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Verteilt die Überstunden auf die Erwerbslosen!!!

Antikapitalismus

Am Donnerstag veröffentlichte der DGB eine Sonderauswertung seiner Arbeitnehmerbefragung „Gute Arbeit“, aus der u. a. hervorgeht, dass jeder dritte Beschäftigte überlange Arbeitszeiten hat:

DGB-Index Gute Arbeit kompakt 01/2016

Überstunden: Jeder dritte Beschäftigte hat überlange Arbeitszeiten

Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit

Deutlich länger arbeiten als vereinbart – das ist für jeden dritten Beschäftigten in Deutschland Realität. Fast jeder vierte arbeitet sogar mehr als 45 Stunden pro Woche. Und viele „tun das nicht freiwillig“, kritisiert DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Buntenbach: Wir brauchen neue Regeln für Arbeitszeiten

Etwa jeder sechste Beschäftigte in Deutschland arbeitet sogar mehr als 48 Stunden pro Woche. Diese Zahlen sind das Ergebnis einer Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit (Download weiter unten). Der Report zeigt außerdem: Die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berichten deutlich häufiger von einer schlechten Work-Life-Blanace und fehlender Erholung als andere Beschäftigte. „‚Arbeiten ohne Ende‘ gefährdet die Gesundheit und erschwert, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu kriegen. Wir brauchen neue Regeln, damit die Beschäftigten ihre Arbeitszeit flexibel und selbstbestimmt gestalten können“, fordert deshalb DGB-Vorstand Annelie Buntenbach.

Grafik Arbeitszeiten Überstunden

DOWNLOAD: DGB-Index Gute Arbeit kompakt 01/2016 – Arbeiten ohne Ende – Wie verbreitet sind überlange Arbeitszeiten? (PDF, 1 MB)

Quelle: DGB

„Dieser Einsatz wird noch nicht einmal angemessen vergütet: Ein Drittel derjenigen, die mindestens 45 Stunden pro Woche arbeiten, tun dies oft unbezahlt. Zusätzlich stehen viele von ihnen während der Arbeit unter Zeitdruck oder fühlen sich gehetzt. Ebenso wie die fehlende Erholung ist dies ein Faktor, der krank machen kann.“ (Zitat aus junge Welt)

Es ist der helle Wahnsinn, wie viele Überstunden die Deutschen bereit sind, zu leisten. Auch wenn sie bezahlt sind, ist diesen Beschäftigten eigentlich klar, welche volkswirtschaftlichen und sozialen Folgen diese hohe Zahl von Überstunden hat. In der Umfrage geben sie ja an, dass sie Familie und Freunde, Freizeitaktivitäten etc. vernachlässigen. Wofür? Leben sie, um zu arbeiten oder arbeiten sie, um (gut) zu leben?? Viele trauen sich wohl nicht, ihrem Arbeitgeber nein zu sagen, wenn er mal wieder Überstunden anfordert, denn wer zu oft nein sagt, wird gemobbt und herausgeschmissen. Andere Arbeitgeber (ich denke da z. B. an Krankenhäuser und Altenheime) stellen einfach nicht genug Personal ein und der ganze Betrieb würde ohne Überstunden gar nicht funktionieren.
Das alles ist nur dank des kapitalistischen Produktionsprinzips möglich, das zu viele Arbeitnehmer klaglos hinnehmen. Ohne die Überstunden könnten viele Unterbeschäftigte und Erwerbslose eine Vollzeitarbeit aufnehmen. In folgender Datei kann nachvollzogen werden, was die oben genannten Zahlen für potenzielle Arbeitsplätze schaffen könnten: 22,26 Mio. Vollzeiterwerbstätige, auf die sich die DGB-Auswertung stützt, gab es laut Bundesagentur für Arbeit 2015 (Monatsbericht Dezember, S. 44). Nimmt man die in der Grafik angebenen Gruppenanteile (rote Balken: 16 % 45 bis 48 Stunden, 9 Prozent 48 bis 55 St. etc.) und geht vorsichtigerweise davon aus, dass alle Mitglieder dieser Gruppen die minimal angegebene Zahl an Stunden arbeitet (also 45, 48 und 55h), kommt man – bezogen auf eine 35-Stunden-Normalarbeitszeit – auf 97.276.200 geleistete Überstunden pro Woche. Würde man allen Arbeitnehmern diese Überstunden erlassen und stattdessen erwerbslose oder unterbeschäftigte Menschen diese arbeiten lassen, könnten rund 2,78 Mio. Menschen zusätzlich 35 Stunden die Woche Arbeit bekommen. Übrigens hatte Deutschland Dezember 2015 2,68 Mio. Arbeitslose. Ohne Überstunden hätte Deutschland ein riesiges soziales Problem weniger, unter der Voraussetzung, dass die Arbeitslosen in die entsprechenden Berufe umgeschult werden, die von Überstunden betroffen sind (was zugegebenermaßen nicht zu 100 % klappen wird).

