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26. Dez 2012

Unverhofft kommt oft…

Verfasst von

Am 17.12. stand endlich mal wieder ein Treffen mit Shiho, ihrer Freundin (ja, ich schäme mich ja schon fürs ständige Vergessen irgendwelcher Namen) und Bomee (Koreanerin) an. Wir treffen uns jeden Monat einmal, um irgendeine japanische Köstlichkeit auszuprobieren, oder auch ihnen unsere Länder vorzustellen. Beim ersten Treffen gab es koreanisch. ^^ Vielleicht kann ich ihnen auch mal ein gutes deutsches Restaurant vorstellen. Wir trafen uns in Shimokitazawa und liefen zu dem Okonomiyaki-Laden. Letztendlich aßen wir dann mehr Monja als Okonomiyaki, aber das ist ja egal, schmeckt beides sehr lecker. ^^ Es war zumindest faszinierend, dass jeder am Ende nur so rund 12 oder 13 Euro bezahlen musste für diesen Berg an Essen. Unsere Purikura durften natürlich auch nicht fehlen – das Gestalten macht irgendwie noch mehr Spaß, als das Machen, obwohl ich noch nicht kreativ genug bin… Aber ich habe ja noch ein paar Monate Zeit, um die Bilder aufzuhübschen. ^^

Am Dienstag konnte ich endlich mal wieder Yuki treffen und mit ihr zusammen in der Mensa Mittag essen. Yuki war eine der Senshu-Studenten, die für 2 Tage in Halle waren im Sommer. Ich hab ihr einfach Montag eine Mail geschrieben und manchmal scheint das Spontane besser zu klappen als das Geplante, zumindest hatte sie eben gleich am nächsten Tag Zeit. ^^ Wir konnten uns schön unterhalten und haben mal wieder davon erzählt, was wir so alles gern zusammen mal machen würden… Wenn man es dann mal umsetzen würde, wäre es richtig klasse… Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. ^^

Mittwoch hatte ich vor meinem Seminar beim Betreuungsprofessor wieder Tutor-Zeit und diesmal habe ich ihn interviewt, weil er juku-Lehrer ist. ^^ Ich hätte ihn am liebsten noch mehr ausgequetscht, aber das was er erzählt hat, war schonmal sehr aufschlussreich. Das Problem bei meiner Bachelorarbeit wird wahrscheinlich nur sein, dass es einfach viele verschiedene juku gibt und ich mir dann wohl ein paar Beispiele rauspicken sollte, nur muss ich die Wahl dann wohl begründen… Naja, ich werd erstmal so viel Material zusammensammeln wie es nur irgendwie geht und wenn ich wieder in Deutschland bin, müssen ja sowieso noch so einige Soziologie-Kurse abgeschlossen werden. Im Unterricht haben wir ein Video geschaut über Kinder mit Behinderung, die aber trotzdem eine normale Mittelschule besuchen. Das Mädchen konnte gar nichts bewegen, sie hatte so einen Computer, den sie mit den Augen steuern konnte… Das war wirklich faszinierend, aber mich macht so etwas immer traurig. Die Japaner sahen ein bisschen uninteressiert aus.. vielleicht waren sie auch einfach nur müde. Dann ging es noch zum Kulturtreff, bei dem es diesmal um Kinderlieder und Kinderspiele ging. Wir waren zwar diesmal eine ziemlich kleine Runde, aber dafür haben die Japaner/innen viele Spiele vorgestellt, das war sehr interessant. ^^ Weil Weihnachten so nah und es der letzte Kulturtreff im Jahr war, hab ich einfach mal eine Stunde länger gemacht. Die, die regelmäßig kommen, beschweren sich auch, dass es zu kurz ist, aber naja… Deutsche werden eben nach einem langen Arbeitstag müde… ^^° Na gut, so manchen Japanern in der Bahn mit ihren roten Augen, oder tief und fest schlafend auf den Sitzbänken zufolge, schlaucht so ein japanischer Arbeitstag auch verdammt doll.

