Wahlergebnisse aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg

Wahlen

Baden-Württemberg:

Gegenstand der Nachweisung 2016 2011 Veränderung
Anzahl % Anzahl % Anzahl %-Punkte
Wahlberechtigte 7.685.778 7.622.873 +62.905
Wähler(innen) / Wahlbeteiligung 5.412.301 70,4 5.051.941 66,3 +360.360 +4,1
Ungültige Stimmen 51.950 1,0 68.222 1,4 −16.272 −0,4
Gültige Stimmen 5.360.351 99,0 4.983.719 98,6 +376.632 +0,4
davon für
CDU 1.447.249 27,0 1.943.912 39,0 −496.663 −12,0
GRÜNE 1.622.631 30,3 1.206.182 24,2 +416.449 +6,1
SPD 679.872 12,7 1.152.594 23,1 −472.722 −10,4
FDP 445.430 8,3 262.784 5,3 +182.646 +3,0
DIE LINKE 156.211 2,9 139.700 2,8 +16.511 +0,1
PIRATEN 21.773 0,4 103.618 2,1 −81.845 −1,7
REP 17.467 0,3 56.723 1,1 −39.256 −0,8
NPD 23.605 0,4 48.227 1,0 −24.622 −0,6
ÖDP 38.509 0,7 42.539 0,9 −4.030 −0,2
Die PARTEI 17.049 0,3 384 0,0 +16.665 +0,3
BüSo 166 0,0 307 0,0 −141 −0,0
DKP 144 0,0 105 0,0 +39 +0,0
ALFA 54.764 1,0 × × +54.764 +1,0
Tierschutzallianz 480 0,0 × × +480 +0,0
AfD 809.311 15,1 × × +809.311 +15,1
ARMINIUS-Bund 49 0,0 × × +49 +0,0
Bündnis C 602 0,0 × × +602 +0,0
DIE EINHEIT 214 0,0 × × +214 +0,0
DIE RECHTE 713 0,0 × × +713 +0,0
FREIE WÄHLER 4.640 0,1 × × +4.640 +0,1
MENSCHLICHE WELT 872 0,0 × × +872 +0,0
Tierschutzpartei 17.470 0,3 × × +17.470 +0,3
Einzelbewerber 1.130 0,0 2.368 0,0 −1.238 −0,0
Sonstige (nur 2011) × × 24.276 0,5 −24.276 −0,5

Quelle: http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de

 

Bemerkenswert ist, wie die CDU ihren Umfragevorsprung von über zehn Prozent in den Umfragen im vergangenen Herbst in eine ziemlich klare Niederlage verwandeln konnte. Es ist eigentlich keine Überraschung, dass ihr farbloser Spitzenkandidat Guido Wolf gegen sehr landesväterlich daherkommenden Grünen Kretschmann verloren hat – aber wieso konnte „Kretsche“ seinen charakterlichen Vorteil erst in den letzten Wochen vor der Wahl so gut ausspielen, dass er zum ersten Mal in der grünen Parteigeschichte seine Partei zur stärksten Partei machen konnte? Egal, wichtiger ist die Feststellung, dass die AfD selbst in einem wirtschaftlich so staren Land zweistellige Ergebnisse und sogar zwei Direktmandate gewinnen konnte. Große politische und soziale Unzufriedenheit herrschen also nicht nur im Osten vor. Von dieser Unzufriedenheit konnte z. T. die FDP, die LINKE überhaupt nicht profitieren. Selbst der LINKE-Parteivorsitzende Riexinger konnte der LINKEN im Ländle nicht aus dem politischen Abseits rausholen. Das Ergebnis der DKP (144 Stimmen) ist einfach peinlich und sollte zu denken geben, ob eine Kandidatur in diesem Land wirklich irgendeinen Nutzen hat. Die Wahlbeteiligung ist wie in den anderen Ländern gestiegen (um vier PP auf 70,4 %).

Link zu Wahlstatistiken

 

Rheinland-Pfalz:

Landtagswahl 2016 Landtagswahl 2011
% Erst-stimme % Zweit-stimme Sitze % Erst-stimme % Zweit-stimme Änd. zu 2016 Sitze
Wahlbeteil. 70,4 70,4 61,8 61,8 8,6
Ungültige Stimmen 2,6 1,4 2,8 2,1 -0,7
Gültige Stimmen 97,4 98,6 101 97,2 97,9 0,7 101
SPD 36 36,2 39 37,7 35,7 0,5 42
CDU 34,8 31,8 35 36,9 35,2 -3,4 41
GRÜNE 6,4 5,3 6 14,2 15,4 -10,1 18
FDP 6,8 6,2 7 4,4 4,2 2,0 0
DIE LINKE 3,7 2,8 0 3,2 3 -0,2 0
FREIE WÄHLER 4 2,3 0 1,9 2,3 0,0 0
PIRATEN 0,3 0,8 0 0,5 1,6 -0,8 0
NPD 0,1 0,5 0 0,4 1,1 -0,6 0
REP 0 0,2 0 0,4 0,8 -0,6 0
ödp 0,4 0,4 0 0,3 0,4 0,0 0
ALFA 0,3 0,6 0 0,6 0
AfD 7 12,6 14 12,6 0
III. Weg 0,1 0 0,1 0
DIE EINHEIT 0,1 0 0,1 0
FRIEDENS-KÄMPFER 0 0 0 0
Pestemer 0 0 0
Sonstige 0 0,1 0,2 0

 

SPD CDU AfD FDP GRÜNE
Mandate insgesamt 39 35 14 7 6
davon Direktmandate 27 24 0 0 0

 

Quelle: http://www.wahlen.rlp.de

 

Viele Aussagen, die für Baden-Württemberg zutreffen, können auch hier angewendet werden: Die CDU vermasselt einen großen Umfragevorsprung, selbst die letzten Umfrageergebnisse vor der Wahl konnten am Wahltag nicht gehalten werden. Die SPD profitiert von ihrer scheinbar charismatischen Ministerpräsidentin und kann hier ihren einzigen Erfolg feiern, der größere innerparteiliche Turbulenzen wohl verhindert. Die FDP feiert im Westen Wiederauferstehung, die AfD verhindert auch hier (wie in Ba-Würt. und LSA) die Fortsetzung der bisherigen Regierungskoalition und die LINKE scheitert kläglich in strukturkonservativen Westländern.

Die Pfalz hat eine Tradition sozialliberaler Koalitionen, sodass der FDP hier sogar eine Regierungsbeteiligung ins Haus steht. Die Wahlbeteiligung stieg um über 8 PP. Die Direktmandate konnten allein unter den sog. Volksparteien gehalten werden, die in der Summe hier noch ihr bestes Ergebnis einfahren: zusammen kommen CDU und SPD auf 68 %. In Baden-W. liegt diese Summe bei 39,7 und in Sachsen-Anhalt bei 40,4 %. Aus meiner Sicht sind die Zeiten der Volksparteien endgültig vorbei, solche Begriffe können aus dem Wortschatz (vorerst) gestrichen werden!

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