 

 

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (Jan. 2016)

Antikapitalismus

Heute wieder die aktuellen Arbeitslosendaten aus der Bundesagentur für Arbeit:

  Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
 Dezember 2015 3.471.562 2.681.415 790.147 162.198
Januar 2016 3.653.317 2.920.421 732.896 161.070
Veränderung zum Vormonat 181.755 269.006 -57.251 -1128

 

  offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Dezember 591.000 1.012.000 4.996.000
Januar 581.000 1.049.000 5.171.000
 Veränderung zum Vormonat 10.000 37.000 175.000

Zur Situation der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund schreibt die Agentur: „[…] die Zahl der Arbeitslosen aus diesen Ländern [hat] im Januar um 58.000 oder 18 Prozent zugenommen […]. Auch dann, wenn die Integration von Zuwanderern schnell gelingt, wird es wegen saisonaler, struktureller oder betrieblicher Gründe immer einen gewissen Umfang von Fluktuations-Arbeitslosigkeit geben, der sich bei zunehmendem Arbeitskräfteangebot entsprechend erhöht (Angebotseffekt). Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die Arbeitsmarktintegration insbesondere von Flüchtlingen nach den Erfahrungen der Vergangenheit mehrere Jahre braucht. Ihre Arbeitslosmeldung ist ein erster Schritt in einem Integrationsprozess, der aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse und formalen Qualifikationen längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Entsprechend ist zu beobachten, dass die Arbeitslosigkeit von Personen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylzugangsländern im Januar im Vorjahresvergleich um 60 Prozent oder 38.000 gestiegen ist. Der Einfluss auf die gesamte Arbeitslosigkeit ist damit noch moderat.“

Quellen: Monatsbericht Januar (Agentur für Arbeit), DIE LINKE

 

Siehe auch: »Nur« rund drei Millionen (Junge Welt)

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (Dezember)

Antikapitalismus

Heute kommen zum letzten Mal die Arbeitslosendaten aus dem Jahr 2015, inklusive aller Einzelmonate:

Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Juli 3.524.695 2.773.000 751.695 165.498
August 3.523.110 2.796.000 727.110 164.575
September 3.449.797 2.708.000 741.797 164.010
Oktober 3.418.539 2.649.000 769.539 162.905
November 3.427.083 2.633.000 794.083 162.703
Dezember 3.471.562 2.681.415 790.147 162.198
Veränderung zum Vormonat 44.479 48.415 -3.936 -505
offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000
Juli 589.000 1.041.000 5.110.000
August 597.000 1.036.000 5.115.000
September 600.000 1.031.000 5.018.000
Oktober 612.000 1.023.000 4.953.000
November 610.000 1.013.000 4.960.000
Dezember 591.000 1.012.000 4.996.000

Quellen: Monatsbericht Dezember (Agentur für Arbeit), DIE LINKE

Die wesentlichen Erkenntnisse: Im Dezember stieg die Arbeitslosigkeit wieder an, um über 40 Tausend Arbeitslose; die Zahl der älteren Arbeitslosen nimmt leicht ab, die der Langzeitarbeitslosen stagniert weiter über eine Million.

Siehe auch:

Arbeitslosigkeit in Deutschland fällt 2015 auf 24-Jahres-Tief (http://www.finanzen.net)

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Mindestlohn: „Die Verkünder von Horrorszenarien am Arbeitsmarkt sind blamiert“

Antikapitalismus

Die Schlagzeile und der folgende Beitrag sind von t-online.de übernommen und weisen die Gegner des Mindestlohns (Unternehmer und ihre politischen Repräsentanten von CDU/CSU und FDP) in die Schranken:

„Verheerende Wirkungen der 8,50-Euro-Lohnuntergrenze seien zu befürchten, drohten Mindestlohn-Gegner noch im Januar. Hunderttausende Jobs würden wegfallen, warnten einige Wirtschaftsinstitute.

Beschäftigungszuwachs im Gastgewerbe

Für die Befürworter war der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde ein historischer Schritt zu mehr Gerechtigkeit. Tatsächlich sind die Effekte auf den Jobmarkt eher positiv. Der Arbeitsmarktexperte des gewerkschaftsnahen Forschungsinstituts WSI, Thorsten Schulten, betont: „Die Verkünder von Horrorszenarien sind blamiert.“

Die Branche mit dem prozentual höchsten Beschäftigungszuwachs sei das Gastgewerbe – „obwohl es hier einen großen Niedriglohn-Bereich gibt und der Mindestlohn hier die größte Wirkung entfaltet“. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der regulär Beschäftigten laut Bundesagentur für Arbeit hier um 6,5 Prozent oder 62.000. Auch wirtschaftliche Dienstleistungen und Verkehr verzeichnen hohe Zuwächse.

