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Allgemein

25. Jul 2012

Abschluss – Was noch zu sagen bleibt

Verfasst von

Seit nunmehr acht Tagen bin ich nun wieder in Deutschland angekommen, die letzten Abschiedstränen sind getrocknet und mit viel Freude habe ich mich wieder in der Heimat eingelebt. Zunächst muss eine Entschuldigung angeführt werden, dass es nicht mehr Artikel geworden sind, doch die letzten Wochen in Málaga habe ich vornehmlich mit Reisen und Schwitzen verbracht. Es war einfach unglaublich heiß zum Schluss. Darum war es für mich auch Zeit, nach Deutschland zurückzukehren, wo mich schließlich neben Familie und Freunden angenehme Temperaturen erwartet haben.

Was bleibt zum Abschluss zu sagen? Es war – wie es der gesamte Blog widerspiegelt – eine unvergessliche und unglaublich lehrreiche Zeit. Man entwickelt sich enorm weiter, lernt eine neue Kultur, deren Sprache und neue Freunde kennen, verliebt sich (vielleicht), genießt das Leben und hat Erfahrungen gesammelt, die einem keiner mehr nimmt. Natürlich gab es auch schlechtere Erfahrungen, man wurde beklaut, hat vielleicht auch mal einen Chupito zu viel getrunken, hatte Stress im Studium und, und, und. Doch es lohnte sich allemal!

Ich habe diesen Blog regelmäßig mit (hoffentlich) spannenden Inhalten gefüllt und sowohl versucht, die Heimat auf dem Laufenden zu halten, als auch Werbung für ERASMUS zu machen. Nebenbei biete ich hier für jeden zukünftigen Studenten, der sich für Málaga entscheidet, eine mehr als umfangreiche Informationsplattform, um sich über den zukünftigen Aufenthaltsort zu informieren.

Wer allerdings nicht die Zeit und die Lust hat, 87 (!!!) Artikel durchzulesen, der kann sich auch bequem über den folgenden Link informieren, (der vor allem an ERASMUS-Interessierte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gerichtet ist) oder seinen Mauszeiger auf den dazu gehörigen Button am Seitenanfang bewegen. Viele Wege, ein Ziel ;-)

https://blogs.urz.uni-halle.de/malagaabenteuer/fur-erasmus-interessierte/

Was bleibt ansonsten noch zu sagen? Ich danke allen fleißigen Mitlesern für die für neue Artikel motivierende Treue und all denen, die den Blog mit Kommentaren belebt haben. Ich hoffe, Ihr hatten Spaß beim Lesen.

Allen künftigen ERASMUS-Studenten wünsche ich erstens viel Spaß und Erfolg beim Studieren im Ausland und hoffe zweitens, dass dem ein oder anderen dieser Blog als Hilfe und Orientierung dienen kann, um sich auf ein Leben in Málaga oder sonst wo vorzubereiten.

Wenn Ihr Fragen zu ERASMUS, meinen Erfahrungen im Ausland oder dergleichen habt, dann zögert nicht und sendet mir eine E-Mail an felix.luderer@student.uni-halle.de.

Beste Grüße!

30. Jun 2012

Málaga bei Nacht

Verfasst von

Málaga bei Nacht ist vor allem eins: Eine willkommene Abkühlung zu den durchweg heißen Tagen, die einem hier geboten werden. Ich beobachte amüsiert die Touristen mit noch heller oder schon roter Haut, die – das Schweißtuch griiffbereit – in Hemd, kurzer Hose, Sandalen und mit Sonnenhut durch die Stadt schlendern und allmählich merken, dass sie nicht wussten, worauf sie sich einließen, als sie den Flug nach Málaga buchten. Als ich am gestrigen Abend (28. Juni) aus Santander via BIlligflieger zurückflog, ließ der Pilot nur verlauten, dass dem Flug nichts im Wege stehe, da das Wetter in Málaga schön sei, “wie immer”. Er sollte ganz klar Recht behalten, denn für einen Piloten kann es kaum etwas besseres geben. Als ich aus dem Flieger gestiegen bin, schlug mir förmlich die Wärme ins Gesicht, 28 Grad, um Mitternacht. So sieht das in Málaga derzeit aus. Es ist dabei beruhigend, dass auch in Deutschland sommerliche Temperaturen geherrscht haben sollen, sodass wie üblich auch Einschlaftipps gegeben werden. Die kann ich derzeit auch ganz gut gebrauchen.

