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16. Mai 2012

In Gedanken woanders

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Langsam wird es Zeit, sich mit dem Abschied zu befassen. Denn als mir gestern bewusst wurde, dass die Vorlesungszeit in der Uni bereits in dreieinhalb Wochen beendet ist, wurde mir auch klar, dass es gar nicht mehr lange ist, bis ich wieder deutschen Boden unter meinen Füßen haben werde. Ab heute sind es nur noch zwei Monate. Und da fragt man sich wieder mal, wo verdammt nochmal die Zeit hin ist… Es ist unglaublich, aber damit liegen, um es mal mathematisch auszudrücken, etwa 80 Prozent meines Aufenhaltes bereits hinter und der heiße Sommer in Málaga noch vor mir.

DIese Woche war es bisher bereits sommerlich, wirklich warm, etwa 30 Grad. Für Strand bleibt dennoch keine Zeit, denn die Uni ruft natürlich. Heute sollten wir in meinem Fotokurs ein Selbstportrait machen. Bereits das ganze Semester hat uns der Dozent jede zweite Woche mit einer Aufgabe entlassen, die wir innerhalb einer Stunde erledigen mussten. Dabei ging es darum, Fotos von Studenten zu schießen, von der Universität, vom Unterricht, von Studenten beim Essen und sogar von Haustieren, was die umfangreichere Aufgabe war, weil man dafür das Universitätsgelände verlassen musste. Diese Woche sollte es also ein Selbstportrait sein. Und das ist alleine an und für sich schwierig, wenn man nicht gerade auf Selbstauslöser drückt, sich aus dem Spiegel heraus fotografiert oder dergleichen. Ich hatte heute glücklicherweise meine Digitalkamera dabei. Die anderen Male (wie auch heute und überhaupt generell) bestand die Möglichkeit, sich aus dem Institut eine Kamera auszuleihen, was dann schon bessere Kaliber waren. Doch meine Digitalkamera bringt’s auch voll und vor allem weiß ich dort, wie der Selbstauslöser funktioniert. Das Foto entstand daher so, dass ich die (teure) Kamera als Aufstellmöglichkeit nutzte, um meine Kamera darauf zu positionieren, damit sie die richtige Höhe hat, um mich angemessen fotografieren zu können. Man sieht im Bild dennoch, dass ich mich etwas nach unten gelehnt habe. Das Foto entstand in der gegenüberliegenden Fakultät für Geisteswissenschaften, der Facultad de Filosofía y Lettras.

Ich hab noch weitere Fotos gemacht, die mir auch gut gefallen haben :-)

Vor der Fakultät, wo ich studieren darf

Neues Auto :-)

 

am Werk

15. Mai 2012

Knäckebrot ist geil!

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Gleich gehe ich joggen. Vor allem die Temperaturen erlauben das gerade. Gestern war mein Mitbewohner laufen, das hat mich irgendwie animiert und aus diesem Grund werde ich mich heute etwas austoben und mit Ann gemeinsam ein bisschen die milden Abendstunden beim Sport genießen. Dafür habe ich gerade eben noch ein bisschen gegessen, denn nichts ist schlimmer als mit Hunger Sport zu machen. Das funktioniert meistens nicht nur nicht in optimalster Weise, sondern lähmt dann den ganzen Abend, wenn man völlig fertig nach Hause kommt, obwohl der Sport doch ein bisschen die Seele reinigen und den Kopf freimachen soll. Heute mache ich diesen Fehler also nicht, denn ich habe ein bisschen Knäckebrot gegessen. Das hab ich seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gegessen und jetzt musste ich einfach zugreifen, als ich es zuletzt im Supermarkt gesehen habe. Dementsprechend genieße ich das Zeug auch! Und es macht nicht so voll, dass man dann später nicht mehr laufen könnte.

Am Donnerstag kommt lang erwarteter Besuch, den ich eigentlich nicht mehr erwartet habe. Lisa plus einer Freundin schaut in Málaga vorbei, so wie sie es noch in Deutschland versprochen hat. Ich freue mich riesig, dass es nicht nur eine leere Phrase war, die irgendwo zwischen Bewaffel Dich und DWBC rumdümpeln würde. Nein, sie kommt tatsächlich vorbei und besucht mich gemeinsam mit einer Freundin von ihr. Denn das Ding ist ja, dass ich nach wie vor Uni habe und da auch regelmäßig hingehe und  fleißig sein will, sodass ich nicht immer für meinen Besuch da sein kann. Was bin ich nur für ein schlechter Gastgeber! Aber nein Lisa, Ihr werdet es garantiert nicht bereuen!