Positive Effekte vor allem für Frauen und in Ostdeutschland

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell betont: „Es liegt die Vermutung nahe, dass Minijobs zu regulären (Teilzeit)-Stellen zusammengelegt wurden.“ Denn insgesamt nahm die Beschäftigung auf Rekordniveau zu.

Vor allem aber freut sich der DGB-Mann über die Effekte auf dem Lohnzettel. „Insbesondere Frauen, Ungelernte, Beschäftigte in Dienstleistungsbranchen und in Ostdeutschland profitieren vom gesetzlichen Mindestlohn“, sagt Körzell unter Verweis auf das Statistische Bundesamt.

So habe es binnen einen Jahres bundesweit einen Anstieg der Löhne von Ungelernten in Voll- und Teilzeit um 3,3 Prozent bis vergangenen Juni gegeben – Ausreißer nach oben: Frauen im ostdeutschen Gastgewerbe mit einem Plus von 19,5 Prozent, bei Männern waren es 15 Prozent.

[…]

Und was passierte mit den Preisen? Die Experten sind sich einig: Teurer wurde es nur in einzelnen Branchen. „Die Taxi-Preise wurden in fast allen Regionen angehoben“, sagt Schulten. Laut Statistischem Bundesamt wurde es bei der „Personenbeförderung im Straßenverkehr“ zehn Prozent teurer. Insgesamt hielten die stark gefallenen Ölpreise die Inflation aber äußerst niedrig.

Arbeitgeber nicht glücklich

Die Nagelprobe – mahnt IW-Experte Lesch – komme aber erst in Zeiten des Abschwungs. Bisher konnten die Unternehmen demnach höhere Löhne weitergeben – „und die Konsumenten können das hinnehmen“.

Insgesamt sind die Arbeitgeber alles andere als glücklich mit den Mindestlohn-Regelungen. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer klagt über „bürokratische Auswüchse“ des Gesetzes – die Folgen seien unnötige Kosten und massive Rechtsunsicherheit auch dort, wo viel höhere Löhne gezahlt würden. „Der Mindestlohn zeigt bereits jetzt negative Wirkungen auf dem Arbeitsmarkt“, so Kramer. […]“

Siehe auch junge Welt

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Scheitern von Hartz IV bei „Frontal“ zu sehen

Antikapitalismus

„In »Frontal21« rückte das ZDF am Dienstag erneut Probleme Langzeiterwerbsloser in den Fokus: Ein 55jähriger soll unter Sanktionsdrohungen immer wieder mit Basteln »aktiviert« werden, eine 19jährige Auszubildende ihre ein-euro-jobbende alleinerziehende Mutter samt Bruder ernähren. Die wachsende Kluft zwischen Wirklichkeit und Propaganda wird deutlich: Dem jüngst verkündeten »Rekordtief« von 2,6 Millionen offiziell als »arbeitslos« Registrierten stehen sechs Millionen Hartz-IV-Bezieher gegenüber. Und: Fast eine Milliarde Euro – ein Viertel des Budgets – werden jährlich aus dem Sozialtopf in die monströse Verwaltung umgeschichtet. Dies sei »kriegsentscheidend für Betroffene«, befand die Bad Salzunger Jobcenterchefin Susanne Zenkert. Der größte Skandal zeigte sich indes in selbstgefälliger politischer Ignoranz: SPD-Arbeitsministerin Andrea Nahles wies die Reporter entnervt ab: Kein Kommentar. Und alles bleibt beim alten. (sbo)“ (Meldung von junge Welt)

Siehe www.kurzlink.de/frontal-hartz-IV


Wieder wird deutlich: Die Jobcenter bzw. die ihnen zugrunde liegenden Hartz-Gesetzen sind bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in neue Arbeit völlig wirkungs- und erfolglos. Zu Arbeit bzw. sogar zu 1-Euro-Jobs kommen betroffenen Arbeitssuchende nur durch Eigeninitiative. Das Einzige, was Jobcenter können, ist Weiterbildungsträgern Arbeitslsoe für sinnlose Beschäftigungstherapien zu schicken und damit die offiziell vermittelte Arbeitslosigkeit zu senken, also Probleme des bestehenden Wirtschaftssystem zu verschleiern.

