unterbewusstsein zu reflektieren der einzige Weg um mit sich selbst leben zu können (Ich wähle hier bewusst diese Formulierung, weil ich weiß, dass man nie vollkommen mit sich selbst zufrieden sein kann/wird.) 
Über eine Abhängigkeit in der Freiheit haben wir ja denke ich schon mal gesprochen. Eine gewisse Selbstbestimmtheit sollte meiner Meinung nach definitiv immer die eigene Lebensgrundlage darstellen. Trotzdem ist es unabdinglich gewisse „Beziehungen“ einzuhalten, sich auch dauerhaft zu binden und damit freiwillig abhängig zu machen.
Das was die meisten Menschen diesbezüglich zur Hilflosigkeit, bzw. Überforderung führt, ist nicht der freie Wille selbst, sondern die (plump gesagt) Planlosigkeit. Man schaut generell viel zu sehr auf das Drum herum, das Äußere Meer an Angebot/Input, als auf das Wesentliche. Die Orientierung gehört natürlich zu dem Lebensprozess und auch ich lasse mich gerne berieseln, inspirieren und von Außen weiterleiten. Aber: In dem Moment, wo mir klar wird an wen und was ich glaube, was meine ganz persönlichen Ziele, Wünsche und Inspirationen sind, wird mir vieles klar(er). Das Ganze ist für mich ein verdammt verdammt holpriger Weg, der manchmal über einen großen Berg an Naivität und öfter als mir lieb durch ein Tal an überwältigender Emotion führen kann… Trotzdem glaube ich an eines: Wenn man sich besinnt, dann ist alles (!) machbar.
Ich könnte noch viel viel viel mehr dazu schreiben. Aber so für’s Erste.

Ein paar Gedanken

Gastbeitrag von Maximilian Stopp
via https://maximalnz.wordpress.com/2014/02/06/ein-paar-gedanken/

„Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!“

Mit diesen Worten beginnt das berühmte Gedicht Bertolt Brechts mit dem Titel „An die Nachgeborenen“, welches während der Zeit des Zweiten Weltkriegs im Exil entstand. Den Assoziationen, die der Klang dieser bekannte Zeile beim Leser weckt, bedient sich nun – ich unterstelle dabei eine gewisse Absicht – die junge Autorin Rebecca Martin in ihrem Artikel „Zukunft kommt später“. Dieser erschien in der Zeitung „Die Zeit“ und fand auch via Facebook ein entsprechendes Publikum. Doch sind seit Brecht einige Jahre vergangen und so heißt es bei ihr schließlich „dabei lebe ich in romantischen Zeiten“. Der Artikel beschreibt das Gefühl der jungen Generation, die teilweise „nostalgischen Erinnerungen“ nachhängt und sich ganz eigentlich – angewidert vom oberflächlichen Lebensstil – nach Ruhe, Wahrheit, Familie und Liebe sehnt. Die Autorin zieht ein Wochenende mit Freunden in Brandenburg, mit ausgedehnten Spaziergängen und Spaghetti Bolognese, einer weiteren Nacht in den Berliner Clubs vor. Man versteht sie. Während die jungen Jahre übersät waren mit wagemutigen Idealen und Träumen, welche nicht selten die Rettung der Menschheit beinhalteten, ist heute fast schon eine Renaissance der Biedermeierzeit erkennbar. Vielleicht ist dieser Wunsch nach Rückzug nur bedingt freiwillig; geschieht derweilen zwangsweise aus bloßer Überforderung. Die Freiheiten, die uns unsere schnelllebige Zeit und unser Leben frei von existenziellen Sorgen gibt, können viele nicht nutzen und gehen schließlich daran zugrunde. Wenn sich nach Jahren der Suche die „wahre ideale Sehnsucht“ (Kierkegaard) nicht stillen ließ, dann kommt es zu einem Gefühl der Ratlosigkeit.

Rilke sagt dazu: „Das ist Sehnsucht: wohnen im Gewoge und keine Heimat haben in der Zeit“. Er trifft damit die richtigen Töne. Wie auf einem Schiff fühlen wir uns von den Wellen (Wogen) hin und her bewegt; haben den Grund zum Ankern verloren, sehnen uns nach „Land in Sicht“. Ein leichter Wellengang kann das Herz erfreuen. Alles wird dadurch etwas spannender, als wenn die See glatt wie ein Spiegel vor einem liegt. Nach einer gewissen Weile aber schwinden die Kräfte, man möchte am liebsten kotzen und sehnt sich nach festem Grund; nach Ruhe. Man könnte es neudeutsch auch so formulieren: wir stehen da wie bestellt und nicht abgeholt. Man will ja gern die Welt verbessern, ist aber pausenlos damit überfordert.

