Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (Juni 2015)

Antikapitalismus

Heute wieder die aktuellen, geschönten und ungeschönten Daten der Arbeitslosenstatistik:

Tatsächliche Arbeitslosig-keit* Offizielle Arbeitslosig-keit Nicht gezähl-te Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Veränderung zum Vormonat -64.285 -50.813 -13.472 -410
offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000
Veränderung zum Vormonat 15.000 -4.000 -47.000

Siehe auch: Monatsbericht Juni der BA für Arbeit, die-linke.de

Stellungnahme von  Sabine Zimmermann (30.06.2015)

Langzeiterwerbslosigkeit und prekäre Jobs trüben Arbeitsmarktentwicklung

„Eine anhaltende Langzeiterwerbslosigkeit und viele unsichere und schlechtbezahlte Jobs trüben die Arbeitsmarktentwicklung. Unternimmt die Regierung nichts, bleiben dauerhaft Millionen Menschen vom Erwerbsleben ausgesperrt oder in prekärer Beschäftigung gefangen. Für die Große Koalition gibt es keinen Grund, sich zurückzulehnen“, erklärt Sabine Zimmermann zum aktuellen Arbeitsmarktbericht für den Monat Juni. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Es gibt eine gespaltene Arbeitsmarktentwicklung. Die Langzeitarbeitslosigkeit liegt weiter bei über einer Million. Im Bereich von Hartz IV hat die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr nur um 36.000 oder zwei Prozent abgenommen.

Die neuen Jobs in den Wachstumsbranchen des Gesundheits- und Sozialwesens sind oft schlecht bezahlt, befristet und in Teilzeit. Damit kommen viele nicht über die Runden und können ihr Leben schlecht planen. Es ist kein Zufall, dass es im Gesundheits- und Sozialwesen mehr Arbeitskonflikte gibt. Dieser Druck ist nötig, weil die Regierung von allein nichts tut, um diesen Bereich besser zu finanzieren und zu regulieren.

Dass mit der Einführung des Mindestlohns Minijobs eingedämmt und zum Teil in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt werden, ist zu begrüßen.“

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