Am Donnerstag gab es dann wieder mein Seminar mit den wie Japaner sprechenden Ausländern. Die dürfen sich ja immer ein Thema selbst auswählen, darüber einen Vortrag halten und dann Fragen/Diskussionsgrundlagen geben. Das diesmalige Thema war… *trommelwirbel* Hirntod. Fragt mich bitte nicht, wie die darauf gekommen sind. Der Vortrag ließ eh sehr zu wünschen übrig, weil sie nur am Blatt geklebt und schnell abgelesen haben und die eine hat so leise gesprochen, dass man die Hälfte von dem Vorgelesenen akustisch schonmal nicht verstanden hat. Dass es danach Verständnisfragen gab, war klar, aber selbst dann hat sie einfach noch einmal die Stelle aus ihrem Text vorgelesen… Hach, wieder mal ein Beispiel dafür, wie man keine Vorträge hält. Ich bin auch kein Profi, ich weiß, aber wenigstens geb ich mir Mühe, nicht am Blatt zu kleben. Na gut, es ist natürlich immer etwas anderes, wenn man den Vortrag in seiner Muttersprache halten kann, aber an denen, die am Blatt kleben, merkt man dann, wer nicht lesen geübt hat. Ich glaube, eine witzige Episode aus diesem Seminar habe ich noch gar nicht erwähnt. Einmal hat die Lehrerin so eine kleine Ansprache am Anfang des Unterrichts gegeben. Die Studenten sollten einmal Reporte schreiben und wieß darauf hin, dass sie mal so ein bestimmtes Programm benutzt hat, was dann enthüllt hat, dass 80% des Reportinhalts der meisten Studenten aus dem Internet kopiert wurden und dass sie beim nächsten Mal doch bitte die Quellen angeben sollten… Da hab ich mir dann so gedacht: Wenn ihr in Deutschland wärt, hätte das wohl schwerwiegendere Konsequenzen. Na gut, ich weiß nicht, wie streng man in Deutschland mit Austauschstudenten umgeht, aber auch sie müssten ja die gleichen Regeln für das Schreiben von Hausarbeiten und was weiß ich auferlegt bekommen… Naja, das eigentliche Highlight war der Kinobesuch mit Franzi, wir haben „Der Hobbit“ geschaut. Dazu gab es noch leckeres Popcorn für 2,80 Euro (für die Größe fand ich das okay, aber der Kinobesuch hat wohl so 16 Euro umgerechnet gekostet…) Obwohl es etwas teurer war als in Deutschland war dieser Film jeden Cent wert! Ich verrat hier natürlich nichts für Leutchen, die ihn noch anschauen wollen, aber wenn ihr Herr der Ringe mochtet, werdet ihr diesen Film auch mögen, wenn nicht gar lieben. Kino in Japan ist nicht wirklich anders als in Deutschland, außer, dass sie den Film auf Englisch mit japanischen Untertiteln gezeigt haben, aber die Option Englisch mit deutschen Untertiteln gibt es ja bei uns auch. Es waren nicht viele im Kino und die Ausländerrate war hoch. ^^

Am Freitag gab es dann endlich die Jahresabschlussfeier der Hallestudenten und Halle-Austauschstudenten. All you can eat in einem italienischen Restaurant – wie geil. =) Wir waren sehr glücklich hihi. Danach noch ein bisschen Karaoke singen, aber dann wollte ich auch nach Hause.