Der Rückzug ins Private scheint der letzte sichere Hafen zu sein. Was spricht denn auch dagegen? Ein Abend auf dem Sofa, im Fernseher laufen Dinge, die die Welt weder schlechter noch besser machen, die Chips sind „fair trade“, alles ist gut. Oder nicht?

Auch Tolstoi hat viele Fragen an das Leben gestellt und seine Gedanken dazu niedergeschrieben. In seinem frühen Roman „Familienglück“ wird das Wesen einer jungen, attraktiven Frau beschrieben. Nach dem Tod der beiden Elternteile lebt sie mit ihrer Schwester und der Gouvernante auf dem Lande. Die Tage verstreichen, das Glück, welches sie früher so oft empfand, ist verschwunden. Doch dann taucht ihr Vormund, ein Freund des verstorbenen Vaters, auf und kann sie motivieren die Schönheit der Literatur, der Musik und der Natur wieder zu entdecken. Trotz des enormen Altersunterschiedes verlieben sich beide ineinander. Mascha, die Protagonistin, ist überwältigt von Sergejs Intelligenz und seiner aufrichtigen, unbeschwerten und offenen Art. Er wiederum hält Mascha „für das beste Mädchen auf der Welt“. Dieser Täuschung – so formuliert es Mascha – soll er auch weiterhin erliegen und so verwundert es nicht, dass sich ihre Gedankengänge wie folgt offenbaren: „Mein Seele hingegen kannte er nicht; da er sie liebte, da sie gerade zu jener Zeit wuchs und sich entfaltete, konnte ich ihn hier täuschen, und ich täuschte ihn“.Beide lebten füreinander und empfanden darin das größte Glück. Sie tat alles dafür, ihm zu gefallen. Bei seiner Abwesenheit fühlte sie sich allein, sie hat sich „freiwillig abhängig“ gemacht (Goethe). Und dann der Satz, der für mich die Wende des Buches darstellt: „Er ist genauso ein Mensch wie ich, mehr nicht“. Dieser Satz entzaubert Sergej und es gelingt Tolstoi ihn aus dem Himmel zurück auf die Erde zu holen. Er lässt ihn aus großen Höhen und mit aller Wucht vor die Füße seiner Frau fallen. Unterbewusst nutzt sie diese neugewonnene Macht und die Welten der Beiden beginnen sich bereits an dieser Stelle zu trennen.

„Ein beschauliches, zurückgezogenes Leben in unserer ländlichen Abgeschiedenheit, die Möglichkeit, Menschen Gutes zu tun, denen man so leicht Gutes tun kann, weil sie das nicht gewöhnt sind, und Arbeit, eine Arbeit, die Nutzen zu bringen scheint, dann Erholung, die Natur, ein Buch, Musik, die Liebe zu einem vertrauten Menschen, das ist mein Glück, mehr als das habe ich mir nicht erträumt“. Diese Worte spiegeln in aller Einfachheit die Lebensziele des erfahrenen Mannes wider, der das „Leben im Gewoge“ satt hat. Mascha bejaht diese Ideale, obwohl Sergej ihr deutlich macht, dass sie dies nur aus Unwissenheit und ihrer jugendlichen Naivität geschuldet, tue.

Der zweite Teil beginnt mit dem Wunsch Maschas nach dem „mehr“. Sie fühlt sich glücklich, doch es „quält sie“, dass es sie „keinerlei Anstrengungen“ kostete, „keinerlei Opfer“. Auf Drängen Maschas beschließen sie schließlich in die Stadt zu ziehen und dort lernt sie das Leben in der Stadt kennen und lieben. Sie ist begehrt und beliebt. Doch die Beziehung zu ihrem Mann bekommt tiefe Risse, beide werden sich fremd. Mascha suchte „töricht nach dem Sturm, als ob in Stürmen Ruhe wär`“. Die Zeit ist stürmisch, beide entfernen sich voneinander und sie erkennt schließlich den Trümmerhaufen, der vor ihr liegt. Schließlich legt Tolstoi Mascha folgenden Satz in den Mund: „Warum hat er die Macht nicht genutzt, die ihm die Liebe über mich gab?“ und in den nächsten Zeilen gipfelt das Verlangen nach Anleitung gar in den Worten „…warum hast du mir die Freiheit gelassen, mit der ich nicht umgehen konnte…“. Wut steckt in diesen Worten.

