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12. Mai 2013

Natur pur!

Verfasst von

Für den Dienstag hatte ich mir Arashiyama vorgenommen und stieg in den Zug, um dorthin zu gelangen. Es war zum Glück tolles Wetter, sodass das viele Herumgelaufe gar nicht so unerträglich war, nur die Wärme war etwas ungewohnt. ^^° Zuerst einmal ging es zum Tenryuji, einer Tempelanlage mit einem wunderschönen Garten.

Das Praktische war, dass ich, sobald ich diese Anlage verließ, schon praktisch im Bambus-Wald stand.

Als ich den Weg verließ, schloss ein Villagarten an, den ich mir auch noch anschaute. Der Eintritt war zwar nicht ganz billig, aber da wir grünen Tee und eine japanische Süßigkeit bekamen und auch diese Anlage schön war, doch sein Geld wert.

=)

Da Arashiyama ein sehr beliebter Touristenort zu sein schien, war es gar nicht so einfach, ein Restaurant, an dem man nicht eine halbe Ewigkeit anstehen muss, zu finden, letztendlich aß ich dann Soba und machte mich auf den Weg zurück zum Bahnhof. Dabei fiel mir ein Schild auf, das darauf hinwies, dass es eine Bahn gibt, mit der ich zum Kinkakuji (Goldener Pavillion) fahren konnte und so änderte ich meinen Plan und fuhr dort hin. Auf dem Weg zum Pavillion machte ich einen Zwischenstopp an einem Schrein, kaufte Sakura-Melonpan und freute mich um so mehr, je näher ich dem Gelände, auf dem der Pavillion stand, kam, denn ohne ihn gesehen zu haben, hätte ich Kyoto nicht verlassen. ^^° Ich näherte mich also langsam und strahlte über beide Ohren, als ich es funkeln sah. Natürlich machte ich viele Fotos vom Kinkakuji, erkundete jedoch auch noch das restliche Gelände.

Ich hatte auch etwas Glück, denn nachdem ich ihn fotografiert hatte, wurde es wolkig. *puuh* Ich kaufte noch ein paar Omiyage (Mitbringsel) in Form von Keksen in Pavillion-Form und trat dann mit dem Bus den Weg zurück zum Hostel an. Soweit ich gehört habe, ist der Bus eine der günstigsten Varianten von A nach B zu kommen, weil es ein Tagesticket für 500 Yen gibt, aber vor allem in einer Hauptreisezeit sicherlich nicht die Bequemste. Ich meine, es war nicht soo voll, dass man nicht mehr hätte atmen können, aber das Sardinenbüchsenfeeling war trotzdem nicht mehr weit entfernt. Außerdem kam dann eine unfreundliche Frau hinein, die erst einmal eine ältere Dame von einem Sitz zog und sich hinsetzte und weil ich im Parkgebiet ihres Rollstuhles stand, schupste sie mich weg… Aber glaubt mir, solche Menschen sind hier keine Normalität. Ich persönlich finde die Menschen in Kyoto netter als in Tokyo, sie zögern nicht zu helfen und kommen sogar selbst auf jemanden zu, wenn er hilflos irgendwo herumsteht. Zurück im Hostel legte ich meinen Kram im Zimmer ab, ging noch in den Conbini Abendbrot kaufen, schlich dann wieder in den Gemeinschaftsraum und setzte mich vorsätzlich auf die Couch, weil es da wahrscheinlicher ist, dass sich Menschen um dich rumsetzen (Am Montag saß ich nämlich etwas weit weg von der Couch auf einem riesigen Kissen neben dem Fernseher). ^^ Nachdem ich also meine Fotos vorm Tod durch nicht mehr funktionierende SD-Karten bewahrt hatte (Erklärung: irgendwie entscheidet die SD-Karte meiner Kamera einmal im Jahr plötzlich kaputt zu gehen und diesen Moment kann ich natürlich nicht vorhersagen…), klappte ich meinen PC zu und hörte den Gesprächen der beiden neben mir zu. Sie unterhielten sich gerad über Sehenswürdigkeiten in Kyoto und was man denn so am nächsten Tag unternehmen könnte und als der eine mit dem Finger auf den Kinkakuji zeigte und etwas dazu erzählte, fing ich an zu nicken, die beiden guckten mich an und schon war ich im Gespräch integriert. ^_^ Der eine war Japaner und der andere kam aus der Schweiz. ^^