Dabei war das Wetter im Norden von Spanien so schön, wenn man das so sagen will. Für fünf Tage machte ich mit Ann Urlaub in Santander, um einerseits den Norden der iberischen Halbinsel kennenzulernen und andererseits die ehemaligen Erasmus-Studentinnen aus Halle, Inés und Isa, im schönen Asturien zu besuchen. Und sie hatten mir im Vorfeld nicht zuviel versprochen, denn ich muss wohl fast behaupten, dass diese Reise ihr Geld alle Mal wert war. Asturien bietet alles, was das Herz begehrt, man muss sich in Asturien verlieben! Es gibt den Atlantischen Ozean, wunderschöne Strände, wundervolle Naturanlagen, den Nationalpark Picos de Europa, Berge, naturbelassene Seen, sehr gutes, wenn auch schweres Essen und mit dem Sidra in der Region auch herrlichen und ganz speziellen Wein (oder so etwas in der Art). Wir haben dank der hervorragenden Kenntnissse der einheimischen Asturianas Inés und Isa wohl alles kennengelernt, was lohnenswert ist und so haben wir wunderbar gegessen, lecker Sidra genossen, haben den Nationalpark erkundet, den Strand entdeckt, Ebbe und Flut live miterlebt, als Füße und Rucksack plötzlich nass wurden und die Städte Oviedo und Gijón erkundet. All das passierte in zwei ereignisreichen und lustigen Tagen. Verbunden damit steht das Versprechen, in zwei Jahren wieder zurückzukommen und erneut Asturien zu besuchen. Die Einladung habe ich bereits bekommen :-)

Zur Freude des Wiedersehens und mit einem weinenden Auge angesichts des baldigen Abschieds von meinen spanischen Mitbewohnern war am Abend noch ein großes Essen angesetzt. Ich habe wieder Gulasch mit Klößen und Rotkohl gekocht, dass die Spanier nicht wirklich kannten, als wir es im Januar oder Februar zum ersten Mal gegessen hatten. Ihnen lief das Wasser im Mund zusammen, sodass ich mich dazu entschied, erneut auf gute deutsche Küche zurückzugreifen, auch wenn mich das vier Stunden Lebenszeit in der Küche gekostet hat. Dazu wurden noch zwei Salate gereicht und Raquel hat einen bombastischen Nachtisch gemacht. Zum Schluss lagen wir angesichts dieses Mahls und der Hitze alle völlig fertig vor dem Fernseher…

Die letzten knapp zwei Wochen steht der Plan noch nicht fest, aber es ist ziemlich sicher, dass ich noch einmal verreisen werde. Und damit mache ich es nicht anders, als andere Studenten. Lediglich das Ziel muss noch festgelegt werden. Zur Auswahl stehen Cádiz, Valencia oder Almeria und Umgebung, die laut Auskunft meines Mitbewohners schon fast karibisch anmuten soll. Damit und nicht zuletzt durch den Fakt, dass dort sogar die Wüste Desierto de Tabernas und mitten in der Wüste das weitläufig bekannte Mini-Hollywood existiert, wo unter anderem Filme wie “Eine Hand voll Dollar”, “Spiel mir das Lied vom Tod”, Indiana Jones oder “Der Schuh des Manitu” gedreht wurden, wirkt diese Region sehr reizvoll. Letztendlich wird alles eine Frage der Zeit sein und entscheidend dafür sein, wo es noch hingeht.

Und schon jetzt kann ich die Zeit des Wiederkommens und -sehens kaum abwarten! Natürlich verabschiedet sich derzeit auch ein Student nach dem anderen aus Málaga und kehrt nach Hause zurück, studiert dort weiter – so wie auch ich das machen werde – oder startet in eine neue Lebensphase. Und so ist diese Zeit wie schon im Februar wieder damit verbunden, Abschied zu nehmen mit dem Gewissen, dass man den Großteil der Leute trotz aller Bekundungen wohl nie wieder sehen wird. Doch nicht zuletzt der letzte Asturien-Urlaub hat gezeigt, dass man das trotzdem hinbekommen kann, wenn man es wirklich will.

Es waren zwei Tage zum Wohlfühlen in Asturien, die wohl noch ein bisschen im Gedächtnis bleiben werden. Daher will ich noch ein paar Fotos anfügen, um einen Eindruck zu vermitteln.

