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29. Okt 2012

Andere Länder, andere Sitten…

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Dank Shotaro hatte ich die Gelegenheit ein Wochenende bei einer Gastfamilie, genauer gesagt, den Kuriyamas verbringen zu dürfen. Dieses Angebot nahm ich natürlich dankend an, legte es jedoch auf das Wochenende nach der Zwischenprüfung und somit auf die Zeit vom 26. bis 28. Oktober. Die Zwischenprüfung lief soweit ganz gut, ich war jedoch die Schlechteste im Hörtest… dafür die Beste in Grammatik. Jeder hat seine Stärken und Schwächen, ich hoffe, ich krieg das noch hin. Alltägliche Gespräch klappen ja soweit ganz gut, aber dieses komische Tonbandjapanisch, ich weiß auch nicht… V.V Am Freitag nach dem Unterricht räumte ich auf und packte meinen Koffer. Dann ging es so schnell wie möglich zum Life, denn davor parkte meine Gastfamilie, um mich abzuholen. Ich war zumindest etwas zu spät, denn Shotaro rief die ganze Zeit an – ich hatte bloß keine Hand frei zu Annehmen des Anrufs. Das Auto war verdammt bequem, die Hundchen jedoch verdammt laut… naja, ich bin eben ein fremdes Wesen in ihrem Auto, das geht ja mal gar nicht! ^^ Sie beruhigten sich jedoch, sobald das Auto losrollte. Die Fahrt dauerte circa 1 Stunde, wir gingen noch leckeren Süßkram einkaufen und dann gab es Abendbrot… Ich musste mal wieder feststellen wie meklig ich bin… V.V Ich wollte diese komischen, eigentlich essbaren Gebilde wirklich kosten, aber mein Kopf sträubte sich dagegen… Zum Leidwesen der Gastmama hatte sie nun zwei Mäkelfritzen im Haus – der Gastpapa war nämlich auch seeeehr wählerisch. ^^° Dann kam Rina (ich glaube, die Tochter von Gastpapas Bruder oder so ähnlich) nach Hause, wir unterhielten uns schön und ich überreichte ihnen auch meine Gastgeschenke. Von ihnen hatte ich Stäbchen mit Fuji-Schatzi drauf bekommen. =3 Ich glaube, das Buch über Halle gefiel ihnen sehr, sie waren zumindest erstaunt über die Wandlung, die Halle durchgemacht hat – ich ebenfalls. XD Das Leckerli vom Fujisan wurde auch gekostet und dann ging es auch schon ins Bett.

Nun mal schnell ein Wort zu den „anderen Sitten“ – damit möchte ich mich auf die Haltung der beiden Hunde beziehen. Dass man Hunde auch im Haus halten kann, ist ja nichts neues, aber im Wohnzimmer waren zwei Käfige eingebaut! Die Hunde dürfen sozusagen „in den Käfig machen“ (das klingt so dämlich…), aber nur auf Papiertücher, die dann schnellstmöglich von Herrchen oder Frauchen entfernt und durch neue ersetzt werden. Sehr witzig fand ich, als Frau Kuriyama erklärte, dass die beiden Hunde, selbst wenn man mit ihnen Gassi gehen würde, erst zu Hause auf diesen Tüchern ihr Geschäft erledigen würden… hääääh?! Das Weibchen mag Gassi gehen sehr, das Männchen hingegen gar nicht… Naja, vielleicht sind sie auch einfach nicht daran gewöhnt, Gassi zu gehen. Und dass ein Hund die ganze Zeit bellt, wenn er sieht, dass der andere Hund aus dem Käfig geholt und gestreichelt wird, ist ja klar, da würd ich auch bellen. ^^ Gleichberechtigung muss schon sein, hihi. =) Und sobald ich mich bewegt habe, fingen beide an zu bellen… naja, bin eben ein Fremdling in ihrem Revier. ^^