Doch Mascha ist nicht Anna Karenina und so entdeckt Mascha eine neue, liebevolle Seite ihres Mannes als Familienvater. „Jede Zeit hat ihre Liebe“.

Dieses frühe Werk Tolstois steckt voller sprachverliebter Sätze und regt zum Nachdenken an. Auf der einen Seite stehen verlockend und in schimmernden Farben leuchtend die Freiheiten, die das Leben in der Welt des russischen Adels zu bieten scheint und auf der anderen Seite die spießig wirkenden Sehnsüchte nach einem zurückgezogenem, einfachem Leben in familiärer Vertrautheit. In meinen Augen suggerieren die Vorzüge der russischen Adelswelt nur eine Freiheit. Ich sehe darin lediglich eine Ablenkung.

Wie ihr seht, liegt es mir nicht nahe euch eine Antwort auf die Fragen des Lebens auf dem Silbertablett zu servieren. Selbst wenn ich dies beabsichtigte, so könnte ich es nicht. Das Leben ist ja gerade dazu da diese Prozesse zu durchdenken und zu durchleben.

Nun soll auch die liebe Frau Engelmann mit ihrem Beitrag beim Bielefelder Poetry Slam nicht unerwähnt bleiben. Ich habe den Clip selbst bei Facebook gepostet und bereits im letzten Blog lobend erwähnt. Auch dieser Text thematisiert die Diskrepanz zwischen: gemütlich auf dem Sofa sitzen und sich wohlfühlen und dem endlich mal rausgehen, werden, der man sein könnte und somit die Welt zu retten. Und ja…wer möchte es nicht: Dinge erleben, von denen wir später gern berichten? Sie trifft damit zweifelsfrei den Nerv einer gelangweilten und nach dem Lebenssinn suchenden Generation. So ein bisschen „Sturm und Drang“ steckt ja schließlich in jedem von uns. Seinen Enkeln später zu erzählen wer denn nun eigentlich die Mutter von Teds Kindern ist, könnte für lange Gesichter sorgen. Auch der neuste Dschungelkönig wird die Probleme der Welt nicht lösen können und der FC Bayern wird sowieso wieder deutscher Meister.

Doch was sind spannende Geschichten. Wer legt das eigentlich fest, was spannend ist. Ist spannend immer gut? Und…wem wollen die ganzen „Junggebliebenen“ eigentlich ihre Geschichten später einmal erzählen?

Julia Engelmann bedient unsere Sehnsüchte. Wer hat diese Bilder nicht im Kopf: Berlin, ein lauer Sommerabend, man klettert auf das höchste Dach der Stadt, dazu ein kaltes Bier, paar gute Freunde und das Licht der untergehenden Sonnen schmeichelt dem sonst so tristem Hinterhof. Und ja – wir lassen uns begeistern für allerhand Leichtsinn, bewundern andere für ihre Kühnheit. Doch wie habe ich es letztens so passend gelesen..?! Ein von Friedensreich Hundertwasser entworfenes Klo zieht jährlich tausende Gäste an und lässt die Münder die Begeisterung darüber kundtun, doch daheim mag man es dann doch eher klassisch. So lässt sich konstatieren, dass durch ihren Beitrag das Rad nicht neu erfunden wurde oder gar, wie der Stern titelte, durch dieses Video das Leben verändert wird. Ihr ist es aber gelungen in ansprechender Weise zum Nachdenken anzuregen. Genau das ist ja auch der Zweck des geschriebenen Wortes und somit sei ihr der mediale Erfolg gegönnt.

Die letzten Wochen habe ich mich also damit befasst etwas aus diesen drei so verschiedenen Texten mitzunehmen. Auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so klar erkennbar ist, so werfen sie doch alle ähnliche Fragen auf.

Ist es richtig, dass die junge Mascha diese Erfahrungen selbst machen musste, auch wenn sie durch das Wissen des erfahrenen Sergej vor mancherlei Enttäuschung hätte bewahrt werden können? Hätte ein Leben auf dem Land die Sehnsucht nach der Stadt eines Tages ersticken können oder hätte dieses kleine Feuer durch das „Verbot“ nicht noch mehr Sauerstoff bekommen und es schließlich neu entfacht? Ist es das Recht der jungen Generation Fehler zu machen? Ist es spießig, wenn wir uns mit Mitte zwanzig nach Familie und Ruhe sehnen? Hat Freiheit einen zu hohen Preis? Und schließlich….die Frage, ob wir unser Leben gerade wirklich leben oder es auf die Zukunft verschieben.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich es nicht weiß. Es gibt darauf wahrscheinlich nicht „die eine richtige“ Antwort. Wir sollten unseren Kopf allerdings dazu nutzen uns ein paar Gedanken zu machen.