17. Jun 2012

Eigentlich sollte ich schlafen…

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… aber wie schon gestern Nacht komme ich nicht dazu. Und dann denke ich: Es ist nicht gut für die eigene Gesundheit, wenn die Freundin nicht da ist, die einen sonst daran erinnert, dass man nachts normalerweise solche abgefahrenen Sachen wie Schlafen macht. Dabei ist ein ganz bestimmtes Buch der Grund, der mich nicht schlafen ließ. An dieser Stelle möchte ich es kurz vorstellen, wobei, nein, ich will es nur erwähnen! Es heißt “Der Schatten des Windes” und stammt aus der Feder des spanischen Autors Carlos Ruiz Zafón, der wie auch die Geschichte des Buches aus Barcelona kommt. Kleinkariert könnte der ein oder andere darauf bestehen, dass erwähnt werden muss, dass es sich um einen katalanischen Autor handelt, doch diverser Unabhängigkeitsbewegungen zum Trotz erschien es 2001 unter dem (spanischen) Originaltitel La sombra del viento und wurde laut Wikipedia 2003 ins Deutsche übersetzt. Ich will es hier nicht sagen, dass ich das Buch zu meiner Schande nicht auf Spanisch gelesen habe, muss aber zu meiner Verteidigung auch zugeben, dass es sehr mir nach wie vor schwer fällt, solche Romane (zudem über 600 Seiten) auf Spanisch zu verstehen, weil dafür das Vokabular noch immer nicht ausreicht und Metaphern und andere stilistische Figuren oder Beschreibungen recht schwer zu, sagen wir, erkennen sind.

Dieses Buch hat mich jedenfalls in d en Bann gerissen nach einem abwechslungsreichen Tag, den ich dennoch fast ausschließlich zu Hause verbracht habe. Am Montag wartet die wichtigste Klausur auf mich, die ich hier in Spanien schreiben werde und dafür lerne ich, auch wenn ich das ungute Gefühl habe, dass ich am Ende vor der Klausur verzweifeln werde. Es ist Marketing, der Stoff ist nicht schwer, aber es gibt viele Begriffe, viel Stoff, viel Theorie. Darum bin ich dieses Wochenende bisher vor allem am Lesen und gelegentlich am Exzerpieren. Das Wort “gelegentlich” ist mir übrigens erst nicht eingefallen, dafür dachte ich zuerst an die spanische Entsprechung – a veces, Lustig. Als ich aufgrund der letzten Nacht, die ähnlich wie die jetzige mit Lesen und, ich geb es zu, Playstation spielen, verlebt wurde, etwas Schlafmangel hatte, musste der Nachmittag für eine spontane Siesta genutzt werden. Aufgefrischt hab ich mir dann am Abend meine Laufschuhe geschnürt und bin Joggen gegangen. Es war eine der härtesten Runden, die ich hier in Málaga gelaufen bin und ich habe sie – nicht zuletzt deshalb – zu meiner neuen Lieblingsstrecke auserkoren. Schade, dass ich in weniger als einem Monat nicht mehr auf spanischem Boden laufen werde, aber diese Strecke hatte es in sich. Der Hinweg führte wie gewöhnlich am Strand entlang in Richtung El Palo, dem Stadtteil im Osten von Málaga. Oft bin ich bis zu meiner ehemaligen Sprachschule und zurück gelaufen, was insgesamt etwa zwölf Kilometer ausmachten. Den heutigen Weg wählte ich auf Empfehlung meines Mitbewohners, der eine seiner Laufstrecken in den Bergen gefunden hat. Konkret heißt das, dass man an einem Punkt in eine Straße einbiegt, die vor allem aufwärts führt, um dann eine Runde um Gibralfaro macht, dem Berg einschließlich der Alcazaba. Es steigt konstant an und ich hab mir oft gedacht, wie cool es wäre, mit dem Rad hier hochzuhecheln. Als es etwas flacher wurde, war ich dann aber eher froh dass es wieder erträglicher ist, bis ich das Schild sah, dass mir den Weg wies und gleichzeitig die Ausmaße der so beliebten Laufstrecke meines Mitbewohners offenbahrte… Es ging noch steiler aufwärts! Aber so wie man mich kennt, fand ich es geil, mich zu quälen. Und nach knapp 80 Minuten war ich dann auch wieder zu Hause, total fertig, aber zufrieden. Und den Abend habe ich gelesen und plötzlich war es um 5. Nun ist es nach sechs und ich sitze hier mit meinem neuen MP-3-Player, den ich mich zum Schnäppchenpreis bei Amazon in Spanien bestellt habe, der aber zu meiner Verwunderung aus dem Lager in Deutschland verschickt wurde – in drei Tagen! Nun kann ich mich bereits ein Wochenende daran erfreuen und natürlich hat mir die Musik auch den Aufstieg erleichtert. An dieser Stelle sei “Calle 13″ erwähnt, eine Band aus Puerto Rico, die mit ihrem Album “Entren Los Que Quieran”, ebenfalls eine Empfehlung meines Mitbewohners ist und seit ein paar Wochen durch die Wohnung hallt und mich dabei infiziert hat. Die Musik ist so eine Art Hip Hop, aber die Gruppe legt sich darauf auf keinen Fall fest, aber ich kann es nicht genauer beschreiben. Das Album war jedenfalls in diesem Jahr auch für die Grammys nominiert.

