Vorschau auf Bürgerschaftswahl in Hamburg

Wahlen

In sieben Tage können wir die erste Landtagswahl in diesem Superwahljahr beobachten, und so stellt sich die Frage, ob schon alles klar ist in Hamburg. Die folgenden Umfrageergebnisse zeigen, dass die politischen Kräfteverhältnisse eindeutig sind:

Datum CDU SPD Grüne FDP LINKE Sonst.
03.02. 25 46 14 5 6 4
11.02.* 23 46 14,5 5 6 5,5
11.02.* 23,5 45 14 5 5,5 7
13.02. 24 45 15 5 6 5

*1. Umfrage: FG Wahlen, 2. Umfrage: Infratest Dimap (Quelle: http://www.election.de/cgi-bin/showpoll.pl?name=ltw_hh)

Die SPD mit dem ehemligen Arbeitsminister Olaf Scholz wird klar stärkste Partei. Spannend ist dagegen, ob sie sogar die absolute Mehrheit erreichen. Dabei wird das Ergebnis der FDP entscheidend sein. Die Umfragen sehen sie bei 5 Prozent; falls diese Zahl aber geschönt ist und die FDP draußen bleibt, dann bräuchte die SPD gar nicht überlegen, mit wem sie zusammen regieren soll. Für Rot-Grün gäbe es eine klare Mehrheit und niemand sollte sich wundern, wenn es so kommt. Spekulationen über eine SPD-FDP- oder SPD-LINKE-Koalition sind abwegig. Und dass die CDU nach elf Jahren Regieren eine Verschnaufpause auf den Oppositionsbänken bekommt, sollte klar sein. Da fehlt allein dem Bürgermeister Ahlhaus jegliches Charisma, um bei irgendeinem vernünftigen Hamburger Sympathie zu gewinnen.

Nun soll die mehr oder weniger ernsthafte politikwissenschaftliche Analyse vergessen sein und meine persönliche Wahlvorhersage getroffen werden:

CDU SPD Grüne FDP LINKE Sonst.
25 44 13 4,7 7 6,3

Alle Angaben ohne Gewähr!

2 Comments

2 Comments

  1. Stefan  •  Feb 15, 2011 @16:54

    Hi,
    muss noch einen weiteren Kommentar schreiben, weil mich da deine Meinung interessiert:

    Inwieweit glaubst du hat die Rede/ der Artikel von Lötzsch und die anschließende K-Hysterie der Hamburger Linken geschadet? Ich meine, sie (Die Linke in HH) war vor dem 03.01. bei 8-9 Prozent und nun liegt sie so bei 5-6 Prozent. Das die HHer/innen etwas säuerlich sind, kann ich verstehen, falls da wirklich ein Zusammenhang besteht… Oder gibt es noch weitere Gründe, die mir grad gegenwärtig sind?
    Danke schonmal.

  2. Stefan Dorl  •  Feb 15, 2011 @17:44

    Es stimmt, noch im Dezember lagen alle Umfragen bei 7-8 Prozent, jetzt leicht darunter. Woran das liegt, ist schwierig zu sagen und mir fehlt das Insiderwissen, was die Umfrageinstitute angeht, sodass ich nur Mutmaßungen anstellen kann.
    Fest steht für mich, das die Linke kein Problem mit der Fünfprozent-Hürde bekommen wird. Leider hatte ich noch nie die Zeit, das systematisch zu untersuchen, aber das kann ich dieses Jahr ja nachholen, aber bei vielen Wahlen schnitt die LINKE besser ab als bei den Umfragen vor der Wahl. Die politische Neutralität der Umfrageinstitute wird nicht nur von mir hinterfragt (finde gerade keine gute Quelle, sorry).
    Die Linke wird unwesentlichen Schaden durch Frau Lötzschs Artikel nehmen. In der Jungen Welt heute beschreibt die Spitzenkandidatin, dass den LINKEN viel Interesse und Zustimmung entgegengebracht wird (http://www.jungewelt.de/2011/02-15/055.php). Die Wähler, die die LINKE vornehmlich anspricht bzw. gewinnen kann, lassen sich nicht von der „K-Hysterie“ beeinflussen. Ohne gewissen Leuten zu nahe treten zu wollen, haben viele Arbeitslose und sozial Ausgegrenzten vielleicht kaum mitbekommen, worum bei dieser antikommunistischen Hetze geht.

    Ein Grund, warum die Linke etwas verloren hat, ist evtl., dass sich in den Mainstream-Medien viele auf die SPD und die „wichtige“ Frage, ob sie die absolute Mehrheit erreicht, einlassen und das die Wahl als „gelaufen“ betrachtet wird, da das Ergebnis schon feststehe.
    Mich würde interessieren, woran es liegt, dass die SPD ein derartiges Comeback feiern kann – noch dazu mit einem wenig charismatischen Kandidaten wie Herrn Scholz? Sind die Grünen so diskreditiert wegen ihrer misslungenen Schwarz-Grünen-Koalition? Sind die bürgerlichen Parteien CDU und FDP wegen ihrer Regierungsbeteiligung auf Bundes- und Landesebene selbst bei ihrem Stammklientel unten durch? Dazu würde mich die Meinung aller Leser interessieren.

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