Aktuelle Lektüren: Reiche werden geschont – Altersarmut nimmt zu

Antikapitalismus

Die beiden folgenden aktuellen Meldungen passen zum kapitalistischen System, denn beides liegt mehr oder weniger in dessen Systemlogik.

Das Handelsblatt meldet, dass die OECD Deutschland wegen des zu starken Schonens von Bestverdienenden bei der Besteuerung: „Eine OECD-Studie prangert die Steuersysteme an: Viel zu häufig könnten Reiche Steuern vermeiden oder hinterziehen – auch in Deutschland. Dabei gäbe es eine einfache Möglichkeit, das zu verhindern.“ Weiterlesen hier.


 

Das Statistische Bundesamt gab folgende Pressemitteilung heraus:

KORREKTUR der Pressemitteilung 280/15 vom 6. August 2015: März 2015: 512 000 Personen beziehen Grundsicherung im Alter

WIESBADEN – Im März 2015 bezogen in Deutschland rund 512 000 Personen Leistungen der Grundsicherung im Alter nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII „Sozialhilfe“). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren unter diesen Leistungsbeziehern mit 61 % mehr Frauen als Männer (39 %).

In der Pressemitteilung 280/15 vom 6. August 2015 ist die Anzahl der Empfänger/innen je 1 000 Einwohner für den 31.12.2014 und März 2015 fehlerhaft berechnet worden. Die korrigierten Werte sind im weiteren Text hervorgehoben und in der Tabelle aufgeführt 

Im März 2015 erhielten im früheren Bundesgebiet 34 von 1 000 Einwohnern im Rentenalter ab 65 Jahre und 3 Monate Leistungen der Grundsicherung; in den neuen Ländern einschließlich Berlin waren es 20 von 1 000 Einwohnern. Spitzenreiter unter den Bundesländern war der Stadtstaat Hamburg (74 je 1 000 Einwohner). Die Bevölkerung in Thüringen (10 je 1 000 Einwohner) und Sachsen (11  je 1 000 Einwohner) nahm diese Leistungen am seltensten in Anspruch.

Auf Grundsicherung sind im Rentenalter insbesondere Frauen im früheren Bundesgebiet angewiesen: Im März 2015 bezogen im früheren Bundesgebiet 36 von 1 000 Frauen und 30 von 1 000 Männern dieses Alters Leistungen der Grundsicherung. In den neuen Ländern einschließlich Berlin waren es jeweils 20 von 1 000 Frauen beziehungsweise 1 000 Männern.

Neben den rund 512 000 Empfängerinnen und Empfängern von Grundsicherung im Rentenalter gab es im März 2015 deutschlandweit rund 483 000 Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung wegen dauerhaft voller Erwerbsminderung. Diese waren mindestens 18 Jahre alt, hatten das Rentenalter von 65 Jahren und 3 Monaten allerdings noch nicht erreicht. Damit bezogen im März 2015 rund 995 000 volljährige Menschen in Deutschland Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des SGB XII.

Die Grundsicherungsstatistik nach dem SGB XII wurde mit dem 1. Berichtsquartal 2015 neu konzipiert. Die Zahl der Empfänger/innen bezieht sich dabei immer auf den letzten Monat des Berichtsquartals. Bei der erstmaligen Erhebung kam es zur Untererfassung in verschiedenen Ländern. Für Deutschland insgesamt beträgt die Untererfassung im März 2015 schätzungsweise 10 000 bis 15 000 Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung gemäß SGB XII, der größte Teil davon in Berlin (schätzungsweise 10 000 Leistungsberechtigte).

Mit dem Gesetz zur Änderung des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII) vom 20. Dezember 2012 wurde die Statistik der Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ab dem 1. Berichtsquartal 2015 von einer dezentralen Jahres- auf eine zentrale Quartalsstatistik umgestellt mit einem geänderten beziehungsweise erweiterten Merkmalskatalog. Die Berichtsstellen übermitteln ihre Daten ausschließlich elektronisch direkt ans Statistische Bundesamt.

>>> weitere Informationen zur Neukonzeption der Grundsicherungsstatistik

Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
Zeitpunkt/-raum
———-
Land
Insgesamt darunter: im Rentenalter 1
zusammen männlich weiblich
Anzahl je 1 000 Einwohner 2
Deutschland
31.12.2005 630 295 342 855 22 17 25
31.12.2010 796 646 412 081 24 20 27
31.12.2011 844 030 436 210 26 22 29
31.12.2012 899 846 464 066 28 24 31
31.12.2013 962 187 497 433 30 26 33
31.12.2014 3 1 002 168 512 262 31 28 33
März 2015 4 994 658 511 915 31 28 33
nach Ländern im März 2015 4
Früheres Bundesgebiet 814 571 439 456 34 30 36
Baden-Württemberg 95 569 50 663 25 22 26
Bayern 120 299 68 546 28 26 30
Bremen 14 990 8 654 63 57 67
Hamburg 40 087 23 894 74 76 72
Hessen 82 694 44 778 37 34 40
Niedersachsen 105 353 50 543 31 28 33
Nordrhein-Westfalen 258 679 142 611 40 35 44
Rheinland-Pfalz 43 000 22 107 27 23 30
Saarland 15 196 8 146 37 32 42
Schleswig-Holstein 38 704 19 514 31 28 34
Neue Länder einschließlich Berlin 180 087 72 459 20 20 20
Berlin 63 963 33 842 53 55 51
Brandenburg 23 926 7 790 14 13 15
Mecklenburg-Vorpommern 21 824 6 501 18 18 19
Sachsen 30 441 11 340 11 11 12
Sachsen-Anhalt 23 898 7 736 14 14 14
Thüringen 16 035 5 250 10 10 11
1 Personen, die die Altersgrenze zum Renteneintrittsalter nach § 41 Abs. 2 SGB XII erreicht haben.
2 Anteil der Empfänger/-innen an der jeweiligen Bevölkerungsgruppe.
Bis 2010: Bevölkerungszahl am 31.12. auf Grundlage früherer Zählungen; ab 2011: Bevölkerungszahl am 31.12. auf Grundlage des Zensus 2011; ab 2013: Vorläufige Bevölkerungszahl am 31.12.2013 auf Grundlage des Zensus 2011.
Bevölkerungszahlen nach Geburtsmonat sind nicht verfügbar; zur Berücksichtigung der Verschiebung der Altersgrenze wird eine Gleichverteilung der Geburten von Personen im Alter von 65 Jahren angenommen.
3 Vorläufiges Ergebnis; Thüringen: Ergebnis für 31.12.2013.
4 Untererfassungen in verschiedenen Ländern, insbesondere in Berlin. Für Deutschland beträgt die Untererfassung schätzungsweise 10 000-15 000 Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.
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