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3. Jun 2013

Japan ist schon anders ne… ^^

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Am Montag (22.4.) traf ich mich wieder mit Bomee-chan, Shiho und Aya in Shimokitazawa, um Takoyaki (Teigbällchen mit Tintenfisch oder anderem drin) zu essen, aber da in unserem auserwählten Laden gerad ein Kangeikai (Wilkommensfeier) für Erstsemester in einem Zirkel stattfand, gingen wir letztendlich Fleisch und Gemüse essen – es gab so einen Grill im Tisch drin, auf dem wir das selbst zubereiten konnten. =) Danach noch ritualmäßig Purikura und unsere Wege trennten sich auch schon wieder. =) Es tut wirklich gut, zu erfahren, dass auch Japaner aktiv dazu beitragen, dass man sich trifft. Dann weiß man wenigstens, dass sie sich mit einem auch treffen möchten und nicht alles nur von einer Seite ausgeht. Aber da ich einige Leute sehr mag, muss ich eben hartnäckig sein. ^^

Am 24.4. (Mittwoch) war ich wieder Besucher in dem Unterricht für die Japaner, die Ausländern Japanisch beibringen wollten und diesmal lief das Gespräch lockerer und einige mehr trauten sich zu fragen. Auch die Themen waren vielfaltiger – in der einen Gruppe wurde ich über meine Zukunftsideen ausgefragt, in der anderen drifteten wir so in das Thema Manga ab, dass einige gar nicht mitreden konnten. Die Blicke, wenn manche hören, dass es manche Serien auch in Deutschland gibt ist einfach zu herrlich. =P

Am 26.4. (Freitag) machte ich mich auf zu einem Nomikai mit meinem Betreuungsprofessor und ein paar Kandastudenten (Kanda ist der andere Campus der Senshu mitten in Tokyo) aus seinem Kurs in Suidobashi. Ich finde, dass war ein sehr gelungener Abend. Erstmal gab es unglaublich viel zu essen – vielleicht haben wir All you can eat and drink bestellt, aber ich weiß nicht, wer so viel essen kann. Selbst die Jungs haben irgendwann die weiße Fahne geschwenkt. Zumindest saß mal wieder ein juku-Lehrer am Tisch. ^^ Und da er und sein Nachbar genauso gern essen wie ich, haben wir uns vorgenommen, gemeinsam zum Sweets Paradise zu gehen – mal schauen, ob das klappt. Zumindest erzählte der juku-Lehrer, dass er am Anfang seines Studiums nur auf Feiern aus war, dann jedoch einen sehr motivierten Studenten kennengelernt hat, der seine Motivation angefacht hat und jetzt lernt er fleißig für sein Ziel Lehrer zu werden. =) Da merkt man mal wieder was für einen guten Einfluss Freunde haben können – sie sind einfach  unersetzbar. <3 Mein Betreuungsprofessor musste dann leider nach Hause, mit den anderen Jungs ging ich zumindest Purikura machen und dann zum Karaoke – der eine sang sämtliche Anime-Lieder von One Piece über Pokemon bis hin zu Digimon – sehr lustiger Abend. ^^ Und zum Abschluss stiegen wir alle in den Lokalzug, weil alle an Bahnhöfen der Odakyu-Linie wohnten, unterhielten uns und zur Krönung wurde ich von den charmanten Jungs auch noch nach Hause gebracht. :3

Von Montag (29.4.) bis 5.5. (Sonntag, eigentlich Montag auch noch…) war die so genannte „Golden Week“ – vier Feiertage in einer Woche, weshalb viele in den Urlaub fuhren – anscheinend jedoch nicht die Ladenangestellten, denn alles hatte wie gewöhnlich geöffnet, vielleicht wäre es bloß schwierig geworden irgendwelches Behördliches zu klären, aber das musste ich nicht. Zumindest war für Montag ein Besuch des Robotercafé mit anschließendem All-night-Karaoke mit der lieben Engländerin, die ich in Kyoto kennengelernt hatte und ihren Freunden, geplant, weil sie vor ihrer Abreise noch ein paar Tage in Tokyo verbrachte. Wir trafen uns also vor dem Robotercafé gegen 20.15 Uhr und bezahlten erstmal happige 5000 Yen Eintritt für Show, Essen und Getränk… Als wir dann hineingingen, wurde mir bewusst, wofür sie das Geld brauchen – für die Stromrechnung, denn selbst der Treppenkorridor leuchtete in bunten, grellen Farben. Dann bekamen wir unser Essen – einer einer Bento-Box, und grünen Tee (andere Getränke konnte man sich kaufen) und warteten auf den Beginn der Show… Ich weiß ja nicht, was ihr euch unter einem Robotercafé vorstellt, aber falls diese Vorstellung Essen und Getränke servierende Roboter beinhaltet, muss ich euch leider enttäuschen. Ich würde sagen, diese Show ist vor allem für Männer und das verrückte Japan Liebende geeignet. Für Männer, weil die Mädels alle knapp bekleidet waren und da rumgetanzt haben – manche waren echt sehr akrobatisch veranlagt. Am schlimmsten fand ich an der einen Performance die Frauen, die vorgaben die Trompete zu spielen und sie einfach vor den Mund hielten… Die Show war in einzelne Shows aufgeteilt zwischen denen es immer mindestens 5 Minuten Pause gab, was etwas nervig war, aber der Umbau der Bühne dauert ja seine Zeit. Ich fand, dass die Show und die Tänze besser wurden und auch ein paar Roboter wurden eingesetzt, aber vor allem die Robotershow war mehr als gewöhnungsbedürftig… es gab zum Beispiel einen Kampf zwischen Robotern „from outer space“ und den Kunfu Panda-Charakteren… zum Schluss fuhren über unseren Köpfen schwebende Mädels an einem Rollband hängend an uns vorbei und wir sollten ihnen High Five geben… da sah man dann genau, wie viele Schichten Make up da einige drauf hatten, meine Güte… o.O Also einerseits denke ich, ich hätte die 5000 Yen auch besser investieren können, andererseits werde ich sowas in Deutschland vermutlich niemals sehen können, sodass ich letztendlich doch ganz froh war, da gewesen sein zu können.

Dann ging es noch Purikura machen, Games spielen und dann ging es nach Nishiasakusa zum Tokyo Khaosan andere am Karaoke interessierte Menschlein abholen, sodass ich letztendlich mit Engländern, Amerikanern, Singapurianern, Australiern etc. eine wunderbare Zeit in der Karaokebar in der Nähe verbrachte. Da Feiertag war, wäre Nomihoudai natürlich viel zu teuer gewesen, weshalb wir einfach Getränke bestellten und einige zogen auch los, um noch etwas zu kaufen. Es wurde eigentlich nur Englisch gesungen – von Rap, über House, bis Balladen war alles dabei. Wir hatten auch zwei sehr fähige Rap-Part-Übernehmende Menschlein unter den Jungs. =) So um die Hälfte der Menschen machte sich dann auf zum Tsukiji-Fischmarkt, ich jedoch verlasse keine Karaokebar, um tote Fische anzuschauen. ^^° Obwohl das Sushi bestimmt das beste gewesen wäre, was ich je gegessen hätte… naja, noch bin ich ja nicht weg. ;P Abschied nehmen ist Mist, wer kennt das nicht… Zum Glück musste ich nicht heulen – war glaub ich zu müde dazu. Glücklich und zufrieden lag ich um 8 Uhr morgens im Bett. :3

Am Mittwoch (1.5.) ging es mit meinem Betreuungsprofessor und meinem Tutor zum Baseballspiel der Senshu-Universität gegen die Asia-Universität… Dieses Spiel half ganz und gar nicht, mich von der Faszination dieses Sports zu überzeugen, ich bin für kurze Zeit eingeschlafen so langweilig war das.

Zum Glück gingen wir nach zwei Stunden und fuhren nach Tsukiji, um in einem Sushi-Laden, den mein Betreuungsprofessor sehr mag, Sushi essen zu gehen – dort war es sehr lecker.

Weil ich ihm sagte, ich brauch nur ein Noriblatt und Reis und schon bin ich zufrieden, kaufte er mir Noriblätter, da meine Mitbewohnerin den Reiskocher jedoch nicht aus seiner Gefangenschaft befreit, werde ich das nicht essen können… -.- Wir besichtigten noch einen Tsukiji Honganji Tempel, der wie ein Museum aussah, aber ich war immernoch etwas „geschädigt“ von meinem Tempelmarathon in Nara, sodass ich nicht wirklich Interesse zeigen konnten, aber ich hab mir das Faltblatt mitgenommen und durchgelesen! ^^°

Am Samstag (4.5.) kam Alice (Französin, die gerad in Osaka Praktikum macht) zu Besuch, was wir nutzten, um in ein indisches Restaurant und danach zum All night-Karaoke zu gehen. Ach ja… die Deutsche umringt von Franzosen. Ich weiß wirklich nicht, ob sie manchmal einfach vergessen, dass es auch Nicht-Französisch-Muttersprachler auf dieser Welt gibt, oder ob sie das absichtlich machen, aber ich war manchmal gefangen in einem Schwall von französischen Wörter und konnte nur ein fragendes Gesicht aufsetzen, Clemence war meist so nett und erklärte mir, über was sie denn gerad erzählt haben. ^^° Das indische Essen war echt lecker und auch das Interieur war so richtig indisch – vielleicht jedoch auch nur klischee-indisch – mit ganz viel Schnörkelkram und indischen Figuren. :3 

Die Zeit bis zum All night-Karaoke ab 23 Uhr verbrachten wir im Gamecenter mit Purikura und Spielen spielen (ich lieb Mario Kart ^^). Clemence und ich versuchten so ein kleines Kuscheltier mit diesen Greifarmen zu ergattern, aber wir hatten sowas von keine Chance… V.V

Wir holten dann noch eine Japanerin ab – sie gibt Schlagzeugunterricht und ist tättowiert, letzteres hat mich sehr überrascht. ^^° Gesungen wurde ein bisschen Japanisch, gaaaaaaaaanz viel Englisch und ein bisschen Französisch und „99 Luftballons“. ^^ Die anderen gingen frühstücken, ich wollte nur in mein Bett und verabschiedete mich daher von allen.

