Ubuntu installieren

Ubuntu als einziges Betriebssystem zu installieren ist einfach. CD rein, den Schritten folgen, fertig.
Etwas schwieriger ist es, Linux neben eine Windows-Partition zu quetschen. Hierfür musst Du Platz schaffen, also entweder eine entbehrliche Windows-Partition löschen oder verkleinern. Achte darauf das Deine zu verkleinernde Partition ordentlich defragmentiert ist. Für eine saubere Defragmentierung benutze lieber den Disk Optimizer oder ähnliche Software. Zum Partitionieren kannst Du Gparted benutzen, es ist auf dem Ubuntu-Installationsmedium schon enthalten. Die Ubuntu-Installation neben einem Windows-System stellt meiner Meinung nach die größte Hürde dar. Hier ist etwas Pioniergeist gefragt. Sichere vorsichtshalber alle wichtigen Daten.
Ubuntu-Installation
Partitionierung
Die Konsole

Die Konsole, auch Terminal oder Shell genannt, ist das mächstigste dunkelviolette Kästchen in der virtuellen Welt. Du wirst es lieben lernen. Es kann alles, weiß alles, hat Humor und ist immer da, wenn Du es brauchst. Wenn mal ein Programm nicht so richtig will, starte es über das Terminal und Du weißt zumindest schon mal wo es hakt. Die wichtigsten Befehle sind cd, ls, mv, cp, rm, mkdir, chown, chmod, top und natürlich sudo. Die Tastenkombi für eine Konsole ist Strg + Alt + T. Willst Du etwas in ein Terminal kopieren, markier es mit der Maus, geh mit dem Zeiger ins Terminalfenster und drück die mittlere Maustaste (klappt auch sonst überall), die Tastenkombies sind die üblichen, nur musst Du zusätzlich die Alt-Tast drücken (z. B. Einfügen = Strg+Alt+v). Die Tab-Taste vervollständigt Eingaben bis zum maximal möglichen Grad, z. B. ergibt fire + Tab = firefox oder /usr/sha + Tab = /usr/share/. Zweimal Tab zeigt alle möglichen Eingaben an. Ziemlich praktisch. Sollte mal alles vorn Baum gehen, schnippst Dich die Tastenkombination Strg + Alt + F2 in eine extra nicht-grafische Umgebung. Strg + Alt + F7 bringt Dich wieder zurück. Deinen Rechner herunterfahren kannst Du dann mit “sudo shutdown now”, ihn neustarten mit “sudo reboot”. Sollte das alles nicht funktionieren: Herzlichen Glückwunsch! Du hast Linux besiegt.
Shell Einführung
Programme installieren

Als erstes solltest Du wissen, wie du Programme installierst. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Ubuntu-Software-Center und apt-get in der Konsole sind am wichtigsten. Anders als im Windows holst Du Dir Deine Software meistens aus (geprüften) Quellen. Manchmal musst Du den Quellenpool erweitern, damit Du auch unfreie oder proprietäre Software installieren kann. Dabei ist es wiederum oft erforderlich Quellen als vertrauenswürdig einstufen, indem Du einen gpg-Schlüssel herunterlädst. Das heißt aber nicht, dass die Quellen auch unbedingt vertrauenswürdig sind. Versuche möglichst nur den Standardquellen zu vertrauen, also auch denen von Canonical-Partnern. PPA-Quellen (Personal Package Archive) sind nützlich, deren Programme können aber die Systemstabilität und -sicherheit gefährden. Was uns in späteren Artikeln nicht davon abhält PPA-Quellen zu benutzen. Ich wollt es nur mal gesagt haben.
Ubuntu-Software-Center
Apt-get
PPA
Standard Software
Für jede Aufgabe gibt es eine riesen Auswahl an freien Programmen. Manche bringt Ubuntu standardmäßig mit (*). Ich empfehle als Grundausrüstung:
Banshee, ein Musik-Player (*)
Evolution, ein Email- und Kalender-Programm
Freemind, ein Mind-Map-Programm
Gedit, das Notepad unter Linux (*)
Gnome-Do, ein Befehl-Ausführ-Programm
Liferea, ein News-Feed-Programm
Shotwell, ein Foto-Verwaltungsprogramm (*)
Unison, ein Synchronisierungsprogramm
VLC, ein Media-Player
Xournal, ein PDF-Bearbeitungs-Programm
und Zettelkasten, ein Exzerpt-Programm.
Fremde Software
In anderen Artikeln gehe ich auf ein paar der oben genannten Programme näher ein oder beschreibe Software, die nützlich, aber nicht in den Standard-Quellen enthalten sind, wie der Zettelkasten. Du kannst auch bestimmte Windowsprogramme installieren. Word und Excel unter Linux auszuführen stellt inzwischen kein größeres Problem mehr dar. Die Schlagworte hierfür lauten “Wine” und “Crossover Linux”.
Problemlösung
Mit Google als Freund bekommst Du jedes Problem früher oder später gelöst. Fehlermeldung kopieren, einfügen, evtl. Deine Ubuntu-Version dahinter und irgendwer hat schon was darüber geschrieben. Möglicherweise musst Du auch nur das nächste Update abwarten. Die harte Variante ist alle Config-Dateien des Programms zu löschen (meist versteckt im Benutzer-Ordner), danach das Programm selbst restlos zu entfernen und anschließend neu zu installieren. Bei Programmen aus den offiziellen Quellen sollte das aber nicht vorkommen, daher nur PPA-Versionen benutzen, wenn die was können, was die Stable-Version nicht kann! Nach einiger Zeit entwickelt man auch ein gewisses Gefühl für Troubleshooting. Du machst das schon.