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17. Jun 2012

Eigentlich sollte ich schlafen…

Verfasst von

… aber wie schon gestern Nacht komme ich nicht dazu. Und dann denke ich: Es ist nicht gut für die eigene Gesundheit, wenn die Freundin nicht da ist, die einen sonst daran erinnert, dass man nachts normalerweise solche abgefahrenen Sachen wie Schlafen macht. Dabei ist ein ganz bestimmtes Buch der Grund, der mich nicht schlafen ließ. An dieser Stelle möchte ich es kurz vorstellen, wobei, nein, ich will es nur erwähnen! Es heißt “Der Schatten des Windes” und stammt aus der Feder des spanischen Autors Carlos Ruiz Zafón, der wie auch die Geschichte des Buches aus Barcelona kommt. Kleinkariert könnte der ein oder andere darauf bestehen, dass erwähnt werden muss, dass es sich um einen katalanischen Autor handelt, doch diverser Unabhängigkeitsbewegungen zum Trotz erschien es 2001 unter dem (spanischen) Originaltitel La sombra del viento und wurde laut Wikipedia 2003 ins Deutsche übersetzt. Ich will es hier nicht sagen, dass ich das Buch zu meiner Schande nicht auf Spanisch gelesen habe, muss aber zu meiner Verteidigung auch zugeben, dass es sehr mir nach wie vor schwer fällt, solche Romane (zudem über 600 Seiten) auf Spanisch zu verstehen, weil dafür das Vokabular noch immer nicht ausreicht und Metaphern und andere stilistische Figuren oder Beschreibungen recht schwer zu, sagen wir, erkennen sind.

Dieses Buch hat mich jedenfalls in d en Bann gerissen nach einem abwechslungsreichen Tag, den ich dennoch fast ausschließlich zu Hause verbracht habe. Am Montag wartet die wichtigste Klausur auf mich, die ich hier in Spanien schreiben werde und dafür lerne ich, auch wenn ich das ungute Gefühl habe, dass ich am Ende vor der Klausur verzweifeln werde. Es ist Marketing, der Stoff ist nicht schwer, aber es gibt viele Begriffe, viel Stoff, viel Theorie. Darum bin ich dieses Wochenende bisher vor allem am Lesen und gelegentlich am Exzerpieren. Das Wort “gelegentlich” ist mir übrigens erst nicht eingefallen, dafür dachte ich zuerst an die spanische Entsprechung – a veces, Lustig. Als ich aufgrund der letzten Nacht, die ähnlich wie die jetzige mit Lesen und, ich geb es zu, Playstation spielen, verlebt wurde, etwas Schlafmangel hatte, musste der Nachmittag für eine spontane Siesta genutzt werden. Aufgefrischt hab ich mir dann am Abend meine Laufschuhe geschnürt und bin Joggen gegangen. Es war eine der härtesten Runden, die ich hier in Málaga gelaufen bin und ich habe sie – nicht zuletzt deshalb – zu meiner neuen Lieblingsstrecke auserkoren. Schade, dass ich in weniger als einem Monat nicht mehr auf spanischem Boden laufen werde, aber diese Strecke hatte es in sich. Der Hinweg führte wie gewöhnlich am Strand entlang in Richtung El Palo, dem Stadtteil im Osten von Málaga. Oft bin ich bis zu meiner ehemaligen Sprachschule und zurück gelaufen, was insgesamt etwa zwölf Kilometer ausmachten. Den heutigen Weg wählte ich auf Empfehlung meines Mitbewohners, der eine seiner Laufstrecken in den Bergen gefunden hat. Konkret heißt das, dass man an einem Punkt in eine Straße einbiegt, die vor allem aufwärts führt, um dann eine Runde um Gibralfaro macht, dem Berg einschließlich der Alcazaba. Es steigt konstant an und ich hab mir oft gedacht, wie cool es wäre, mit dem Rad hier hochzuhecheln. Als es etwas flacher wurde, war ich dann aber eher froh dass es wieder erträglicher ist, bis ich das Schild sah, dass mir den Weg wies und gleichzeitig die Ausmaße der so beliebten Laufstrecke meines Mitbewohners offenbahrte… Es ging noch steiler aufwärts! Aber so wie man mich kennt, fand ich es geil, mich zu quälen. Und nach knapp 80 Minuten war ich dann auch wieder zu Hause, total fertig, aber zufrieden. Und den Abend habe ich gelesen und plötzlich war es um 5. Nun ist es nach sechs und ich sitze hier mit meinem neuen MP-3-Player, den ich mich zum Schnäppchenpreis bei Amazon in Spanien bestellt habe, der aber zu meiner Verwunderung aus dem Lager in Deutschland verschickt wurde – in drei Tagen! Nun kann ich mich bereits ein Wochenende daran erfreuen und natürlich hat mir die Musik auch den Aufstieg erleichtert. An dieser Stelle sei “Calle 13″ erwähnt, eine Band aus Puerto Rico, die mit ihrem Album “Entren Los Que Quieran”, ebenfalls eine Empfehlung meines Mitbewohners ist und seit ein paar Wochen durch die Wohnung hallt und mich dabei infiziert hat. Die Musik ist so eine Art Hip Hop, aber die Gruppe legt sich darauf auf keinen Fall fest, aber ich kann es nicht genauer beschreiben. Das Album war jedenfalls in diesem Jahr auch für die Grammys nominiert.

“Voyage, Voyage” höre ich gerade aus dem Radio, das ich natürlich auch mit meinem neuen MP-3-Player höre :-) Das erinnert mich daran, dass ich mich in nunmehr einer Woche bereits im Norden befinden werde, um die (kantabrische) Gegend von und um Santander einschließlich des benachbarten Asturiens unsicher zu machen. Davon kann ich nun träumen. Es ist bereits 6:24 Uhr.

Über Felix Luderer

  • Student/in
  • Nach abenteuerlichen Schuljahren erlebte ich neun Monate das Soldatsein. Ich wurde zum Wehrdienst berufen, "genoss" meine Zeit und machte drei Kreuze, als es vorbei war. Anschließend bekam mich mit meinem Vorpraktikum die Möglichkeit, bei euro-Regional TV journalistische Praxisluft zu schnuppern. Außerdem war es die Grundlage für das Jetzt. Ich studiere Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Politikwissenschaften. Vorher habe ich noch ein Jahr Berufsorientierte Linguistik im interkulturellen Kontext studiert. Ein atem(be)raubendes Studiumsprogramm. Damit verfolge ich das ehrgeizige Ziel, einmal in Bereich der Medien Fuß zu fassen oder sogar ein eigenes Standbein aufzubauen. Aktuell verbringe ich ein Auslandsjahr in Málaga.
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