“Voyage, Voyage” höre ich gerade aus dem Radio, das ich natürlich auch mit meinem neuen MP-3-Player höre :-) Das erinnert mich daran, dass ich mich in nunmehr einer Woche bereits im Norden befinden werde, um die (kantabrische) Gegend von und um Santander einschließlich des benachbarten Asturiens unsicher zu machen. Davon kann ich nun träumen. Es ist bereits 6:24 Uhr.

14. Jun 2012

Kleiner Italienisch-Kurs

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Die italienische Fußball-Nationalmannschaft – unter Fans auch als Squadra Azzura bekannt – hat sich vor dem heutigen Spiel der Gruppe C gegen Kroatien mal wieder selbst Probleme geschafft. Besser gesagt hat es einer getan, der darin sehr talentiert ist und auch gerne als enfant terrible bezeichnet wird. Antonio Cassano hat nach seiner letzten Pressekonferenz eine Homophobie-Debatte provoziert, die die Mannschaft ganz und gar nicht gebrauchen kann und Cassano wieder einmal ins Abseits stellt. Die Süddeutsch Zeitung hat online dazu einen Artikel veröffentlicht, in dem dabei der Begriff Coatto erwähnt und erklärt wird: “In seiner modernen Version ist der “Coatto” ein nicht vollkommen unsympathischer, intellektuell aber eindeutig zu kurz gekommener Vorstadtrowdy, der erstaunlich geschmacklose Kleidung trägt und gern dummes Zeug daherredet. Beides nicht aus Überzeugung. Er weiß es schlicht nicht besser.” Ein “bekennender Coatto” sei: Antonio Cassano.

Diese Geschichte kennt noch einen weiteren Darsteller: Den italienischen Fernsehmoderator Alessandro Cecchi Paone. Dieser ist bekennender Homosexueller und fragte Cassano, ob er etwas über Homosexuelle in der Nationalmannschaft wisse. Cassanos Antwort darauf: “Schwule in unserer Mannschaft? Ich hoffe nicht. Aber wenn es Schwule gibt, ist das ihr Problem.” Der Spieler wurde schließlich vom italienischen Nationaltrainer Cesare Prandelli zurückgepfiffen und gab schließlich eine Stellungnahme ab, die eher nach einer Strafe in der Schule klingt, nach der man 100 Mal den selben Satz aufschreiben soll: “Ich bin nicht homophob, ich wollte niemand verletzen, ich will die sexuelle Freiheit aller nicht zur Disposition stellen. Ich erlaube mir nicht, über andere zu urteilen.”
Welche Auswirkungen diese unnötige Debatte auf das anstehende Spiel hat, wird sich in einer Stunde zeigen. Dann ist Anpfiff zum zweiten Vorrundenspiel der Italiener.

Antonio Cassano spielt übrigens für den AC Mailand. Chef des Klubs ist kein Geringerer als der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der selbst schon mit homophoben Aussagen wie: “Besser Parties mit vielen jungen Mädchen als schwul sein.” auf sich aufmerksam machte. Die Italiener und vor allem die Nationalmannschaft sind damit also aktuell nichts weiter als ihrem eigenen erzkonservativen Image gerecht geworden. Zuletzt sorgte in Italien 2011 eine IKEA-Plakatwebung, die ein männliches Paar abbildete, für Diskussionen. Die Internetseite der WELT hat den Artikel dazu. Auch das schwul- lesbische Magazin online unter queer.de bezog dazu Stellung.
In Österreich wiederum warb IKEA 2010 mit einem Werbespot, der hervorragend in der angesprochenen Zielgruppe ankam.
Der Möbelkonzern hat eine lange Tradition, mit dem Thema Homosexualität in der Gesellschaft umzugehen. 1994 wurde erstmals ein Werbespot in den USA veröffentlicht, der Spiegel berichtete und ich glaube ihn, HIER gefunden zu haben.

