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5. Okt 2012

All night long ~~

Verfasst von

Es ist wirklich verrückt, wie schnell die Zeit vergeht und wie sehr ich selbst meine privaten Tagebucheinträge vernachlässigen muss. In meinem Tagebuch ist nämlich noch letzte Woche Freitag… Doch von diesem grandiosen Wochenende möchte ich euch nun erzählen.

Am Freitag bin ich nach dem Unterricht hin und her gerannt, um meine Miete zu bezahlen (dazu muss man nämlich ins Gebäude 4 und dann wieder zurück zum Gebäude 9, das ganz schön weit weg liegt, aber dank Schleichweg von Nattalie ging es relativ schnell) und musste dann mit Schrecken feststellen, dass ich es nicht mehr rechtzeitig nach Shinjuku schaffe, denn meine liebe Haruna und ich wollten uns dort 14.30 Uhr treffen, damit ich endlich nicht mehr die Einzige ohne denshi jisho (Elektronisches Wörterbuch) in meinem Kurs bin – und weil ich mir diesen Traum sowieso erfüllen wollte. ^^ Ich rief sie also panisch an, dass ich es nicht pünktlich schaffe und wir einigten uns darauf, dass ich sofort nach Shinjuku fahre (also nicht erst Kram abladen, Bargeld einsacken, abhauen), weil ich im Big Camera mit Visa-Karte bezahlen kann. Ja… Shinjuku… dieser Bahnhof… ich empfehle euch: Versucht niemals, euch dort zu treffen, es sei denn euer Gegenüber oder ihr seid Spezialisten und kennt jeden Winkel! Ich glaube, es hat eine halbe Stunde gedauert, bis wir uns gefunden haben und das auch nur wegen Harunas Anstrengungen und der lieben Frau vom Travelguide, der ich einfach mein Handy (natürlich nach dem ich so höflich wie möglich gefragt hab ^^) in die Hand gedrückt habe, damit sie Haruna erklären kann, wo ich gerade bin – dann dauerte es keine 3 Minuten und sie war da – das war vielleicht ein Glücksgefühl. Meine Tränchen konnt ich mir natürlich nicht verkneifen, aber Haruna kennt mich ja schon. ^///^° Wir gingen dann also zum Big Camera vorbei an tollen Taschenläden, aber für heute hieß es denshi jisho und nicht Tasche! ^^ Im ersten Laden gab es nur ein einziges für Deutsch, weswegen wir noch weiter suchen wollten. Dort sah ich auch welche für schlappe 800 bis 900 Euro und fragte mich ganz still und leise, was die wohl können, aber nachgeschaut hab ich nicht. ^^ Der nächste Big Camera war nur für Handys, Haruna fragte jedoch nach und wir wurden zu einem anderen geschickt. Als wir ankamen, sah ich erst einmal nur Klamotten und zwischendrin ein paar Kameras aufgestapelt – dann bemerkte ich ein Schild auf dem Uniclo und Big Camera stand – die haben sich also in diesem Laden vermischt! Interessant… ^^ Für das denshi jisho mussten wir eine Etage tiefer und dort gab es auch nur eins für Deutsch, aber es war reduziert. ^^ Und wenn ich noch eine Tasche dazu kaufe, wurde es noch günstiger. ^^ Ja, nach Rumüberlegen hatte ich mich eigentlich schon entschieden und lief die ganze Zeit mit meiner roten, wunderhübschen denshi jisho-Tasche herum, Haruna fragte jedoch noch einmal den Verkäufer, der uns das nochmal vorführte – schon toll, was das kann! Hätt ichs mir nur mal gemerkt… Naja, wir nahmen dann so ein Zettelchen heraus, das man an der Kasse abgibt und dann sucht der Verkäufer das im Lager. Da ich mich Karte bezahlt habe, gab es leider nur 8 statt 10% Rabatt, die mir auf meine neue Big Camera-Karte geladen wurden – jetzt kann ich etwas für 2800 Yen kaufen. (wohl ca. 28 Euro) =) Danach gingen wir noch in ein kleines Café, ich aß ein hammerleckeres Parfait mit Beeren und Haruna ein Stück Kuchen. Dann noch ein Abschiedsfoto und unsere Wege trennten sich wieder, weil sie nach Hause wollte, bei ihrer Familie sein. <3 Naja… da es Shinjuku ist, ging ich einfach mal dem Odakyu-Line-Schild nach, bis es sich im Nichts verirrte, ging dann mal frei Schnauze geradeaus und siehe da, da war der Eingang. ^^ Dem Bauchgefühl zu vertrauen, ist eben doch die beste Lösung. =)