Samstag ging es dann endlich Susi abholen. Mit diesem Keio-Express werd ich jetzt glaub ich immer fahren, dass ist um die Hälfte günstiger als mit dem Bus und wenn man einen Sitzplatz hat, ist es auch bequem, Bus ist bequemer, aber naja… ^^ Ja, wir fuhren dann mit Susi zurück nach Ueno und dann zu Markus`s Gastfamilie, wo es erst einmal Tee, Snacks und verdammt leckere Mandarinen gab. =3 Eigentlich wollten sie an diesem Tag zum Kaiserpalast, aber dann durchkreuzte die dort auch wohnende Amerikanerin ihre Pläne, weil sie mit einem Kimono herunterkam und sagte, dass die in dem Laden, wo sie den gekauft hat, gerade – und nur heute – große Rabatte anboten, was natürlich von uns genutzt werden musste. ^^ Es gab wirklich wundervolle Kimono und ich wurde dann auch fündig. Nur besteht so ein Kimono ja aus verschiedenen Lagen, sodass es immer teurer wurde… letztendlich haben die Lieben mir dann aber nochmal ein bisschen Rabatt gegeben und letztendlich hab ich das Set für so 90 Euro bekommen. Jetzt fehlen nur noch Schuhe und Söckchen. Am Abend ging es noch zur Weihnachtsfeier einer Japanerin. Sie hat am Kulturtreff teilgenommen und mich an dem Abend gefragt, ob ich nicht am Samstag Lust und Zeit hätte, mit ihr und ihren Freundinnen zu essen und zu quatschen und zum Glück hatte ich Zeit (Lust neue Leute kennenzulernen hab ich ja immer ^^). Es war auch sehr lustig und interessant, alle Frauen lieben Musik – ich glaub, da pass ich ganz gut rein. ^^

Am Sonntag ging es zur 4.Adventsfeier nach Saitama zur lieben Nora. Ich hatte Baguette, verschiedene Käsearten und Salamiartige Wurst mitgebracht. Die Anfahrt war langwierig, aber es war natürlich mal wieder verdammt lustig und lecker, von daher hab ich diese 1 Stunde 15 Minuten doch gern auf mich genommen. ^^ Außerdem gibt es Leute, die jeden Tag so lange oder noch länger bis zur Arbeit und wieder zurück fahren müssen… Tokyo eben… Weil es sich keiner (naja, die wenigsten) leisten können, in der Stadt zu wohnen, müssen sie eben außerhalb ziehen und sich dann immer schön in die Bahn hineinquetschen. Ich bin so froh, dass ich morgens nicht auf die Bahn angewiesen bin.

Der Montag war dann heilig Abend, aber naja, das mit der Weihnachtsstimmung klappt hier nicht, dazu fehlt meine Familie, mein Weihnachtsbaum und geschmückte Fenster und Weihnachtsessen und so weiter… Spontan bin ich dann jedoch mit Susi und Markus zusammen nach Kamakura und Enoshima gefahren – es war tolles Wetter und vor allem der Hasedera hat uns glaub ich alle sehr beeindruckt – ein wundervoller Tempel! In Enoshima kamen wir dann an, bevor es dunkel wurde und liefen dann ein bisschen über die Insel. Ganz geschockt waren wir dann wieder davon, was die Japaner unter dekorativer Weihnachtsbeleuchtung verstehen… zum Wegrennen! Es ist viel zu viel und viel zu kitschig und bunt und aaaaaah. Naja, Abend konnt ich dann mit meiner Familie skypen und dann hab ich meinen Weihnachtsbaum sehen können. ^^

Dienstag ging es dann mit Susi und Franzi in Shibuya und Harajuku shoppen… ich war mal wieder mehr als erfolgreich… *räusper*. Weihnachtsgeschenke an mich selbst, lalala. ^^ Abends ging es dann wieder nach Hiyoshi in mein geliebtes Shimoda Gakusei ryou (Wohnheim der Keio-Universität), weil dort eine kleine Weihnachtsfeier stattfand. Ich hab viel zu viel Deutsch geredet – generell die letzten Tage, aber vielleicht es okay, wenn ich hier an der Senshu bin, passiert das ja nicht allzu oft, worüber ich sehr froh bin. ^^

Über Julia Streubel

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