Lesetipp: Wahre Gedanken zum Fernsehen

Was sonst noch in der Welt passiert

Selten habe ich das Wesen des Fernsehens so trefflich beschrieben gefunden wie in der Wochenendbeilage der Jungen Welt vom 22.08.:

„Wie schon der bayerische Medien- und Erkenntnistheoretiker Edmund Stoiber in einem seiner wenigen lichten Momenten erkannte, schafft das Fernsehen Wirklichkeit, bildet also weniger Realität ab, als eine neue hinzuzufügen. Die politische Aufgabe des Fernsehens als Informationsmedium besteht darin, die Wirklichkeit so zu zeigen, dass man von ihr entweder nichts, zuwenig oder das Falsche erfährt. Es stellt Oberflächenphänomene der Realität dar, ohne diese selbst erfassen zu können bzw. zu wollen.

In den Nachrichten wird jeder Zusammenhang zwischen den Ereignissen ignoriert. So werden die unmittelbaren Erscheinungen für das Ganze genommen, das sich als zersplittert und zusammenhanglos, als scheinbares Chaos präsentiert. Das Fernsehen bietet eine ungeschichtliche und atomisierte Sicht auf die Welt, die als schrecklich, aber alternativlos wahrgenommen wird. Sie erscheint als ständige Abfolge sinnloser Tragödien, die sich wie Naturkatastrophen dem menschlichen Handeln entziehen. Indem man also über die einzelnen Ereignisse berichtet, ohne sie dabei in einen rational begründbaren Erklärungszusammenhang zu bringen, verschweigt man mehr, als man zeigt […]“. Weiterlesen hier.

Der erste Teil dieser Kolumne ist hier zu finden.

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