23. Mai 2013

Musik-Freundschaft

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Am Freitag (12.4.) kam ich erst einmal zu spät zum Unterricht, weil ich, bis ich zur Vergewisserung nachschaute, der festen Überzeugung war, dass der Unterricht ab der 4. Einheit (14.50) beginnt, jedoch hatte er ab der 3. (13.05) begonnen, sodass ich ca. eine halbe Stunde später kam. Der Lehrer verzog keine Mine und ordnete mich einfach einer Gruppe zu, sodass wir den Rest der Stunde über verschiedenste auf Schulbildung bezogene Themen sprachen. Am Abend fand dann noch ein Nomikai (Trinktreffen) für die am Acapella-Zirkel interessierten Erstis statt. Entgegen des Kommentars einer Koordinatoren, die mich darauf hinwies, dass ich nicht dabei zu sein brauche (!!??), weil das ein Treffen für die Erstis ist, um ihre Sempai (ältere, erfahrenere Studenten) kennenzulernen, blieb ich erst recht da und es war auch sehr spaßig und interessant! Die Erstis kamen aus den verschiedensten Ecken, aber was ich immer wieder höre ist, dass Studenten immer ein „leider“ davor setzen, wenn sie zugeben müssen, dass sie aus Saitama (oberhalb von Tokyo) kommen. Ich weiß gar nicht, was an Saitama so schlimm sein soll – ich mag es, das kann jedoch vielleicht auch daran liegen, dass mir Nora nur tolle Seiten gezeigt hat. ^^ (ich muss unbedingt wieder in dieses monströse, Flughafen ähnliche Kaufhaus… aber ohne Shoppingpartnerin?! ._.) Nach dem Nomikai konnte ich dann noch mit meinem Chorleiter einen Termin fürs Karaoke – am nächsten Tag um 5 Uhr ausmachen und habe durch ihn wieder sehr schöne, interessante Lieder kennengelernt, die ich auch einmal einstudieren möchte. ^^

Am Montag (15.4.) ging es wieder in mein geliebtes Hiyoshi, denn dort traf ich mich mit vielen Shimoda-Bewohnern, um in einer neuen Folge von Game of Thrones zu fröhnen. Ich mein, fragt mich bitte nicht nach irgendwelchen Namen oder Zusammenhängen, soweit bin ich noch nicht, aber ich mag die Serie sehr. =)

Am Mittwoch hatte ich die Gelegenheit Fragen von japanischen Studenten, die lernen, wie man Ausländern Japanisch beibringt, jedoch wurde ich hinsichtlich meiner Lerntechnik oder sonstigem nicht befragt, es ging eher wieder um Alltägliches oder um Deutschland – naja, auch nicht schlecht. =)

Am Donnerstag wollte ich mich in Mita mit Yusuke und Ren treffen. Ich kam zwar am Ausgang A10 raus, aber bis ich den Mita-Campus fand, dauerte es ca. 20 Minuten, weil ich mir natürlich diesmal keine Skizze gemacht hab, sodass der Tokyo-Tower als Orientierungspunkt herhalten musste, ich dann bis zu diesem lief und die Straße entlang. Das Treffen war so weit ganz nett, kommt eben immer auf den Gesprächsstoff an, ne. Ich habe noch nicht herausgefunden, woran es liegt, dass ich mit manchen Menschen stundenlang ohne Punkt und Komma quatschen kann und bei anderen ist nach Standardfragen Schluss – merkwürdig. ^^

Die ganze Woche über hat mein Zirkel auch die Werbetrommel gerührt, indem einzelne Bands in der Mittagspause auf dem Hof gesungen haben – ich war zur seelischen Unterstützung und zum Genießen der Harmonien immer dabei. =3 Am Freitag dann fand die „Aufnahme“ der neuen Mitglieder statt. Dazu hatte Manta (Technik- und Beatbox-Genie) eine Powerpointpräsentation mit allen wichtigen Infos vorbereitet und unsere besten Bands trugen noch ein paar Lieder vor. *___* Danach gab es Zettelchen – wer Mitglied werden wollte, musste bis zum 10.5. 3000 Yen Mitgliedsbeitrag bezahlen, wer in einer Startband aufgenommen werden wollte, musste freie Zeiträume in der Woche angeben und so weiter und so fort. ^^ Ich trug mich natürlich auch ein, weil ich mehr singen und Harmonien üben möchte. =) 

Am Samstag (20.4.) hieß es dann trotz Regenwetter Barbecue am Tama-Fluss gleich um die Ecke in Noborito. ^^ Wir trafen uns 11 Uhr, bis es dann etwas zu futtern gab, war es halb zwei – uns hingen die Mägen schon in den Kniekehlen. Ich hatte noch schnell Baguette, Salat, Käse und Salami gekauft, weil ich nicht mit leeren Händen dastehen wollte und ein bisschen Abwechslung zum vielen Fleisch begrüße ich sehr. =) Gegrillt haben wir auf etwas älteren Varianten eines Grills, was ja nicht schlimm ist, solang man keinen Pappkarton als Stütze darunter stellt und dieser dann Feuer fängt. XD Naja, passiert. ^^

Es wurde wieder fröhlich sowohl Englisch (Sean hatte Kevin mitgebracht ^^) als auch Japanisch gequatscht und wo Sean und ich sind, steht eigentlich schon fest, dass es nach dem Event noch zum Karaoke geht. Das war wieder so spaßig – Karaoke ist eine großartige Erfindung!

12. Mai 2013

Natur pur!

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Für den Dienstag hatte ich mir Arashiyama vorgenommen und stieg in den Zug, um dorthin zu gelangen. Es war zum Glück tolles Wetter, sodass das viele Herumgelaufe gar nicht so unerträglich war, nur die Wärme war etwas ungewohnt. ^^° Zuerst einmal ging es zum Tenryuji, einer Tempelanlage mit einem wunderschönen Garten.

Das Praktische war, dass ich, sobald ich diese Anlage verließ, schon praktisch im Bambus-Wald stand.

Als ich den Weg verließ, schloss ein Villagarten an, den ich mir auch noch anschaute. Der Eintritt war zwar nicht ganz billig, aber da wir grünen Tee und eine japanische Süßigkeit bekamen und auch diese Anlage schön war, doch sein Geld wert.

=)

Da Arashiyama ein sehr beliebter Touristenort zu sein schien, war es gar nicht so einfach, ein Restaurant, an dem man nicht eine halbe Ewigkeit anstehen muss, zu finden, letztendlich aß ich dann Soba und machte mich auf den Weg zurück zum Bahnhof. Dabei fiel mir ein Schild auf, das darauf hinwies, dass es eine Bahn gibt, mit der ich zum Kinkakuji (Goldener Pavillion) fahren konnte und so änderte ich meinen Plan und fuhr dort hin. Auf dem Weg zum Pavillion machte ich einen Zwischenstopp an einem Schrein, kaufte Sakura-Melonpan und freute mich um so mehr, je näher ich dem Gelände, auf dem der Pavillion stand, kam, denn ohne ihn gesehen zu haben, hätte ich Kyoto nicht verlassen. ^^° Ich näherte mich also langsam und strahlte über beide Ohren, als ich es funkeln sah. Natürlich machte ich viele Fotos vom Kinkakuji, erkundete jedoch auch noch das restliche Gelände.

Ich hatte auch etwas Glück, denn nachdem ich ihn fotografiert hatte, wurde es wolkig. *puuh* Ich kaufte noch ein paar Omiyage (Mitbringsel) in Form von Keksen in Pavillion-Form und trat dann mit dem Bus den Weg zurück zum Hostel an. Soweit ich gehört habe, ist der Bus eine der günstigsten Varianten von A nach B zu kommen, weil es ein Tagesticket für 500 Yen gibt, aber vor allem in einer Hauptreisezeit sicherlich nicht die Bequemste. Ich meine, es war nicht soo voll, dass man nicht mehr hätte atmen können, aber das Sardinenbüchsenfeeling war trotzdem nicht mehr weit entfernt. Außerdem kam dann eine unfreundliche Frau hinein, die erst einmal eine ältere Dame von einem Sitz zog und sich hinsetzte und weil ich im Parkgebiet ihres Rollstuhles stand, schupste sie mich weg… Aber glaubt mir, solche Menschen sind hier keine Normalität. Ich persönlich finde die Menschen in Kyoto netter als in Tokyo, sie zögern nicht zu helfen und kommen sogar selbst auf jemanden zu, wenn er hilflos irgendwo herumsteht. Zurück im Hostel legte ich meinen Kram im Zimmer ab, ging noch in den Conbini Abendbrot kaufen, schlich dann wieder in den Gemeinschaftsraum und setzte mich vorsätzlich auf die Couch, weil es da wahrscheinlicher ist, dass sich Menschen um dich rumsetzen (Am Montag saß ich nämlich etwas weit weg von der Couch auf einem riesigen Kissen neben dem Fernseher). ^^ Nachdem ich also meine Fotos vorm Tod durch nicht mehr funktionierende SD-Karten bewahrt hatte (Erklärung: irgendwie entscheidet die SD-Karte meiner Kamera einmal im Jahr plötzlich kaputt zu gehen und diesen Moment kann ich natürlich nicht vorhersagen…), klappte ich meinen PC zu und hörte den Gesprächen der beiden neben mir zu. Sie unterhielten sich gerad über Sehenswürdigkeiten in Kyoto und was man denn so am nächsten Tag unternehmen könnte und als der eine mit dem Finger auf den Kinkakuji zeigte und etwas dazu erzählte, fing ich an zu nicken, die beiden guckten mich an und schon war ich im Gespräch integriert. ^_^ Der eine war Japaner und der andere kam aus der Schweiz. ^^

Am Mittwoch (10.4.) erfüllte ich mir meinen zweiten Traum, denn neben dem Kinkakuji wollte ich unbedingt den Fushimiinarischrein und den Kiyomizudera sehen. Vielleicht fragt ihr euch, was denn den Fushimiinarischrein von anderen Schreinen unterscheidet? Nun, wenn man auf den Wegen dieses riesigen Geländes wandelt, geht man wohl die meiste Zeit durch meist dicht aneinander gebaute Toori (Schrein-Tore), was diesen Schrein zu einem, wie ich finde, besonderen Ort macht.

Auch die Natur ist wiedermal sehr hübsch anzusehen gewesen und man konnte auch Wege abseits des Üblichen erkunden. Da ja so etwas wie Kondition in meinem Körper nicht wirklich existiert, schaffte ich es nicht, den ganzen Weg bis nach oben zu erklimmen, zumal ich auch noch andere Dinge an diesem Tag machen wollte. Bei den Touristen beinahe beliebter als die vielen Toori wurde eine Gruppe Kindergartenkinder mit ihren Betreuern. Die waren alle so verdammt niedlich! Und als ich dann auf der einen Plattform eine kurze Pause einlegte, bzw. überlegte, welchen Weg ich denn nun wählen muss, kam ein Mädchen zu mir und rätselte, ob ich Engländerin sein, bevor ich ihr antworten konnte, wurde sie jedoch vom Gruppenleiter wieder zurückkommandiert. ^^° Ich entschied mich dann, „einfach“ wieder zum Bahnhof zurückzugehen, allerdings wollte ich nicht den gleichen Weg zurück, weshalb ich an einem Punkt stehen blieb und schaute, wo denn andere so lang gehen. Da eine Gruppe Amerikaner mit Orientierungssinn ausgestattet zu sein schien, folgte ich ihnen unauffällig und kam noch an einem interessanten bunten Schrein/Tempel

, sowie einer großen Buddhastatue vorbei, bis ich wieder auf bekannten Pfaden wandelte. ^^ Ein Sembei (großer Cracker) wurde gekauft und dann trat ich die Fahrt zum Kiyomiyudera an, wobei dieser praktischerweise auf der gleichen Linie lag wie der Fushimiinarischrein. Ich stieg also aus und suchte erst einmal nach einem Restaurant zum Mittagessen. Wie der Zufall es so will, landete ich in einem italienischen Restaurant, unterhielt mich mit dem Kellner, bis dieser mich darauf aufmerksam machte, dass zwei Tische neben mir ebenfalls Deutsche saßen und schon hatte ich Gesprächspartner gefunden. ^^ Zum Schluss wollten sie wissen, was ich denn in Tokyo empfehlen könnte, weil dies ihr nächstes Reiseziel war und ich kramte in meinem Gedächtnis herum, was ich ihnen sagte, weiß ich nur leider nicht mehr. Auf jeden Fall habe ich ihnen mein Lieblingsrestaurant in Harajuku empfohlen, ich hoffe, sie haben es gefunden. =3 Mein Weg führte mich dann also zum Kiyomizudera, einem auf einem Berg gebauten Tempel. Die Aussicht war wirklich schön, aber vermutlich gibt es schönere Monate – im Herbst, wenn die Blätter der Bäume gefärbt sind, sieht es vielleicht am tollsten aus, vielleicht sind jedoch dann die meisten Menschen in Kyoto anzutreffen. ^^

Auch der beleuchtete Tempel soll einen Besuch wert sein, bis Abend wollte ich jedoch nicht warten, weil ich mir vorgenommen hatte, ein Ticket für den Tanz der Maiko (Geisha-Schülerinnen) zu ergattern. Auf dem Weg zum Bahnhof kam ich noch an einem Haarschmuckladen vorbei und verquatschte mich mit einer Mitarbeiterin im Laden, weil sie Ausländer so mag. ^^° Dann ging es schnell zum Veranstaltungsort in Gion – einem (vielleicht auch dem, obwohl es noch andere gibt ^^) bekannten Geisha/Maiko-Viertel und ich hatte Glück und konnte noch eins ergattern – die Karten müssen nämlich reserviert werden und nur der Restbestand wird vor der Show verkauft. Dann holte ich mir Abendbrot, aß und wartete dann gespannt auf den Einlass. Um mich herum waren viele Ausländer und auch in meinem Sitzbereich – ganz oben, die billigsten Plätze ^////^° – saßen fast nur Ausländer. Da es auch ein Traum gewesen war, einmal einen Maiko-Tanz zu sehen, war ich überglücklich, daran teilhaben zu können, andere ausländische Zuschauer zogen es jedoch vor, zu reden oder über die Stimmen der Sängerinnen zu lachen. V.V Auf der Bühne wurde eine Geschichte erzählt – links und rechts der Bühne saßen Frauen mit Shamisen (eine Art japanische Gitarre) und spielten und sangen zu den Geschehnissen auf der Bühne. Dieser Gesang klang schon etwas ungewöhnlich, aber ich mochte das, weil es für mich nach japanischer Tradition klang. ^^ Somit versuchte ich, die nervigen Stimmen einfach auszublenden und den Geschehnissen auf der Bühne zu folgen.