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Arbeitslosigkeit in der EU – heute und gestern

Antikapitalismus

Heute will ich auf die Lage des gesamteuropäischen Arbeitsmarktes aufmerksam machen (in den EU-Staaten). Es zeigt sich hieran sehr deutlich, dass das deutsche „Jobwunder“, das sich bei einem Blick auf das Ausmaß von Statistikfälschung, prekäre Beschäftigung und „stiller Reserve“ ja deutlich relativiert, auf Kosten anderer EU-Staaten entstanden ist. Die Länder in den folgenden Tabellen sind nach der Arbeitslosenquote (gemessen nach geschönten Eurostat-Kriterien) im Oktober 2015 dargestellt, mit der höchsten Quote oben beginnend.

Deutschland befindet sich in diesem Ranking ganz unten, hat also mit 4,5 % derzeit die beste Arbeitslosenquote. Schaut man auf das vierte Quartal 2007, vor Ausbruch der großen Finanzkrise, dann war Deutschland mit 8,2 % damals noch ein Sorgenkind in der EU und hatte eine der höchsten Quoten der EU. In der 3. Spalte der 1. Tabelle sieht man, dass kein Land der EU seitdem seine Arbeitslosenquote so stark senken konnte wie die BRD. Überhaupt haben nur fünf Länder ihre Quoten in diesem Zeitraum senken können. In 20 Ländern ist die Quote um mehr als ein Prozentpunkt gestiegen, in drei Ländern sogar um über zehn Prozentpunkte. Die ganze Unmenschlichkeit und Unwirksamkeit der neoliberalen Austeritätspolitik lässt sich an den Zahlen von Griechenland studieren: Vor der Krise (2007) lag die Quote bei 8,1 %, 2009 bei 10, 2011 schon bei 20 und Ende 2013 bei über 27 %. Seitdem gab es einen leichten Rückgang auf nun 24,6 %.

Doch wo sollen die Arbeitsplätze für all die Arbeitslosen in der EU herkommen? Der EU-Durchschnitt aller Arbeitslosenquoten lag im Oktober 2015 bei 9,3 Prozent, in absoluten Zahlen entspricht das etwa 17,2 Millionen Frauen und Männer. Woran mangelt es den Europäern? Welche Produkte und Dienstleistungen, die in der Privatwirtschaft hergestellt werden, fehlen in nennenswertem Umfang, um Arbeitsmöglichkeiten für diese 17 Millionen Menschen darzustellen? Die größten Bedürfnisse an Arbeit bestehen in öffentlichen Diensten wie Alten- und Krankenpflege, Bildungssystem, Sozialarbeiter, doch diese Stellen können nicht alle Arbeitslosen versorgen und werden dank neoliberaler Wirtschaftslogik auch nicht vollumfänglich besetzt (sondern stetig weiter abgebaut!).

Wer die Arbeitslosigkeit in der EU beseitigen will, muss die Arbeit umverteilen und die Normalarbeitszeit drastisch reduzieren. Das kann nur erreicht werden, wenn die Mächtigen in dieser Gesellschaft, die Groß- und Monopolkapitalisten enteignet und entmachtet werden!!!

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (November 2015)

Antikapitalismus, Was sonst noch in der Welt passiert
Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Juli 3.524.695 2.773.000 751.695 165.498
August 3.523.110 2.796.000 727.110 164.575
September 3.449.797 2.708.000 741.797 164.010
Oktober 3.418.539 2.649.000 769.539 162.905
November 3.427.083 2.633.000 794.083 162.703
Veränderung zum Vormonat 8.544 -16.000 24.544 -202

 

offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000
Juli 589.000 1.041.000 5.110.000
August 597.000 1.036.000 5.115.000
September 600.000 1.031.000 5.018.000
Oktober 612.000 1.023.000 4.953.000
November 610.000 1.013.000 4.960.000
Veränderung zum Vormonat -2.000 -10.000 7.000

Quellen: Monatsbericht Oktober der Bundesagentur für Arbeit, DIE LINKE

Die tatsächliche Arbeitslosigkeit ist im November um 8544 Personen (0,2 %) gestiegen, dies ist der erste Anstieg der Arbeitslosigkeit seit Juli. Die propagandistisch verbreitete „offizielle“ Arbeitslosgikeit sank genauso wie die Langzeitarbeitslosigkeit. Alles keine Gründe, stolz auf die Leistungsstärke der deutschen Wirtschaft zu sein. Einerseits sind auch 2,6 Mio. Arbeitslose eine Schande für einen Sozialstaat. Andererseits ist zu lesen, dass immer mehr Erwerbslose in größere Finanznöte geraten:

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (Oktober 2015)

Antikapitalismus

Die neusten Statistikverrenkungen von der Bundesagentur für Arbeit:

Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Juli 3.524.695 2.773.000 751.695 165.498
August 3.523.110 2.796.000 727.110 164.575
September 3.449.797 2.708.000 741.797 164.010
Oktober 3.418.539 2.649.000 769.539 162.905
Veränderung zum Vormonat -31.258 -59.000 27.742 -1.105
offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000
Juli 589.000 1.041.000 5.110.000
August 597.000 1.036.000 5.115.000
September 600.000 1.031.000 5.018.000
Oktober 612.000 1.023.000 4.953.000
Veränderung zum Vormonat 12.000 -8.000 -65.000

Quellen: Monatsbericht Oktober der Bundesagentur für Arbeit, DIE LINKE

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Studie zu Hartz IV-Aufstockern

Was sonst noch in der Welt passiert

Folgende Pressemeldung stammt vom IAB (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung):

Vor allem die Minijobber unter den Aufstockern suchen nach einer anderen Arbeit

Mehr als 1,2 Millionen Personen beziehen Arbeitslosengeld II, obwohl sie erwerbstätig sind. 68 Prozent der sogenannten Aufstocker arbeiten dabei in einem Teilzeitjob mit weniger als 22 Stunden pro Woche. Vor allem die Minijobber unter den Aufstockern suchen nach einer anderen Arbeit, zeigt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Im Jahr 2013 verdienten etwa 68 Prozent aller abhängig beschäftigten Aufstocker weniger als 8,50 Euro pro Stunde und lagen damit unterhalb des Betrags, der seit 2015 allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn ist. Die Einführung des Mindestlohns dürfte bei den allermeisten Aufstockern allerdings nicht zu einem bedarfsdeckenden Einkommen geführt haben, weil sie ganz überwiegend nur teilzeitbeschäftigt sind und bei größeren Familien selbst das Einkommen aus einer Vollzeittätigkeit nicht immer ausreiche, erklären die IAB-Forscher. Neuere Forschungsdaten zu den Einkommen der Aufstocker sind noch nicht verfügbar. Die Auswirkungen des Mindestlohns konnten in der Studie noch nicht untersucht werden.

Die Suche nach einer anderen oder zusätzlichen Arbeit kann Aufstockern Chancen eröffnen, dass sich ihre Beschäftigungssituation verbessert. „Aufstocker suchten erwartungsgemäß deutlich häufiger nach Arbeit als Niedriglohnbezieher, die keine Leistungen der Grundsicherung erhalten. Dies war bei Minijobbern besonders deutlich, doch auch Aufstocker mit sozialversicherungspflichtiger Erwerbstätigkeit suchten etwa doppelt so häufig wie andere sozialversicherungspflichtig Beschäftigte“, schreiben die Arbeitsmarktforscher. Während von den Aufstockern mit Minijob fast jeder Zweite nach einer Arbeit suchte, waren es bei den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Aufstockern etwa 15 Prozent.

Dabei waren die arbeitsuchenden Aufstocker noch öfter als Niedriglohnbeschäftigte ohne Leistungsbezug bereit, für eine neue Stelle Erschwernisse wie lange Arbeitswege und ungünstige Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen.
Aufstocker, die nicht nach einer anderen Arbeit suchten, wurden vom IAB nach den Gründen gefragt. Dabei zeigte sich: Grundsicherungsbezieher mit einem Minijob suchten nicht, weil gesundheitliche Gründe dem entgegenstehen oder sie durch vergangene Misserfolge entmutigt wurden. Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Aufstocker hingegen fanden ihr Haushaltseinkommen ausreichend oder erwarteten durch Arbeitsuche keine finanzielle Verbesserung.

Das IAB hat die Aufstocker zudem gefragt, ob das Jobcenter von ihnen verlangt, nach einer Arbeit zu suchen. Dies geschah bei 71 Prozent der Aufstocker mit Minijob, aber nur bei 37 Prozent der Aufstocker mit sozialversicherungspflichtiger Erwerbstätigkeit. Bei vielen Aufstockern gehen die Jobcenter offenbar davon aus, dass das erreichbare Ausmaß an Arbeitsmarktintegration bereits realisiert wurde, so die Forscher: „Das Jobcenter verlangt von Aufstockern häufig keine Arbeitsuche, weil bereits eine Beschäftigung besteht, gesundheitliche Einschränkungen vorliegen oder Kinder betreut werden.“

Die IAB-Studie ist im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2015/kb1915.pdf abrufbar. Sie beruht auf den Angaben von mehr als 14.000 Befragten, darunter rund 1.000 Aufstockern.


