Parlamentswahl in Luxemburg – Niederlage für Juncker

Wahlen

Die Wähler in Luxemburg haben der regierenden Großen Koalition aus Christsozialen und Sozialdemokraten eine Niederlage bereitet. Die Sozialdemokraten hatten wegen der Verwicklungen Junckers in Geheimdienstaffären (siehe http://www.jungewelt.de/2013/03-22/057.php?sstr=juncker%7Cgladio und https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/2013/04-27/005.php?sstr=juncker|gladio) der Regierung das Vertrauen entzogen. Belohnt wurden sie dafür nicht. Ihre Verluste waren aber geringer als die der seit 60 Jahren fast ununterbrochen an der Regierung beteiligten CSV. Größter Gewinner waren die liberalen Parteien: Die Demokratische Partei gewann über drei Prozentpunkte hinzu, die erstmals angetretenen Piraten Luxemburgs kamen auf fast drei Prozent, verpassten aber den Gewinn eines Mandats. Hierzu wären je nach Größe des Wahlkreises zwischen 3,2 und 12,5 Prozent der Stimmen notwendig gewesen.

Party

%

+/–

Seats

+/–

Christian Social People’s Party (CSV)

33.68

-4,36

23

–3

Luxembourg Socialist Workers‘ Party

20.28

-1,28

13

0

Democratic Party

18.25

+3,27

13

+4

The Greens

10.13

-1,58

6

–1

Alternative Democratic Reform Party

6.64

-1,49

3

–1

The Left

4.94

+1,65

2

+1

Pirate Party Luxembourg

2.94

+2,94

0

New

Communist Party of Luxembourg

1.64

+0,17

0

0

Party for Full Democracy

1.50

+1,50

0

New

Invalid/blank votes

Total

100

100

60

0

Registered voters/turnout

Source: Elections in Luxembourg

Resultate nach Wahlbezirk (Prozente)

 

CSV

LSAP

DP

Déi Gréng

ADR

Déi Lénk

KPL

Piratepartei

PID

Zentrum

35,3

14,7

25,0

10,5

5,0

4,8

0,9

2,7

1,2

Osten

36,9

14,6

18,6

13,1

8,7

3,1

0,8

2,7

1,6

Norden

33,7

17,2

23,7

9,0

6,4

2,6

0,9

3,4

3,3

Süden

32,2

25,2

12,7

9,8

7,5

5,7

2,4

3,0

1,4

Das linke Parteienspektrum hat nur unwesentlich Stimmen hinzugewonnen. Die in der EL organisierte Partei „Die Linke“ konnte ein Mandat mehr erobern, die nicht in der EL organisierte Kommunistische Partei, die sich durch ihre vergangenen Erfolge bei Kommunalwahlen (siehe http://www.jungewelt.de/2013/10-19/056.php?sstr=luxemburg) optimistisch gezeigt hatte, verpasste ein Mandat relativ klar und blieb anteilsmäßig fast unverändert. Am stärksten waren beide Parteien im größten, industriell geprägten südlichen Wahlkreis, wo Die Linke 5,73 und die Kommunisten 2,4 Prozent der Stimmen erhielten.

Für die Regierungsbildung gibt es nun zwei wahrscheinliche Konstellationen: Entweder das Modell Deutschland, also ein erneutes Anbinden der schwachen Sozialdemokraten an den ewigen Premierminister Juncker (ist seit 18 Jahren im Amt), oder die Sozialdemokraten, die liberalen Demokraten und die Grünen bilden eine Dreierkoalition (hätten aber nur zwei Stimmen mehr als die absolute Mehrheit). Denkbar ist aber auch eine Koalition aus Christsozialen und Demokraten.

Siehe auch:

http://www.elections.public.lu/fr/index.html

http://www.jungewelt.de/2013/10-19/054.php?sstr=luxemburg

http://de.wikipedia.org/wiki/Kammerwahl_2013

http://www.neues-deutschland.de/artikel/836628.luxemburg-juncker-will-trotz-verlusten-neue-regierung-bilden.html

http://www.tagesschau.de/ausland/luxemburg124.html

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