Die Vorführung dauerte ungefähr eine Stunde, danach ging ich zurück zum Hostel, dass nicht weit von Gion entfernt war. Wie üblich machte ich es mir im Gemeinschaftsraum gemütlich und lauschte den Gesprächen. Als das Wort Karaoke fiel, läutete meine Alarmglocke und ich wartete, bis mich jemand fragte, ob ich mitkommen möchte, weil es ja immer etwas seltsam ist, sich selber einzuladen, doch zum Glück fragte mich Kat und ich sagte natürlich jaaaaa. *___* Um 10 gingen wir los und brauchten ca. 15 Minuten bis zur Karaokebar Rainbow. Eine Mitgliedschaft war erforderlich und da ich die Einzige mit Wohnsitz in Japan war, trug ich mich ein. Sicherlich lag es daran, dass es Mittwoch war, aber All night Karaoke mit all you can eat Eis und all you can drink Softdrinks und Cocktails kostete 1350 Yen – oh Himmel! Es war ein großartiger Abend. =) Da jedoch in dieser Karaokebar alles gleich aussah und ich leider vergessen hatte, mir die Nummer zu merken, irrte ich erst einmal herum, bis dann zum Glück Hanako (Halbengländerin, Halbjapanerin) kam und mich zum Raum zurückführte, das war etwas peinlich. ^///^° Masashi kam dann auch noch dazu und war schneller betrunken, als wir gucken konnten… Er behauptete zwar, er habe 6 Bier getrunken, wir gingen jedoch davon aus, dass es höchstens 2 waren, jedoch hatte er in so einer Geschwindigkeit getrunken, dass es kein Wunder war, dass er so schnell betrunken war… V.V

Im Bett lagen wir dann so gegen halb acht… an schlafen war jedoch dank der Schnarchnase neben mir nicht zu denken… das ist der Nachteil an einem Gemeinschaftszimmer… Bis zu diesem Tag hat keiner geschnarcht, aber natürlich an dem Tag, wo ich vom all night Karaoke zurückkomme… V.V Naja, deshalb bin ich jedoch so gegen halb 10 aufgestanden, habe meine Sachen gepackt und sie im Aufbewahrungsraum platziert, denn an diesem Tag war Abreise angesagt und das Khaosan bot an, bis 8 Uhr Abends die Sachen aufzubewahren – großartig. =) An diesem Tag wollte ich noch einen Schrein in der Nähe von Gion, das Schloss und den Kaiserpalast anschauen und trottete ein wenig schlaftrunken los. An einer Ampel quatschte mich dann ein Amerikaner an und wir unterhielten uns ein bisschen. Ich hatte jedoch irgendwie kein gutes Gefühl, während ich mit ihm sprach, weswegen ich sein Angebot, mit seiner Gruppe ein bisschen wandern zu gehen, dankend ablehnte, zumal ich sowieso zu müde dafür war. Nachdem ich den Schrein und einen Tempel

besichtigte hatte, wollte ich zum Nijyojyo gehen und dachte eigentlich, ich wüsste, wo ich lang ging, entschied mich dann jedoch, in die Bahn zu steigen, was eine gute Idee war, denn ich hätte mich sonst mal wieder hoffnungslos verlaufen. V.V Das Schloss war ganz hübsch

, nur schaffte ich es nicht mehr, die Ausstellung zu besuchen, denn um 14 Uhr stand die Besichtigung des Kaiserpalasts an und ich wollte vorher noch Mittag essen. Ich hoffe, ich bekomme nochmal die Möglichkeit nach Kyoto zu gehen, sodass ich mir das Schloss noch genauer anschauen kann, im schlaftrunkenen Zustand wäre es wohl eh sinnlos gewesen, in die Ausstellung zu gehen. Während der Führung durch den Kaiserpalast, für den man sich übrigens auf einer Internetseite so früh wie möglich anmelden muss, weil man sonst keine Chance hat, teilnehmen zu können, regnete es zeitweise, aber naja, so stark war der Regen zum Glück nicht. Die verschiedenen Gebäude wurden erklärt, sowie die Eingänge. Einer war zum Beispiel nur für den Tenno, andere wiederum nur für Staatsgäste. Dann gab es ein Gebäude für die kaiserliche Zeremonie und Staatsempfänge, aber auch private Gefilde nur für den Tenno. Der Guide erzählte auch, dass unter den Gebäuden Schächte für die Bediensteten waren, sodass sie sich hin und her bewegen konnten und das manche Böden nur vom Tenno betreten werden durften. Ich war wirklich erstaunt, dass diese Führung kostenlos war, denn der Guide konnte sehr gut Englisch und hat alles gut erklärt – absolut empfehlenswert!

Zurück im Guesthouse traf ich die beiden Jungs, die erstmal schön ausgeschlafen hatten und wir entschieden uns, zum Abendbrot – bei ihnen zum Frühstück ^^° – den Reisburger von Mosburger zu probieren. Wieder zurück bastelten wir dank diesem tollen Fotobearbeitungsprogramm, von dem die beiden mir erzählt hatten, an unseren Fotos herum und quatschten währenddessen. Kurz vor acht räumte ich heimlich mein Gepäck aus dem Raum und in den großen Schlafsaal, um noch länger bleiben zu können und da niemand meckerte, beließ ich das so, bis es 10 Uhr Zeit war, um Bahnhof aufzubrechen, denn mein Nachtbus fuhr 11.25 Uhr los und im Fall des Verirrens wollte ich Zeitpuffer haben – gut vorausgeplant. -.- Nicht nur, dass ich erstmal am Eingang vorbei rannte, auch am Kyoto Hauptbahnhof rannte ich hilflos herum und versuchte mich zu orientieren – zum Glück kam dann ein älterer Mann zu mir und brachte mich zur Haltestelle. Dank Schlafmaske und 2 Stunden Schlaf am Vortag schlief ich wie ein Baby im Bus, zumal die Sitze um einiges bequemer waren als im Bus nach Nagoya und man diese auch zu einer Liege ausklappen konnte und wachte glücklich und kurz vor Shibuya auf. :3

Ich glaube, von allen Orten hat mir Kyoto am besten gefallen, was jedoch zum großen Teil am Guesthouse liegt, weil man da tolle Leute kennenlernen und mit ihnen etwas unternehmen kann. Ich bin sehr glücklich, mir endlich meinen Traum von einer Reise nach Kyoto erfüllt haben zu können. =)

26. Apr 2013

Buddha hier, Buddha da…

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Da das Wetter am Samstag (6.4.) etwas regnerisch sein sollte, entschied ich mich, einen Museumstag einzulegen – wie so viele andere auch… Ich liebe Technik- und Wissenschaftsmuseen, weshalb ich das sich in Nagoya befindliche anschauen wollte, zumal es auch noch das größte Planetarium der Welt hat. Danach wollte ich noch in ein Elektronikmuseum, aber daraus wurde nichts. Um zu dem Wissenschaftsmuseum zu gelangen, ging ich durch einen Schrein und siehe da: ein Hochzeitspaar, das für Fotos vorbereitet wurde und nicht nur das, es handelte sich um einen Ausländer und eine Japanerin. =) Da ich nicht weggescheucht wurde, schaute ich glücklich zu und machte Fotos von den beiden. ^^ Dann ging ich zielstrebig zum Museum und stockte erst einmal, als ich die Schlange vor dem Eingang sah… Der Wunsch, in dieses Planetarium zu können, war jedoch stärker, als das miesepetrige Gefühl, dafür anstehen zu müssen, also tat ich es einfach – nicht nur außerhalb des Eingangs, nein, auch im Eingangsbereich der Halle standen die Menschen an. Ich glaube, insgesamt habe ich 45 Minuten gewartet… das würd ich nicht für alles machen! Zum Glück konnte ich auch noch in das Planetarium um 12 Uhr und huschte zuvor in einen Ausstellungsraum hinein, nach 10 Minuten jedoch gleich zum Planetariumseingang. Es ging um Sternenbilder am Himmel – es gibt Interessanteres, aber auch Langweiligeres. ^^ Ich wäre ja lieber in die Kindervorstellung gegangen, denn da wurde das Universum – sein Aufbau etc. – erklärt. Ich kann nur Vermutungen anbringen, aber der Grund, warum ich dort so wenige Ausländer antraf, war vielleicht, dass weder im Planetarium, noch in den Ausstellungsräumen etwas auf Englisch erklärt wurde/geschrieben stand. Die Überschriften der Erklärungen in den Räumen waren übersetzt und es gab englische Informationsblätter mit den Basisinfos zum Museum, also vielleicht arbeiten sie daran. ^^ Während es draußen in Strömen regnete, schaute ich mir noch die Räume im Schnelldurchlauf an: Universum, Mensch, Materialien der Natur etc. – ich denke, dieses Museum ist ein Tagesausflug, wenn man (sich) alles genauer ansehen und ausprobieren möchte. Gegen 14 Uhr suchte ich jedoch nach meinem Misokatsu-Restaurant (Vorschlag aus meinem Guidebook) und fand es auch zum Glück ohne mich zu verirren. Misokatsu ist eigentlich Schnitzel mit dunkler Miso-Suppe mit intensivem Geschmack, dazu eine riesige Schale Salat und Reis – vollgefuttert und glücklich machte ich mich auf zum Bahnhof, holte mein Gepäck aus dem Schließfach und entschloss mich mit dem Shinkansen zu fahren, weil ich dadurch in 1 1/2 Stunden, anstatt in über 2 in Nara sein konnte – ich fuhr erst bis nach Kyoto mit dem Shinkansen (30 Minuten) und dann weiter mit dem Lokalzug bis nach Nara (1 Stunde), checkte in meinem Hotel ein, stellte mein Gepäck im Zimmer ab und begab mich noch auf die Suche nach der im Guidebook vorgestellten Smoothiebar. Was ich mich frage ist, ob es in deutschen Hotels üblich ist, die Schlüssel an der Rezeption abzugeben, wenn man das Hotel mal verlässt? Hier scheint es zumindest so zu sein. Naja, dann verliert man den nicht, das ist gut. ^^ Also, ne, die Straßen in Japan haben schon Namen, wenn sie  mal an praktischen Stellen geschrieben stehen würden… An den großen Straßen stehen die Namen meist an jeder Kreuzung geschrieben, aber an den Seitenstraßen?! Naja, ich lief letztendlich einfach auf gut Glück herum und als ich schon fast aufgeben und den Rückweg antreten wollte, fand ich endlich „Drink Drank“. Ich blamierte mich jedoch wieder ein bisschen, weil ich den etwas unscheinbaren Eingang nicht fand… V.V Der Laden sah eigentlich schon geschlossen aus, obwohl sie bis 20 Uhr geöffnet hatten laut Guidebook, aber nach zwei anderen Gästen ging ich auch hinein und bestellte Käsekuchen und Beerensmoothie. Beides schmeckte so lecker, dass ich die Leere in dem Restaurant nicht verstehen konnte, aber dadurch konnte ich wenigstens leicht einen Sitzplatz bekommen. =3 Die Leere hingegen erinnerte mich sehr an Halle oder sogar mein kleines Heimatstädtchen – nach 20 Uhr hat man auf den Straßen wirklich kaum noch Menschen gesehen und fragte sich, wo die Menschen, die man am Tag gesehen hat, alle herkamen. ^^° Dann wurde(n) noch Omiyage und Getränke gekauft und der Rückweg zum Hotel angetreten.