Die Uni neigt sich auch langsam dem Ende zu. Es sind noch dreieinhalb Wochen Unterricht, ehe die Prüfungsphase beginnt. Ich weiß noch gar nicht so genau, wo ich eine Prüfung schreibe und wann das ist, aber da werde ich diese Woche noch einen schnellen Blick auf den Aushang wagen, wo alles Schwarz auf Weiß steht. Zum Lernen habe ich aktuell sowieso keine Zeit, denn die Uni-Endphase bedeutet auch in Málaga, dass die Schlagzahl erhöht wurde und damit jede Menge zu tun ist. Es gibt konkrete und vor allem zeitnahe Abgabefrsten, an die man sich halten muss, sodass der Druck nicht gerade gering ist. Aber wie immer werde ich das schon packen, denn ich will, nein, ich muss mindestens drei von fünf Kursen bestehen, um am Ende die letzte Rate der ERASMUS-Förderung zu bekommen, die erst ausgezahlt wird, nachdem man seine Leistung erbracht und nachgewiesen hat. Und im ersten Semester habe ich zwar zwei Kurse absolviert und auch einen nachweislich bestanden, aber ich habe keine Ahnung, was mit dem anderen Kurs passiert, wo sich der Professor nicht meldet und auf E-Mails nicht antwortet. Hier muss ich also wieder ganz persönlich in seinem Büro vorbeischauen, um zu erfahren, wie es mit der arbeitsintensiven Hausarbeit aussieht, ob ich bestanden habe und wie ich die Note nun noch einbringen kann. Wie ich diesen bürokratischen Aufwand verabscheue… Und dazu kommt, dass man denken könnte, in Spanien geht das alles viel einfacher, aber tatsächlich sind manche Verwaltungswege länger und komplizierter als in Deutschland und ich blicke da gelegentlich nur schwer durch, wenn dann sogar manch Spanier Probleme hat, mit bestimmten Sachen klarzukommen, was eigentlich das Interessante ist. Aber wie immer gilt: Kriege ich schon irgendwie hin!

13. Mai 2012

Erneut: Liebste Grüße an alle Mütter der Welt!

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Heute ist es nun auch offiziell soweit. In der (westlichen) Welt wird der Muttertag am zweiten Sonntag des Monats gefeiert, ausgenommen Angola, Kap Verde, Litauen, Mosambik, Portugal, Ungarn und Spanien. Heute am 13. Mai ist es also in Deutschland soweit, unseren Müttern alles Gute zum Muttertag zu wünschen. Ihr habt das gut gemacht mit uns! ;-)

Ein Blick in die Geschichte zeigt die tiefe Verwurzelung und Bedeutung des Muttertags, der seinen Ursprung in den USA hat und dort seit 1914 als offzieller Feiertag zelebriert wird. In Deutschland wird er seit 1923 gefeiert, es war der 13. Mai 1923, als er das erste Mal begangen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand der erste Muttertag 1949 noch in der alliierten Besatzungszone statt, ehe 1950 der erste offizielle Muttertag der neugegründeten Bundesrepublik Deutschland gefeiert wurde. In den Vereinigten Staaten ist er mittlerweile sehr kommerzialisiert und wird, was die Ausmaße angeht, (laut Wikipedia) nur von Weihnachten übertroffen. In Deutschland beschränkt man sich eher auf Blumen oder Gedichte.

Zu Ehren der Mutter habe ich sogar eines von Johann Wolfgang von Goethe gefunden:

An die Mutter
Obgleich kein Gruß, obgleich kein Brief von mir
So lang dir kommt, lass keinen Zweifel doch
Ins Herz, als wär die Zärtlichkeit des Sohns,
Die ich dir schuldig bin, aus meiner Brust
Entwichen. Nein, so wenig als der Fels,
Der tief im Fluss vor ew’gem Anker liegt,
Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut
Mit stürm’schen Wellen bald, mit sanften bald
Darüber fließt und ihn dem Aug entreißt,
So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich
Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom,
Vom Schmerz gepeitscht, bald stürmend drüber fließt
Und von der Freude bald gestreichelt, still
Sie deckt und nie verhindert, dass sie nicht
Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher
Zurückgeworfen Strahlen trägt und dir
Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt.
Johann Wolfgang von Goethe

