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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (Jan. 2016)

Antikapitalismus

Heute wieder die aktuellen Arbeitslosendaten aus der Bundesagentur für Arbeit:

  Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
 Dezember 2015 3.471.562 2.681.415 790.147 162.198
Januar 2016 3.653.317 2.920.421 732.896 161.070
Veränderung zum Vormonat 181.755 269.006 -57.251 -1128

 

  offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Dezember 591.000 1.012.000 4.996.000
Januar 581.000 1.049.000 5.171.000
 Veränderung zum Vormonat 10.000 37.000 175.000

Zur Situation der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund schreibt die Agentur: „[…] die Zahl der Arbeitslosen aus diesen Ländern [hat] im Januar um 58.000 oder 18 Prozent zugenommen […]. Auch dann, wenn die Integration von Zuwanderern schnell gelingt, wird es wegen saisonaler, struktureller oder betrieblicher Gründe immer einen gewissen Umfang von Fluktuations-Arbeitslosigkeit geben, der sich bei zunehmendem Arbeitskräfteangebot entsprechend erhöht (Angebotseffekt). Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die Arbeitsmarktintegration insbesondere von Flüchtlingen nach den Erfahrungen der Vergangenheit mehrere Jahre braucht. Ihre Arbeitslosmeldung ist ein erster Schritt in einem Integrationsprozess, der aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse und formalen Qualifikationen längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Entsprechend ist zu beobachten, dass die Arbeitslosigkeit von Personen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylzugangsländern im Januar im Vorjahresvergleich um 60 Prozent oder 38.000 gestiegen ist. Der Einfluss auf die gesamte Arbeitslosigkeit ist damit noch moderat.“

Quellen: Monatsbericht Januar (Agentur für Arbeit), DIE LINKE

 

Siehe auch: »Nur« rund drei Millionen (Junge Welt)

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (Dezember)

Antikapitalismus

Heute kommen zum letzten Mal die Arbeitslosendaten aus dem Jahr 2015, inklusive aller Einzelmonate:

Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Juli 3.524.695 2.773.000 751.695 165.498
August 3.523.110 2.796.000 727.110 164.575
September 3.449.797 2.708.000 741.797 164.010
Oktober 3.418.539 2.649.000 769.539 162.905
November 3.427.083 2.633.000 794.083 162.703
Dezember 3.471.562 2.681.415 790.147 162.198
Veränderung zum Vormonat 44.479 48.415 -3.936 -505
offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000
Juli 589.000 1.041.000 5.110.000
August 597.000 1.036.000 5.115.000
September 600.000 1.031.000 5.018.000
Oktober 612.000 1.023.000 4.953.000
November 610.000 1.013.000 4.960.000
Dezember 591.000 1.012.000 4.996.000

Quellen: Monatsbericht Dezember (Agentur für Arbeit), DIE LINKE

Die wesentlichen Erkenntnisse: Im Dezember stieg die Arbeitslosigkeit wieder an, um über 40 Tausend Arbeitslose; die Zahl der älteren Arbeitslosen nimmt leicht ab, die der Langzeitarbeitslosen stagniert weiter über eine Million.

Siehe auch:

Arbeitslosigkeit in Deutschland fällt 2015 auf 24-Jahres-Tief (http://www.finanzen.net)

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Arbeitslosigkeit in der EU – heute und gestern

Antikapitalismus

Heute will ich auf die Lage des gesamteuropäischen Arbeitsmarktes aufmerksam machen (in den EU-Staaten). Es zeigt sich hieran sehr deutlich, dass das deutsche „Jobwunder“, das sich bei einem Blick auf das Ausmaß von Statistikfälschung, prekäre Beschäftigung und „stiller Reserve“ ja deutlich relativiert, auf Kosten anderer EU-Staaten entstanden ist. Die Länder in den folgenden Tabellen sind nach der Arbeitslosenquote (gemessen nach geschönten Eurostat-Kriterien) im Oktober 2015 dargestellt, mit der höchsten Quote oben beginnend.