Am Freitag Abend und Samstag morgen wurde die Route durch Yokohama geplant, ich ging jedoch mit Frau Kuriyama allein, weil Herr Kuriyama noch etwas zu erledigen hatte. Wir fuhren also circa eine Stunde nach Yokohama mit dem Zug und dann von dort aus mit dem Schiff zum Yamashita Park – das Wetter ließ zwar äußerst zu Wünschen übrig, aber es regnete wenigstens nicht und heey, ich war auf einem Schiff!! =) Dann gingen wir die Hikawa maru besichtigen, ein altes Passagierschiff. Die Größe war beeindruckend, vermutlich ist sie jedoch im Vergleich zu heutigen Passagierschiffen ein Boot. ^^ Das kann ich jedoch nicht beurteilen, weil ich ja leider noch nicht auf einem solchen war. Natürlich wurde etwas zur Geschichte und zu den Reisen des Schiffes erklärt, Kabinen der ersten und dritten Klasse, sowie Aufenthaltsräume der ersten Klasse waren im ursprünglichen Zustand belassen worden und der Maschinenraum war ebenso beeindruckend. Nachdem der Bildungspart abgehakt war (=P), begaben wir uns auf Nahrungssuche, trafen dort zufällig auf Taryn mit Freund und Eltern des Freundes – es ist wirklich eine Kunst, sich zufällig zu treffen, weshalb natürlich die Überraschung dementsprechend groß war. Taryn ist eine meiner J3-Klassenkameradinnen. =) In einem hübschen Restaurant auf der Terasse aßen wir Lachsspinat-Sandwiches und tranken etwas (ich hätte besser warem Jasmin-Tee bestellen sollen, der Wind war verdammt kalt!) und dann ging es zu einem auf einem Berg gelegenen Park. Das Treppensteigen war etwas anstrengend, aber es lohnte sich – eine schöne Anlage mit schöner Aussicht. Von dem Park aus ging es über die Motomachi – einer Shopping-Straße, in der Frau Kuriyama haribo und Rittersport zum Kosten kaufte =3 – zur Chinatown, diesmal auf etwas anderem Wege. Ich hätte mir ja am liebsten diesen wunderbar flauschigen, runden Panda gekauft, aber naja… ich darf nicht vergessen, dass ich das ganze Zeug auf wieder nach Deutschland kriegen muss und obwohl ich Japanologin bin, wäre es mir unangenehm, mit einem Panda-Kuscheltier durch die Gegend zu laufen, weil es nicht mehr in die Koffer passt und ich keine Lust habe, es extra als Paket nach Deutschland zu schicken. ^^ Frau Kuriyama kaufte Nikuman und kündigte schon an, dass ihr Mann das nicht mögen wird, ich war gespannt. ^^ Da noch etwas Zeit blieb, trunken wir in einem amerikanisch/kanadisch angehauchten Café Karamel Latte Macchiato (*________* Liebe!) und dann ging es zurück nach Machida, wo uns Herr Kuriyama mit dem Auto abholte und wir zusammen zum Sushi-Restaurant fuhren. Zum Glück war ich da nicht so mäklig und aß, was mir da zubereitet wurde – selbst der Lachsrogen schmeckte irgendwie – war zwar salzig, aber es war okay. Gegen mein Tamago und meinen Lachs kam natürlich nichts an. ^^ Wir waren jedoch im Sushiladen nicht zu dritt sondern zu sechst, denn Freunde der Familie Kuriyama waren ebenfall gekommen. Das Ehepaar schien aus Osaka oder so ähnlich zu kommen und der Mann war etwas berühmt – er hatte mit seinem Hund die vom Tsunami zerstörte Region besucht, Fotos gemacht und daraus ein Buch. Die Bilder waren wirklich sehr bewegend und der Hund herzallerliebst. Als der Abend seinem Ende zuging, wurde ich auf einmal zum Fotomodel und die Ladenangestellte, zeigte mir, wie ich posen sollte – es war unglaublich lustig, wenn auch total seltsam, weil ich eigentlich einfach nur ins Bett wollte. ^///^

Der Sonntag begann total ruhig, es gab wieder Oben, jedoch suchte ich mir diesmal nur das heraus, was ich wirklich mag (^^°) und dann ging es nach langem Gesuche nach Shinagawa ins Aquarium – das Wetter war nämlich richtig mies, sodass outdoor-Aktivitäten ins Wasser fielen. ^^ Gegen 14 Uhr fuhren wir los – es gab so einige, die in die Stadt wollten, sodass es etwas länger dauerte, als geplant. Zudem verwirrte uns das Navi gern. ^^° Eigentlich bin ich ja kein großer Fan von Tiershows, aber die Delfinshow war total beeindruckend, weil die Trainer in die Kunststücke der Delfine mit einbezogen wurden. Zum Beispiel standen die Trainer auf den Rücken der Delfine, während diese durchs Wasser schwammen, oder die Trainer wurden von den Delfinen hochkatapultiert – das war schon cool! Dann fand auch noch eine Hochzeit statt… da wurde ich wieder ganz sentimental… furchtbar ey, ich bin doch erst 22! Dann ging es Pinguine anschauen – den einen fand ich besonders cool – als der aus dem Wasser sprang, stand der da, als wolle er sagen: „baaah, ich bin nass!“ – sympathisches Kerlchen. ^^ Wir beeilten uns und kamen noch zur Robbenshow… oder Seehund? Entschuldigt, ich weiß nicht wirlich, was sie waren, aber süüüß! Die Trainer waren auch verdammt lustig. ^^ Der eine war aufs Ringe fangen und Breakdancen (=P) spezialisiert. Aus dem Publikum sollten dann welche Ringe schmeißen – zwei Kinder und ein Erwachsener – ich hätt mich weghauen können, bei dem Blick, den der Seehund draufhatte, als er den Ring in den Händen des Werfers fixierte. XDDD Die Augen fielen bald heraus. ^^° Und diese Schnurrhaare… ooooh. =3 Natürlich waren alle total verfressen und haben nur auf ihren Fisch gewartet. ^^ Der andere Seehund war aufs Balancieren von Dinge auf dem Näschen spezialisiert – Bälle, Puppen, Stühle, Tennisschläger… faszinierend. ^^ Wir aßen noch in einem der Restaurants. Das System des Restaurants war verdammt verwirrend. Man bekam ein Gerät, das nervig piepte, das Essen fertig war, sodass man es abholen konnte… aber das Melonensoda war toll… und mein Thunfisch-Sandwich natürlich auch. ^^

Weil ich müde war, wurde ich etwas mufflig, obwohl ich das gar nicht wollte… ich hoff, die beiden verzeihen mir das… V.V Wir waren dann so gegen 19.30 Uhr am Ikuta Wohnheim, ich bedankte mich und hoffte, dass wir bald wieder etwas miteinander unternehmen können – vielleicht geht es ja wirklich bald zum Matsumoto Schloss. ^^

Diese Woche habe ich erstmal frei… mal sehen, was so passiert. Freitag ist Senshu-Universitäts-Fest, Sonntag Simons Geburtstagsfeier und der Rest wird spontan entschieden. Zumindest möcht ich mal nach Kikuna und Shirokanedai. Falls Nora Zeit hat, geht es am Donnerstag vielleicht nach Ikebukuro oder Ropongi. Es gibt viele Möglichkeiten hier, man muss sie nur nutzen. ^^

 

Über Julia Streubel

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