Im Hotel hatte ich eine Broschüre über einen „Nara-Walk“ gefunden, da ich nicht so viel Zeit in Nara hatte, entschied ich mich am Sonntag an diesem teilzunehmen und buchte via Internet, es wäre jedoch praktisch, das richtige Datum einzugeben ne? Naja, ich schrieb eine panische Mail an die Menschen und zum Glück konnte ich teilnehmen. 10.15 Uhr ging es mit meinem Guide los – ja, ich war diesmal die Einzige, sodass es eine Privatführung wurde. ^^ Erst zeigte sie mir das Geishaviertel in Nara und erklärte, dass es in Nara wohl 5 und in Kyoto 100 Geisha gäbe. ^^  Dann ging es zum Koufukuji und dort konnten wir auch schon ein paar Hirsche sehen. Während sie von den Touristen fleißig gefüttert wurden, blieb ich jedoch auf Distanz. Natürlich sahen sie niedlich aus, wie sie so mit ihren Öhrchen wackelten, oder genüsslich Gras oder Hirsch-Cracker mampften, aber letztendlich bleiben es wilde Tiere. ^^ Mir hat auch nicht gefallen, wie manche mit ihnen umgegangen sind, vor allem Kinder. Jaja, es sind Kinder, die wissen nicht, was richtig und falsch ist (ach wirklich?!), aber zumindest die Eltern sollten wissen, dass man sich einem Tier langsam und schon gar nicht von hinten nähert. Natürlich sind diese Hirsche keine Pferde, aber ich bin mir sicher, dass auch ihre Hufe weh tun können, vor allem Kindern. Und dann dieses hastige Anfassen/Streicheln und wieder Wegrennen… vermutlich sind die Hirschen daran so sehr gewöhnt, dass sie gar nichts mehr stört, vielleicht hatten diese Touristen auch einfach  nur Glück, ich weiß es nicht. Einen schönen Kommentar zu den Crackern hab ich jedoch mitgehört: „Ach, ich dachte, die wären für uns?!“ „Nein, das ist Hirschfutter!“ hihi. Und wenn man einem Hirschlein einen Cracker gibt, möchte das Hirschlein mehr und die 10 oder 20 anderen Hirschlein auch – ein Teufelskreis, aber wie sich der Unterkiefer der Hirschlein beim Äsen hin und her bewegt hat, war echt niedlich. ^^ Danach ging es zu einem Erdbebensimulationshaus, wo ich auf einen Österreicher traf, der glücklich war, mal wieder Deutsch reden zu können. ^^ Unser Weg führte uns dann zum Todaiji, wo der große Buddha stand. Eine wirklich beeindruckende Anlage, über die es viel Wissenswertes zu berichten gab. Leider kann ich mich nur noch an den Weg zum Tempel erinnern, der aus verschiedenen Steinen bestand, zu denen mir meine Führerin erklärte, dass diese den Weg des Buddhismus von Indien nach China, nach Korea, nach Japan beschreiben. Danach ging es zum Kasuga Taisha, einem Schrein mit ganz vielen Laternen – laut meiner Führerin gibt es ein Festival im Jahr, an dem diese alle angezündet werden, das muss wirklich wunderschön aussehen. =3 Und es gibt fünf Laternen, auf denen etwas Besonderes draufsteht und wer diese findet, kann mit irgendetwas Positivem rechnen. ^///^° Meine Führerin kam außerdem auf die Idee, mir noch ein No-Theater zu zeigen, was wir nach Erlaubnis des Personals auch durften – es war toll, auf dieser Bühne stehen zu können. ^///^ Auf den Dächern einiger Gebäude konnte man Fische sehen. Meine Führerin erklärte mir, dies sei Feuerschutz, denn da alles, was unter Fischen ist, meist Wasser ist, werden auch diese Häuser geschützt, da sie „unter Wasser stehen“ – schön wäre es zumindest. Leider hat die Geschichte uns eines Besseren belehrt. =( Weil wir so langsam Hunger verspürten, gingen wir noch zusammen Mittag essen – für mich gab es gewöhnungsbedürftiges Oyakosoba – Rührei mit Hühnerfleisch in einer Brühe mit Sobanudeln… das war merkwürdig, aber es gibt schlimmeres. Dann checkte ich noch das Erdbeerenfestival aus und ging noch in das Nationalmuseum in Nara, wo es eine Sonderausstellung zum Buddhismus gab. Außerdem war ich superglücklich, als ich an bzw. in einem Teich Schildis sah… sie waren sooo niedlich wie sie da mit ihren Beinchen rumwuselten, um vorwärts zu kommen und dann ihr Hälschen ausstreckten, um die von einem Mann in den Teich geschmissenen Brotkrümel zu schnappen – oooooooooh! *____* Schildis =3  Zum Abendessen gönnte ich mir diesmal einen Apfel-Kiwi-Smoothie und brachte die Kellnerin zum Grinsen, als sie mich zum zweiten Mal sah. =)

Am Montag (8.4.) war das Wetter wieder sehr schön, weshalb ich mich der Erkundung weiterer Tempel – unter anderem des Yakushiji widmete, jedoch merkte ich, dass das Interesse an all diesen Figuren etc. stark nachgelassen hatte und ich nur noch halbherzig hinschaute. Ein letztes Mal ging ich in mein Smoothie-Restaurant, diesmal um dort Mittag zu essen. =3 Dann schaute ich mir noch den Heijo Palast an – ich fand jedoch keinen Eingang in Reichweite, sodass ich nur dieses riesige, leere Gelände mit seinen zwei Gebäuden drauf bewunderte, mich dann jedoch dem Highlight des Tages widmete: Schokoladentörtchen im „Gateau des Bois“ essen und dazu Sakura-Tee trinken – oh Himmel, wie nah ich dir doch war! *___* Im Yakushiji habe ich übrigens Buddha zu seinem Geburtstag gratuliert. ^^ Es wird eine Art Mini-Schrein aufgestellt, auf dessen Dach man Blumen legt. Dann verbeugen sich die Leute einmal, gießen mit einer Schöpfkelle Wasser über den Kopf einer Buddhastatue, legen die Hände aneinander und beten oder gratulieren ihm (weiß ich leider nicht V.V), verbeugen sich erneut und gehen davon, nachdem sie den wunderbaren Blumenduft noch einmal genossen haben. ^^

Dann ging ich mein Gepäck aus dem Hotel holen (sie waren so lieb und nahmen es in Gewahrsam) und dann ging es nach Kyoto mit dem Lokalzug… es gibt auch Schnellzüge nach Kyoto, aber die fahren nicht vom Nara Bahnhof, sonden vom Nara Kintetsu-Bahnhof, weshalb ich den Lokalzug nahm. Die nächste Herausfordung bestand darin, das Hostel in Kyoto zu finden und da Madame sich mal wieder keinen vernünftigen Plan gemacht, sondern auf ihr komisches Gekritzel am Rand ihrer Hostelreservierung vertraut hat, konnte das ja nichts werden. -.- Kurzerhand stieg ich in ein Taxi, weil Taxifahrer die Gegend doch meist wie ihre Westentasche kennen MÜSSTEN – natürlich erwischte ich den, der schwer hörte, die Gegend eben nicht wie seine Westentasche kannte und sein Navi funktionierte auch nicht wie unseres, wo man einfach die Adresse eingeben konnte… Nachdem er dann 3 Leute gefragt hatte, wusste er, wo wir hinmüssen und wurde ca. 5 Euro mehr los als geplant, aber wenigstens war ich angekommen. Schon allein die Leute an der Rezeption waren großartig, weil lustig. Dann schaffte ich, wie immer, meinen Kram auf das Zimmer und begab mich mit Kamera, Laptop und Co. nach oben in den vierten Stock, denn dort gab es einen Gemeinschaftsraum. Da ich jedoch den blöden PC bei mir hatte, hinderte ich andere Menschen, obwohl sie manchmal ihre Blicke zu mir schweifen ließen, daran, mich anzusprechen, sodass der erste Abend ein Stiller, ich dann nur noch im – zum Glück – sehr sauberen Bad duschen ging und dann ins Bett, um fit für den nächsten Tag zu sein.

25. Apr 2013

Holzhäuschen, Schlösser und das Meer

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Obwohl der Unterricht an der Uni ab 8.4. wieder begann, ich diesen Anfang jedoch aufgrund meiner Reise nach Nagoya, Nara und Kyoto auf den 12.4. verschob, traf ich mich am 1.4. mit meinem Betreuungsprofessor, um mögliche Kurse zu besprechen und zum Glück konnte er mir wieder sagen, welche ich belegen könnte (manche dürfen nur von angehenden Lehrern besucht werden) und im Laufe der Woche entschied ich mich für 5 Kurse, zwei am Montag, einen am Dienstag, einen (plus Tutorium) am Mittwoch und einen am Freitag, bis auf den einen am Montag, der eher psychologisch angehaucht ist und sich mit der geistigen Entwicklung des Menschen beschäftigt, hat wieder alles starken Bezug zur Bildung in Japan, so wie ich es mag. ^^

Dienstag und Mittwoch dann half ich bei der Anwerbung neuer Mitglieder für meinen Acapella-Zirkel, da in dieser Woche die Einführungswoche für die rund 4800 neuen Senshu-Studenten begann. Ich half Poster anzukleben, wobei es gar nicht so einfach war, noch Platz für sie zu finden, was uns verwunderte, denn wir begannen ab 10 Uhr, was hieß, die anderen Zirkel waren bei weitem früher da gewesen… naja, kann man nicht ändern. ^^ Nachfolgend wurden unsere redegewandten Menschlein mit den Werbungsbroschüren losgeschickt, wir entschieden uns aber bald, diese noch persönlicher zu gestalten und noch ein paar wichtige Informationen hinzuzufügen – alles schriftlich, in Handarbeit. ^^ Es war eine schöne Erfahrung, dies mit allen zusammen machen zu können und ich fühlte mich zum ersten Mal etwas aufgenommen. Am Mittwoch fand dann außerdem ab halb vier die Willkommensfeier für die neuen Austauschstudenten statt – wenn sie denn mal da gewesen wären, der Anmeldeprozess in der Stadtverwaltung dauerte diesmal viel länger als bei uns und weil sie so gegen 16.45 Uhr immer noch nicht da waren, der Kulturtreff mich jedoch rief, verabschiedete ich mich vorzeitig, schnappte meinen Koffer und fuhr zum Goethe-Institut, wo wir diesmal über das Thema Sport sprachen. Vielleicht fragt ihr euch, warum ich denn einen Koffer mitgeschleppt habe – das lag daran, dass gegen 23.30 Uhr der Nachtbus nach Nagoya fuhr und ich nicht extra Reisegeld für Hin- und Rückfahrt, um den blöden Koffer zu holen, verschwenden wollte. ^^ Da ich jedoch mit der Oedo-Linie fuhr, wusste ich erst nicht, wo ich hin musste, der Bahnangestellte riet mir, mit der Bahn zu fahren, weil es einen Bahnhof direkt vor dem Gebäude gibt, ich entschied mich jedoch zu laufen, ich saß ja schließlich die ganze Nacht in dem Bus. Ja, der Bus… ich weiß nicht, ob es die Schuld des Busfahrers oder der Damen war, aber während dieser sechsstündigen Fahrt, hielt der Busfahrer vier oder fünf Mal an, damit eine Dame dem Ruf der Natur folgen konnte… Wenn es nur das gewesen wäre, hätte ich sicherlich schlafen können, aber jedes Mal wurde das furchtbar grelle Licht im Bus angemacht, wodurch ich vielleicht insgesamt auf drei Stunden Schlaf kam… Es gab zwar solche Hauben, die das Gesicht schützen sollten, aber die haben nicht geholfen, weil ich immer heruntergerutscht bin. Das Zauberwort heißt hier: Augenmaske! (habe ich auf der Rückfahrt benutzt) Also solltet ihr so einen Bus nehmen wollen, legt lieber einen Tausend Yen-Schein mehr drauf, bzw. schaut euch die Sitze genau an, nehmt die Ausklappbaren und kauft euch eine Augenmaske (es sei denn euch stört grelles Licht nicht.), dann ist der Nachtbus meiner Meinung nach eine günstige Alternative zu den Bahnen.