 

Presse:

MZ

Junge Welt

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Immer mehr Hartz IV-Unternehmer in Deutschland

Was sonst noch in der Welt passiert

„Die Zahl der Selbstständige in Deutschland, die nicht mehr ohne Hartz IV über die Runden kommen, steigt stetig. 2007 waren demnach 66.910 Selbstständige auf Arbeitslosengeld II angewiesen, im vergangenen Jahr mussten fast 118.000 Selbstständige ihr Einkommen mit Hartz IV aufstocken. Über ein besonders geringes Einkommen verfügen Selbstständige ohne Beschäftigte, sogenannte Solo-Selbstständige. Die Linken-Politikerin Sabine Zimmermann forderte die Regierung auf, die Rahmenbedingungen für Selbstständige zu verbessern.“

(zitiert nach tagesspiegel-Morgenlage)

Der Begriff Hartz IV-Unternehmer ist fast lustig und weckt gewisse Assoziationen: Kann man mit den unmenschlichen Hartz-Gesetzen jetzt noch Profit schlagen? Durchaus, da gibt es schon einige Branchen: private Arbeitsvermittler, Weiterbildungsinsitute (die dann z. B. sinnlose Maßnahmen wie tägliches Wandern um die Alster anbieten). Bei dieser Meldung geht es aber eigentlich um die Selbstständigen, die keine Beschäftigte anstellen. Die gehören oftmals nicht zur Gruppe der sog. Leistungsträger, sondern der Arbeitslosen, die keinen anderen Ausweg aus dem Jobcenterregime sehen außer der Selbstständigkeit. Denn es gibt einfach zu wenig (anständig bezahlte) Arbeit in diesem Land. Wenn man nach gescheiterter Selbstständigkeit völlig verschuldet bei Leuten wie Peter Zwegat landet, hat man sich sozial aber auch nicht verbessert. Daher sollte man sich den Schritt zur Selbstständigkeit gut überlegen.

Siehe auch:

Staatlich gestützte Selbstausbeutung (junge Welt)

handelsblatt.com

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (September 2015)

Antikapitalismus

Heute – mit leichter Verspätung -wieder die aktuellen, geschönten und ungeschönten Daten der Arbeitslosenstatistik für den Monat September sowie die Vergleichsdaten aus den Vormonaten. Bis jetzt geht das angebliche Jobwunder weiter, die Flüchtlinge sind noch nicht in der Arbeitslosenstatistik angekommen. Schön wäre für sie, wenn sie erst mal in einer vernünftigen Unterkunft und dann beim Bundesamt für Migration (BAMF) ankämen.

  Tatsächliche Arbeitslosig-keit* Offizielle Arbeitslosig-keit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Juli 3.524.695 2.773.000 751.695 165.498
August 3.523.110 2.796.000 727.110 164.575
September 3.449.797 2.708.000 741.797 164.010
Veränderung zum Vormonat -73.313 -88.000 14.687 -565

 

  offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000
März 542.049 1.049.000 5.221.000
April 551.595 1.054.000 5.152.000
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000
Juli 589.000 1.041.000 5.110.000
August 597.000 1.036.000 5.115.000
September 600.000 1.031.000 5.018.000
Veränderung zum Vormonat 3.000 -5.000 -97.000

Quellen: Monatsbericht September der Bundesagentur für Arbeit, DIE LINKE

Zum Zustand des ostdeutschen Arbeitsmarktes nach 25 Jahren Anschluss der DDR an die BRD informiert die Linksfraktion im Bundestag:

Im 25. Jahr der Deutschen Einheit ist die Situation auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt weiter schwierig. Das geht aus einer Anfrage der LINKEN an die Bundesregierung hervor. Zwar sank in den vergangenen Jahren die Zahl der registrierten Arbeitslosen. Aber dies geht kaum auf neu entstandene Beschäftigung zurück. Hunderttausende wanderten ab, ein schrumpfendes Arbeitsvolumen wurde auf mehr Köpfe verteilt. Wegen zu geringer Wirkung von Tarifverträgen drohen auf lange Zeit deutliche Verdienstunterschiede.