Gegen 21.25 Uhr ging ich dann zum Nomikai („Trinktreffen“) – ich muss gestehen, die 2000 Yen war das nicht wert. Ich hab mich sehr unwohl gefühlt, weil es verdammt laut war. Das Getränk und das Essen waren zwar ganz lecker, aber die Menge war niemals 2000 Yen wert… Naja… =/ Als mir Shotaro sagte, dass es nach dem Nomikai noch weiter zum Karaoke für diejenigen, die Lust haben, ging, strahlte ich bis über beide Ohren und meine Laune besserte sich, weil ich erstens endlich aus diesem Raum herauskam und zweitens… KARAOKE! =) Ich glaube, wir kehrten dort so gegen 23.15 Uhr ein – es kostete 1500 Yen – das ist okay, für all inclusive trinken und die ganze Nacht trällern. =) Meine Gruppe hatte einen sehr guten Musikgeschmack und mit der einen Japanerin verstand ich mich besonders gut, weil sie einfach mal genau den gleichen hat wie ich, weshalb wir viel zusammen sangen. =) Ich sang nur Englisch und hörte gespannt bei den japanischen Liedern zu. Als ich langsam gehen wollte, probierte ich mich an „Sayonara“ von Gackt – meine absolute Lieblingsballade – den anderen hat es gefallen – puh, Glück gehabt. ^^ Ja, dann ging ich so gegen um 3 mit Shotaro nach Hause und fiel gegen 4 Uhr glücklich in mein Bett. =)

Am Samstag… sollte ich mich mal um Unikram gekümmert haben – ich hoffe, ich hab es auch, aber ich weiß es nicht mehr. ^^ Zumindest ging es gegen 18 Uhr zusammen mit Kim (eine Koreanerin, die schon N1 (Japanese Language Proficiency Test 1, also der Schwierigste) bestanden hat ^^) zur Pre-Halloweenparty, bzw. erst einmal zum Treffpunkt am Nordausgang des Mukogaokayuen-Bahnhofs… Nordausgang?! Wo ist der denn? Naja, Kim wusste es. ^^ Ich hatte mir so ein kleines Hexenhütchen und eine Art „Zauberstab“ mit ner Fledermaus gekauft, damit ich wenigstens etwas Halloween-mäßig aussehe, Kim kannte das Fest nicht so gut und wusste deshalb auch nicht, was für ein Kostüm sie hätte wählen können. ^^ Sie sah trotzdem hübsch aus. =) Nach und nach trudelten die witzigsten Charaktere ein – das Gesicht blau oder grün geschminkt, dieser McDonalds-Clown, Hexen, Piraten, Kürbise… es war toll. Die größste Aufmerksamkeit erhielten jedoch Luigi und Mario, verkörpert von zwei Amerikanern. ^^ Diese beiden… die gehören zu den Menschen, die mir von Anfang an sympathisch waren. =) Ja, wir bezahlten dann den Eintritt… ich glaub, es waren 1500 Yen und dann ging es los. Ich war verwundert, dass keine Kokusai Kenshukan-Leutchen (die, die nur fürs Sprachprogramm, also 3 Monate, bleiben), da waren – Kim und ich waren umzingelt von Japanern. =) Die Party war schön, das Essen und die Getränke lecker, die beiden Amerikaner haben natürlich den Kostümwettbewerb gewonnen (haben ne tolle Show abgeliefert mit Mario-Melodie und allem =)) und beim Bingo hatte ich große Chancen, hab jedoch letztendlich doch nichts von den Preisen (Kartenspiele, Hüftformer (den hat n Mann gekriegt XDDD), Süßes…) abbekommen – schaaade! Naja, als es dann hieß, es gäbe noch Karaoke, konnte ich natürlich nicht nein sagen. 😉 Wir versammelten uns am Nordeingang des Bahnhofs, schoßen noch ein wundertolles Abschiedsfoto  und das kleine Grüppchen schritt Richtung Karaokebar – zwischendurch verloren wir noch Mario, weil der sich verquatscht hatte. ^^ Wir kehrten so gegen 10 Uhr ein und blieben… bis die Sonne aufging, also bis gegen 5 Uhr morgens. ^^ Es war einfach zu wundervoll, ich konnte einfach nicht eher gehen! Mit dem einen Japaner schmetterte ich Linkin Park und ein Duett, doch gegen 24 Uhr verabschiedete sich Elphaba (ein Japaner, der sich als Elphaba verkleidet hatte (grünes Gesicht! und Erklärung bei der Kostümvorstellung MIT Gesangseinlage!!! *~*), der hat natürlich meine Stimme beim Kostümwettbewerb bekommen ^^). Wann die anderen gingen, weiß ich nicht so recht – vielleicht so gegen 2 oder 3 Uhr. Die eine Japanerin schlief sogar kurzzeitig. ^^ Je näher der morgen rückte, desto krächziger wurden die Stimmen, meine ging noch, weil ich ja bei den ganzen Japanischen (Mario und Luigi alias Sean und Kyle ^^ konnten verdammt gut Japanisch ^^) aussetzen musst und nur nur leise mitgesummt hab. =) Weil Sean sich gewünscht hatte, mal „99 Luftballons von einer wirklichen Deutschen“ zu hören, tat ich ihm natürlich den Gefallen. ^^ Ich beendete den Karaoke-Abend/Morgen mit „May it be“ von Enya und „Into the west“ aus dem Herr der Ringe Soundtrack und wir verließen die Karaokebar müde aber überglücklich. =) Am Bahnhof gab es eine herzliche Verabschiedung – es ist so schade, dass die beiden so weit wegwohnen T.T – und dann ging es für Kim und mich einfach nur noch Richtung Bett…