Deutschland befindet sich in diesem Ranking ganz unten, hat also mit 4,5 % derzeit die beste Arbeitslosenquote. Schaut man auf das vierte Quartal 2007, vor Ausbruch der großen Finanzkrise, dann war Deutschland mit 8,2 % damals noch ein Sorgenkind in der EU und hatte eine der höchsten Quoten der EU. In der 3. Spalte der 1. Tabelle sieht man, dass kein Land der EU seitdem seine Arbeitslosenquote so stark senken konnte wie die BRD. Überhaupt haben nur fünf Länder ihre Quoten in diesem Zeitraum senken können. In 20 Ländern ist die Quote um mehr als ein Prozentpunkt gestiegen, in drei Ländern sogar um über zehn Prozentpunkte. Die ganze Unmenschlichkeit und Unwirksamkeit der neoliberalen Austeritätspolitik lässt sich an den Zahlen von Griechenland studieren: Vor der Krise (2007) lag die Quote bei 8,1 %, 2009 bei 10, 2011 schon bei 20 und Ende 2013 bei über 27 %. Seitdem gab es einen leichten Rückgang auf nun 24,6 %.

Doch wo sollen die Arbeitsplätze für all die Arbeitslosen in der EU herkommen? Der EU-Durchschnitt aller Arbeitslosenquoten lag im Oktober 2015 bei 9,3 Prozent, in absoluten Zahlen entspricht das etwa 17,2 Millionen Frauen und Männer. Woran mangelt es den Europäern? Welche Produkte und Dienstleistungen, die in der Privatwirtschaft hergestellt werden, fehlen in nennenswertem Umfang, um Arbeitsmöglichkeiten für diese 17 Millionen Menschen darzustellen? Die größten Bedürfnisse an Arbeit bestehen in öffentlichen Diensten wie Alten- und Krankenpflege, Bildungssystem, Sozialarbeiter, doch diese Stellen können nicht alle Arbeitslosen versorgen und werden dank neoliberaler Wirtschaftslogik auch nicht vollumfänglich besetzt (sondern stetig weiter abgebaut!).

Wer die Arbeitslosigkeit in der EU beseitigen will, muss die Arbeit umverteilen und die Normalarbeitszeit drastisch reduzieren. Das kann nur erreicht werden, wenn die Mächtigen in dieser Gesellschaft, die Groß- und Monopolkapitalisten enteignet und entmachtet werden!!!

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (November 2015)

Antikapitalismus, Was sonst noch in der Welt passiert
Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Juli 3.524.695 2.773.000 751.695 165.498
August 3.523.110 2.796.000 727.110 164.575
September 3.449.797 2.708.000 741.797 164.010
Oktober 3.418.539 2.649.000 769.539 162.905
November 3.427.083 2.633.000 794.083 162.703
Veränderung zum Vormonat 8.544 -16.000 24.544 -202

 

offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000
Juli 589.000 1.041.000 5.110.000
August 597.000 1.036.000 5.115.000
September 600.000 1.031.000 5.018.000
Oktober 612.000 1.023.000 4.953.000
November 610.000 1.013.000 4.960.000
Veränderung zum Vormonat -2.000 -10.000 7.000

Quellen: Monatsbericht Oktober der Bundesagentur für Arbeit, DIE LINKE

Die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist im November um 8544 Personen (0,2 %) gestiegen, dies ist der erste Anstieg der Arbeitslosigkeit seit Juli. Die propagandistisch verbreitete „offizielle“ Arbeitslosgikeit sank genauso wie die Langzeitarbeitslosigkeit. Alles keine Gründe, stolz auf die Leistungsstärke der deutschen Wirtschaft zu sein. Einerseits sind auch 2,6 Mio. Arbeitslose eine Schande für einen Sozialstaat. Andererseits ist zu lesen, dass immer mehr Erwerbslose in größere Finanznöte geraten:

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (Oktober 2015)

