Wählen gehen! – Zu den Hochschulwahlen (Teil III)

Wahlen

Im abschließenden dritten Teil will ich alle Studierende aufrufen zur Wahl zu gehen und mit zu entscheiden, wer ihn oder sie in den Gremien vertreten soll. Es kostet nur wenige Minuten, um sich über die Kandidaten zu informieren und im Wahllokal seine Kreuzchen zu machen (siehe Hastuzeit). Was spricht dagegen, wählen zu gehen? Sicher kann man einwänden, dass die Leute im FSR oder StuRa gar nichts groß zu entscheiden haben und das dämliche BA/MA-System kann man da wirklich nicht abschaffen. Aber jeder, der einmal ander Uni angefangen hat, wird in einer Einführungsveranstaltung vom FSR in den Uni-Alltag eingeführt – das heißt es ist wichtig, dass kompetente und engagierte Leute in den Gremien sitzen, die sich um die neuen Erstis kümmern. Aber wir im FSR gehen auf jedes Problem ein, auch wenn jemand im 6. Semester plötzlich Probleme mit Dozenten wegen einer Hausarbeit bekommt oder anderen Prüfungsordnungsproblemen konfrontiert wird. Die Gremien sind Ansprechpartner für sämtliche studentischen Probleme und können im Verbund mit den anderen nach Lösungen suchen.

Wichtig muss die Wahl auch allen sein, denen es nicht egal ist, wofür im FSR 15.000 € oder im StuRa 200.000 € aus den Semesterbeiträgen ausgegeben werden. Seid wachsam und schaut, dass das Geld in sinnvolle Projekte fließt!

Eine selbstverwaltete Universität kann nur so gut funktionieren, wie sich die Studierenden engagieren. Wer nicht gleich selbst den Mut hat, zu kandidieren, sollte doch wenigstens seine Stimme über die Wahlentscheidung sprechen lassen. Es ist doch keine Selbstverständlichkeit, dass die Universitäten selbst entscheiden können, welche Professoren angestellt werden, dass es eine Kinderbetreuung für die Kinder von Studierenden und Lehrenden gibt oder dass studentische Initiativen wie Radio Corax oder Postkult etc. unterstützt werden. Genauso gut wäre denkbar, dass die Studierende fremdbestimmt von Ministerialbürokraten oder von den Professoren verwaltet werden. Seien wir stolz auf unsere Mitbestimmungsrechte und nutzen sie, im eigenen Interesse!

Abschließend möchte ich meine persönliche Wahlempfehlung mitteilen: die Offene Linke Liste hat für die diesjährigen Wahlen eine eindrucksvolle Liste für die Philosophische Fakultät I (FSR und StuRa) sowie den Senat zusammengestellt. Von allen Hochschulgruppen scheint die linksalternative Hochschulgruppe.SDS die aktivste zu sein – Grüne und Jusos konzentrieren sich auf den Senat, RCDS und Julis haben wenigstens noch Listen für StuRa und einzelne Fachschaften zusammenbekommen. Wichtigste Ziele der Offenen Linken Liste sind die Verankerung einer zivilklausel zum Schutz vor Rüstungsforschung in die Grundordnung der MLU, ein Verbot von prekärer Beschäftigung und ein Mindestlohn von 10 Euro für alle an der MLU Beschäftigten sowie der Ausbau regenerativer Energien. Das ganze Wahlprogramm findet ihr hier.

Weitere Informationen bei der hastuzeit: http://hastuzeit.de/2011/gut-informiert-ins-wahllokal/

Teil I und II der Beitragsreihe findet ihr hier und hier.

2 Comments

2 Comments

  1. MK  •  Mai 16, 2011 @18:09

    Hallo Stefan,

    dein Absatz zu den Geldern, welche den FSRen und dem Stura zu stehen, klingt aber auch sehr nach der Forderung des RCDS. Auf deren Flyern steht „für rationale Mittelverwendung“. Klingt zwar schwammiger und der Rest ist auch nicht so klar, aber hier scheinen die RCDS-Leute einen wichtigen Punkt anzusprechen. Da du selbst Finanzer im FSR Phil Fak I bist: Inwieweit ist den der Geldvorwurf berechtigt? Für stura oder auch unseren fsr?

    VG und Erfolg.

  2. Stefan Dorl  •  Mai 16, 2011 @19:16

    Hallo,
    ja das Problem, oder vielleicht ist es auch kein Problem?, ist, dass jede Hochschulgruppe unter „sinnvoller Mittelverwendung“ etwas anderes versteht. Was Linke als sinnvoll erachten, kann für Liberale oder christlichdemokratische Studierende völlig sinnlos sein. Was im StuRa und bei uns im FSR mit dem Geld gefördert wird, finde ich größtenteils sehr in Ordnung (sonst hätte ich ja nicht den meisten Anträgen meine Zustimmung gegeben :).
    Mein Anliegen ist nur, dass sich alle Studierenden darum kümmern sollen, wofür ihre Semesterbeiträge verwendet werden. Jeder sollte sich die Haushaltspläne und Sitzungsprotokolle anschauen – und wenn jemand persönlich meint, die Entscheidungsträger geben das Geld nicht sinnvoll aus, dann kann er andere Leute in die Gremien wählen. Kritisch ist natürlich, wenn es bei den Wahlen gar nicht genug Kandidaten gibt; aber das ist ein anderes (trauriges) Thema.

    Also: es stimmt, dieser Satz klingt sehr nach RCDS; aber eigentlich sollte es doch breiter Konsens sein, dass Geld sinnvoll ausgegeben wird. Aber eine Wertung zu den aktuell geförderten Projekten sollte das gar nicht sein – und wie gesagt, finde ich, dass das Geld im Moment sehr sinnvoll verwendet wird – deshalb soll die Offene Linke Liste ja möglichst in großer Zahl in die Gremien reinkommen!

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