Am Mittwoch (10.4.) erfüllte ich mir meinen zweiten Traum, denn neben dem Kinkakuji wollte ich unbedingt den Fushimiinarischrein und den Kiyomizudera sehen. Vielleicht fragt ihr euch, was denn den Fushimiinarischrein von anderen Schreinen unterscheidet? Nun, wenn man auf den Wegen dieses riesigen Geländes wandelt, geht man wohl die meiste Zeit durch meist dicht aneinander gebaute Toori (Schrein-Tore), was diesen Schrein zu einem, wie ich finde, besonderen Ort macht.

Auch die Natur ist wiedermal sehr hübsch anzusehen gewesen und man konnte auch Wege abseits des Üblichen erkunden. Da ja so etwas wie Kondition in meinem Körper nicht wirklich existiert, schaffte ich es nicht, den ganzen Weg bis nach oben zu erklimmen, zumal ich auch noch andere Dinge an diesem Tag machen wollte. Bei den Touristen beinahe beliebter als die vielen Toori wurde eine Gruppe Kindergartenkinder mit ihren Betreuern. Die waren alle so verdammt niedlich! Und als ich dann auf der einen Plattform eine kurze Pause einlegte, bzw. überlegte, welchen Weg ich denn nun wählen muss, kam ein Mädchen zu mir und rätselte, ob ich Engländerin sein, bevor ich ihr antworten konnte, wurde sie jedoch vom Gruppenleiter wieder zurückkommandiert. ^^° Ich entschied mich dann, „einfach“ wieder zum Bahnhof zurückzugehen, allerdings wollte ich nicht den gleichen Weg zurück, weshalb ich an einem Punkt stehen blieb und schaute, wo denn andere so lang gehen. Da eine Gruppe Amerikaner mit Orientierungssinn ausgestattet zu sein schien, folgte ich ihnen unauffällig und kam noch an einem interessanten bunten Schrein/Tempel

, sowie einer großen Buddhastatue vorbei, bis ich wieder auf bekannten Pfaden wandelte. ^^ Ein Sembei (großer Cracker) wurde gekauft und dann trat ich die Fahrt zum Kiyomiyudera an, wobei dieser praktischerweise auf der gleichen Linie lag wie der Fushimiinarischrein. Ich stieg also aus und suchte erst einmal nach einem Restaurant zum Mittagessen. Wie der Zufall es so will, landete ich in einem italienischen Restaurant, unterhielt mich mit dem Kellner, bis dieser mich darauf aufmerksam machte, dass zwei Tische neben mir ebenfalls Deutsche saßen und schon hatte ich Gesprächspartner gefunden. ^^ Zum Schluss wollten sie wissen, was ich denn in Tokyo empfehlen könnte, weil dies ihr nächstes Reiseziel war und ich kramte in meinem Gedächtnis herum, was ich ihnen sagte, weiß ich nur leider nicht mehr. Auf jeden Fall habe ich ihnen mein Lieblingsrestaurant in Harajuku empfohlen, ich hoffe, sie haben es gefunden. =3 Mein Weg führte mich dann also zum Kiyomizudera, einem auf einem Berg gebauten Tempel. Die Aussicht war wirklich schön, aber vermutlich gibt es schönere Monate – im Herbst, wenn die Blätter der Bäume gefärbt sind, sieht es vielleicht am tollsten aus, vielleicht sind jedoch dann die meisten Menschen in Kyoto anzutreffen. ^^