Antikapitalismus

Die neusten Statistikverrenkungen von der Bundesagentur für Arbeit:

Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Juli 3.524.695 2.773.000 751.695 165.498
August 3.523.110 2.796.000 727.110 164.575
September 3.449.797 2.708.000 741.797 164.010
Oktober 3.418.539 2.649.000 769.539 162.905
Veränderung zum Vormonat -31.258 -59.000 27.742 -1.105
offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000
Juli 589.000 1.041.000 5.110.000
August 597.000 1.036.000 5.115.000
September 600.000 1.031.000 5.018.000
Oktober 612.000 1.023.000 4.953.000
Veränderung zum Vormonat 12.000 -8.000 -65.000

Quellen: Monatsbericht Oktober der Bundesagentur für Arbeit, DIE LINKE

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (September 2015)

Antikapitalismus

Heute – mit leichter Verspätung -wieder die aktuellen, geschönten und ungeschönten Daten der Arbeitslosenstatistik für den Monat September sowie die Vergleichsdaten aus den Vormonaten. Bis jetzt geht das angebliche Jobwunder weiter, die Flüchtlinge sind noch nicht in der Arbeitslosenstatistik angekommen. Schön wäre für sie, wenn sie erst mal in einer vernünftigen Unterkunft und dann beim Bundesamt für Migration (BAMF) ankämen.

  Tatsächliche Arbeitslosig-keit* Offizielle Arbeitslosig-keit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Juli 3.524.695 2.773.000 751.695 165.498
August 3.523.110 2.796.000 727.110 164.575
September 3.449.797 2.708.000 741.797 164.010
Veränderung zum Vormonat -73.313 -88.000 14.687 -565

 

  offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000
Juli 589.000 1.041.000 5.110.000
August 597.000 1.036.000 5.115.000
September 600.000 1.031.000 5.018.000
Veränderung zum Vormonat 3.000 -5.000 -97.000

Quellen: Monatsbericht September der Bundesagentur für Arbeit, DIE LINKE

Zum Zustand des ostdeutschen Arbeitsmarktes nach 25 Jahren Anschluss der DDR an die BRD informiert die Linksfraktion im Bundestag:

Im 25. Jahr der Deutschen Einheit ist die Situation auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt weiter schwierig. Das geht aus einer Anfrage der LINKEN an die Bundesregierung hervor. Zwar sank in den vergangenen Jahren die Zahl der registrierten Arbeitslosen. Aber dies geht kaum auf neu entstandene Beschäftigung zurück. Hunderttausende wanderten ab, ein schrumpfendes Arbeitsvolumen wurde auf mehr Köpfe verteilt. Wegen zu geringer Wirkung von Tarifverträgen drohen auf lange Zeit deutliche Verdienstunterschiede.

Dazu erklärt Sabine Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag: „Die Situation auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt kann nicht zufrieden stellen. Wie die Bundesregierung zu ihren Jubelmeldungen kommt, ist mir rätselhaft. Ostdeutschland darf nicht zum Billiglohnland mit einem hohem Sockel an verfestigter Langzeiterwerbslosigkeit verkommen.“

Zimmermann weiter: „Die Bundesregierung ist gefordert ein Konzept für einen nachhaltigen Wirtschafts- und Beschäftigungsbau vorzulegen, das auch den strukturschwachen Regionen Westdeutschlands helfen kann. Daneben brauchen wir eine gewerkschafts- und tarifpolitische Offensive, um bei der Angleichung der Löhne und Arbeitszeiten einen größeren Schritt vorwärts zu kommen.“

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (August 2015)

Antikapitalismus

Heute wieder die aktuellen, geschönten und ungeschönten Daten der Arbeitslosenstatistik für den Monat August:

  Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Juli 3.524.695 2.773.000 751.695 165.498
August 3.523.110 2.796.000 727.110 164.575
Veränderung zum Vormonat -1.585 23.000 -24.585 -923
  offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger  
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000  
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000  
März 542.049 1.049.000 5.221.000  
April 551.595 1.054.000 5.152.000  
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000  
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000  
Juli 589.000 1.041.000 5.110.000  
August 597.000 1.036.000 5.115.000  
Veränderung zum Vormonat 8.000 -5.000 5.000  

Quellen: Monatsbericht August der Bundesagentur für Arbeit, DIE LINKE

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Grund zur Freude? Niedrigste Jugenderwerbslosigkeit Europas

Antikapitalismus

Deutschland hat die niedrigste Jugenderwerbslosigkeit in der EU

WIESBADEN – Im Jahr 2014 waren nach Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung in Deutschland rund 330 000 Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren erwerbslos. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tags der Jugend am 11. August 2015 weiter mitteilt, lag die Erwerbslosenquote von jungen Menschen damit bei 7,7 %.

Pressemitteilung von Destatis weiterlesen


Das Problem an dieser „schönen“ Zahl: Es gibt immer noch zu viele, nämlich hunderttausende Jugendliche auch in Deutschland, die keinen oder nur einen prekären Arbeitsplatz haben. Letztere, die vielleicht nur 600 Euro netto im Monat bekommen und mit Hartz IV aufstocken dürfen, werden wohl nicht in den 7,7 % drin sein. Und: Wenn in unseren Nachbarländern die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen zwei- bis sechsmal so hoch ist wie in Deutschland (siehe Tabelle unten), dann steigt der Migrationsdruck, es könnten noch mehr arme Menschen hierher kommen, die dann von einem rassistischen Mob nicht freundlich willkommen geheißen wird. Sprich, es sollte uns überhaupt nicht freuen, dass Deutschland das Land mit der niedrigsten Jugendarbeitslosenrate ist, solange sich dieses Land nicht um eine (egalitäre, antineoliberale) europäische Wirtschaftspolitik bemüht, die auch anderen Ländern wirtschaftliche Prosperität ermöglicht.

 

Arbeitsmarktbeteiligung1 junger Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren
Ergebnisse der Arbeitskräfteerhebung 2014
Merkmal Erwerbslosenquote Anteil der Erwerbslosen
an der Gesamtbevölkerung
Anteil der Nichterwerbstätigen,
die nicht in (Weiter-) Bildung sind
an der Gesamtbevölkerung
in %
1Bezogen auf Personen in Privathaushalten im Alter von 15 bis 24 Jahren.
Quelle: Statistisches Bundesamt und Eurostat.
Deutschland 7,7 3,9 6,4
Österreich 10,3 6,0 7,7
Malta 11,8 6,1 11,5
Dänemark 12,6 7,8 5,8
Niederlande 12,7 8,6 5,0
Estland 15,0 5,8 11,7
Tschechische Republik 15,9 5,1 8,1
Vereinigtes Königreich 16,9 9,8 11,9
Litauen 19,3 6,6 9,9
Lettland 19,6 7,9 12,0
Slowenien 20,2 6,8 9,4
Ungarn 20,4 6,0 13,6
Finnland 20,5 10,7 10,2
Europäische Union (EU28) 22,2 9,2 12,4
Luxemburg 22,6 5,9 6,3
Schweden 22,9 12,7 7,2
Belgien 23,2 7,0 12,0
Bulgarien 23,8 6,5 20,2
Irland 23,9 8,9 15,2
Polen 23,9 8,1 12,0
Rumänien 24,0 7,1 17,0
Frankreich 24,2 8,9 10,7
Slowakei 29,7 9,2 12,8
Portugal 34,8 11,9 12,3
Zypern 36,0 14,5 17,0
Italien 42,7 11,6 22,1
Kroatien 45,5 15,3 19,3
Griechenland 52,4 14,7 19,1
Spanien 53,2 19,0 17,1
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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (Juni 2015)

Antikapitalismus

Heute wieder die aktuellen, geschönten und ungeschönten Daten der Arbeitslosenstatistik:

