Armut und Reichtum: Zwei Seiten einer Medaille

Antikapitalismus

Diese Woche erschienen zwei Studien, die wieder einmal die zwei Seiten des Kapitalismus aufzeigen: Der in ihm produzierte, fast unermessliche Reichtum ist nur möglich, indem breite Massen der eigenen wie der ausländischen Bevölkerung ausgepresst werden. Je größer der Reichtum, desto größer werden die Massen an Armen und Deklassierten, das ist spätestens seit Marx bekannt.

Das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) hat neue Zahlen zur Vermögensungleichheit publiziert (siehe Studie hier), die verdeutlichen, dass der bislang bei den am höchsten Vermögenden konzentrierte Reichtum noch größer ist als bislang angenommen. Durch die in Deutschland nicht mehr erhobene Vermögenssteuer fehlen amtliche Daten und sind vorliegende Reichtumsstatistiken ungenau. Durch eine Berücksichtigung der Daten aus den Forbes-Listen der vermögendsten Personen der Welt und anderen Quellen zeige sich, dass das Privatvermögen in der BRD, wenn man die Superreichen einbezieht, erheblich größer ist als gedacht und vor allem, dass dessen Verteilung noch erheblich ungleicher ist als angenommen. Nach bisherigen Angaben des Sozioökonomischen Panels (SOEP) lag das Privatvermögen im Jahr 2012 in Deutschland bei knapp 6,3 Billionen Euro. Nach den neuen Daten es beträgt mindestens rund 8,6 Billionen Euro, maximal sogar etwa 9,3 Billionen Euro. Nach den SOEP-Daten gingen die Forscher bislang von einer Konzentration von 18 Prozent des Reichtums bei einem Prozent der Personen aus. Nun rechnen sie mit 31 bis 34 Prozent. Demgegenüber besitzen die untersten 50 Prozent nahezu nichts (siehe auch Junge Welt).

Und wie gesagt, diese Reichtumskonzentration ist nur möglich, wenn noch mehr Menschen aus der Mittelklasse in die verarmten Klassen abrutschen. Das ifo-Institut Dresden hat neue Daten zur Zahl der Sozialhilfeempfänger veröffentlicht: „Die Sozialhilfeausgaben je Einwohner stiegen deutschlandweit zwischen 2006 und 2013 um mehr als 4 % jährlich. Diese Entwicklung kann im Wesentlichen auf einen Anstieg der Zahl der Leistungsempfänger (Fälle) zurückgeführt werden, während die Ausgaben je Fall seit Jahren weitgehend stagnieren.“ Demnach stieg die Zahl der Sozialhilfebezieher von 2,1 auf 2,7 Millionen. Die Studie zum kostenlosen Download.

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