8. Mai 2012

Möge das Schwitzen beginnen

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Ab dieser Woche soll er anscheinend losgehen. Spanier reden vom Frühling, ich werde wohl beginnen zu schwitzen. Der Sommer soll diese Woche seine ersten heißen Tage vorbeischicken, glaubt man dem Wetterbericht. Heute war es noch recht bewölkt, ab morgen sollen die Temperaturen bis auf 27 Grad ansteigen und am Wochenende gar an der30-Grad-Marke kratzen. Vermutlich kann das für das Wochenende nur eines bedeuten: Vamos a la playa – Ab zum Strand! Morgen Nachmittag beginnt theoretisch mein Wochenende, denn ein Kurs am Freitag fällt aus und da ich donnerstags immer frei habe, kann ich ab Mittwochnachmittag ein bisschen die Seele baumeln lassen. Doch zu viel Zeit mit Seelenbaumeln darf ich nicht vergeuden, denn ich hab in zwei Kursen recht ordentlich zu tun, was vor allem heißt, dass ich in die Uni muss, um mich an den dortigen Computern austoben zu können, weil es die entsprechenden Programme nur dort gibt und ich noch nicht darauf kam, wie und wo man sich die teure Adobe Master Collection einfach beschaffen kann, ohne sich selbst in eine Finanzkrise zu stürzen. Das Wort kann heutzutage sowieso keiner mehr hören!

Übrigens hab ich in der Menüleiste auf der rechten Seite nun einen Link eingefügt, der Euch zur Wetterseite bringt, um mitzuschwitzen, mich zu beneiden oder zu bemitleiden.

Und ganz nebenbei bemerkt, wird mit diesem Artikel gleich noch ein Jubiläum gefeiert, denn er ist der 75. seiner Art in diesem Blog. Und die Hundert werden wir doch auch noch voll kriegen!

6. Mai 2012

Día de la Madre – Alles Gute zum Muttertag!!!

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Zum heutigen Tag werde ich es mir nicht nehmen lassen, allen Müttern dieser Welt zum Muttertag zu gratulieren. Denn in Spanien wird der Día de la Madre bereits am ersten Sonntag im Mai zelebriert. Darum: Alles Gute, liebe Mütter, alles Liebe an meine Mutter, die mich zu dem gemacht hat, der ich heute bin. Ganz starke Leistung! :-P Ich grüße Dich herzlich und vermisse Dich!

Und weil es so schön ist, wird der nächste Gölückwunsch in einer Woche garantiert folgen. Dann ist auch in Deutschland der Ehrentag aller Mütter :-)

Für heute gilt: Felicidades a todas las madres del mundo!!!

 

Die Bildquelle findet sich HIER.

Die Übersetzung des Gedichtes geht in etwa so:

Es existieren weder Wörter,
noch die Zeit, noch die Form,
um das alles auszudrücken,
was es bedeutet Mutter zu sein,
der Grad und die Qualität des Gefühls,
Güte, Zärtlichkeit, Lehre und
Liebe, die sie uns geben.
Für das und vieles mehr,…
Danke und viele Glückwünsche!

4. Mai 2012

Geburtstagsgrüße

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Heute geht ein ganz herzlicher Glückwunsch zum Geburtstag aus der Ferne an meine liebe Tante :-)

Ich sitze derweil im regnerischen Málaga und warte auf den Sommer, der aber mit Sicherheit nächste Woche eintrifft…