Tatsächliche Arbeitslosig-keit* Offizielle Arbeitslosig-keit Nicht gezähl-te Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Veränderung zum Vormonat -64.285 -50.813 -13.472 -410
offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000
Veränderung zum Vormonat 15.000 -4.000 -47.000

Siehe auch: Monatsbericht Juni der BA für Arbeit, die-linke.de

Stellungnahme von  Sabine Zimmermann (30.06.2015)

Langzeiterwerbslosigkeit und prekäre Jobs trüben Arbeitsmarktentwicklung

„Eine anhaltende Langzeiterwerbslosigkeit und viele unsichere und schlechtbezahlte Jobs trüben die Arbeitsmarktentwicklung. Unternimmt die Regierung nichts, bleiben dauerhaft Millionen Menschen vom Erwerbsleben ausgesperrt oder in prekärer Beschäftigung gefangen. Für die Große Koalition gibt es keinen Grund, sich zurückzulehnen“, erklärt Sabine Zimmermann zum aktuellen Arbeitsmarktbericht für den Monat Juni. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Es gibt eine gespaltene Arbeitsmarktentwicklung. Die Langzeitarbeitslosigkeit liegt weiter bei über einer Million. Im Bereich von Hartz IV hat die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr nur um 36.000 oder zwei Prozent abgenommen.

Die neuen Jobs in den Wachstumsbranchen des Gesundheits- und Sozialwesens sind oft schlecht bezahlt, befristet und in Teilzeit. Damit kommen viele nicht über die Runden und können ihr Leben schlecht planen. Es ist kein Zufall, dass es im Gesundheits- und Sozialwesen mehr Arbeitskonflikte gibt. Dieser Druck ist nötig, weil die Regierung von allein nichts tut, um diesen Bereich besser zu finanzieren und zu regulieren.

Dass mit der Einführung des Mindestlohns Minijobs eingedämmt und zum Teil in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt werden, ist zu begrüßen.“

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (Mai 2015)

Antikapitalismus

Heute wieder die aktuellesten Propagandameldungen von der Bundesagentur für Arbeit und die wichtigsten Daten zur Arbeitslosigkeit im Land. Zuvor ein Zitat aus dem Monatsbericht: „Die deutsche Realwirtschaft wuchs im ersten Quartal 2015 saisonbereinigt um 0,3 Prozent, spürbar schwächer als im Vorquartal. Dabei überdecken die Entwicklung der Exporte relativ zu den Importen sowie der Lagerabbau die an sich starke Inlandsnachfrage. Mit Blick auf das zweite Quartal bleiben die betrieblichen Einschätzungen der Geschäftslage auf einem guten Niveau. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich auf der Angebots- und Nachfrageseite weiter aufwärts. So steigt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung abermals deutlich. Der Indikator für die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern, der BA-X, legt weiter zu. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind saisonbereinigt erneut gesunken. Die Vorjahreswerte werden merklich unterschritten.“ Es geht wohl aufwärts – man urteile selbst in Anbetracht der folgenden Zahlen.

 

Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099
März 3.745.322 2.931.505 813.817
April 3.638.060 2.843.000 795.060
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807
Veränderung zum Vormonat -72.253 -81.000 8.747

 

davon älter als 58 offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 170.015 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 168.869 518.890 1.060.000 5.274.000
März 167.935 542.049 1.049.000 5.221.000
April 167.298 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 166.973 557.000 1.041.000 5.133.000
Veränderung zum Vormonat -325 5.405 -13.000 -19.000

Quellen: Monatsbericht der BA für Arbeit Mai 2015, die-linke.de

 

Medienberichte zum Thema:

Weniger Erwerbslose im Mai (Neus Deutschland)

http://www.flassbeck-economics.de/arbeitslosigkeit-im-mai-und-wieder-wird-das-musterland-schoengeredet/

 

Hierzu siehe auch meine Beiträge von April, März und Januar.