Wir kamen also am 4.4. (Donnerstag) in Nagoya bei Sonnenschein und blauem Himmel an und ich schloss erstmal meinen Rucksack und Koffer ein, um dann frühstücken zu gehen. Ich checkte die Nachbarschaft aus, fand mein Hotel und eine weitere Frühstücksmöglichkeit für einen der darauffolgenden Tage und fuhr so gegen 9.30 Uhr nach Inuyama, denn dort gab es ein Schloss, das ich mir gern anschauen wollte und bei dem tollen Wetter machte es gleich doppelt so viel Spaß. =) Bei den kleinen Holz-Häuschen in Inuyama wurde mir umso mehr bewusst, dass es sich hierbei NICHT um Tokyo handelt und das ist auch gut so. ^^ In das Schloss durfte man nur ohne Schuhe und musste steile, rutschige Treppen hinauf, um einen tollen Ausblick genießen zu können, aber natürlich auch wieder herunter, was einem kleinen Abenteuer glich, während ich jedoch die Ruhe bewahrte und einfach konzentriert runterging benahm sich eine Horde Schulmädchen wie aufgeschreckte Hühner. Sie quietschten oder kicherten bei jedem Schritt die Treppe runter, das war etwas nervig, aber naja, es gibt Schlimmeres und irgendwie war es auch ganz witzig anzusehen. ^///^°  Da das Symbol/Wappen von Inuyama (Inu = Hund, Yama= Berg) ein süßer Shiba Inu ist, suchte ich nach einem Souvenir und kaufte Kekse als Omiyage (Mitbringsel für Freunde) und für mich ein Omamori (eine Art Glücksbringer für unterschiedlichste Dinge wie Verkehrssicherheit, Erfolg in der Schule etc.) mit dem Hundchen drauf. =) Dann ging es noch in das Stadtmuseum und zu einem Tempel, bis ich mich wieder nach Nagoya aufmachte, um das dortige Schloss zu erkunden und das für Nagoya berühmte Kishimen zu probieren. Ich hätte meinem Guidebook glauben sollen, denn es sagte mir, das Restaurant läge auf dem Gelände des Nagoya-Schlosses, ich hatte mich jedoch eher auf die Karte konzentriert… Orientierung – Fehlanzeige… naja, ich kam dann jedoch halb ausgehungert an, schenkte dem Schloss einen kurzen, bewundernden Blick, steuerte jedoch zielstrebig zum Restaurant, dass sich im hinteren Teil des Geländes befand. Ich glaube, ich musste ca. 15 Minuten warten, aber das war noch im Bereich des Erträglichen. Ich wollte Kishimen und Yakitori essen, missverstand jedoch den einen Knopf und hatte auf einmal zwei Kishimen-Bons in der Hand, eine Mitarbeiterin sah mein verzweifeltes Gesicht, nahm einen der Bons, gab mir 500 Yen zurück und schon konnte ich mein Yakitori bestellen. =3 Was ich dann zu essen bekam sah aus wie Bandnudeln in Udonsoße mit diesen lustigen, tanzenden dünnen Scheibchen auf dem Takoyaki drauf, das ist jedoch nichts Negatives, es schmeckte lecker. ^^ Dann lief ich ein bisschen die Wege entlang und ging ins Schloss hinein, um mir die Ausstellung anzuschauen. Danach gab es noch ein Sakura-Eis und ich konnte beruhigt und glücklich den Heimweg antreten. ^^ Auf dem Weg zum Bahnhof sah ich mir noch einen Schrein und einen Tempel an und dann stieg ich in die Bahn. Am Hauptbahnhof angekommen, holte ich mein Gepäck und checkte im Hotel ein, nachdem ich mein Gepäck ins Zimmer gebracht hatte, ging ich jedoch  noch einmal raus, um mir die Gebäude hinter dem Bahnhof anzuschauen und um Abendessen zu holen und gegen 11 Uhr schlief ich wie ein Stein – das ist wohl das Positive an der etwas schlaflosen Nacht im Nachtbus. ^^

Am Freitag, den 5.4., verließ ich Nagoya erneut, um ins, mit dem Schnellzug 45 Minuten entfernte Gamagori zu fahren. Erstmal ging ich in das noch so gut wie leere Museum über die Entstehung der Erde (meiner Meinung nach für Kinder ganz toll, es wird alles einfach erklärt (auf Englisch und Japanisch) und man kann Millionen Jahre alte Steine anfassen ^^) und machte mich dann auf den Weg zu der Insel, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist und auf der sich ein Schrein (Yaotomijinja) befindet. Wenn mich nicht alles täuscht, liegt Gamagori am Pazifischen Ozean in der Mikawa-Bucht. Auch an diesem Tag war das Wetter wieder sehr schön, sodass es umso mehr Spaß machte, auf den Felsen herumzuturnen und die Meeresluft zu genießen. =)  Dann begab ich mich auf Nahrungssuche, diese gestaltete sich jedoch als schwieriger, als gedacht, weil mein Orientierungssinn an diesem Tag überhaupt nicht funktionierte, weshalb ich in das erste Restaurant, was ich fand – ein Indisches – ging. Der Kellner dort tat mir etwas Leid, denn ich antwortete ihm etwas unfreundlicher, als ich eigentlich beabsichtigt hatte. Ich wollte ein Lunch-Set essen und dazu Mango-Lassi trinken, wobei  man letzteres nicht dazu bekommen konnte, sondern nur Softdrinks oder einen Saft, das wusste ich ja, aber ich hätte auch einfach dafür bezahlt. Er sah ein wenig ratlos aus, ich betonte jedoch, dass ich auf jeden Fall Mango-Lassi trinken möchte und schon notierte er es und ich bekam mein Lassi – sogar als Set, hm, vielleicht hat sich die Hartnäckigkeit doch ausgezahlt. ^^° Zum Glück fragte ich nach dem Essen in einem Conbini nach dem Weg zum Bahnhof, denn ich wär mal wieder den Falschen gegangen, so konnte ich jedoch gegen 14 Uhr den Zug zurück nach Nagoya nehmen. Da so eine Reise jedoch nicht zum im Hotel sitzen gedacht ist und weil ich ja nie genug japanische Schlösser sehen kann, fuhr ich noch zum Kiyosujou. =) So ein hübsches Schloss. =3 Danach gönnte ich mir noch eine kandierte Erdbeere, schlenderte durch die Straßen und entschloss mich, noch zum Hisayaoodoorikouen, einem Gartenstreifen mitten in der Stadt, wo sich auch der Nagoya-„Tower“ befindet, zu fahren. Da Nagoya und Los Angeles Partnerstädte zu sein scheinen, befand sich dort eine coole Statue eines Adlers und ein hübsches Blumenbeet. ^^ Dann lief ich noch ein bisschen rum und wartete letztendlich vor dem Brunnen, bis es dunkel wurde, weil der im Guidebook so schön beleuchtet aussah. Ich wartete und wartete, bis auf ein paar kleine Lichter tat sich jedoch nichts und ich entschied mich, vom Tower aus Nagoya bei Nacht anzuschauen und konnte unter anderem noch einmal mein hübsches Schloss sehen.  Auf der Plattform wurde deutlich, dass man dort oben heiraten, bzw. so eine Art Palette, auf der Dinge bezüglich Heirat standen, verewigen konnte. Aber nicht nur das war möglich, es gab auch an bestimmten Punkten Fußabdrücke, auf die man sich stellen konnte und dann durfte man in der Öffentlichkeit seinen Partner umarmen! Applaus, Applaus! Keine Ahnung, warum das vielen Menschen hier so schwer fällt, ich vermisse es jedoch ehrlich gesagt, einfach mal umarmt zu werden, das passiert hier eindeutig viel zu selten, obwohl es doch so gut tut… Auch von unten hatte ich bemerkt, dass vom Tower ein grüner Laserstrahl ausgeht und weil ich wissen wollte, wo der hinführt, ging ich ihm nach. Er bildete die Querschnittslinie eines Schiffes und endete an der Spitze einer Pyramide. ^^ Ach ja und weil ich mich an diesem Tag noch nicht oft genug verlaufen hatte, rannte ich noch orientierungslos im Bahnhof rum, bis ich dann endlich nach Vergewisserung bei der Bahnangestellten, die Bahn zurück zum Hauptbahnhof fand.

13. Apr 2013

Heute kann es regnen, stürmen oder schnein…

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Na gut, der Schnee traf in der Woche vom 25. bis 31. März wohl eher auf Deutschland zu, aber bei uns hat es sehr oft geregnet und der Wind war auch  nicht ohne. Diese Tatsache hat Haruna und mich am Montag (25.3.) zu dem Schluss gebracht, dass wir, anstatt die Kirschblüten im Kaiserpalast-Garten anzuschauen, lieber zum Karaoke gehen sollten, man will ja keine Krankheiten heraufbeschwören. Deshalb sangen wir für zwei Stunden Japanisch und Englisch und durch Haruna hab ich wieder eine neue Band kennengelernt, die ich mag: back number. ^^ Danach haben wir noch einen Zwischenstopp bei einem Manju-Geschäft (zwei Teighälften mit beliebiger Füllung drin) gemacht und sind dann, weil es natürlich wieder voll war, erstmal zu Cold Stone – einem leckeren Eisstand gegangen, weil dort die Schlage am kürzesten war. ^^ Das nächste Mal werde ich das nehmen, was Haruna gewählt hat: Apfel-Zimt. =3 Dann schauten wir noch in einem Schmuckgeschäft hinterher und schon wurde es wieder Zeit sich zu trennen, da sie noch mit anderen verabredet war. 

