Lesetipp zu Wahlmüdigkeit und neuen Reformvorschlägen

Wahlen

Wer wissen will, wie es zu immer größerer Wahlmüdigkeit kommt und warum die nun publizierten Reformvorschläge (z. B. Wahllokale in Supermärkten oder längere Öffnungszeiten für Wahllokale) an den eigentlichen Ursachen sinkender Wahlbeteiligung vorbeigehen, lese folgendes Interview im Tagesspiegel mit dem Soziologen Michael Hartmann:

Die Parteien haben die sinkende Wahlbeteiligung als Problem erkannt und wollen jetzt einmütig dagegen angehen. Sie halten aus soziologischer Sicht nichts davon. Warum?

Weil die Aktion am Problem vorbeigeht. Die Leute, die nicht wählen gehen, tun dies in erster Linie, weil sie meinen, dass sich für ihre Probleme niemand interessiert. Viele haben eine kontinuierliche Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen erlebt, ihre Einkommen sinken, sie arbeiten im Niedriglohnsektor oder sind Dauerkunden von Hartz IV – die Hälfte der Hartzer ist dies seit mehr als vier Jahren. Das führt zum Gefühl: Die da oben interessieren sich nicht für uns, also interessieren wir uns auch nicht für deren Demokratie.

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