Vielleicht sind gerade die Dinge, die uns wie das wahre Leben vorkommen, nur Ablenkungen, die uns durch ihre Vielzahl und enorme Allgegenwärtigkeit, wie ein Schleier die Sicht auf die wirklichen Ziele verdecken.

„Das Leben ist eine fortwährende Ablenkung, die nicht einmal zur Besinnung darüber kommen lässt, wovon sie ablenkt“ (Kafka)

Lieblingslokale in Halle

Burgerheart
„Es galt nun also, ein Restaurant auf die Beine zu stellen, in dem es schmeckt wie selbst gemacht, du Dich aber ganz relaxed bekochen und bedienen lassen kannst. Ein Laden, der Dir die besten Burger bietet, die aber nicht husch husch aus dem Imbiss sind. Ein Ort, zu dem du ausgehst, um einen schönen Abend mit Freunden & Family zu verbringen, Dich aber doch wie Zuhause fühlst.“

Mein Liebling: VEGGIE LOVE

Rote Soße
„keine kompromisse, nur wenig worte und viel pizza. so einfach wie die rechnung scheint, ist es doch eine besonders aufwändige komposition von traditionellem pizzateig, delikaten zutaten und dem alles entscheidenden backprozess. irgendwo zwischen klassischer italienischer küche und modernem slow-food aus san francisco und new york stehen wir in unserer pizzeria, getrieben von schaffenskraft und hunger, vor unserem bulligen steinofen und erschaffen bei 400° celsius in nur 90 sekunden backzeit jedes mal aufs neue eine kreative und knusprige hommage an den kleinsten gemeinsamen nenner all eurer essensvorlieben.“

Mein Liebling: Popeye Pie (ohne Käse!)

Vietvillage
„Tolles, ausgefallenes Essen. Schöne Abwechslung, wenn man das 0-8-15 Asia-Imbiss-Essen satt hat.“

Mein Liebling: Vegetarische Sommerrollen, Kohlrabi-Salat

KornLiebchen
„Backen heißt für uns Leidenschaft, Hingabe und vor allem Handarbeit. Backen für alle Sinne – das heißt, wir machen Backen für Sie erlebbar.“

Mein Liebling: Fladen mit Spinat, Champignons und Tomatensoße

Ökoase
„Vegetarische Küche macht uns Spass. Das schmeckt man. Bei uns gibt es mehr als die übliche fleischlose Alternative. Zum Frühstück. Zum Mittag. Zum Kaffee.“

Mein Liebling: Veganer Burger, Süßkartoffel-Sticks und Salsa

Hongkong
Das Asia-Restaurant in Halle“

Mein Liebling: Veganes Sushi (v.a. Inari Nigiri)

 

 

Warum ernähre ich mich eigentlich vegan?

Allein in Deutschland leben je nach Schätzung 600.000 bis 1,2 Mio. Veganerinnen und Veganer. Auch ich ernähre mich seit fast drei Jahren vegan. Das heißt, dass ich grundsätzlich keine tierische Produkte zu mir nehme – Abgesehen von Honig oder (E-)Stoffen.

Im Herbst 2015 habe ich mich relativ spontan dazu entschieden von meiner langjährigen vegetarischen Ernährungsweise auf eine komplett vegane umzusteigen. Ich war damals noch nicht volljährig, aber zum Glück haben mich meine Eltern unterstützt(, obwohl sie selbst omnivor leben). Der Hauptgrund für meine Entscheidung war für mich wohl der ethnische Aspekt. Der Genuss beim Fleischkonsum stand für mich noch nie in einem Verhältnis zu dem Tod des Tieres. Mir wurde aber mit der Zeit auch bewusst, dass ich genauso wenig mitverantwortlich für all das grausige Tierleid sein wollte, das bei der Produktion sämtlicher tierischer Produkte geschieht – Selbst die kontrollierte Bio-Milch- oder Eier-„Produktion“ in Deutschland entspricht nicht meiner Vorstellung von einem glücklichen und Tierleben. Umso länger ich mich mit der Thematik auseinandersetze umso mehr festigt sich meine Überzeugung, denn die positiven Aspekte beschränken sich nicht wie anfangs vermutet nur auf das Tier selbst, sondern betreffen auch den Umweltschutz, die Welternährung und meine eigene Gesundheit.

Falls dich das Thema interessiert:
Beweggründe, Lifestyle, Erfahrungen mit DariaDaria von Jasminar:
https://www.youtube.com/watch?v=IAUp-wudHZw