Auch der beleuchtete Tempel soll einen Besuch wert sein, bis Abend wollte ich jedoch nicht warten, weil ich mir vorgenommen hatte, ein Ticket für den Tanz der Maiko (Geisha-Schülerinnen) zu ergattern. Auf dem Weg zum Bahnhof kam ich noch an einem Haarschmuckladen vorbei und verquatschte mich mit einer Mitarbeiterin im Laden, weil sie Ausländer so mag. ^^° Dann ging es schnell zum Veranstaltungsort in Gion – einem (vielleicht auch dem, obwohl es noch andere gibt ^^) bekannten Geisha/Maiko-Viertel und ich hatte Glück und konnte noch eins ergattern – die Karten müssen nämlich reserviert werden und nur der Restbestand wird vor der Show verkauft. Dann holte ich mir Abendbrot, aß und wartete dann gespannt auf den Einlass. Um mich herum waren viele Ausländer und auch in meinem Sitzbereich – ganz oben, die billigsten Plätze ^////^° – saßen fast nur Ausländer. Da es auch ein Traum gewesen war, einmal einen Maiko-Tanz zu sehen, war ich überglücklich, daran teilhaben zu können, andere ausländische Zuschauer zogen es jedoch vor, zu reden oder über die Stimmen der Sängerinnen zu lachen. V.V Auf der Bühne wurde eine Geschichte erzählt – links und rechts der Bühne saßen Frauen mit Shamisen (eine Art japanische Gitarre) und spielten und sangen zu den Geschehnissen auf der Bühne. Dieser Gesang klang schon etwas ungewöhnlich, aber ich mochte das, weil es für mich nach japanischer Tradition klang. ^^ Somit versuchte ich, die nervigen Stimmen einfach auszublenden und den Geschehnissen auf der Bühne zu folgen.

Die Vorführung dauerte ungefähr eine Stunde, danach ging ich zurück zum Hostel, dass nicht weit von Gion entfernt war. Wie üblich machte ich es mir im Gemeinschaftsraum gemütlich und lauschte den Gesprächen. Als das Wort Karaoke fiel, läutete meine Alarmglocke und ich wartete, bis mich jemand fragte, ob ich mitkommen möchte, weil es ja immer etwas seltsam ist, sich selber einzuladen, doch zum Glück fragte mich Kat und ich sagte natürlich jaaaaa. *___* Um 10 gingen wir los und brauchten ca. 15 Minuten bis zur Karaokebar Rainbow. Eine Mitgliedschaft war erforderlich und da ich die Einzige mit Wohnsitz in Japan war, trug ich mich ein. Sicherlich lag es daran, dass es Mittwoch war, aber All night Karaoke mit all you can eat Eis und all you can drink Softdrinks und Cocktails kostete 1350 Yen – oh Himmel! Es war ein großartiger Abend. =) Da jedoch in dieser Karaokebar alles gleich aussah und ich leider vergessen hatte, mir die Nummer zu merken, irrte ich erst einmal herum, bis dann zum Glück Hanako (Halbengländerin, Halbjapanerin) kam und mich zum Raum zurückführte, das war etwas peinlich. ^///^° Masashi kam dann auch noch dazu und war schneller betrunken, als wir gucken konnten… Er behauptete zwar, er habe 6 Bier getrunken, wir gingen jedoch davon aus, dass es höchstens 2 waren, jedoch hatte er in so einer Geschwindigkeit getrunken, dass es kein Wunder war, dass er so schnell betrunken war… V.V

Im Bett lagen wir dann so gegen halb acht… an schlafen war jedoch dank der Schnarchnase neben mir nicht zu denken… das ist der Nachteil an einem Gemeinschaftszimmer… Bis zu diesem Tag hat keiner geschnarcht, aber natürlich an dem Tag, wo ich vom all night Karaoke zurückkomme… V.V Naja, deshalb bin ich jedoch so gegen halb 10 aufgestanden, habe meine Sachen gepackt und sie im Aufbewahrungsraum platziert, denn an diesem Tag war Abreise angesagt und das Khaosan bot an, bis 8 Uhr Abends die Sachen aufzubewahren – großartig. =) An diesem Tag wollte ich noch einen Schrein in der Nähe von Gion, das Schloss und den Kaiserpalast anschauen und trottete ein wenig schlaftrunken los. An einer Ampel quatschte mich dann ein Amerikaner an und wir unterhielten uns ein bisschen. Ich hatte jedoch irgendwie kein gutes Gefühl, während ich mit ihm sprach, weswegen ich sein Angebot, mit seiner Gruppe ein bisschen wandern zu gehen, dankend ablehnte, zumal ich sowieso zu müde dafür war. Nachdem ich den Schrein und einen Tempel