14. Jun 2012

25 Jahre ERASMUS

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In diesem Jahr – das will ich noch schnell nachliefern – feiert das Modell ERASMUS, was den internationalen Austausch von Studenten innerhalb Europas 1987 erst ermöglicht hat, nunmehr 25-jähriges Jubiläum. Der Sprecher der Bundesregierung und Chef des Bundespresseamtes (BPA), Steffen Seibert, twitterte dazu: “25 Jahre Erasmus-Programm – Studenten leben die europäische Idee” und lieferte gleichzeitig ein kleines Video mit, dass die ERASMUS-Idee am Beispiel der Studentin Valerija Schwarz und des polnischen Austauschstudentens Lukasz Jakubczak kurz vorstellt. Natürlich bin auch ich stolz darauf, daran teilnehmen zu dürfen und hoffe, dass diese Idee noch lange bestehen bleibt, um den interkulturellen Austausch zu fördern und natürlich auch die Chance zu bietet, sich persönlich enorm weiterzuentwickeln.

14. Jun 2012

Erstes Examen am Weltblutspendetag

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Ganz klar! Ich muss mich outen. Ich bin im EM-Fieber. Gestern Abend war es daher einfach Pflicht, sich das Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen den ‘Erzrivalen’ aus den Niederlanden anzugucken. Dazu begab ich mich in illustre Gesellschaft von Deutschen, die mir zum Großteil unbekannt waren, was das Feiern aber ganz und gar nicht beeinträchtigte: Ich hab echt alles gegeben! Und es hat sich letztendlich auch gelohnt, denn das Spiel endete bekanntermaßen zugunsten der Deutschen 2:1, während die holländischen Spieler anscheinend vor allem sich selbst ins Rampenlicht stellen wollen, damit im Mannschaftssport jedoch nicht weit kommen. Und darum sind sie in der von Medien als “Hammergruppe” bezeichneten Gruppe B letzter mit null Punkten. Doch sie können trotzdem noch weiterkommen, wennsie gegen Portugal mit zwei Toren Differenz gewinnen und Dänemark gegen Deutschland verliert. Wie interessant und spannend die Konstellation in der deutschen Gruppe ist, hat das Sportmagazin Kicker analysiert.

Heute war mein erstes Examen an der Reihe, was ich allerdings noch etwas geschafft und freudetrunken vom gestrigen Fußballspiel gegen Holland geschrieben habe. Letztendlich war es in einem Kurs, den ich bereits bestanden habe und das Examen nur noch dazu dient, meine Note zu verbessern. Das hat wohl nicht geklappt… Doch der Kurs ist bestanden und das ist erstmal, was zählt! Ich bin dann nach Hause gelaufen, war noch ein wenig spazieren, weil ich finde, heute ist ein richtig schöner Tag, der nicht zu heiß ist – eine frische Brise sorgt seit drei Tagen für Abkühlung – und wo ich mich somit richtig wohl fühle.

Heute Abend gehe ich Blutspenden, denn heute ist Weltblutspendetag! Juhu! Und zur Feier des Tages wurde ich auch prompt vom Blutspendezentrum eingeladen, mich ein weiteres Mal aussaugen zu lassen und meinen wertvollen Saft zu spenden, so wie ich das bereits einmal machte, als ich die Wartezeit in der Uni mit einer spontanen Blutspende sinnvoll gefüllt und fühlbar verkürzt habe.

Ich merke gerade, dass der letzte Artikel schon ein wenig her ist. So wird das nichts mit meiner angestrebten 100-Artikel-Marke. Aber darauf kommt es nicht an, schließlich will ich mit diesem Blog unterhalten und nicht langweilen. Ich merke außerdem, während ich heimlich die Artikel gezählt habe (es sind mit diesem 82), dass ich gerade auch nicht die beste Schreibmotivation habe und mich gerade selber dabei langweile, weil mir der Elan und vor allem die Kreativität fehlt. Darum werde ich Euch lieber mit ein bisschen audiovisuellem Kram bespaßen. Denn ich merke auch, dass mich die Phrase “Ich merke gerade…” an ein Video eines Poetry-Slams erinnert, denn ich euch hiermit präsentieren will. Der Titel des lyrischen Werkes von Lara Stoll ist schon aussagekräftig: Als ich Marihuana geraucht habe.

Hier das Video: Lara Stoll – Marihuana

Lara Stoll kann aber auch anders, wie dieser Clip zum Thema Max Frisch zeigt, den wir vielleicht noch aus der Schulliteratur des Homo Faber kennen.

