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27. Mrz 2012

Volles Programm

Verfasst von

Heute war wieder ein anstrengender Tag. Doch dafür hat er sich gelohnt. Das hat er schon, als der alte Tag noch ausgeklungen ist. Als ich dann allerdings viel zu früh aufstehen musste, weil ich zum Sprachkurs wollte, bin ich kurz am Überlegen gewesen, was sinnvoll ist. Gehe ich zum Sprachkurs, liege ich dort vielleicht auf dem Tisch und schlafe. Oder genau das passiert mir danach, wenn ich bis abends in der Uni sitzen darf. Zugegeben, beides traf zu. Aber im Sprachkurs hab ich mich in der Pause ausgeruht und in der Uni war es eine kleine Konzentrationsschwäche, die dann mit Cola wieder ausgebügelt wurde. Heute hatte ich alles in allem einen Zehn-Stunden-Tag. Bin stolz auf mich, dass ich gerade jegliche Erasmus-Vorurteile über den Haufen werfe. Ich bin voll drin im Studium!

Wir hatten heute in einem Kurs Besuch von der Journalistin Carmen Beamonte, die Chefin beim ortsansässigen Radiosender ist – so wie vor zwei Wochen Marcos Chacón vorbeischaute, der ebenfalls seit vielen Jahren erfolgreich beim Radio arbeitet. Was habe ich gelernt: Man muss die Leidenschaft für den Beruf mitbringen und ihn richtig lieben, um ihn gut zu machen, denn gut bezahlt wird er wahrlich nicht. Das wusste ich noch nicht. Aber es zeigt, dass die Wirtschaftskrise, beziehungsweise die Medienkrise auch vor dem Radio nicht halt macht. Und wie viele Medien fragt sich auch das Radio, wie man mit dem Internet lukrativ wirtschaften und arbeiten kann. Klar ist aber, dass man kooperieren muss, denn durch die Partizipation an diversen Distributionswegen erweitert sich auch die Breite der möglichen Zielgruppe(n). Fakt ist aber auch, dass Medien in jedem Fall nicht aussterben werden. Zeitungsleser vertrauen auch heute zu aller erst dem herkömmlichen Papierformat, statt ihre Information aus dem Internet zu bekommen. Das Radio läuft noch immer am Frühstückstisch oder im Auto. Und auch Fernsehen wird weiter geschaut. Der Unterschied ist nur, dass man auch im Internet all das abrufen kann. Es gibt Online-Radio, jeder Fernsehsender hat seine Mediathek und natürlich wird auch die elektronische Version der Zeitung angeboten. Das Gute daran ist, dass dies alles nichts kostet. Doch das ist natürlich auch der Knackpunkt, weil die Medienfirmen somit das Internet – bisher und zum Glück für den Konsumenten – nur schwer als liquide Einnahmequelle generieren können.

Nach dem interessanten Vortrag, der mir doch trotz der schlechten Aussichten Lust gemacht hat, mich in dem Gebiet auch mal zu versuchen, bin ich Blutspenden gewesen. Denn ein Bus zum Spenden stand vor der Universität und weil ich sowieso noch ein wenig Zeit überbrücken musste, habe ich mich mal wieder aussaugen lassen. Ich fühle mich gut. Doch ich bin müde. Wenig Schlaf die Nacht, viel durch die Stadt rennen, Sprachkurs, Uni, Blutspende. Jetzt ist tiempo libre, Freizeit.

Am Donnerstag ruht die Arbeit in ganz Spanien. Es wird zum huelga aufgerufen. Es wird gestreikt. Warum und weshalb lässt sich rausfinden. Aber da ich am Donnerstag sowieso keine Uni habe, bringt mir das keine Vorteile. Außer dass dieser Umstand bedeutet, dass ich morgen, Mittwoch, um 16 Uhr ins Wochenende starten kann, denn Freitag ist Feiertag und dann sind, bedingt durch die Semana Santa, Ferien bis nach Ostern. Ist ja dann doch auch wieder recht entspannt, wenn man so darüber nachdenkt…

PS: Übrigens habe ich letzte Woche in einem Kurs gelernt, dass ein herkömmlicher Blogartikel nicht über 250 Wörter haben muss. Ich müsste im SMS-Stil schreiben, um mich daran halten zu können. Ihr lest also einen ganz besonderen Blog, der sich zumindest dieser Norm widersetzt. Ich stehe mit Ende dieses Artikels bei 577 Wörtern… ;-)

Über Felix Luderer

  • Student/in
  • Nach abenteuerlichen Schuljahren erlebte ich neun Monate das Soldatsein. Ich wurde zum Wehrdienst berufen, "genoss" meine Zeit und machte drei Kreuze, als es vorbei war. Anschließend bekam mich mit meinem Vorpraktikum die Möglichkeit, bei euro-Regional TV journalistische Praxisluft zu schnuppern. Außerdem war es die Grundlage für das Jetzt. Ich studiere Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Politikwissenschaften. Vorher habe ich noch ein Jahr Berufsorientierte Linguistik im interkulturellen Kontext studiert. Ein atem(be)raubendes Studiumsprogramm. Damit verfolge ich das ehrgeizige Ziel, einmal in Bereich der Medien Fuß zu fassen oder sogar ein eigenes Standbein aufzubauen. Aktuell verbringe ich ein Auslandsjahr in Málaga.
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