26. Apr 2012

Elfmeterschießen… und am Ende gewinnen die Deutschen

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Gestern Abend war wieder ein Fußball-Schmankerl angesagt, wie man so schön sagt. Bayern München trat im Rückspiel der europäischen Champions League bei Real Madrid an. Im Estadio Bernabeu galt es, den 2:1-Vorsprung aus dem Sieg im Hinspiel zu verteidigen. Das schien allerdings unmöglich nach zwei Toren von Madrids Torjäger Christiano Ronaldo, der damit bereits 10 Tore in 10 Spielen markierte. In der spanischen Liga Primera DIvision kommt er gar auf eine Quote von 42 Toren in 34 Spielen, womit er seinen eigenen Rekord knackte. Doch am gestrigen Mittwochabend kam es schließlich wider jeder Erwartung doch anders. Denn die Münchener schlugen mit einem Elfmetertor von Arjen Robben bereits in der 27. Minute zurück und egalisierten damit den Vorsprung der “Galaktischen” aus Madrid, wie die Mannschaft seit jeher genannt wird. Dass dann in der zweiten Halbzeit kein Tor mehr gefallen war, trieb die Spannung weiter nach oben, denn es war klar, dass es in die Verlängerung ging. Der FC Bayern München hatte das Spiel längst übernommen und dominierte auch weiterhin, ohne jedoch den Schlusspunkt mit einem Tor zu markieren. Und somit kam es zum Elfmeterschießen, wo man in etwa sehen konnte, warum der Verein insgesamt etwa 25 Millionen Euro in den Transfer des deutschen Nationaltorwarts Manuel Neuer investierten. Er hielt zwei Elfmeter, erlaubte damit den eigenen Spielern, zwei Elfmeter zu verschießen und schließlich konnte der letzte verbliebene deutsche Klub im europäischen Wettbewerb dasFinalticket lösen und darf nun -historisch erstmalig – im eigenen Stadion gegen die englische Millionentruppe des FC Chelsea London antreten. Das wird ein wahrer Leckerbissen, zumal die Rivalität im Fußball zwischen England und Deutschland nicht minder brisant ist. Ein gewisser Gary Lineker, ehemaliger englischer Fußballspieler und Torschützenkönig der WM 1986 sagte einmal: „Football is a simple game; 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans always win.“ zu deutsch: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.” Legendär ist aber noch heute das Wembley-Tor, was doch keins war, oder doch (zu beurteilen HIER)? Es datiert von der Fußball-Weltmeisterschaft 1966, als im Finalspiel der englische Spieler Geoff Hurst zur 3:2-Führung traf und damit den schlussendlichen 4:2-Sieg über Deutschland einleitete. Eine Neuauflage dieses umstrittenen Treffers gab es übrigens zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010, als Englands Spieler Frank Lampard im Achtelfinal-Spiel das 2:2-Ausgleichstor gegen Deutschland geschossen hätte, wenn es anerkannt gewesen wäre. Schließlich gewann aber Deutschland mit 4:1 und erstickte die Debatte durch Souveränität und schönem Spiel im Keim. Im Halbfinale scheiterte Deutschland bekanntermaßen gegen den späteren Weltmeister Spanien knapp mit 0:1, durfte jedoch mit dem Bayern-Spieler Thomas Müller den WM-Torschützenkönig in den eigenen Reihen wissen. Frank Lampard übrigens darf im Champions League-Finale gegen Bayern München wieder gegen Manuel Neuer, Thomas Müller, und wie sie alle heißen, antreten.
Ein Pflichttermin für alle Fußballfans: 19. Mai 2012!

Ich verfolgte das gestrige Spiel übrigens in einer Bar und muss stark vermuten, dass ich der einzige Typ im Raum war, der nicht für Madrid fieberte. Mein Jubel am Ende fiel entsprechend verhalten aus, aber dafür war es wieder sehr amüsant anzusehen, wie spanische Fußballfans abgehen. Ich meine sogar, dass sie anders emotional an das Fußballspiel herangehen, denn schon direkt nach der Niederlage lachten sie, tranken, gesellten sich zu Freunden an den Tisch. Wie würde so ein Abend wohl bei deutschen Fans aussehen? Das fand ich jedenfalls sehr beeindruckend, zumal die Reaktionen während des Spiels außerordentlich emotionsgeladen bis aggressiv waren. Aber das zeichnet das Fan-Dasein schließlich aus! Ich freue mich auf die Europameisterschaft in diesem Jahr! Schließlich haben die Deutschen auf Nationalmannschafts-Ebene noch eine Rechnung offen…

Am kommenden Wochenende werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder eine kleine Reise unternehmen. Das Ziel soll diesmal Sevilla sein. Dort war ich noch nie, die Stadt – etwas größer als Málaga – wollte ich aber immer schon sehen, seit ich hier in Spanien studiere. Und aktuell findet dort die Feria de Abril statt. Was das genau heißt, muss ich vor Ort herausfinden. Aber klar ist, dass wieder viel gefeiert wird, wie das sich für Spanien und die Mentalität der Spanier gehört, dass viel getanzt (vor allem Flamenco), gesungen und getrunken wird und am Ende des Wochenendes ein riesiges Feuerwerk stattfindet, dass diese Woche würdig ausklingen lassen soll. Ich versuche derzeit, mich im Couchsurfen zu probieren und bin gespannt, ob das klappt. Denn dann kann das Wochenende auch noch sehr preisgünstig gestaltet werden!