Nun ist es bereits vier Uhr und damit ist es Zeit für eine kleine Siesta! Anschließend werde ich mich noch für die Blutspende stärken und dann geht’s auch auf direktem Weg dorthin. Heute Abend steht ein kleines Abendessen mit Ann und ihrer Oma an, die zu Besuch nach Málaga kam und dann ist der Tag schon wieder vorbei… Das Wochenende werde ich vor allem mit Fußballgucken und Lernen verbringen, denn am Montag sowie am Mittwoch warten die nächsten Prüfungen auf mich, für die es deutlich mehr zu lernen gibt und die auch größer ins Gewicht fallen, weil sie einfach für die Endnote zählen und darum gut vorbereitet werden wollen. Und danach ist Schluss mit dem Studium in Málaga, wirklich unglaublich. Zudem kann man bereits die Tage runterzählen, bis ich wieder in Deutschland lande:

Es sind noch 32 Tage!

4. Jun 2012

Sommer, Sonne, Sonnenschein

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Jetzt ist der größte Stress langsam vorbei. Während in Deutschland jetzt erst die Zeit der Prüfungsvorbereitungen beginnt, startet in Spanien bereits die Prüfungszeit und endet gleichzeitig die Vorlesungszeit. Das ist – muss ich sagen – eindeutig ein Vorteil in Spanien: Auf schrftliche Prüfungen kann man sich in der Regel, wenn man Glück hat, längerfristig vorbereiten. Und so beginnt meine Prüfungsphase auch erst in zwei Wochen. Bis dahin habe ich zu lernen, kann mich aber im Vergleich zur stressigen letzten Woche etwas zurücklehnen, was ich nicht zuletzt jetzt gerade mache, so wie ich hier im Wohnzimmersalon auf der Couch fletze und gemütlich, mit der Wasserflasche in Reichweite, diesen Artikel tippe.

Wasser ist in diesen Tagen äußerst wichtig, weil die Temperaturen mehr als sommerlich sind. Gestern war gar der heißeste Tag, seit ich hier in Málaga lebe – 27,45 °C im Mittel. Heute ist es wieder angenehmer, aber immernoch schööön warm. Dementsprechend bin ich heute produktiver als gestern. Den Sonntag habe ich ausschließlich mit Schwitzen verbracht. Das tat ich dann an verschiedenen Orten wie dem Bett, der Couch oder dann am Abend am Strand, als das Meer sehr rau war, die Wellen richtig Spaß gemacht haben. Ich war dort mit meinem Mitbewohner Simón, wir haben Bier in einem Beutel mit Eis gehabt, ich habe mir beim anliegenden Supermarkt Frikadellen (!!!) und frisches Baguette gekauft und dann blieben wir dort zwei, drei Stunden und stürzten uns in die Fluten. Das war toll. Ein Mal sprang ich in eine Welle, die mich sofort, bildlich gesprochen, in die Hand genommen hat, in Richtung Strand geworfen, um mich dann auf dem Grund wieder Richtung Meer zu ziehen. Das war lustig!

Heute war ich in der Uni, kurz, weil ich bei einem Professor nach meiner Hausarbeit vorsprechen wollte, aber der hatte heute keine Sprechstunde, aber so konnte ich eine Prise Meerluft einatmen.^^ Gestern war am Abend Abschluss der Fería de la tapa in Málaga. In der Stierkampfarena wurden von Restaurants in der Umgebung Tapas aller Art zum Preis von 1,20 Euro angeboten. Das waren kleine Verköstigungen, die zum kühlen Bierchen nach diesem Tag wunderbar gepasst haben. Danach sind wir wieder an den Strand, um die abendliche Brise zu genießen, um danach tot ins Bett zu fallen.

Bis 20. Juni habe ich drei Prüfungen, dann reise ich mit Ann vom 23. bis 28 Juni nach Santander, um nicht zuletzt Inés und Co., ehemalige Erasmus-Studenten aus Halle, in Asturien zu besuchen. Aber auch von der Uni aus kenne ich eine, die in Santander wohnt, wenn sie nicht gerade in Málaga studiert. Und wenn dann noch Geld und Zeit ist, wird vielleicht noch eine weitere Reise Anfang Juli unternommen. So wie es laut Aussage meines Mitbewohners alle ERASMUS-Studenten machen, wenn die Prüfungen vorbei sind, sie aber noch nicht in ihr Heimatland zurück gekehrt sind.

Jetzt wird erstmal gekocht. Es gibt irgendetwas mit Reis, Hähnchen und Gemüse, lecker, gesund und günstig. Das sind die Kriterien, die es zu erfüllen gilt. Auf geht’s!

