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15. Sep 2012

Das fliehende Nackenhörnchen

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Bevor es am Donnerstag auf große Reise ging, fuhr ich Mittwoch Abend zu Sophie nach Leipzig und übernachtete bei ihr, weil ich von Leipzig/Halle flog. Den Mittwoch verbrachte ich mit Packen und hätte nie gedacht, dass ich so viel in diese beiden Koffer hineinbekomme. Außer meinen Stiefeln konnte ich alles mitnehmen – deswegen hatten die Koffer allerdings auch 19,3 und knapp 17 kg… Naja, wenn ich zwei Koffer à 23 kg mitnehmen kann, nutze ich das auch aus. ^^ Zum Mittagessen gab es nochmal Papas großartigen Kartoffelbrei, zum Kaffee hatte Mama großartigen Zupfkuchen mitgebracht und Omi war auch noch da, obwohl sie erst in der Nacht des vorherigen Tages aus Kenia zurückgekommen ist, mit Christine – Opis Lebensgefährtin – die beiden waren auch noch da. ^^ 17.45 Uhr machten wir uns also auf zum Bahnhof. Beim Kauf der Fahrkarte machte mich ein Dreieck mit nem Ausrufezeichen drin etwas unruhig, weil das meine Verbindung war, aber der Bahnmann war sich sicher, dass der fahren würde, also „vertraute“ ich ihm mal – bis ich dieses vertrauen nicht mehr in Anführungsstrichen schreibe, muss die Bahn noch ganz schön an sich arbeiten!!!

Ich kam gut in Leipzig an, wenn auch mit ein paar Minuten Verspätung. Sophie holte mich ab und wir fuhren zu ihr nach Hause. Die Koffer zu ihrer Wohnung hochzutragen, war so anstrengend, dass wir uns gleich erstmal eine Fanta und dann später Milchreis mit Zimt und Apfelmus gönnten. =) Sie schenkte mir noch diese leckeren Häschengummibärchen und einen pinken, plüschigen Anhänger, der jetzt an meinem Schlüssel hängt. ^^ Während wir fern sahen, sprang ihre Katze die ganze Zeit um uns rum. Die ist wirklich verdammt lebhaft und kann supergut Menschen erschrecken. ^^ So gegen 23.30 Uhr gingen wir dann schlafen, da die Katze allerdings etwas dagegen zu haben schien, dass ich schlafe, sprang sie noch eine Weile herum. Insgesamt kam ich wohl auf höchstens 2 Stunden Schlaf aber naja… Ich hätte Sophie gern nochmal umarmt, aber ich wollte wenigstens ihr den Schlaf gönnen. Die beiden Koffer, Laptop-Tasche und Rucksack bis zur Haltestelle zu kriegen, war auch suuuuper… -.- Naja, muss ja sein. ^^ Dafür tat es gut, in der Bahn sitzen zu können. Auch der Zug zum Bahnhof kam, wie er sollte. Ich wartete also auf dem Flughafen, rief noch Mum an und dann gings in der kleinen Nuckelpinne, mit der wir schon einmal nach Wien geflogen waren, nach Wien. Auf dem Flug schlief ich wie ein Stein, wachte pünktlich zum Snack fassen und trinken auf (:P Ich glaub ich hab nen Sensor für sowas ^^) und schlief dann wieder ein. In Wien musste ich dann drei Stunden Zeit rumkriegen. Bestimmt eine halbe Stunde verging dadurch, den Economy-Bereich zu finden, wobei sich herausstellte, dass ich die ganze Zeit im Economy-Bereich gesessen hatte und nur ein kleiner Bereich für die Business class war. ^^° Naja, das Boarding verlief auch gut, mich sprach auf einmal ein Deutscher an, was ich denn in Japan mache und dass er auch ein halbes Jahr in Japan verbracht hatte und nun seine Freunde besucht… Naja, er war ja ganz knuffig, da kann man ja mal antworten. =P Im Flugzeug stellte ich fest, dass ich die Sitzreihe 10 erwischt hatte und zwar die ohne (sofort sichtbare) Tische und mit nur einem Fernseher, sodass ich mir letzteres schonmal abschminkte – das Programm war eh nicht so interessant. Bei der ersten Mahlzeit bekam ich dann mit, dass eine Frau den Tisch aus der Stuhllehne herauszauberte und machte es ihr gleich. ^^ Ich verbrachte die Zeit mit schlafen, Vogue lesen und um mich herumgucken, sowie mit Dursten. -.- Irgendwie konnte ich meinen Durst nicht stillen… Naja, wir kamen dann endlich an und ich hatte schon vor dem Frühstück so ein komisches, flaues Gefühl im Magen verspürt, das leider auch noch bis Abend anhielt.  Da es nur circa 5 Minuten dauerte die Residence Card zu bekommen, wunderte ich mich ob noch etwas fehlte, weil es ja bei Rika so lange gedauert hatte, aber da der Japaner, der sie mir ausstellte, dermaßen schlechte Laune hatte, traute ich mich nicht, zu fragen. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als meine Koffer heil bzw. überhaupt angerollt kamen und noch erleichterter war ich, als ich Masatoshi mir schon zuwinken sah. ^^ Wir versuchten beim International Office anzurufen, aber Masatoshi vermutete, dass sie erst 9 Uhr öffneten. Wir kauften Tickets für den Bus nach Shinjuku, leider ohne unter 25 Jahre-Rabatt, das gilt anscheinend nur für die Fahrt von und nach Yokohama. Im Bus dann rief das International Office auf Masatoshis Handy an und ich war so überfordert, dass ich nicht mal mehr Englisch sprechen konnte. Der liebe Masatoshi übernahm für mich und klärte alles. Am Shinjuku-Bahnhof erreichten wir dann Maki, eine der Senshu-Betreuerinnen und das Gespräch mit ihr verlief besser. ^^° Wir fuhren also bis Mukougaokayuuen und dort wartete Yu schon auf uns – so schnell wie er mich begrüßte, verabschiedete er sich auch schon wieder. ^^ Dann kamen die beiden Betreuerinnen Maki und Miyuki und wir gingen erstmal zum Ikuta-Kenshukan. Naja, es war kein Shimoda-Wohnheim, aber es hatte trotzdem seinen Charme. ^^ Der Hausmeister war sehr nett und gab mir den Schlüssel. Ich wohne allein in einem Raum für drei, eigentlich eher 2, aber es gibt hier drei Schreibtische – einer dient mir als Computer- der andere als wirklicher Schreibtisch. ^^

