Kommunalwahlen in Thüringen

Wahlen

In Thüringen wurden gestern die Bürgermeister und Landräte gewählt. Die Ausgangssituation in den Landkreisen und kreisfreien Städten sah folgendermaßen aus:

SPD-regiert:

Kreis/Stadt Bürgermeister/Landrat: Stimmanteil 2006
Unstrut-Hainich-Kreis Harald Zanker 72,3 %
Eisenach Matthias Doht 53,2 %
Erfurt Andreas Bausewein 60,2 %
Weimar Stefan Wolf 58,3 %
Jena Albrecht Schröter 54,4 %
Saalfeld-Rudolstadt Marion Philipp 62,2 %
Altenburger Land Sieghardt Rydzewski 55,7 %

 

CDU-regiert:

Kreis Bürgermeister/Landrat: Stimmanteil 2006
Eichsfeld Werner Henning 74,3 %
Wartburgkreis Reinhard Krebs 56,4 %
Schmalkalden-Meiningen Ralf Luther 54,2 %
Hildburghausen Thomas Müller 65,1 %
Ilm-Kreis Benno Kaufhold 51,0 %
Saale-Holzland-Kreis Andreas Heller 52,6 %
Saale-Orla-Kreis Thomas Fügmann 52,7 % (Jan. 2012)
Greiz Martina Schweinsberg 50,6 %
Sonneberg Christina Zitzmann 53,5 %
Kyffhäuserkreis Peter Hengstermann 54,0 %
Nordhausen Joachim Claus 52,7 %
Sömmerda Ralf Dohndorf 52,2 %
Gotha Konrad Gießmann 60,3 %

 

Parteilos-regiert:

Kreis/Stadt Bürgermeister/Landrat: Stimmanteil 2006
Suhl Jens Triebel 52,7 %
Weimarer Land Helmut Münchberg 56,3 %
Gera Norbert Vornehm 56,4 %

 

Das Ziel der CDU war es, eine der kreisfreien Städte (Gera, Erfurt, Jena, Weimar, Eisenach) zu gewinnen, die LINKE wollte wenigstens einen Landratsposten erobern.

 

Die Ergebnisse sehen nun so aus:

Kreis/Stadt CDU SPD LINKE Parteilose/Wählergruppen Sonst.
Unstrut-Hainich-Kreis 41,7 51,0 3,2 (EB) 4,2 (Grüne)
Eisenach 38,9 17,4 24,4 10,5 (EB) 8,8 (Grüne)
Erfurt 14,9 59,2 9,8 3,2 (FW) 12,8 (Piraten, Grüne, FDP)
Weimar 43,8 37,5 (weimarwerk), 6,5 12,2 (Grüne)
Jena 17,9 48,8 14,2 9,0 (EB) 9,9 (Grüne, AfB, FDP)
Saalfeld-Rudolstadt 41,0 59,0 (EB)
Altenburger Land 21,7 12,0 30,3 35,9 (EB)
Eichsfeld 70,3 29,7
Wartburgkreis 56,4 22,3 18,4   2,9 (FDP)
Schmalkalden-Meiningen 40,8 43,7 15,5
Hildburghausen 64,7 27,9 3,9 (EB), 3,5 (BZH)
Ilm-Kreis 39,7 17,7 38,0 4,6 (Grüne)
Saale-Holzland-Kreis 56,3 27,8 9,9 6,0 (Grüne)
Greiz 60,4 15,4 3,7 (EB), 17,7 (IWA/BIZ/Grüne) 2,9 (FDP)
Sonneberg 69,8 30,2
Kyffhäuserkreis 44,2 23,1 16,2 7,6 (EB), 7,6 (VIK) 5,1 (FDP, Grüne)
Nordhausen 35,2 24,6 30,9 9,3 (Grüne, FDP)
Sömmerda 43,8 14,7 17,6 23,9 (FW)
Gotha 63,6 19,2 10,3 6,9 (Grüne)
Suhl 22,8 26,5 50,7 (EB)
Weimarer Land 10,7 77,8 (EB für SPD/CDU) 11,5 (Grüne)
Gera 47,6; 29,7 (für SPD); 19,9 (für CDU); 2,8 (alle EB)

Fett markierte sind (ohne Stichwahl) gewählt. EB=Einzelbewerber; FW= Freie Wähler.

 

Als Landesergebnis ergibt sich Folgendes:

  CDU SPD LINKE Grüne FDP Sonst.
2012 33,8 23,8 15,3 3,0 1,1 23,0
2009* 33,0 20,3 20,7 4,5 7,4 13,8

* Wahl der Stadt-, Gemeinderäte und Kreistage sowie einzelner Bürgermeister.

 

In den SPD-regierten Städten und Kreisen sieht es so aus, dass die SPD in Erfurt, Jena und im Unstrut-Hainich-Kreis ihre Position halten kann, wobei sie in Jena noch die Stichwahl gewinnen muss. In Weimar gibt es noch gute Chancen in der Stichwahl, aber das Altenburger Land, Eisenach und Saalfeld-Rudolstadt sind definitiv und eindeutig verloren. Die CDU konnte in einigen Kreisen bereits im ersten Wahlgang ihre Amtsträger bestätigen, doch in mancher Stichwahl droht der Verlust von Ämtern: In Schmalkalden-Meiningen lag die SPD drei Prozent vorn, im Ilm-Kreis lag die LINKE nur knapp zwei Prozent hinter der CDU und in Nordhausen lag die LINKE fünf Prozent zurück. In Suhl und dem Weimarer Land wurden die parteilosen Amtsträger eindrucksvoll wiedergewählt; und auch in Gera wird eine parteilose Kandidatin gewinnen. Die LINKE wollte ja mindestens ein Landratsamt gewinnen und es sieht sehr gut aus, vor allem im Ilm-Kreis und in Nordhausen.

Aus dem Landesergebnis, das auf Grund des personalisierten Charakters einer Bürgermeister-/Landratswahl nur wenig Aussagekraft besitzt, kann man ablesen, dass die regierenden Landesparteien – CDU und SPD – im Vergleich zur Wahl der kommunalen Räte 2009 leicht zulegen konnten, die LINKE über fünf Prozent verlor, die FDP auch kommunal nur noch eine Splitterpartei ist und dass die Freien Wählergemeinschaften bzw. die Parteilosen deutlich politisches Terrain gewinnen können und damit die etablierten Parteien vor große Herausforderungen stellen.

Die Wahlbeteiligung erhöhte sich erfreulicherweise von 42,3 (2006) auf 46,6 Prozent.

 

Quellen:

Südthüringen.de

Election.de

MDR

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