Dazu erklärt Sabine Zimmermann, stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag: „Die Situation auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt kann nicht zufrieden stellen. Wie die Bundesregierung zu ihren Jubelmeldungen kommt, ist mir rätselhaft. Ostdeutschland darf nicht zum Billiglohnland mit einem hohem Sockel an verfestigter Langzeiterwerbslosigkeit verkommen.“

Zimmermann weiter: „Die Bundesregierung ist gefordert ein Konzept für einen nachhaltigen Wirtschafts- und Beschäftigungsbau vorzulegen, das auch den strukturschwachen Regionen Westdeutschlands helfen kann. Daneben brauchen wir eine gewerkschafts- und tarifpolitische Offensive, um bei der Angleichung der Löhne und Arbeitszeiten einen größeren Schritt vorwärts zu kommen.“

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Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit (August 2015)

Antikapitalismus

Heute wieder die aktuellen, geschönten und ungeschönten Daten der Arbeitslosenstatistik für den Monat August:

  Tatsächliche Arbeitslosigkeit* Offizielle Arbeitslosigkeit Nicht gezählte Arbeitslose gesamt davon älter als 58
Januar 3.788.810 3.031.604 757.206 170.015
Februar 3.816.102 3.017.003 799.099 168.869
März 3.745.322 2.931.505 813.817 167.935
April 3.638.060 2.843.000 795.060 167.298
Mai 3.565.807 2.762.000 803.807 166.973
Juni 3.501.522 2.711.187 790.335 166.563
Juli 3.524.695 2.773.000 751.695 165.498
August 3.523.110 2.796.000 727.110 164.575
Veränderung zum Vormonat -1.585 23.000 -24.585 -923
  offene Stellen (Bund) Langzeit-arbeitslose erwerbsfähige ALG I- und ALG II-Empfänger  
Januar 485.172 1.074.000 5.299.000  
Februar 518.890 1.060.000 5.274.000  
März 542.049 1.049.000 5.221.000  
April 551.595 1.054.000 5.152.000  
Mai 557.000 1.041.000 5.133.000  
Juni 572.000 1.037.000 5.086.000  
Juli 589.000 1.041.000 5.110.000  
August 597.000 1.036.000 5.115.000  
Veränderung zum Vormonat 8.000 -5.000 5.000  

Quellen: Monatsbericht August der Bundesagentur für Arbeit, DIE LINKE

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Studie zur Zeitverwendung von Eltern

Was sonst noch in der Welt passiert

Folgende Studie im Auftrag des Budesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstreicht u. a. einmal mehr, dass das gegenwärtige 40-Stunden-Normalarbeitsverhältnis nicht mehr den Bedürfnisse der Menschen entspricht. Nicht nur wegend er Familie, sondern auch für eine bessere Verteilung der gesellschaftlich notwendigen Arbeit unter den vielen prekär oder gar nciht Beschäftigten ist es enorm bedeutsam, dass die gesetzliche Maximalarbeitszeit schleunigst drastisch reduziert wird. Die von Schwesig vertretene 32-Stunden-Woche kannd a nur eine Zwischenetappe sein.

Meldung vom BMFSJ (Bundesfamilienministerium):

Studie zur Zeitverwendung: Eltern wünschen sich mehr Zeit für Familie

Der Wunsch der Eltern nach mehr Zeit für die Familie ist groß. 32 Prozent der Väter und 19 Prozent der Mütter bemängeln, nicht ausreichend Zeit für ihre Kinder zu haben. Fast 80 Prozent der Väter wünschen sich, dass sich dies ändert und sie sich mehr um Kinder und Familie kümmern können. Das sind Ergebnisse der Studie  „Zeitverwendung in Deutschland 2012/2013“ des Bundesamtes für Statistik, die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Statistik, Roderich Egeler, am 26. August 2015 in Berlin vorgestellt hat.

Arbeitsstunden für Männer und Frauen gestiegen

Mit der Studie liegen erstmals Daten vor, die zeigen, welche Veränderungen es bei der Verwendung der Zeit von Frauen und Männern sowie von Familien in Deutschland gibt.

„Väter und Mütter sind heute stärker gefordert als früher – beruflich und privat. Vollzeit arbeiten, sich gleichzeitig um Kinder und pflegebedürftige Angehörige kümmern – das bringt die Familien an die Grenze ihrer Belastung,“ sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. „Diese Generation steht vor der Herausforderung, ihre Wünsche nach Beruf und Familienleben zu vereinbaren, sie braucht zeitliche Entlastung. Die Zeit für die Familie muss mehr anerkannt werden“, forderte Manuela Schwesig.

Im Vergleich zu den Jahren 2001/2002 gibt es Veränderungen: Grundsätzlich ist die Stundenzahl bei Männern und Frauen für Erwerbstätigkeit gestiegen. Gleichzeitig haben aber Mütter und Väter auch mehr Zeit darauf verwendet, sich um Kinder zu kümmern und sich aktiv mit ihnen zu beschäftigen. Erwerbstätige Mütter verbrachten dabei ähnlich viel Zeit mit Aktivitäten wie Vorlesen oder Gesprächen mit den Kindern wie nicht erwerbstätige Mütter.