Nun konnte ich endlich alle Sachen ablegen, unter all dem anderen Kram auch mein Nackenhörnchen. Das hat mir in den Flugzeugen gute Dienste geleistet, aber es dazu zu kriegen, war gar nicht so einfach. Erstmal hab ich es auf dem Leipziger Hauptbahnhof verloren, bin aber nochmal zurückgerannt und es lag noch da. Dann viel es Treppen runter, ich verlor es im Wiener Flughafen und ein paar mal auch in Narita… Gemeinheit, aber jetzt kann es nicht mehr runterfallen, denn es liegt jetzt auf dem Bett. ^^

Nachdem wir den ganzen Kram abgestellt haben, gingen wir erstmal zu Ootoya essen – nomnomnom!!! Yuki stand wartend davor und ich freute mich, dass auch sie mich begrüßen wollte. Ich erfuhr noch im Laufe des Tages, dass sie, weil sie in Saitama wohnt, zwei Stunden braucht, um hierher zu kommen! o.O Leider konnte ich wegen dieses blöden flauen Gefühls nicht so viel essen und schaffte meine Portion nicht – Mensch, war das unangenehm!! Aber ich werde noch oft genug aufessen im Ootoya, deswegen hoffe ich, dass sie mir verzeihen werden. ^^ Dann gingen wir in einem anderen 100 Yen-Shop (also nicht Daiso ^^) einkaufen (Besteck, Teller, Glas, Tasse, Schüssel, Küchenrolle, Schneidbrett, Bügel), dann in den Supermarkt Life (Grapefruit, gelbe Kiwis <3, Tsunamayo-Onigiri <3 <3, Melonpan <3 <3 <3, Calpis <3 <3 <3 <3, Tee, meine Lieblingscornflakes Baguette und Käse) und dann noch in eine Drogerie (Haarfarbe, Waschmittel, Handseife, Spülmittel). Wieder im Kenshukan angekommen, stellten wir fest, dass wir den ganzen Küchenkram gar nicht hätten kaufen müssen, weil alles da ist und Bügel hab ich auch bis zum Abwinken. ^^° Naja, dafür hab ich jetzt ein Glas mit Erdbeermotiv und Sakura-Geschirr. <3 Die lieben Japaner trugen immer alles für mich, ich hab ein richtig schlechtes Gewissen bekommen – ich hoffe, ich kann mich mal revangieren! Dann trugen wir alles zum Wohnheim, ruhten uns noch etwas aus, machten ein Erinnerungsfoto und dann zogen sie von dannen. <3  Ich schaute fern, schrieb bei facebook und merkte, dass mein PC total heiß war, weshalb ich ihn ausschaltete – anscheinend hat das Lüfterreinigen nicht so viel wie erhofft gebracht. =/ Dann gab es mein Abendbrot – Melonpan und Tsunamayo (Thunfisch-Mayonaise, wer es nicht kennt ^)-Onigiri. <3  Mein letztes Morgenmahl bei der Abreise im März war nun zu meinem ersten Abendmahl geworden. ^^ Den Hausmeister bat ich um Hilfe, weil mein Licht im Bad nur kurz aufgeflackert und dann gar nichts mehr getan hatte und weil meine Bettwäsche mir suspekt war, bzw. ich nicht wusste, ob ich noch Bettzeug kaufen soll. Er zeigt mir, dass da schon Bettzeug drauf ist und erklärte mir, was er wäscht und was ich allein waschen muss, dann reparierte er noch mein Licht im Bad, sagte, dass er mir Toilettenpapier, Glühbirnen und Müllbeutel zur Verfügung stellt, ich die also nicht kaufen muss. Ich  kroch nur noch durch die Gänge, weil ich verdammt müde war und schlief auch beim Tagebuch schreiben ein, nach dem Duschen schaffte ich es noch bis 10 Uhr wach zu bleiben, schlief jedoch beim Versuch, noch Grammatik zu wiederholen ein und wachte heute um 6 Uhr auf. Ich las meine Vogue und stand dann gegen 6.45 Uhr auf… ^^° Schrecklich früh, aber ich bin wach. ^^ Zum Frühstück gab es Baguette mit Käse und Calpis und gleich  meine geliebten Cornflakes – ich weiß, ziemlich unjapanisch, aber lecker. ^^ Mal sehen was der heutige Tag so bringt. ^^

Über Julia Streubel

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