Am Dienstag fuhr ich zum Ueno-Park und danach nach Nakameguro, um Kirschblüten gucken zu gehen. Es war echt ein wunderschöner Anblick, vor allem der Nakameguro-Fluss, denn darüber gab es ganz viele blühende Kirschbäume. Weil ich mich daran erinnerte, dass Meguro nicht weit entfernt von Hiyoshi war, fragte ich Roman, ob sie denn Zeit hätten, um noch ein bisschen auf Kirschbaumjagd zu gehen und sie hatten sogar Zeit. ^^ Gerade an diesem Tag hatten sie ihren Einstufungstest für die Japanisch-Kurse hinter sich gebracht – o tsukare! ^^ Obwohl sie alle etwas müde waren, konnten sich Franzi, Roman und Jan dazu aufraffen, noch auf einen kleinen Spaziergang zu gehen… naja, aus diesem kleinen wurde ein zweistündiger Spaziergang, weil wir in Hiyoshi Wege fanden und lang gingen, die man sonst eher nicht nutzt und in verschiedenen Schreinen und Tempeln rauskamen, es war eine sehr interessante Erkundung des Stadtgebiets, bzw. der Natur, die es zu bieten hat. ^^ Da mir der Magen in den Kniekehlen hing, machte ich mich auf nach Hause und ließ den Tag entspannt ausklingen. ^^ 

Zum Glück war der Montag nicht der einzige Tag, an dem ich mich mit Haruna treffen konnte, denn von Donnerstag auf Freitag unternahmen wir eine kleine Reise nach Ohara und Kamogawa – beides in Chiba-ken, Ostseite Japans mit viel Meer drumherum. ^^ Naja, die längere Reise hatte ich, weil die Mädels alle entweder in Ohara oder ganz in der Nähe wohnten. =) Ich setzte mich also in den Zug, so gegen 9 Uhr und fuhr nach Shinjuku, um dort meinen Zug nach Chiba zu bekommen, aber dieser Zug hatte sage und schreibe 15 (!!!) Minuten Verspätung (!!!!), wobei ich mich fragte, warum ausgerechnet an diesem Tag… da ich durch diese Verspätung die Anschlusszüge verpasste, kam ich eine halbe Stunde später an. Wir gingen uns dann erstmal für eine halbe Stunde die Bäuche mit so vielen Erdbeeren, wie ging, vollschlagen, denn in der Nähe des Bahnhofes gab es „ichigogari“ – Erdbeerenjagd – eine halbe Stunde für ca. 10 Euro. ^^ Nachdem wir hübsche Fotos in einem Blumenmeer gemacht hatten, war es für Hitomi schon an der Zeit, zu gehen und wir fuhren sie nach Hause – Yukano hatte ein Auto. ^^ Dann ging es noch andere Freunde von Haruna besuchen und auch Harunas Mum/ihr Elternhaus, woraufhin die Mum sämtliche im Haus verfügbare Knabbereien und Getränke auf den Tisch stellte und uns anbot. ^^ Sowohl Hitomis als auch Harunas Elternhaus waren so, wie ich mir japanische Häuser vorstellte – außen diese hübschen geschwungenen Dächer mit Verschnörkelungen an den Seiten, innen noch Tatamimatten in einigen Räumen und Schiebetüren. ^^ Generell erinnerte mich Chiba eher an Brandenburg, weil es neben kleinen Siedlungen und Städtlein seehr viel Natur gab. ^^ Auch Harunas alte Mittelschule bekam ich zu Gesicht, dort übten gerade die Sportclubs – vor allem dem Tennisclub schaute ich interessiert zu. ^^ Die Waschanlage war ebenfalls ein Erlebnis – erstmal zum Tanken. Das funktioniert alles über einen Automaten, man tippt ein, was und wie viel man haben will, bezahlt dann mit seiner Kreditkarte und tankt das Auto – alles also ohne irgendwelche Mitarbeiter. Auch die Autowaschanlage funktionierte ohne Mitarbeiter, man tippte wieder ein welches Programm man durchlaufen wollte, bezahlte und schon ging es los. Die Waschanlage war zwar nicht so wuchtig wie die in Deutschland, aber sie tat was sie sollte. ^^ Danach wurde noch das Auto poliert, aber am coolsten war die Mattensaubermachmaschine, denn es sah aus, als würde sie die Matten fressen, um sie dann wieder halbwegs sauber auszuspucken – wie so eine Wäschemangel. ^^ Nach diesen Erlebnissen wurde in einem Familienrestaurant verspätet Mittag gegessen, während wir den Wellen des Meeres beim brechen zusahen und den Surfern bei den Versuchen auf ihnen zu reiten – es war nämlich Mistwetter, was jedoch tolle Wellen entstehen ließ. ^^ Danach ging es für das Abendbrot und Frühstück einkaufen, Purikura machen und Mariokart spielen, bis wir dann einen Parkplatz in der Nähe des Hotels suchten. Wir mussten wenden und suchten uns einen nicht ganz so geeigneten Ort dafür aus, was wir jedoch erst feststellten, nachdem wir uns festgefahren hatten. ^^° Aber Misato war eine sehr erfahrene Autofahrerin und konnte uns aus dieser Situation befreien, auch wenn das Auto ein paar Kratzer davontrug. ^^° Der Parkplatz war gefunden und wir gingen auf unser Hotelzimmer, schalteten den Fernseher ein und futterten, tranken und lachten – der perfekte Mädelsabend eben. ^^ So gegen 7 Uhr erwachten dann die Ersten, ich blieb jedoch noch eine Weile liegen – ich liebe es, in einem Futon auf Tatamimatten zu schlafen – da könnt ich mich glatt dran gewöhnen. *____* Nach dem Frühstück checkten wir aus und machten uns auf den Weg zum Meer. Wir wurden mit einem Boot von zwei Männern zu einer Insel gefahren, dort bezahlten wir dann ca. 13 Euro und konnten diese Insel erkunden. Der strahlend blaue Himmel ließ zwar auf sich warten, aber es war warm und regnete nicht – das war ja die Hauptsache. ^^ Ich benutzte den Selbstauslöser ganz oft, um ein Gruppenfoto mit den Mädels auf den coolen Klippen zu bekommen. ^^ Es war echt eine schöne Insel und so schön leer, Haruna sagte mir, dass das im Sommer ganz anders aussieht. ^^ Deshalb genoss ich die wenigen Menschen umso mehr. ^^ Natürlich gab es keine Schildis, aber wenigstens kleine niedliche Krabben, das eine Mal konnten wir sogar beobachten, wie eine Krabbe ganz schnell hervorgesprungen kam, um ihre Beute zu ergattern und sie dann auffraß. ^^ Nachdem wir die Insel erkundet hatten ging es also wieder zurück aufs Festland und zu einem hawaianisch angehauchten Restaurant, wo es Mittagessen gab. ^^ Für mich gab es indisches und japanisches Curry mit Käse überbacken und Guavensaft. :3 Und um die Hüfte noch etwas mehr beim Wachsen und Gedeihen zu unterstützen, noch ein Stück Waffel hinterher – wir teilten uns diese Waffel jedoch, sodass das Ausmaß nicht ganz so schlimm war, hihi. ^^ Mit dem Mittagessen nahm der Trip auch schon sein Ende und am Bahnhof hatten Haruna und ich eine Minute, um in den Zug zu springen, was wir zum Glück schafften. ^^ Dann erklärte mir Haruna noch einmal, dass wir uns vermutlich während meines Aufenthaltes hier in Japan nicht mehr sehen werden, weil sie ab ersten April auf eine Polizeischule geht und für ein halbes Jahr sozusagen Ausgangssperre hat… und ihre Haare muss sie sich auch kurz schneiden und diese Frisur für ein Jahr behalten… Fragt mich nicht, warum solche Regeln hier existieren, das konnte mir nicht mal Haruna erklären. Ich hoffe trotzdem, dass ich sie vielleicht doch nochmal treffen kann.

Am 30.3. fand dann mein Umzug statt – zwei Zimmer nach links zu Nattalee, der Laosianerin. ^^ Es war echt erstaunlich, was sich schon wieder für Zeug angesammelt hatte, denn der Umzug dauerte 4 Stunden. o.O Ich denke, wir verstehen uns soweit ganz gut, meines Erachtens ist es nur ein wenig dreckig, ich hab mich jedoch darauf geeinigt, dass ich einfach selbst sauber mach, wenn es mir zu dreckig wird, ich mag einfach durch meine Meckerei unsere Freundschaft nicht in Feindschaft umwandeln, schließlich sind es noch viereinhalb Monate. ^^

Der 31.3. war der Tag, an dem mein Hanami stattfand – man setzt sich zusammen mit Freunden unter einen wunderhübschen blühenden Kirschbaum, isst, trinkt und unterhält sich über Gott und die Welt. ^^ Hidenori und ich waren zu Parkeröffnung um 9 Uhr da und warteten dann zwei Stunden unter dem von mir auserkorenen Baum auf unsere Freunde – im Vorfeld hatten einige abgesagt, weil es ihnen zu kalt und regnerisch war. Es war wirklich nicht das beste Wetter – grau, kalt und regnete auch von Zeit zu Zeit mal ein bisschen, aber ich saß unter meinem Baum, das war, was zählte *grins*. Zwischen 11 und 11.30 Uhr kamen dann alle an und zum Schluss waren wir 8 – fünf Japaner/innen, zwei Deutsche und ein Amerikaner. ^^ Schön, mal wieder Sean (Mario bei der Halloweenparty) und Mariko (kennengelernt, als Yukiko in München war und ich mit ihr und ihren Freunden im Brauhaus gegessen hab ^^) wiederzusehen. =) So gegen um eins wurde es uns dann allerdings etwas zu kalt und wir flüchteten in eine Karaokebar – Aya und Shiho gingen shoppen. ^^ Wir trällerten dann also 3 Stunden japanische, deutsche und englische Lieder und es war wieder mal sehr lustig und spaßig. ^^ Ich hab das Gefühl, mit Karaoke kann man nie was falsch machen – ich brauche das in Deutschland!!!!! Dann traten alle den Heimweg an – Hide und Mariko fuhren mit meiner Linie, ich stieg jedoch als erstes aus und dann war Hausarbeitsfeinschliff angesagt, denn es war Abgabetermin – zum Glück schaffte ich es noch zu einer halbwegs vertretbaren Zeit (ich glaub so gegen 15 Uhr deutscher Zeit schickte ich die Hausarbeit ab) und nun kann ich mich wieder voll und ganz auf die Weiterentwicklung meiner Japanisch-Fähigkeiten konzentrieren. ^^

2. Apr 2013

Und schon wieder ein Abschied…

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Am Donnerstag, den 21.3. traf ich mich mit Rena, einer Teilnehmerin an der Umfrage bezüglich juku und yobiko im Unterricht meines Betreuungsprofessors, die mir lieberweise ihre Kontaktdaten auf das Blatt geschrieben hat, weil sie an einer juku unterrichtet. Wir hatten uns zwar einen Treffpunkt ausgemacht, ich hatte jedoch keine Ahnung wie sie aussieht und wir hatten auch keine Handynummern oder dergleichen ausgetauscht, sodass ich mir unsicher war, ob wir uns überhaupt finden, aber sie fand mich zum Glück und wir gingen in ein Restaurant Parfait essen und dabei quatschen. Man konnte sich sehr gut mit ihr unterhalten und ich kann mir auch vorstellen, dass sie eine gute Lehrerin ist. ^^ Sie arbeitet zumindest auch an einer juku mit ein bis zwei Schülern pro Lehrer. ^^ Mal sehen ob wir uns noch einmal treffen, ich hoffe es zumindest, sie war sehr nett. =)

