Altersarmut breitet sich aus

Antikapitalismus

Nach den vielen Rentenreformen, die schon unter Rot-Grün begonnen wurden und verstärkt auf private Altersvorsorge  setzen, um im gleichen Atemzug die Leistungen der gesetzlichen Rente radikal abzusenken, ist es absolut kein Wunder, was das Statistische Bundesamt diese Woche meldete:

2013: Zahl der Empfänger/-innen von Grund­sicherung ab 65 Jah­ren um 7,4 % gestie­gen

WIESBADEN – Am Jahresende 2013 bezogen in Deutschland rund 499 000 Personen ab 65 Jahren Leistungen der Grundsicherung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg diese Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 % (Hervorhebung von mir).

Am Jahresende 2013 erhielten im früheren Bundesgebiet 32 von 1 000 Einwohnern ab 65 Jahren und in den neuen Ländern einschließlich Berlin 21 von 1 000 Einwohnern dieses Alters Leistungen der Grundsicherung. Spitzenreiter unter den Bundesländern waren die Stadtstaaten Hamburg (68 je 1 000 Einwohner), Bremen (59 je 1 000 Einwohner) und Berlin (58 je 1 000 Einwohner). Mit jeweils 11 Empfängerinnen und Empfängern je 1 000 Einwohnern ab 65 Jahren nahm die Bevölkerung in Sachsen und Thüringen diese Leistungen am seltensten in Anspruch.

Auf Grundsicherung sind in der Altersgruppe ab 65 Jahren insbesondere westdeutsche Frauen angewiesen: Am Jahresende 2013 bezogen in Westdeutschland 36 von 1 000 Frauen und 27 von 1 000 Männern dieses Alters Leistungen der Grundsicherung. In den neuen Ländern einschließlich Berlin waren es 22 von 1 000 Frauen und 20 von 1 000 Männern.

Neben den rund 499 000 Empfängerinnen und Empfängern von Grundsicherung im Alter ab 65 Jahren gab es am Jahresende 2013 deutschlandweit rund 463 000 Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung wegen dauerhafter Erwerbsminderung im Alter von 18 bis unter 65 Jahren. Damit bezogen am Jahresende 2013 rund 962 000 volljährige Menschen in Deutschland Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII.“

Jahr
———-
Land
Insgesamt darunter: ab 65 Jahren
zusammen männlich weiblich
Anzahl je 1 000 Einwohner1
1Anteil der Empfänger/-innen an der jeweiligen Bevölkerungsgruppe ab 65 Jahren.

Bis 2010: Berechnung mit der jeweiligen Bevölkerungszahl am 31.12. auf Grundlage früherer Zählungen (Volkszählung 1987 im ehemaligen Bundesgebiet und Registerzählung 1990 in der ehemaligen DDR).

Ab 2011: Berechnung mit der jeweiligen Bevölkerungszahl am 31.12. auf Grundlage des Zensus 2011.

 

Deutschland jeweils am 31. Dezember
2005 630 295 342 855 22 17 25
2006 681 991 370 543 23 18 26
2007 732 602 392 368 24 19 27
2008 767 682 409 958 25 20 28
2009 763 864 399 837 24 19 27
2010 796 646 412 081 24 20 27
2011 844 030 436 210 26 22 29
2012 899 846 464 836 28 24 31
2013 962 187 499 295 30 26 33
nach Ländern am 31. Dezember 2013
Früheres Bundesgebiet 777 822 422 666 32 27 36
Baden-Württemberg 88 825 47 354 23 20 25
Bayern 114 014 65 976 26 23 29
Bremen 14 262 8 319 59 50 66
Hamburg 36 362 22 310 68 68 68
Hessen 79 886 43 916 36 32 40
Niedersachsen 101 439 49 751 30 26 34
Nordrhein-Westfalen 249 668 136 596 38 31 43
Rheinland-Pfalz 41 626 21 740 26 21 31
Saarland 14 394 7 815 35 27 41
Schleswig-Holstein 37 346 18 889 30 25 34
Neue Länder einschließlich Berlin 184 365 76 629 21 20 22
Berlin 70 816 37 620 58 57 58
Brandenburg 22 779 7 662 14 12 15
Mecklenburg-Vorpommern 21 009 6 517 18 16 20
Sachsen 29 565 11 080 11 10 12
Sachsen-Anhalt 24 110 8 340 15 13 16
Thüringen 16 086 5 410 11 9 12

Siehe auch:

Altersarmut: 500.000 Rentner betroffen (Junge Welt)

Altersarmut: Die Koalition vergisst die armen Alten (ZEIT ONLINE)

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