20. Apr 2012

Von Fish & Chips, fliegenden Ratten und hässlichen Hunden

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Ich komme irgendwie immer wieder dahin. Schon zum dritten Mal dieses Jahr hat es mich nach Gibraltar verschlagen. Der Anlass diesmal war Philipp, der diese Woche zu Besuch war. Natürlich war sie dadurch auch sehr ereignisreich, habe ich doch versucht, Uni und Besuch unter einen Hut zu kriegen. Und eigentlich ist mir das auch ganz gut gelungen, sieht man davon ab, dass ich heute Morgen einfach nicht in der Lage war, zur Uni zu fahren. Stattdessen galt es, fehlenden Schlaf der vergangen Nacht nachzuholen. Aber naja, einmal kann man das ja machen. Dafür war ich bisher doch sehr fleißig. Doch nun stelle ich auch fest, dass der Unterricht schwerer wird. Mitte des Semesters ziehen die Dozenten nochmal ordentlich an, es gibt mehr zu tun und man hat halt trotzdem nicht wirklich mehr Zeit. Ich hoffe derzeit, dass ich das Semester wirklich entsprechend erfolgreich absolvieren kann, sodass ich mir auch einige Kurse anrechnen lassen kann, ohne meinen guten Durchschnitt in Halle zu versauen. Doch ich versuche, mich damit nicht verrückt zu machen und stattdessen einfach dranzubleiben, kontinulierlich zu arbeiten und eben immer daran zu denken, welche Chance mir dieses Erasmus-Jahr bietet. Sollte es letztendlich nicht dazu reichen, ausreichend Kurse erfolgreich genug zu absolvieren, muss ich halt noch etwas Zeit in Halle dranhängen, kann aber stolz darauf verweisen, was ich aus diesem Erasmus-Jahr mitgenommen habe!

Mein Mitbewohner kann es partout nicht verstehen, warum alle Welt nach Gibraltar will. Es sei hässlich, meinte er. Doch diese Meinung teile ich nicht unbedingt, auch wenn es vielleicht nicht mit Städten wie Cordoba oder Granada mithalten kann. Außer hässlichen Hunden und vielen nervigen Tauben gibt es dort nicht viel zu beanstanden, sieht man von der chaotischen Verkehrsregelung ab und Verkehrsschilder, die es gibt, oder eben nicht, obwohl sie angebracht wären… Doch Gibraltar hat seinen ganz eigenen Charme, betritt man doch mit dem Grenzübergang britisches Hoheitsgebiet. Allein das ist schon etwas Besonderes, im Süden der iberischen Halbinsel. Zudem kommt, dass man direkt danach eine Landebahn überqueren darf, um ins Stadtgebiet zu kommen. Und klar, im vorherigen Artikel sieht man bereits den Fels von Gibraltar, Upper Rock, der eigentlich gar nicht ins Landschaftsbild passt. Dieser Berg wird von Berberaffen bevölkert, die dort frei rumlaufen und -springen und sich auch von heranfahrenden Autos nicht aus der Ruhe bringen lassen. Der Fels wird von einem riesigen Tunnelsystem gesäumt, welches im Laufe der Jahrhunderte in den Stein gehauen oder gesprengt wurde, um Gibraltar militärisch zu sichern und die Verteidigung zu optimieren. Ein wirklich beeidruckendes historisches Monument. Nebenbei findet sich auch noch eine Tropfsteinhöhle in dem Fels – St. Michel’s Cave. Dort werden bei atemberaubender Kulisse und wundervollem Klang regelmäßig Konzerte und Theaterstücke aufgeführt. Und natürlich hat man von dem Berg aus einen tollen Blick auf Afrika. Doch gestern hat uns das Wetter die Sicht erschwert und man konnte das Atlasgebirge nur in Umrissen erkennen. Aber egal, wir haben den Tag dann noch mit Fish & Chips und einem Bier ausklingen lassen und sind dann nach Málaga zurück. Dort noch ein wenig bei einem Bier am Hafen entspannt und dann ging es schlafen. Jetzt ist es schon wieder um sechs Uhr, der Tag neigt sich dem Ende. Pläne für das Wochenende gibt es noch nicht wirklich, aber ich halte es wie immer: Da ergibt sich schon was!