Am Freitag fand dann die Abschiedsfeier für Shotaro statt. Wer meinen Blog verfolgt hat, hat sicherlich gemerkt, dass dieser Name einige Male aufgetaucht ist. Shotaro  und ich haben in der Anfangszeit einiges zusammen unternommen und ich würde ihn als meinen besten Freund hier bezeichnen, mit ihm kann man wirklich Pferde stehlen. ^^ Abschied von ihm nehmen musste ich, weil er ein Auslandsjahr in Frankreich macht. Wir trafen uns erst so gegen 18 Uhr in Shinjuku, um im Donkeehote (einem Laden für alles von Kostümen, über Kosmetikartikel bishin zu Inneneinrichtungsgegenständen) nach Brauchbarem für das Bingo-Spiel was Shotaro geplant hatte zu kaufen. Das Tollste war ein Onigiri-Stofftier, ich wollte es haben!!! Wir zogen dann also in eine Kneipe ein, wo wir uns zwei Stunden von viel Fleisch und ein bisschen Gemüse ernährten. Na gut, ich aß eher weniger Fleisch, weil die anderen andauernd das mit besonders viel Fett dran bestellten und die Kellnerin war immer schon weg, wenn ich mal zu Wort kommen wollte… Aber zum Schluss hin konnte ich noch so einiges vom mageren Fleisch futtern. ^^ Natürlich gewann ich mein geliebtes Onigiri nicht – das bekam Nattalee, aber ich schnappte es mir und ließ es eine Weile nicht mehr los. ^^ Dann wurden noch viele Fotos gemacht und so gegen viertel vor 10 trennte sich die Gruppe. Ich wäre so gern ins Karaoke gegangen, aber die anderen wollten in einen Club. Naja, ich ging dann mal mit und wir machten es uns in einem Club mit auffällig gekleideten Kellnern (;)) gemütlich. ^^ Die Musik war gut, bis wir bemerkten, dass sie sich wiederholte, aber da ich es immer vermeide, die letzte Bahn zu nehmen, aus Angst, nicht mehr hineinzupassen, verabschiedete ich mich so gegen halb 12, wobei die meisten mit mir mitkamen. =)

1. Apr 2013

Filme und Schildkröten

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Am Montag (11.3.) ging es mir zwar immer noch  nicht besser, aber zu meinem Friseur-Termin wollte ich trotzdem, zumal frische Luft ja gut tut. Während mein Friseur dann also an meinen Haaren rumwerkelte und schon wieder ziemlich viel Fell herausholte (Wo kommt das denn her?! Der letzte Friseurbesuch war erst 2 Monate her! o.O) unterhielten wir uns mal wieder über verschiedenste Themen wie Pollen (ich schniefte herum, weil ich erkältet war, er, weil er eine Pollenallergie hat ^^°), Haustiere und Reisen. Ich bin wirklich sehr gern dort, sie betreiben wenigstens Smalltalk mit den Gästen, wobei es bei Friseuren in Deutschland eher still zugeht, zumindest meiner Erfahrung nach. Es gibt sicherlich auch sehr kommunikative Friseure. Leider musste ich das Treffen mit Alice am Abend absagen dank der blöden Krankheit, aber dafür war ich am Dienstag einigermaßen fit und konnte mit Marian und Alice zu einem Schildkröten-Tempel (*____* Endlich würdigt mal jemand Schildkröten!!! *___*) und danach in Marians Wohnung einen Film gucken und nebenbei indisches Essen und Eis verputzen. In Shinjuku gingen wir ins Alice-Cafe, um leckeren Kuchen zu essen und Tee zu trinken. ^^ Es ging also erstmal mit dem Zug nach Kamedo (亀戸), aber wir landeten erst bei einem Tempel für Sportler – schien privatisiert zu sein. Es gab jedoch ein Schild, das zu dem wirklichen Tempel führte, es führte ein Pfeil nach rechts… und das war es. Ihr wollt zum Tempel? Dann prägt euch mal schön die Karte ein und lauft auf gut Glück los! Da ist ja der Shinjuku-Bahnhof noch besser ausgeschildert und da führen manche Pfeile auch ins Nirgendwo, bzw. man muss sich den Weg dann eben selbst zusammenreimen. -.- Naja, aber dank dem tollen Orientierungssinn Marians fanden wir den Tempel! =) Nur wo waren meine Schildis?! Ab und zu hat man mal ein Köpfchen oder den Rücken gesehen, aber generell waren eher die dicken, fetten Koi daran interessiert, gesehen zu werden. =( Da es an diesem Tag jedoch kalt war und die Sonne nicht wirklich geschienen hat und außerdem gerade an den Brücken gebaut wurden, hatten meine Schildis bestimmt keine Motivation auf so einen Stein zu krauchen… Hm, naja, dann fahr ich eben nochmal an nem wundervollen, sonnigen Tag hin und dann will ich Schildis sehen! Es ging dann also nach Takadanobaba, erst Curry zum Mitnehmen kaufen (in der Wartezeit wurde uns Lassi spendiert ^^) und dann zu Marians Wohnung im Waseda-House. Klein und fein, aber meiner Meinung nach total gemütlich und ausreichend. ^^ Dann kam auch noch der gute Amin dazu – ohne Bart! Wir waren erschrocken! ^^ (Er war beim Friseur und die Friseuse wollte auch etwas an seinem Bart herumschnippeln, dies artete dann wohl in eine Katastrophe aus, die ihn seinen kompletten Bart gekostet hat, ich fands gut hihi ^^) – und wir schauten einen Film über ein Mädel, das eigentlich in New York nach einem tollen Job suchen soll, laut ihrer Mutter, dann jedoch als Babysitterin arbeitet. Ich fand ihn ganz witzig. ^^

Am Mittwoch war der Tag des Abschieds von Alice gekommen und wir gingen in mein geliebtes Restaurant in Harajuku/Omotesando marukado (丸角). Zum Glück war Alice auf die Idee gekommen, für uns drei zu reservieren, andernfalls hätten wir nämlich an diesem Abend keinen Platz bekommen, denn das Restaurant war ausgebucht. Wir bestellten mein geliebtes Tofu und Fleischgerichte und dazu diesen wundervollen Umeshu. ^^ Am tollsten fand ich, dass die Kellnerin mich wieder erkannte und sich dafür bedankte, dass ich so oft bei ihnen essen komme… Dank ihrem Tofu und dem Umeshu…! ^^ Aber bis jetzt fand ich alles lecker, was ich dort gegessen habe. ^^

Am Samstag ging es dann endlich auf das Konzert der Street Corner Symphony – dem A capella-Zirkel der Waseda-Universität, in dem mein Chorleiter mitsang. Ich berichtete Roman von dem Konzert, er bekundete Interesse und so kam es, dass wir gemeinsam dort hin gingen. Dank Romans Handy fanden wir den Weg auch sehr schnell und konnten in der Konzert-Halle Platz nehmen. Und wollt ihr zum Grübel-Thema Nr. 1 eures Zirkels werden, dann geht mit einer Person des anderen Geschlechts auf ein Konzert! Mein Chorleiter kam vor Anfang zu mir, um mich zu begrüßen und war etwas verdutzt über meine Begleitung. Nach dem Konzert ging ich noch kurz zu anderen Zirkelmitgliedern und der eine fragte mich zweimal, ob Roman mein Freund sei… V.V Er ist ein Freund, aber nicht ein Freund! Was ist denn daran so schlimm, wenn zwei an Musik Interessierte zusammen zum Konzert gehen? Hier gleicht das wohl einem Skandal oder so… also allein oder in ner größeren Gruppe wäre es wohl völlig okay gewesen, naja, was solls. ^^ Ich glaube zumindest, Roman war von dem Konzert genauso hin und weg wie ich. Mir hatte es vor allem die Band, die (ich glaube) Finnisch sag, angetan, das war der helle Wahnsinn! Nachdem alle Bands aufgetreten waren, durfte das Publikum die Band wählen, die sie nochmal hören wollten. Innerlich wollte ich zwar für stilla – die Band mit den finnischen Liedern – stimmen, entschied mich aber dann doch für die Band meines Chorleiters. ^^° Im Endeffekt erfüllte sich jedoch meiner innerer Wunsch und stilla durfte noch einmal auftreten. ^^ Eigentlich wollten wir danach noch in mein tolles Burger-Restaurant gehen, da dort die Menschen jedoch anstanden, zogen wir letztendlich in Mosburger ein und quatschten noch eine Weile. ^^

Am Sonntag (17.3.) ging es dann ins Kino zu Himawari to koinu no nanokakan – Die sieben Tage der Himawari und der Welpen. Schon als ich die Werbung zum Film sah, wusste ich, dass ich diesen Film gucken muss, denn es gab Shiba Inu und Shiba Inu-Welpen zu sehen. *___* Ich ging also mit Shiho zum Kino, da wir jedoch noch Zeit hatten, kauften wir bei Mister Donuts Verpflegung (ich mal wieder einen neuen Donut aus der Sakura-Special Edition ^^) und noch etwas zu trinken im Conbini. Leider musste aber auch noch im Kino eine Zimtstange mit, boaaah, war das lecker! Das Popcorn hatte nämlich nur sehr gewöhnungsbedürftige Geschmacksrichtungen wie Barbecue oder Käse… o.O Der Film war verdammt traurig, aber irgendwie schienen Shiho und ich die Einzigen zu sein, die herumschnieften. Erstmal ging es um ein älteres Ehepaar, das einen Shiba Inu hält. Die ältere Dame stirbt und der Mann muss sich auf einmal um alles kümmern, wird dann aber von seinem Sohn dazu überredet, ins Altenpflegeheim zu gehen und der Hund bleibt angekettet zurück. *heeeeul* Der Shiba Inu reißt sich los und rennt, dem Auto hinterher, schafft es jedoch nicht und wird zum Streuner. Dann wird eine zweite Familie mit zwei Hunden, zwei Kindern, einem Vater und seiner Mutter vorgestellt. Der Vater arbeitet in einer Art Tierheim. Das furchtbar Traurige daran ist, dass die Hunde, die nach 7 Tagen nicht vermittelt werden, töten muss… *heeeeul* Sie kriegen bald einen Anruf, dass jemand im Wald einen streunenden Hund entdeckt hat und dabei handelt es sich um den Shiba Inu und seine Welpen, die in das Tierheim gebracht werden. Der Shiba Inu hat furchtbare Angst vor Menschen und greift außerdem jeden an, der seinen Welpen zu nahe kommt. Der Vater sorgt dafür, dass statt einer Woche drei Wochen „Schonfrist“ verstreichen, in denen er sich langsam der Hündin nähert und eine Beziehung zu ihr aufbaut. Am Ende ist dann der endgültige Tag erreicht und es wird schon alles vorbereitet, um die Hunde zu töten, doch der Vater geht in den Käfig und redet mit der Hündin, die erinnert sich an ihr Herrchen, lässt sich streicheln und schleckt seine Hand ab. *heeeeul* Letztendlich nimmt die Familie die Hündin – Himawari – und ihre drei Welpen auf – Happy End! Am witzigsten fand ich, dass erstmal sehr viele Frauen mit ihren Puderdöschen im Bad zu finden waren – wir waren wohl doch nicht die Einzigen, die geweint haben, hihi. ^^ Danach ging es mit Aya noch lecker essen, diesmal Italienisch – ich aß zum Beispiel Pilzrisotto (Ja, inzwischen hab ich mich mit Pilzen ganz gut angefreundet ^^) und dann ging es auch schon wieder nach Hause. ^^°

1. Apr 2013

Das singende, klingende Wochenende

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Am Montag (4.3.) schenkte ich endlich mal wieder meiner Forschung über juku und yobiko (Schulen zur Vorbereitung auf die Aufnahme-Prüfungen an der Mittel- und Oberschule, sowie an der Universität) Aufmerksamkeit und konnte Kazuhiro interviewen – einen Resident Assistant im Internationalen Wohnheim, der zurzeit an einer juku arbeitet. Während mein Tutor an einer juku arbeitet, wo er über das Internet mit einer kleinen Gruppe von Schülern kommuniziert und vor allem ihre Fragen bezüglich des Unterrichtsstoffs beantwortet, arbeitet Kazu in einer juku, die wohl eher einer Schule gleicht, denn er unterrichtet die Schüler frontal und nach einem Lehrplan. Da Kazu sich leider etwas verspätete, schaute ich erst noch mit Amin einen Film von Ghibli über einen Jungen und ein Mädchen, die sich verlieben und wo sich herauszustellen scheint, dass sie Geschwister sind, sodass der Liebe über Nacht der Gar ausgemacht wird, aber am Ende klärt sich alles auf. 😉

Am Freitag, den 8.3., hieß es schmerzhaft Abschied nehmen von unseren Doppelmastern Harald, Matias und Simon. Wir „feierten“ in einer Izakaya und tranken und aßen, während wir fröhlich plauderten. =) Bei der Gelegenheit lernte ich auch gleich die neuen Doppelmaster Roman, Guiseppe und Jan kennen. ^^ Ein kleiner Teil machte sich dann noch auf zum eine Stunde Karaoke-singen – wir waren schon sehr nah an der letzte Bahn-Grenze, weshalb wir es auf nur eine Stunde begrenzen mussten und danach hieß es wirklich Abschied nehmen. Abschied zu nehmen fällt mir unglaublich schwer, aber vor allem, wenn ich keine Hoffnung habe, dass ich die Leute jemals wieder treffen werde. Natürlich hoffe ich es irgendwie trotzdem, aber lieber nicht zu viel.