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In Deutschland fehlt es an (bezahlter) Arbeit

Antikapitalismus

Es gibt kein Jobwunder in Deutschland, auch wenn die Lage am Arbeitsmarkt hierzulande sicherlich viel besser ist als in Spanien oder Griechenland. Trotzdem fehlt es an Arbeit, dies belegen Zahlen der aktuellen Arbeitskräfteerhebung:

„Im Jahr 2014 wünschten sich nach Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung rund 6 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 74 Jahren Arbeit oder mehr Arbeitsstunden. Im Vergleich zum Vorjahr sank ihre Zahl um 336.000 Personen (-5,3 Prozent).

Trotz der günstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt somit weiterhin ein erhebliches Potenzial an Arbeitskräften ungenutzt. Neben 2,1 Millionen Erwerbslosen setzte sich das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial im Jahr 2014 aus 1,0 Millionen Personen in Stiller Reserve und insgesamt 2,9 Millionen Unterbeschäftigten zusammen. Im Vorjahresvergleich sanken sowohl die Zahl der Erwerbslosen (-92.000) als auch die Stille Reserve (-42.000) um gut 4 Prozent. Die Zahl der Unterbeschäftigten hatte mit -6,5 (-202.000) jedoch den stärksten Anteil am Rückgang des ungenutzten Arbeitskräftepotenzials.

Unterbeschäftigte sind Erwerbstätige, die den Wunsch nach zusätzlichen Arbeitsstunden haben und dafür auch zur Verfügung stehen. Im Jahr 2014 waren in Deutschland 7,3 Prozent der Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 74 Jahren nach eigenen Angaben unterbeschäftigt. 14,9 Prozent der Teilzeitbeschäftigten und 4,4 Prozent der Vollzeitbeschäftigten wünschten sich zusätzliche Arbeitsstunden.“ (Quelle: http://www.finanznachrichten.de)

Neben diesen Unterbeschäftigten gibt es 915.000 Überbeschäftigten, die sehr gerne weniger arbeiten wollen. Schade, dass sie nicht einfach zu den Unterbeschäftigten gehen können und ihnen einen Teil der Arbeit überlassen können. Selbst nach einem solcher Umverteilung fehlte es an bezahlten Arbeitsplätzen, die nur durch eine gesamtgesellschaftliche Arbeitszeitverkürzung geschaffen werden können. Siehe Offener Brief 2013 von Massarrat und Bontrup

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (April 2015)

Antikapitalismus

Nach Januar und März folgen heute die nächsten Arbeitslosenzahlen, inkl. Blick hinter die Fassade der Jubelmeldungen der Agentur für Arbeit:

Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060

 

offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000

Pressemeldung hierzu: Junge Welt

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (März 2015)

Antikapitalismus

Nach den Januar-Zahlen werde ich zukünftig regelmäßig auf die verschleierten Arbeitslosenstatistiken hinweisen, die auch auf http://www.die-linke.de/politik/positionen/arbeitsmarkt-und-mindestlohn/tatsaechliche-arbeitslosigkeit/ nachgelesen werden können.

Im Vergleich zum Februar ist sowohl die offiziell verkündete Zahl der Arbeitslosen (2. Spalte) als auch die realistischere Zahl (1. Spalte) um zehntausende Arbeitslsoe kleiner geworden. Allerdings ist hat die Verschleierung der Arbeitslosigkeit (3. Spalte) um 18.312 Personen zugenommen, d. h., es gibt wieder ein paar alte, kranke und in Beschäftigungsmaßnahmen steckende Erwerbslose mehr, die nicht in die offizielle Statistik eingerechnet werden brauchen. Die Zahl der offenen Stellen hat auch etwas zugelegt, wobei damit nicht gesagt ist, welcher Qualität diese angebotenen Stellen sind.