Dass es sehr gefährlich ist, so spät ins Bett zu gehen, musste ich schmerzlichst erfahren, da ich statt 10 Uhr (Wecker) 12.45 Uhr (innere Uhr) aufwachte – nur blöd, dass ich 13 Uhr mit Masahiro in Harajuku verabredet war! Im Eiltempo zog ich mich an, schaute nach, wie ich da überhaupt hinkomme, schmiss wichtig erscheinendes in die Tasche und ging zügig, zwischendurch rennend, zum Bahnhof und schaffte den Schnellzug um 13.05 Uhr. Und was sagte mir mein Handy, als ich Masahiro anrufen wollte? Akku schwach… Aber naja, NUR schwach, nicht leer! 😉 Es reichte noch, ihm mitzuteilen, dass ich ungefähr ne halbe Stunde brauchte. In Harajuku (bzw. Meijijingu-mae) gab es zwei Richtungen… ich wählte intuitiv die Richtige. ^^ Wir gingen in das Katsudon-Restaurant, das er herausgesucht hatte und es schien wirklich gut zu sein, denn wir mussten ca. 30 Minuten warten, bis einer der gemütlicheren Plätze frei wurde – mit Tisch und ruhig und so. ^^ Aber das war kein Problem – wir redeten allerdings viel zu viel Deutsch – der Arme!!! Das Katsudon war superlecker – nur dieser komische eingelegte Rettich und die Miso-Suppe, in der Muscheln waren, sagte mir irgendwie nicht wirklich zu… =/ Beim Bezahlen, bezahlte ich erstmal alles, weil ich so einen großen Schein hatte und dann gab mir Masahiro mehr, als eigentlich nötig, erklärte das jedoch damit, dass er schon arbeite und deshalb mehr bezahlen müsse – okay, klingt logisch, wenn das hier so ist, akzeptier ich das mal. ^^ Danach ging es noch ins Kiddyland meinen kleinen Flausch-Totoro kaufen – zwischenzeitlich rannte ich auch mit einem Kapibara herum, aber das kauf ich mir beim nächsten Mal. ^^ Unsere Wege trennten sich dann auch schon wieder und ich fuhr zurück zum Mukogaokayuen-Bahnhof.