Samstag und Sonntag wurde dann ganz meinem Chor gewidmet, denn das Frühlings-Live stand an. Am Samstag bauten wir dann also die Bühne auf und gestalteten den Auftrittsraum etwas und dann gab es noch einen Sound-Check. Da ich leider keiner Band zugehöre, war ich nur beim Song des ganzen Chores mit dabei, aber somit konnte ich fast alle Bands anhören. ^^ In so einer Band zu singen, ist eh noch einmal ein bisschen anspruchsvoller, denn da hat jedes Mitglied sein eigenes Mikro, Tonunsicherheit? Fehl am Platz! ^^ Ja, zum ersten Mal konnte ich mich also längere Zeit mit ein paar Leuten unterhalten und das war ein schönes Gefühl. Aber dieser Tag war etwas kontraproduktiv für meine Gesundheit, denn die sich schon in der Woche angebahnt habende Erkältung schlug langsam so richtig aus und erreichte am Sonntag ihren Höhepunkt… Ich schleppte mich trotzdem zum Live, lauschte gespannt den Harmonien und sang dann selbst beim letzten Lied mit. Und nach dem Nomikai hat man wieder gemerkt, dass betrunkene Japaner viel „zutraulicher“ sind. Leider wusste ich nicht, dass es legitim ist, den Tisch zu wechseln, denn ich war irgendwie in der hintersten Ecke mit Leutchen, mit denen ich mich zwar auch ganz gut unterhalten konnte, aber die Party ging im Vorderraum ab… V.V

 

14. Mrz 2013

Freiheit

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Am Montag (25.2.) kam dann wieder der Ernst des Lebens zum Vorschein, in Form der Japanisch-Endprüfung für den Winterkurs… Diesmal war ich mir beim Grammatik-Teil ziemlich unsicher, beim Leseteil machte ich mir von vorne herein keine großen Hoffnungen… nach dem schriftlichen Teil, folgte noch der mündliche Teil, bei dem wir diesmal ca. 5 Minuten über ein Erlebnis sprechen mussten – glücklich, traurig, wütend usw. Ich habe ein glückliches gewählt und über den Samstag in der tollen Schule für Patisserie und meinen darauffolgenden Nachmittag und Abend mit Nora gesprochen. ^^ Am Abend konnte ich dann  mit meinen Franzosen Amin,Marian und Alice den ersten Teil von The Expandables schauen und dabei Süßes naschen. =)

Am Dienstag kam dann etwas Trauerstimmung auf, denn nachdem wir unsere Prüfungsergebnisse zurückbekommen hatten, ging es nach Kichijoji, um mich dort mit Franzi, Shu und Nora zum Mittagessen in einer deutschen Bäckerei zu treffen – das war unser Abschiedstreffen, weil ich am Abend nicht dabei sein konnte. Während wir also unsere belegten Brötchen und tolle Süßigkeiten aßen, quatschten wir über Gott und die Welt – ich liebe das. ^^ So gegen 15 Uhr machten wir uns dann wieder auf und Nora, Shu und ich schauten noch nach Schuhen… Ich hab wieder welche gefunden, die Mama geschrien haben, aber sie haben schon beim Anziehen gedrückt und wir wissen ja alle, dass das kein gutes Zeichen ist, deswegen habe ich sie schweren Herzens da gelassen. Mit den beiden bin ich dann noch nach Shibuya und mit Nora noch ein bisschen durch die Straßen geschlendert, wir haben noch Abendbrot gegessen und dann sind wir zu dem Ort gegangen – Shibuya East – dort fand nämlich das Konzert statt, auf dem Acapella-Chöre aus dem ganzen Land unter anderem auch der Chor meines Chorleiters sang, auftraten. Ich verabschiedete mich also von Nora und ging hinein. Dann gab es mal wieder einen Moment, der mich wieder daran erinnerte, dass ich hier immer als Ausländer angesehen werde – vor dem Eingang zur Konzerthalle gab es einen Stand, wo man sich Getränkemarken kaufen musste, die Frau fragte mich irgendwas, ich verstand es aber nicht beim ersten Mal, weshalb ich sie bat, es zu wiederholen, was sie jedoch nicht tat, sie beantwortete sich die Frage lieber selbst… naja, was soll man denn dazu sagen… Ich ging dann noch etwas perplex hinein und holte mein Getränk, daraufhin suchte ich ein paar Mitglieder meines Zirkels, sie beachteten mich jedoch kaum… naja, das kenne ich ja schon. Das Konzert stellte sich als Wettbewerb heraus. Es traten ca. 8 Acapella-Chöre von Hokkaido bis Hiroshima auf, welche dann von einer Jury bewertet wurden – die Jury trat auch auf und mir wurde verdeutlicht, warum diese Menschen in der Jury saßen. ^^ In der Pause suchte ich die Toilette auf, mein Chorleiter kam jedoch zu mir und wir quatschten ein bisschen. =) Dann standen alle an, um eine CD der Jury-Band zu ergattern, ich stellte mich zwar auch an, sah aber keine Chance eine zu bekommen, aber wenigstens konnte ich mich mit Mitgliedern meines Zirkels unterhalten. Man merkt wirklich, dass man hier viel Arbeit reinstecken muss, damit man etwas zurückbekommt, mal sehen, ob ich in dem halben Jahr noch etwas zurückbekomme, ich würde es mir wünschen, ich hab sie echt alle gern. Ja, in der zweiten Runde sangen dann auch noch ein paar und dann war es auch schon Zeit die Sieger zu verkünden. Die Gruppe meines Chorleiters hat leider nicht gewonnen. Die Gewinner gaben eine Zugabe und weil ich das gerade anspreche, muss ich hier auch nochmal was anmerken. Erstens konnte ich bei der Siegerverkündung etwas sehr interessantes beobachten, und zwar, dass mein Chorleiter und ein anderes Mitglied an erster Stelle standen, weil sie jedoch etwas anfangen mussten zu weinen, wechselten sie mit den hinter ihnen Stehenden den Platz… In diesem Moment fand ich das ganz ungewöhnlich, wenn ich jetzt jedoch darüber nachdenke, kann ich mir das durchaus in Deutschland auch vorstellen. Hier gibt es sicherlich auch so einige, denen es unangenehm ist, wenn sie in der Öffentlichkeit weinen müssen. Ja… und dann bin ich mal wieder in ein Fettnäpfchen getreten, denn nach dem Ende der Zugabe der Sieger ist mir ein kleiner Begeisterungsruf rausgerutscht und die Augen sämtlicher Zirkelmitglieder war auf mich gerichtet… nach huch… aber Menno, die Sieger waren echt verdammt gut!!! ^^° Aber das zählt hier ja nicht. ^///^° Sie waren zum Glück nicht nachtragend. ^^ Ja, am Ende traf ich nochmal auf meinen Chorleiter und fragte mich die ganze Zeit, welche Worte denn nun angebracht waren, aber mit meinem otsukaresama (vielleicht so ähnlich, danke für die Anstrengung) und ach ihr wart so toll, hatte ich wohl alles richtig gemacht(ich hatte die Assistenten des internationalen Wohnheims danach befragt). ^^

Am Mittwoch (27.2.) bekamen wir unsere Zeugnisse für den Kurs und die Abschiedsfeier fand statt. Also, wenn ich ehrlich bin, war ich diesmal nicht soo  traurig, wie beim Ende des Herbstkurses, weil ich mit den meisten der Teilnehmer nicht wirklich irgendetwas zu tun hatte und meine Franzosen bleiben mir ja noch erhalten – ungefähr so lang wie ich hier bin, weil sie ein Praktikum machen. ^^

Am Freitag (1.3.) traf ich mich dann mit Freunden vom Goethe-Institut in Roppongi. Wir hatten uns eigentlich eine Bar herausgesucht, nachdem wir sie endlich gefunden hatten, stellten wir jedoch fest, dass es sich dabei eher um einen Mini-Tanzsaal handelte und gingen in den Pub, den ich zuvor erspäht hatte – dort gab es eigentlich ausschließlich Ausländer, aber dieser Anblick ist kein Seltener in Roppongi. ^^ Wir tranken Cocktails und Bier und unterhielten uns – es ist so interessant, wenn Ältere am Tisch sitzen und dir über ihre ganzen Erfahrungen erzählen können – das motiviert mich so wahnsinnig. ^^ Mal sehen, wie weit ich es schaffen werde, aber ich werde alles geben – zwischendurch aber auch mal Pause, ne. 😉 Danach ging es noch mit Sadjad und Sabrina zum Karaoke nach Ikebukuro bis 5 Uhr morgens. ^^ Die Zeit verging wieder so schnell. T.T Natürlich schlief ich wie ein Stein und wachte so gegen 13 Uhr auf. ^^ Ab 16 Uhr ging es zum Bowlen mit Amin, Marian, Sai-san und Natthalee, sowie – uns völlig fremden Menschen! Wir waren erst etwas geschockt, weil wir nicht vorgewarnt worden waren, aber das machte nichts, denn die Leute waren supernett und es hat viel Spaß gemacht – nur mein Daumen tat mir nach zwei Stunden weh und bis der Schmerz sich verflüchtigte, dauerte es auch noch ca. 3 Tage. ^^° Bei den unbekannten Leuten handelte es sie um Mitglieder der UNESCO, mit denen wir auch noch zum All you can eat and drink gingen – für unschlagbare 1000 Yen!!! Das ist echt unschlagbar und wir fragen uns heute noch, wie sie diesen Rabatt für uns hinbekommen haben. ^^° Das Bowlen war sogar kostenlos. ^^ Ich gewann sogar einen Preis als Beste unter den ausländischen Teilnehmern und mit Geschenken eines Mitarbeiters bei Fujitsu wurden wir auch noch überschwemmt. ^^ Es war echt ein toller Nachmittag und Abend. =) 

Am Sonntag konnte ich dann endlich mal wieder lange mit Steffi skypen, das tat echt gut, aber ich merk echt, dass ich die gemeinsamen Conan-Tage mit ihr vermisse, oder im Bewaffel dich oder in der Mensa zusammen essen. Schon seltsam, aber ich bin im Land meiner Träume. =) Es sind nur noch 5 1/2 Monate, die sollte ich echt genießen und zum Japanisch lernen nutzen, damit ich wirklich Fortschritte mache, die sich sehen lassen können. 😉

 


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