9. Apr 2012

Frohes Osterfest

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Zunächst einmal wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein schönes und halbwegs ruhiges Osterfest und eine lustige Ostereiersuche (auch wenn Ostern nun fast vorbei ist).

Der Fels von Gibraltar

Es beginnt wieder einmal eine neue Woche, nachdem ich letzte Woche Besuch von Richard und Katrin hatte (ich hoffe, ich konnte Euch Málaga und den Charme Andalusiens näherbringen). Zwei Ausflüge sollten dafür sorgen. Es ging mal wieder nach Tarifa, an den schönen Atlantik und daraufhin nach Gibraltar in englisches Hoheitsgebiet. Gibraltar besticht vor allem durch schlechtes, englisches Essen und dem Fels von Gibraltar mit dem Naturschutzgebiet Upper Rock, in dem zig Berberaffen beheimatet sind und der das Landbild dieses Südzipfels der iberischen Halbinsel prägt. Es ist eine wirklich beeindruckende Gegend, nichtzuletzt durch den regen Schiffverkehr durch die Straße von Gibraltar belebt wird. Damit ist die Gegend eine der meistbefahrendsten Wasserstraßen der Welt.

Die letzte Woche bot aber noch eine weitere Besonderheit, denn die Semana Santa sorgte dafür, dass Málaga bis in die frühen Morgenstunden belebt und die Innenstadt mit Einheimischen und Touristen gefüllt war. Es war die Möglichkeit, diese absurde Tradition der heiligen Osterwoche im katholischen Spanien zu bestaunen und sich gleichermaßen darüber zu wundern. Denn die Semana Santa zeichnete sich in Málaga durch über vierzig Prozessionen aus, die durch die Stadt führten. Organisiert wird das Ganze von den hermandades, Bruderschaften, die in der Stadt verteilt sind. Wie das genau aussieht, kann man in den folgenden Videos betrachten;

Promotionsvideo der Semana Santa in Málaga
Ausschnitt der Semana Santa in Málaga von 2011

Prozession vor der Haustür

Im Grunde genommen geht es dabei um die Erzählung der Leidensgeschichte von Jesus Christus, wobei ich davon hörte, dass sie aus der Zeit der Reconquista resultiert, als das bis dato von den Arabern besetzte Spanien von der katholischen Kirche zurückerobert wurde. Der damals nach islamischen Glauben erzogenen und überwiegend analphabetischen Bevölkerung sollte damit das Christentum mit gestalterischen und gespielten Mitteln näher gebracht werden. Die Tradition hält bis heute an und hat eine große Bedeutung für die gläubige Bevölkerung, was sich nicht zuletzt am Aufwand erkennen lässt. Die Menschen stehen stundenlang in einer total überfüllten und kaum begehbaren Innenstadt, um den Prozessionszügen beizuwohnen, die im Durchscnitt etwa sieben Stunden – oft länger – dauern. Die Besonderheit in Málaga sind die riesigen tronos – Throne, die zum Teil über vier Tonnen wiegen können und von über 200 Männern, den sogenannten Costaleros, getragen werden. Je Prozession gibt es in der Regel zwei davon, einen mit Maria und einen mit einer Kreuzigungsdarstellung. Weiterer Bestandteil der Züge sind die Nazarenos, die Büßer, die in einer Art Ku-Klux-Klan-Gewand mit Spitzhaube vor und hinter den tronos marschieren, viele davon barfuß. Ein sehr interessantes Schauspiel.
Mehr zur Semana Santa in Málaga gibt es hier und bei Wikipedia. :-)

Nun beginnt natürlich wieder der graue Alltag, der mit fleißigem Studieren gefüllt wird, bis dann ab nächster Woche mit Phillip der nächste Besuch auf der Matte steht.