Tja, in der Woche habe ich Uni… Sprachunterricht… und bin den ganzen Tag richtig müde, aber nicht, weil ich zu wenig schlafe, sondern weil es einfach sehr anstrengend ist. Das macht aber nichts, denn wir lernen sehr viel und es macht riesigen Spaß, es gibt jedoch auch manchmal Tiefpunkte, wie heute, als wir nach dem Lesen eines Textes fragen beantworten mussten und ich kapierte den Inhalt einfach nicht! Egal wie oft ich es mir durchlas, nichts wollte klar werden… Das war mir so unangenehm, weil ich eigentlich mit meiner Banknachbarin darüber reden konnte, aber außer: „Du sorry, ich steh gerad bärenmäßig auf dem Schlauch“ konnte ich nichts beisteuern, sodass ich gar nichts sagte… Das gefiel der Lehrerin gar nicht… ich erklärte ihr, dass das sehr ungewohnt ist, da wir sonst ja immer vorher die Vokabeln gelernt haben und das Texte lesen und verstehen somit leichter viel, aber hier kriegt man eben einen fremden Text und soll was draus machen. Naja, es wird schon, ich darf nur nicht den Kopf in den Sand stecken. Wer nicht kämpft, hat schon verloren – ne. ^^ Auch am Dienstag gab es einen leichten Tiefpunkt, wobei ich sowieso nicht damit gerechnet habe, in einer Vorlesung für Japaner etwas zu verstehen. Shotaro war mitgekommen und hat für mich Notizen gemacht – ich saß nur da und hab Vokabeln ins Denshi jisho eingetippt… Nach der Vorlesung setzten wir uns in den Aufenthaltsraum und Shotaro erklärte mir alles verständlich – er kann so gut erklären – das ist der helle Wahnsinn. Und er versteht jeden noch so verkorksten Satz. XDD Wahrscheinlich hat er sich dran gewöhnt, ist wohl schon ein paar Jahre Assistent für Austauschstudenten. =) Mittwoch saß ich dann in der Vorlesung meines Betreuungsprofessors – er gab mir eine Kaki zum Probieren mit. ^^

Apropos Betreuungsprofessor – ich wurde ja von ihm zum Kanda-Campus eingeladen. Am Montag Nachmittag 15.15 Uhr trafen wir uns am Mukogaokayuen und fuhren zum Kanda-Campus – das dauerte ca. 1 Stunde… keine Ahnung, ich hab nicht auf die Uhr geschaut. Zumindest machte ich ein paar Fotos, wir redeten viel und dann ging es ab zum Unterricht. Das Thema war ijime – sehr interessant und die Studenten waren auch alle sehr nett. =) Danach ging es noch zu einem Nomikai – das war so schön, weil angenehme Lautstärke. ^^ Ich genoss das Essen und mein Beeren-mango-sparkling-Getränk und plapperte so vor mich hin. ^^ Dann kam Minei-sensei noch, von dem mir die anderen schon erzählt hatte, das er gern Alkohol trank – deswegen gab es ein Bierchen. =) Ja, dann ging es so gegen 21 Uhr nach Hause – mit mir fuhren so einige, von denen ich mir noch die facebook-Adressen holte und mit ein paar Jungs fuhr ich bis nach Mukogaokayuen und sie brachten mich nach Hause. ^^ Ich unterhielt mich mit einem juku-Lehrer (dachte zwischendurch immer: ich muss dich interviewen!!!) über das Schulsystem in Japan und Deutschland und wir stellten einiges Interessantes fest. =)

Ich weiß nicht, ob man es herausliest, falls nicht, noch einmal schwarz auf weiß: Ich fühle mich hier wirklich sehr wohl, bin mit tollen Leuten zusammen, esse leckeres Essen, hab einen super Sprachkurs und unternehme so viel wie möglich – morgen geht es zum Beispiel mit Shotaro nach Ueno zum Museum. ^^ Und nächste Woche in einem birmanischen Restaurant mit Haruna und ihrer Freundin essen – freeeeeeu!!! Naja, Dienstag und Mittwoch wird nicht ganz so schön, weil Test… aber dann ist schon bald wieder Freitag – anscheinend Treffen mit Halle-Mädels in Shibuya, Samstag Tee-Zeremonie und Sonntag *trommelwirbel* FUJISAN – oh mein geliebter Berg – *räusper* Vulkan (^^°), ich freu mich schon auf dich!!!! <3

Über Julia Streubel

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