Regionalwahl in Andalusien bringt verheerende Niederlage der Rechten

Wahlen

Der Aufstieg von der neuen eher linken Anti-Austeritätspartei Podemos in den Umfragen, über den ich schon berichtete, schlägt sich nun wieder in konkreten Wahlergebnissen nieder. Bei der Regionalwahl in Andalusien konnte sie 14,84 % der Stimmen gewinnen, was mehr ist als die kommunistische-linkssozialistische „Vereinigte Linke“ (IU) in den vergangenen 19 Jahren erreicht hat. Diese seit 2012 in Koalition mit der sozialdemokratischen PSOE regierende IU ist eine der großen Verlierer der Wahl, denn sie stürzte von 11,35 auf 6,89 % ab. Die PSOE verlor nur vier Prozent und bleibt mit 47 von 109 Sitzen stärkste Partei. Die rechtskonservative PP, die auch die Zentralregierung stellt, verlor am meisten (fast 14 % Verlust). Die linksliberale Ciudadanos, die 2006 in Katalonien als Gegenbewegung zum katalanischen Nationalismus gegründet wurde und in ganz Spanien aktiv ist, erhielt beachtliche 9,28 %. Bemerkenswert ist, dass trotz großer Wirtschaftsprobleme rechtsradikale Parteien – anders als in Frankreich oder anderen Ländern – keinen Aufschwung haben.

Übersicht der Geschichte der andalusischen Regionalwahlen:

1994 1996 2000 2004 2008 2012 2015
PSOE Stimmen 38,71% 44,05% 44,32% 50,36% 48,41% 39,56% 35,43%
Sitze 45 52 52 61 56 47 47
PP[7] Stimmen 34,36% 33,96% 38,02% 31,78% 38,45% 40,67% 26,76%
Sitze 41 40 46 37 47 50 33
IU[8] Stimmen 19,14% 13,97% 8,11% 7,51% 7,06% 11,35% 6,89%
Sitze 20 13 6 6 6 12 5
PA[9] Stimmen 5,79% 6,66% 7,43% 6,16% 2,76% 2,50% 1,53%
Sitze 3 4 5 5 0 0 0
Podemos Stimmen 14,84%
Sitze 15
Ciudadanos Stimmen 9,28%
Sitze 9
  gesamt 109 109 109 109 109 109 109

Quelle: Wikipedia

Update 24.03.: Wie die Junge Welt berichtet, will die PSOE nun eine Minderheitsregierung bilden und mit wechselnden Mehrheiten regieren.

Siehe auch:

Neues Deutschland

tagesschau.de

Greenpeace Magazin

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