27. Mai 2012

Abseits von Stress und Alltagssorgen

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Boa, wie hab ich keine Lust auf die kommende Woche! Es ist die offiziell vorletzte Uniwoche, in manchen Kursen ist aber schon vorher Zapfenstreich, so wie in zwei meiner Kurse, wo – damit verbunden – diese Woche die letzte Leistung erbracht werden muss. Und schon wieder könnte ich mich in diesem Atemzug darüber aufregen, was Bachelor in Spanien heißt, denn das erkennt man erst zum Ende hin. Gut, das praktische Abschlussprojekt ist über drei bis vier Wochen zu erledigen, doch in dieser Zeit steht noch die Beendigung vorheriger Arbeiten an. Und im Grunde genommen bleibt dann wieder nicht mehr so viel Zeit übrig, die man fixiert dem Endprojekt widmen könnte. Es ist aber eher der Druck, der einen zur Fokusierung zwingt und der wohl nicht die besten Ergebnisse zu Tage fördern wird. Aber dazu wird einem hier auch nicht die Möglichkeit gegeben. Nix ist mit einer Hausarbeit, die man in 6 Wochen schreiben kann. Ich habe im Winter eine Hausarbeit in zweieinhalb Wochen geschrieben , und dabei habe ich schon eine halbe Woche Verlängerung erbettelt. Es ist echt zum Haare raufen!

Genau aus diesem Grund habe ich mich dieses Wochenende mal abgeseilt von dem ganzen Scheiß und bin zu einem Freund aufs Dorf. Frigilana liegt in der Nähe von Nerja, dem Ort, wo ich mittlerweile auch schon ein paar Mal war und der wunderschön ist. Frigilana liegt nicht direkt am Meer. Genauergesagt waren wir auch nicht in Frigilana, sondern mitten im Nichts. Das bedeutet wir haben Frigilana von Weitem gesehen, denn wir waren in den Bergen, in einem Haus, mit Blick auf noch mehr Berge und dem Meer im Hintergrund. So etwas habe ich noch nicht sehen dürfen und ich konnte mich einfach nicht satt sehen. Ich bin früh aufgestanden und schaute auf dieses Panorama. Ich ging ins Haus, kam später wieder heraus und musste einfach wieder staunen, wie schön das alles ist. Das Bild gibt den Eindruck natürlich kaum wieder. Man hat Frösche quaken hören, die Grillen haben gezurzt, die Mücken waren in Stechlaune (hat ja alles seine Schattenseiten) und am Morgen zwitschern die Vögel um die Wette und Hunde liefern sich ein Konzert im Bellen, was von Weitem betrachtet schon fast angenehm war.
In jedem Fall hatten wir zwei wunderschöne Tage. Ich habe ein kleines bisschen Gitarre gespielt :-) wir haben gegrillt, gekocht, den Songcontest geschaut, Mückenstiche bekommen, waren natürlich auch am Strand, wo ich mir ordentlich Farbe, auch etwas rot, geholt habe. Wir haben Paella (All-you-can-eat) gegessen, relaxt, einfach mal die Seele baumeln lassen. Es war einfach wunderbar und genau das Richtige vor dieser wichtigen und stressigen ‘Woche. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen’ heißt es. Doch dieses Wochenende hat mir so viel gegeben, dass ich nun halbwegs frohen Mutes der kommenden Woche entgegen sehen kann.

Auf dem Rückweg ging es selbstverständlich mit dem Bus, der voll war von Menschen. Ich habe ein Buch gelesen (auch eine Sache, die ich endlich mal wieder entspannt tun wollte und konnte) und musste mich dann doch wieder darüber ärgern, was mir über das Wochenende erspart blieb. Warum gibt es immer wieder Menschen, die so laut telefonieren, dass man den ganzen Bus mit ihrem Geschwätz unterhält. Warum drängeln sich Leute mit ihrem gesamten Gepäck in den engen Bus, wenn unter den Sitzen ein Kofferraum ist (gut, um es bei sich zu haben, schon klar…). Und warum denken manche Kerle immer noch, dass es cool sei, die Sonnenbrille lässig an den Ohren hängend am Hinterkopf zu tragen…

Und in Málaga angekommen zu sein, war dann wie ein Kulturschock…

Glücklich und zufrieden

21. Mai 2012

Antriebslos.

