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6. Mrz 2012

Blick nach Afrika

Verfasst von

Wieder ist eine neue Woche angebrochen und die letzten Tage haben es wieder in sich gehabt. Es war mal wieder eine kleine Reise angesagt und das hat wieder verdammt Spass gemacht! Diesmal ging es am Samstag nach Córdoba und am Sonntag nach Tarifa, dem südlichsten Punkt des europäischen Festlandes, wo die kürzeste Entfernung zu Afrika gerade einmal 14 Kilometer beträgt. Das bietet einen schönen Blick auf das marokkanische Bergland. Und nebenbei steht man noch zwischen Mittelmeer und Atlantischen Ozean. Eine einmalige Gelegenheit, die ich mir mit meiner weiblichen Begleitung in Form von Ann und ihrer Freundin Sarah nicht entgehen lassen konnte. Für die Reise haben wir uns ein Auto gemietet, ein Kia Picante, klein, niedlich, aber genau das Richtige! Und ich durfte mal wieder Auto fahren. Das war ein Spass! Nur die Parkplatzsuche in Málaga war erst furchtbar, später fruchtbar, wenn man die Hilfe seines Mitbewohners in Anspruch nimmt, der die fast “geheimen” Parkmöglichkeiten in der Innenstadt kennt.

Die Gebetshalle der Mezquita von Córdoba

Die Fahrt am Samstag hat etwa eineinhalb Stunden gedauert und dann waren wir im süssen Córdoba, der drittgrössten Stadt Andalusiens, die vor allem durch die Mezquita Touristen aus aller Welt anzieht. Dieses bedeutende Bauwerk wurde im achten Jahrhundert als Moschee (daher auch der Name Mezquita als spanische Entsprechung) errichtet und wurde in den folgenden Jahrhunderten erweitert, sodass sie heute als drittgrösste Moschee der Welt gilt. Wäre da nur nicht die Reconquista gewesen. Nachdem aus Nordafrika kommende Araber und Berber das Westgotenreich und mit der Jahre fast die gesamte iberische Halbinsel erobert haben, verbreitete sich mit der Eroberung auch der muslimische Glauben im heutigen Spanien. Davon zeugen heute zahlreiche arabische Bauten, von denen die Mezquita de Córdoba wohl eine der beeindruckendsten ist. Natürlich darf hier nicht vergessen werden, auch die Alhambra von Granada zu erwähnen. Und auch in Málaga findet man mit der Alcazaba einen Nachlass arabischer Herrschaft. Cordoba zählte einst zu den Zentren der damals bekannten Welt und galt damit als sehr bedeutend für die Eroberer. Vom im Norden liegenden Austurien ausgehend begann die Rückeroberung der Halbinsel durch die Westgoten. Nachdem auch Córdoba wieder vereinnahmt war, wurde auch der christliche Glauben wieder eingeführt. Daher begann man mit dem Umbau der Mezquita zur Kathedrale, errichtete in der Mitte eine dazu gehörige Kirchenhalle und beliess trotz allem die muslimische Gebetshalle. Jahrelang lebten und beteten in Córdoba Juden, Christen und Muslime gemeinsam. Ach ja, auch eine von drei Synagogen Spaniens steht in Córdoba!

Team Tarifa

Gerne hätte ich noch den Abend dort verbracht, doch wir wollten kein Hostel mieten und sind stattdessen nach Málaga zurück, um am nächsten Tag nach Tarifa zu fahren. Das liegt im Süden Spaniens, was logisch erscheint, da es ja gleichzeitig der südlichste Punkt Europas ist, oder sagen wir, des europäischen Festlandes.

Preisfrage: Wer weiß, wo das offizielle südlichste Ende Europas - also nicht nur des Festlandes - liegt, ohne Google zu befragen? (Tipp: Es ist auf einer Insel)

Jedenfalls ist Tarifa echt schick. Ein kleines Städtchen, was man auch bequem durchlaufen könnte, erlaubt einem den Blick auf den afrikanischen Kontinent. Ich dachte, ich könnte auch noch die Isla de Tarifa sehen, doch die ist militärisches Sperrgebiet, warum auch immer… Aber auch so war das Städtchen echt sehenswert. Und es war dort grad Karneval. Da es Sonntag war, gehörte der Tag vor allem den Kindern. Am Tag vorher soll die große Party stattgefunden haben, wie ich von einer Einwohnerin erfahren habe. Am Sonntag hat man nur einen traurigen Clown auf der Bühne gesehen, der die verkaterten Erwachsenen beim Sommerhit “Ai se eu te pego” zu animieren versuchte. Wir spazierten ein wenig durch die Stadt, aßen Pizza, genossen den Strand des Atlantischen Ozeans und waren beeindruckt von so vielen Windsurfern. Tarifa wird aus diesem Grund auch als Costa del Windsurf bezeichnet. Nun kann ich auch erahnen, warum.

Sind die Windsurfer zu erkennen?

Ach ja, zweimal durfte ich auch in den Genuss kommen, Maut zu bezahlen, nachdem ich mich erst gewundert habe, warum die meisten Autos abbogen, als sich die Autobahn in eine Autobahn und eine autobahnähnliche Straße splittete. Naja, notwendiges Übel auf einer schönen Reise.

Und heute geht es mir super! Ich hab das Gefühl, ich hab mir genau die richtige Kurse rausgesucht, fühle mich dort pudelwohl, lerne interessante Sachen (z.B. im Kurs Marketing, wo ich mir ein 40-Euro-Buch leisten durfte/musste) und hab vielleicht jetzt schon mehr Kontakt zu Spaniern als im gesamten ersten Semester, einfach aus dem Grund, weil ich es soweit sprechen kann. Jetzt werde ich noch ein wenig lesen, diverse Postkarten schreiben und mich schlafen legen, denn eine weitere Neuerung bringt ein neues Wohlfühlen zurück: Ich habe wieder einen Tagesrhythmus, der mir spätestens seit ich in Spanien bin abhanden gekommen ist, wenn nicht sogar schon seit ich studiere. Das gefällt mir und bringt mir einen wunderbar ausgefüllten Tagesablauf!

Und weitere Fotos gibt es später! :-)

Über Felix Luderer

  • Student/in
  • Nach abenteuerlichen Schuljahren erlebte ich neun Monate das Soldatsein. Ich wurde zum Wehrdienst berufen, "genoss" meine Zeit und machte drei Kreuze, als es vorbei war. Anschließend bekam mich mit meinem Vorpraktikum die Möglichkeit, bei euro-Regional TV journalistische Praxisluft zu schnuppern. Außerdem war es die Grundlage für das Jetzt. Ich studiere Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Politikwissenschaften. Vorher habe ich noch ein Jahr Berufsorientierte Linguistik im interkulturellen Kontext studiert. Ein atem(be)raubendes Studiumsprogramm. Damit verfolge ich das ehrgeizige Ziel, einmal in Bereich der Medien Fuß zu fassen oder sogar ein eigenes Standbein aufzubauen. Aktuell verbringe ich ein Auslandsjahr in Málaga.
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2 Kommentare

  1. Katrin sagt:

    Also ich würde mal sagen die Isla de Tarifa? Wenn du sagst, dass Tarifa der südlichste Punkt ist und es dort noch eine Insel gibt, auf die man nicht rauf darf, dann würde ich sagen ist dies der südlichste Punkt.

    • Felix Luderer sagt:

      Nein, leider nicht richtig :-)
      Weitere Versuche? Tipp: Der südlichste Punkt liegt nicht in Spanien und auch nicht auf der iberischen Halbinsel :-)

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