Tatsächliche Arbeitslosigkeit Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58 offene Stellen (Bund)
Januar 3.784.488 3.031.604 752.884 170.015 485.172
Februar 3.812.865 3.017.003 795.862 168.869 518.890
März 3.745.679 2.931.505 814.174 167.935 542.049
Veränderung -67.186 -85.498 18.312 -934 23.159

Siehe auch Monatsbericht März 2015 der Arbeitsagentur

Presse:

Junge Welt

FAZ

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (Januar 2015)

Antikapitalismus

Nicht zum ersten Mal berichte ich hier über die Verschleierung des wahren Ausmaßes der Arbeitslosigkeit in Deutschland durch die amtliche Statistik, siehe hier und hier. Auch die Junge Welt berichtet regelmäßig über die amtliche Statistikverschleierung, siehe: Simon Zeises „Rotlicht: Arbeitslosenstatistik“ oder den Bericht zum Monatsbericht Januar. Auf http://www.die-linke.de/politik/positionen/arbeitsmarkt-und-mindestlohn/tatsaechliche-arbeitslosigkeit/ weist auch die Partei DIE LINKE auf diesen Missstand hin. Das „Jobwunder“ in Deutschland relativiert sich beim Vergleich von offizieller und tatsächlicher Arbeitslosigkeit (zitiert nach eben genanntem Link):

Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Januar 2015: 3.784.488
Offizielle Arbeitslosigkeit im Januar 2015: 3.031.604
Nicht gezählte Arbeitslose gesamt: 752.884

Nicht gezählte Arbeitslose aufgeschlüsselt
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II: 170.015
Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 79.143
Förderung von Arbeitsverhältnissen: 8.999
Fremdförderung: 86.027
Beschäftigungsphase Bürgerarbeit: 7
Berufliche Weiterbildung: 170.419
Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte): 158.858
Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 3.842
Kranke Arbeitslose (§126 SGB III): 75.574

Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht Januar 2015, Seite 67. Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige geförderte Selbstständigkeit haben wir in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die dort ebenfalls aufgeführten älteren Arbeitslosen, die aufgrund verschiedener rechtlicher Regelungen (§§ 428 SGB III, 65 Abs. 4 SGB II, 53a Abs. 2 SGB II u.a.) nicht als arbeitslos zählen, befinden sich in der Gruppe Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I oder ALG II.

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Fehlschätzung des Tages: Hartz-IV-Ausgaben

Antikapitalismus

Diese Meldung ist ein Ausdruck des Realitätsverlustes, dem die herrschende Exekutive der Bourgeoisie-Interessen bezüglich des angeblichen „deutschen Jobwunders“ unterliegt. Die Politiker der Großen Koalition (und auch ihre Vorgänger-Regierungen) glauben ja standhaft, dass die Schröderschen Hartz-Reformen für eine Belebung des deutschen Arbeitsmarktes gesorgt und erfolgreich die Massenarbeitslosigkeit bekämpf haben. Das ist natürlich Quatsch, der sich nur dank geschönter Arbeitslosenstatistiken vermitteln lässt. Nun hat die Regierung festgestellt, dass das Jobwunder doch nicht so üppig ist und etwas mehr Geld für die Hartz-IV-Leistungen eingeplant werden muss. Laut Focus-Meldung benötigt die Regierung bis zu einer Milliarde Euro zusätzlich.

Arbeitslosigkeit und damit auch die Ausgaben für Hartz-Bezieher können meienr Meinung nach nicht abgebaut werden, wenn man nur noch prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit oder Werkverträge fördert bzw. nicht aktiv bekämpft. Gegen Massenarbeitslosigkeit können laut dem Wirtschaftsprofessor Heinz J. Bontrup nur zwei Sachen helfen: mehr Wirtschaftswachstum oder Arbeitszeitverkürzungen. Da in den westlichen Industriestaaten das Sättigungsniveau schon äußerst ausgeprägt ist (irgendwann kaufen sich die Leute nicht ein fünftes Smartphone oder die fünfhundertste Handtasche) und weiteres Wachstum v. a. aus ökologischen Gründen absolut nicht wünschenswert ist, bleibt nur die Möglichkeit einer massiven Arbeitszeitverkürzung. Nachzulesen u. a. im Manifest zur Überwindung der Massenarbeitslosigkeit.