Verfasst von

Irgendwie komme ich gerade noch nicht so richtig in die Gänge. Mir fehlt der Elan, das Wochenende war wohl zu lang. Nachdem ich bis Freitag richtig Druck hatte, meine zu erledigende Aufgabe dann aber doch geschafft habe und recht befreit ins Wochenende starten durfte, gilt es nun wieder, sich voll und ganz der Uni zuzuwenden. Doch das gelingt nicht so richtig. Stattdessen ärgere ich mich ein wenig über den Workload an der Uni Málaga, der sowas von bachelorisiert ist. Wöchentliche Aufgabenerfüllung, Anwesenheitspflicht (mehr oder weniger kontrolliert) und kontinuierliche Beteiligung am Unterricht werden von den Dozenten mehr oder weniger verlangt. Das heißt, es gibt auch Dozenten, denen das hinreichend egal ist und wo der Unterricht auf das Wesentliche konzentriert ist und von einem Studenten auch nicht mehr verlangt wird als von den Lehrinhalten erwartet werden kann. Und in anderen Kursen wird wöchentlich eine Leistung gefordert, die nun, zum Ende des Semesters schon einen recht ordentlichen Umfang hat und wo ich bei diesem Umfang in Halle in einem Kurs bereits eine Abschlussleistung für ein Semester erbracht haben könnte. Das ist aber nicht zu ändern. Damit finde ich mich ab. Aber langsam geht bei mir die Luft raus. Ich habe bereits viel gelernt, muss mich nun noch auf die Semesterabschlussleistung konzentrieren. Vor allem muss ich diverse Kurse noch bestehen, sonst würde ich keine ERASMUS-Förderung bekommen oder müsste sie sogar zurückzahlen. Daran ist natürlich nicht zu denken. Darum heißt es: A… hoch und loslegen, Leistung bringen und Ziele verfolgen. Mein erstes Ziel derzeit heißt also das Semesster abzuschließen, aber wenn ich ehrlich bin, will ich gerade eigentlich nur wieder in Deutschland sein, vor allem wenn ich sehe, dass mein “wichtigster” Freundeskreis aus Málaga eigentlich bis Ende Juni weg ist und auch Ann Anfang Juli ihre Rückreise antreten wird. Ich bleibe noch bis 16. Juli und muss irgendwie noch eine Beschäftigung finden, wie ich die letzten Julitage sinnvoll nutze… Ich bin mit dem Koft woanders. Ein Auslandsjahr für mich ist fürs Erste völlig ausreichend, muss ich gestehen.

16. Mai 2012

In Gedanken woanders

Verfasst von

Langsam wird es Zeit, sich mit dem Abschied zu befassen. Denn als mir gestern bewusst wurde, dass die Vorlesungszeit in der Uni bereits in dreieinhalb Wochen beendet ist, wurde mir auch klar, dass es gar nicht mehr lange ist, bis ich wieder deutschen Boden unter meinen Füßen haben werde. Ab heute sind es nur noch zwei Monate. Und da fragt man sich wieder mal, wo verdammt nochmal die Zeit hin ist… Es ist unglaublich, aber damit liegen, um es mal mathematisch auszudrücken, etwa 80 Prozent meines Aufenhaltes bereits hinter und der heiße Sommer in Málaga noch vor mir.

DIese Woche war es bisher bereits sommerlich, wirklich warm, etwa 30 Grad. Für Strand bleibt dennoch keine Zeit, denn die Uni ruft natürlich. Heute sollten wir in meinem Fotokurs ein Selbstportrait machen. Bereits das ganze Semester hat uns der Dozent jede zweite Woche mit einer Aufgabe entlassen, die wir innerhalb einer Stunde erledigen mussten. Dabei ging es darum, Fotos von Studenten zu schießen, von der Universität, vom Unterricht, von Studenten beim Essen und sogar von Haustieren, was die umfangreichere Aufgabe war, weil man dafür das Universitätsgelände verlassen musste. Diese Woche sollte es also ein Selbstportrait sein. Und das ist alleine an und für sich schwierig, wenn man nicht gerade auf Selbstauslöser drückt, sich aus dem Spiegel heraus fotografiert oder dergleichen. Ich hatte heute glücklicherweise meine Digitalkamera dabei. Die anderen Male (wie auch heute und überhaupt generell) bestand die Möglichkeit, sich aus dem Institut eine Kamera auszuleihen, was dann schon bessere Kaliber waren. Doch meine Digitalkamera bringt’s auch voll und vor allem weiß ich dort, wie der Selbstauslöser funktioniert. Das Foto entstand daher so, dass ich die (teure) Kamera als Aufstellmöglichkeit nutzte, um meine Kamera darauf zu positionieren, damit sie die richtige Höhe hat, um mich angemessen fotografieren zu können. Man sieht im Bild dennoch, dass ich mich etwas nach unten gelehnt habe. Das Foto entstand in der gegenüberliegenden Fakultät für Geisteswissenschaften, der Facultad de Filosofía y Lettras.

Ich hab noch weitere Fotos gemacht, die mir auch gut gefallen haben :-)

Vor der Fakultät, wo ich studieren darf

Neues Auto :-)

 

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