27. Mrz 2012

Volles Programm

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Heute war wieder ein anstrengender Tag. Doch dafür hat er sich gelohnt. Das hat er schon, als der alte Tag noch ausgeklungen ist. Als ich dann allerdings viel zu früh aufstehen musste, weil ich zum Sprachkurs wollte, bin ich kurz am Überlegen gewesen, was sinnvoll ist. Gehe ich zum Sprachkurs, liege ich dort vielleicht auf dem Tisch und schlafe. Oder genau das passiert mir danach, wenn ich bis abends in der Uni sitzen darf. Zugegeben, beides traf zu. Aber im Sprachkurs hab ich mich in der Pause ausgeruht und in der Uni war es eine kleine Konzentrationsschwäche, die dann mit Cola wieder ausgebügelt wurde. Heute hatte ich alles in allem einen Zehn-Stunden-Tag. Bin stolz auf mich, dass ich gerade jegliche Erasmus-Vorurteile über den Haufen werfe. Ich bin voll drin im Studium!

Wir hatten heute in einem Kurs Besuch von der Journalistin Carmen Beamonte, die Chefin beim ortsansässigen Radiosender ist – so wie vor zwei Wochen Marcos Chacón vorbeischaute, der ebenfalls seit vielen Jahren erfolgreich beim Radio arbeitet. Was habe ich gelernt: Man muss die Leidenschaft für den Beruf mitbringen und ihn richtig lieben, um ihn gut zu machen, denn gut bezahlt wird er wahrlich nicht. Das wusste ich noch nicht. Aber es zeigt, dass die Wirtschaftskrise, beziehungsweise die Medienkrise auch vor dem Radio nicht halt macht. Und wie viele Medien fragt sich auch das Radio, wie man mit dem Internet lukrativ wirtschaften und arbeiten kann. Klar ist aber, dass man kooperieren muss, denn durch die Partizipation an diversen Distributionswegen erweitert sich auch die Breite der möglichen Zielgruppe(n). Fakt ist aber auch, dass Medien in jedem Fall nicht aussterben werden. Zeitungsleser vertrauen auch heute zu aller erst dem herkömmlichen Papierformat, statt ihre Information aus dem Internet zu bekommen. Das Radio läuft noch immer am Frühstückstisch oder im Auto. Und auch Fernsehen wird weiter geschaut. Der Unterschied ist nur, dass man auch im Internet all das abrufen kann. Es gibt Online-Radio, jeder Fernsehsender hat seine Mediathek und natürlich wird auch die elektronische Version der Zeitung angeboten. Das Gute daran ist, dass dies alles nichts kostet. Doch das ist natürlich auch der Knackpunkt, weil die Medienfirmen somit das Internet – bisher und zum Glück für den Konsumenten – nur schwer als liquide Einnahmequelle generieren können.

Nach dem interessanten Vortrag, der mir doch trotz der schlechten Aussichten Lust gemacht hat, mich in dem Gebiet auch mal zu versuchen, bin ich Blutspenden gewesen. Denn ein Bus zum Spenden stand vor der Universität und weil ich sowieso noch ein wenig Zeit überbrücken musste, habe ich mich mal wieder aussaugen lassen. Ich fühle mich gut. Doch ich bin müde. Wenig Schlaf die Nacht, viel durch die Stadt rennen, Sprachkurs, Uni, Blutspende. Jetzt ist tiempo libre, Freizeit.

Am Donnerstag ruht die Arbeit in ganz Spanien. Es wird zum huelga aufgerufen. Es wird gestreikt. Warum und weshalb lässt sich rausfinden. Aber da ich am Donnerstag sowieso keine Uni habe, bringt mir das keine Vorteile. Außer dass dieser Umstand bedeutet, dass ich morgen, Mittwoch, um 16 Uhr ins Wochenende starten kann, denn Freitag ist Feiertag und dann sind, bedingt durch die Semana Santa, Ferien bis nach Ostern. Ist ja dann doch auch wieder recht entspannt, wenn man so darüber nachdenkt…

PS: Übrigens habe ich letzte Woche in einem Kurs gelernt, dass ein herkömmlicher Blogartikel nicht über 250 Wörter haben muss. Ich müsste im SMS-Stil schreiben, um mich daran halten zu können. Ihr lest also einen ganz besonderen Blog, der sich zumindest dieser Norm widersetzt. Ich stehe mit Ende dieses Artikels bei 577 Wörtern… ;-)