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Statistiken fälschen verschönert die Wirklichkeit

Antikapitalismus

Gerne wird im Rahmen der aktuellen Debatte um die Abschaffung der Sanktionen bei Verstößen gegen die Hartz-IV-Regeln auf die geringe Zahl von Betroffenen verwiesen, um dieses Thema als irrelevant abzuhaken. Nun wurde bekannt, dass die bisher veröffentlichte Statistik etwas – wie soll man sagen – daneben lag. Im April war von »nur« 3,3 Prozent Betroffenen die Rede gewesen. „Insgesamt mußten laut neuer Statistik 470855 Menschen [rund 10 % der Hartz-IV-Empfänger] mindestens zweimal für drei Monate mit durchschnittlich 116 Euro (rund 30 Prozent) weniger auskommen. […] Insgesamt verhängten Jobcenter in diesem Zeitraum 1,009 Millionen Sanktionen (jW berichtete).

[…] Die Statistik zeigt ferner, daß bereits in den Jahren zuvor die Zahlen Betroffener ähnlich hoch waren. Im Jahr 2007 wurden rund 454000 Menschen sanktioniert, im Jahr 2011 sogar gut 510000. Die Zahl der Kürzungen kletterte von rund 729000 im Jahr 2009 auf 1,024 Millionen im Jahr 2012 und sank 2013 nur marginal um rund 15000.“ (Bericht Junge Welt vom 26.04.) 8900 Menschen lebten laut diesem Bericht 2013 durchschnittlich ohne jede soziale Grundsicherung, davon waren über 5000 jünger als 25.

Statistiken aufhübschen, da ist die Bundesagentur für Arbeit eine Meisterin. Seit einigen Jahren werden frisierte Arbeitslosenstatistiken in die Öffentlichkeit gegeben, indem vorübergehend Kranke, in sinnfreie Maßnahmen beschäftigte Arbeitslose und Personen ab 58 einfach nicht in die offizielle Statistik mitgezählt werden. Bei der Partei DIE LINKE kann der Statistikbetrug hier nachvollzogen werden:

Mai 2014

Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Mai 2014: 3.704.972
Offizielle Arbeitslosigkeit: 2.882.029
Nicht gezählte Arbeitslose: 822.943

Nicht gezählte Arbeitslose aufgeschlüsselt
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II: 189.767
Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 97.284
Förderung von Arbeitsverhältnissen: 8.534
Fremdförderung: 97.450
Beschäftigungsphase Bürgerarbeit: 21.408
Berufliche Weiterbildung: 163.101
Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte): 161.604
Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 4.150
Kranke Arbeitslose (§126 SGB III): 79.645

April 2014

Tatsächliche Arbeitslosigkeit im April 2014: 3.780.302
Offizielle Arbeitslosigkeit: 2.943.334
Nicht gezählte Arbeitslose: 836.968

März 2014

Tatsächliche Arbeitslosigkeit im März 2014: 3.886.777
Offizielle Arbeitslosigkeit: 3.054.722
Nicht gezählte Arbeitslose: 832.055

Februar 2014

Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Februar 2014: 3.961.625
Offizielle Arbeitslosigkeit: 3.137.866
Nicht gezählte Arbeitslose: 823.759

Januar 2014

Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Januar 2014: 3.913.744
Offizielle Arbeitslosigkeit: 3.135.801
Nicht gezählte Arbeitslose: 777.943

 

Zum Thema siehe auch:

Presseschau: Hartz IV-Sanktionen – Besser wird es kaum

Petitionsausschuss beschäftigte sich mit Petition gegen Hartz IV-Sanktionen

Petition gegen Hartz IV-Sanktionen nimmt Hürde

Erfolg der Anti-Hartz-Petition wird in bürgerlichen Medien totgeschwiegen

Der deutsche Sozialstaat drangsaliert weiter

Verschleierung der Arbeitslosenstatistik

 

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