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22. Mrz 2012

Von Freiheit und Zeit

Verfasst von

Meine Tür bietet noch Platz für mehr!!!

Heute Abend fühle ich wieder wunderbar. Ich danke zunächst einmal der lieben Leo für die tolle Postkarte. Jedes Mal, wenn ich in mein Zimmer gehe, darf ich auf alle Postkarten schauen, die mir geschickt wurden. Es ist noch Platz, also schreibt mir fleißig :-P

Ich hatte heute einen recht entspannten, aber langen Tag. Meinen ersten Kurs hatte ich halb elf, den nächsten um drei für jeweils eine Stunde und das wars. Doch die Zwischenzeit hab ich auch genutzt und zu Hause war ich letztendlich erst halb sieben. Das liegt allerdings auch daran, dass ich nach dem Kurs noch mit Ann auf der Wiese lag und eingeschlafen bin. So lässt es sich leben. Den Abend hab ich noch zwei Stunden etwas für die Uni gemacht und nun genieße ich die Freiheit, denn morgen habe ich außer dem Sprachkurs am Morgen nix und kann mir den Tag frei gestalten. Wie ich das liebe.

Die Woche an sich gestaltet sich recht entspannt. Das Geld wird gerade etwas gespart und ich weiß, dass ich nicht von Party zu Party hetzen muss, um Spaß zu haben. Genau das darf ich gerade bei den neu angekommenen Erasmus-Studenten beobachten, die zudem noch praktisch jedes Wochenende verreisen, um möglichst viel zu sehen. Ist ja auch schon wieder Ende März. In drei Monaten ist das Abenteuer ERASMUS vorbei… Das ist irgendwie ein komisches Gefühl… Man bekommt vor lauter Aufregung nicht mit, wie die Zeit vergeht.. Das spricht zumindest für eine tolle Zeit. Doch da fällt mir ein, was ein gewisser Thomas Mann in seinem Roman “Der Zauberberg” zur Zeit zu sagen hat:

“Über, das Wesen der Langenweile sind vielfach irrige Vorstellungen verbreitet. Man glaubt im ganzen, daß Interessantheit und Neuheit des Gehaltes die Zeit »vertreibe«, das heißt: verkürze, während Monotonie und Leere ihren Gang beschwere und hemme. Das ist nicht unbedingt zutreffend. Leere und Monotonie mögen zwar den Augenblick und die Stunde dehnen und »langweilig« machen, aber die großen und größten Zeitmassen verkürzen 144 und verflüchtigen sie sogar bis zur Nichtigkeit. Umgekehrt ist ein reicher und interessanter Gehalt wohl imstande, die Stunde und selbst noch den Tag zu verkürzen und zu beschwingen, ins Große gerechnet jedoch verleiht er dem Zeitgange Breite, Gewicht und Solidität, so daß ereignisreiche Jahre viel langsamer vergehen als jene armen, leeren, leichten, die der Wind vor sich her bläst, und die verfliegen. Was man Langeweile nennt, ist also eigentlich vielmehr eine krankhafte Kurzweiligkeit der Zeit infolge von Monotonie: große Zeiträume schrumpfen bei ununterbrochener Gleichförmigkeit auf eine das Herz zu Tode er-schreckende Weise zusammen; wenn ein Tag wie alle ist, so sind sie alle wie einer; und bei vollkommener Einförmigkeit würde das längste Leben als ganz kurz erlebt werden und unversehens verflogen sein. Gewöhnung ist ein Einschlafen oder doch ein Mattwerden des Zeitsinnes, und wenn die Jugendjahre langsam erlebt werden, das spätere Leben aber immer hurtiger abläuft und hineilt, so muß auch das auf Gewöhnung beruhen.” (zu lesen ist “Der Zauberberg” übrigens hier. Es gibt ihn aber auch als handelsübliches Buch :-) Nichtzuletzt hat Thomas Mann für diesen Roman seinen Literatur-Nobelpreis bekommen).

Bin auch grad in Leselaune und habe mir nach dem DFB-Pokal-Spiel der im Elfmeterschießen siegreichen Bayern (argh!) einen Artikel über Hooligans auf der Internetseite des Süddeutsche Zeitung Magazins durchgelesen. Sehr interessant und hier nachzulesen. Ach ja, und die “Edel”-Prostituierten in Madrid streiten auch gerade. Lustigerweise streiken sie gegen die Bankiers von Madrid und verweigern jegliche Dienstleistung, bis sie jegliche Kredite an private Haushalte zurück zahlen. Es geht also wieder ums liebe Geld, und zum Artikel hier entlang.

So, und nun genieße ich nach diesem literarischen Einwurf noch ein bisschen den Abend und gehe bald schlafen. Ich wünsch Euch eine schöne Restwoche!

Beste Grüße!!!

Über Felix Luderer

  • Student/in
  • Nach abenteuerlichen Schuljahren erlebte ich neun Monate das Soldatsein. Ich wurde zum Wehrdienst berufen, "genoss" meine Zeit und machte drei Kreuze, als es vorbei war. Anschließend bekam mich mit meinem Vorpraktikum die Möglichkeit, bei euro-Regional TV journalistische Praxisluft zu schnuppern. Außerdem war es die Grundlage für das Jetzt. Ich studiere Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Politikwissenschaften. Vorher habe ich noch ein Jahr Berufsorientierte Linguistik im interkulturellen Kontext studiert. Ein atem(be)raubendes Studiumsprogramm. Damit verfolge ich das ehrgeizige Ziel, einmal in Bereich der Medien Fuß zu fassen oder sogar ein eigenes Standbein aufzubauen. Aktuell verbringe ich ein Auslandsjahr in Málaga.
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