besichtigte hatte, wollte ich zum Nijyojyo gehen und dachte eigentlich, ich wüsste, wo ich lang ging, entschied mich dann jedoch, in die Bahn zu steigen, was eine gute Idee war, denn ich hätte mich sonst mal wieder hoffnungslos verlaufen. V.V Das Schloss war ganz hübsch

, nur schaffte ich es nicht mehr, die Ausstellung zu besuchen, denn um 14 Uhr stand die Besichtigung des Kaiserpalasts an und ich wollte vorher noch Mittag essen. Ich hoffe, ich bekomme nochmal die Möglichkeit nach Kyoto zu gehen, sodass ich mir das Schloss noch genauer anschauen kann, im schlaftrunkenen Zustand wäre es wohl eh sinnlos gewesen, in die Ausstellung zu gehen. Während der Führung durch den Kaiserpalast, für den man sich übrigens auf einer Internetseite so früh wie möglich anmelden muss, weil man sonst keine Chance hat, teilnehmen zu können, regnete es zeitweise, aber naja, so stark war der Regen zum Glück nicht. Die verschiedenen Gebäude wurden erklärt, sowie die Eingänge. Einer war zum Beispiel nur für den Tenno, andere wiederum nur für Staatsgäste. Dann gab es ein Gebäude für die kaiserliche Zeremonie und Staatsempfänge, aber auch private Gefilde nur für den Tenno. Der Guide erzählte auch, dass unter den Gebäuden Schächte für die Bediensteten waren, sodass sie sich hin und her bewegen konnten und das manche Böden nur vom Tenno betreten werden durften. Ich war wirklich erstaunt, dass diese Führung kostenlos war, denn der Guide konnte sehr gut Englisch und hat alles gut erklärt – absolut empfehlenswert!

Zurück im Guesthouse traf ich die beiden Jungs, die erstmal schön ausgeschlafen hatten und wir entschieden uns, zum Abendbrot – bei ihnen zum Frühstück ^^° – den Reisburger von Mosburger zu probieren. Wieder zurück bastelten wir dank diesem tollen Fotobearbeitungsprogramm, von dem die beiden mir erzählt hatten, an unseren Fotos herum und quatschten währenddessen. Kurz vor acht räumte ich heimlich mein Gepäck aus dem Raum und in den großen Schlafsaal, um noch länger bleiben zu können und da niemand meckerte, beließ ich das so, bis es 10 Uhr Zeit war, um Bahnhof aufzubrechen, denn mein Nachtbus fuhr 11.25 Uhr los und im Fall des Verirrens wollte ich Zeitpuffer haben – gut vorausgeplant. -.- Nicht nur, dass ich erstmal am Eingang vorbei rannte, auch am Kyoto Hauptbahnhof rannte ich hilflos herum und versuchte mich zu orientieren – zum Glück kam dann ein älterer Mann zu mir und brachte mich zur Haltestelle. Dank Schlafmaske und 2 Stunden Schlaf am Vortag schlief ich wie ein Baby im Bus, zumal die Sitze um einiges bequemer waren als im Bus nach Nagoya und man diese auch zu einer Liege ausklappen konnte und wachte glücklich und kurz vor Shibuya auf. :3

Ich glaube, von allen Orten hat mir Kyoto am besten gefallen, was jedoch zum großen Teil am Guesthouse liegt, weil man da tolle Leute kennenlernen und mit ihnen etwas unternehmen kann. Ich bin sehr glücklich, mir endlich meinen Traum von einer Reise nach Kyoto erfüllt haben zu können. =)

Über Julia Streubel

2 Kommentare

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