„Familienarbeitszeit weiterverfolgen“

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei der Erwerbsarbeit gibt es jedoch eine Lücke: Väter und Mütter in Vollzeit wollen durchschnittlich weniger Stunden arbeiten und mehr Zeit für Familie haben. Paare, die beide je 30 Stunden und mehr arbeiten, wünschen sich durchschnittliche Arbeitszeiten von 33 bis 38 Stunden in der Woche. Mütter in Teilzeit mit weniger Stunden würden ihre Arbeitszeit dagegen gerne etwas erhöhen.

„Das zeigt, dass mein Vorschlag einer Familienarbeitszeit, bei der beide vollzeitnah arbeiten und sich um die Familie kümmern, den Nerv trifft. Die Familienarbeitszeit bietet Eltern die Chance, so zu leben wie sie es sich wünschen. Ich bin überzeugt: davon profitieren alle – Mütter, Väter und Kinder“, sagte Manuela Schwesig. Ein erster Schritt auf dem Weg dorthin ist das Elterngeld Plus. Es bietet Eltern flexiblere Möglichkeiten, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren und unterstützt eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbsarbeit in Teilzeit durch einen Partnerschaftsbonus. „Damit aus der geforderten Generation keine überforderte Generation wird, müssen wir Männer und Frauen darin unterstützen, ihre Zeit partnerschaftlich aufzuteilen“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

Externe Links zum Thema

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Die Verarmung Arbeitsloser nimmt weiter zu

Antikapitalismus

Ich zitiere aus einem Kommentar von MdB Sabine Zimmermann (LINKE) für die Junge Welt, der auf die steigende Verarmung der Abreitslosen aufmerksam macht:

„Immer mehr Menschen sind erwerbstätig, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Deutschland weist die höchsten Beschäftigtenzahlen im zweiten Quartal seit langer Zeit auf. Die Bundesregierung befindet sich deshalb in Jubelstimmung.

Die Beschäftigung ist in den letzten Jahren zwar tatsächlich gestiegen. Aber um welchen Preis? Wirft man einen genaueren Blick in die Statistik, erkennt man, dass die Anzahl und der Anteil oft unfreiwilliger und nicht existenzsichernder Teilzeitbeschäftigung enorm zugenommen hat. Das Normalarbeitsverhältnis, in Vollzeit und fair entlohnt, ist für viele mehr Wunsch als Realität.

Im Rahmen des vermeintlichen Jobwunders fanden sich immer mehr Beschäftigte in Niedriglohnjobs, mit Leiharbeit, dubiosen Werkvertragskonstruktionen oder Befristungen wieder. Noch immer 1,1 Millionen abhängig Beschäftigte beziehen ergänzende Hartz-IV-Leistungen. 2,45 Millionen gehen einem Zweitjob nach. […]

Und noch immer fragen sich Millionen Erwerbslose, wann denn nun endlich ihre Chance auf Arbeit kommen wird. Die Zahl der Langzeiterwerbslosen stagniert bei über einer Million. Darunter befinden sich viele Ältere, Menschen mit Behinderungen und Migrantinnen und Migranten. Sie profitieren kaum von der vermeintlich guten Arbeitsmarktlage.

Der Anteil der Erwerbslosen, die mit »erheblichen materiellen Entbehrungen« leben müssen, ist von 18,2 Prozent im Jahr 2005 auf 33,7 Prozent 2013 gestiegen. Sie müssen ihren Lebenstandard deutlich herunterfahren, sparen am Heizen der Wohnung und können sich keinen Urlaub mehr leisten. Für viele von ihnen reicht es nicht mal mehr für eine regelmäßige ausgewogene Ernährung. In den Medien hingegen wird von den besten Arbeitsmarktchancen seit Anfang der 1990er Jahre berichtet, doch bei den Erwerbslosen kommt davon wenig an. […]“

Siehe auch:

http://www.neues-deutschland.de/artikel/981559.verarmung-arbeitsloser-hat-stark-zugenommen.html

http://www.jungewelt.de/2015/08-19/061.php

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Grund zur Freude? Niedrigste Jugenderwerbslosigkeit Europas

Antikapitalismus

Deutschland hat die niedrigste Jugenderwerbslosigkeit in der EU

WIESBADEN – Im Jahr 2014 waren nach Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung in Deutschland rund 330 000 Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren erwerbslos. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tags der Jugend am 11. August 2015 weiter mitteilt, lag die Erwerbslosenquote von jungen Menschen damit bei 7,7 %.

Pressemitteilung von Destatis weiterlesen


Das Problem an dieser „schönen“ Zahl: Es gibt immer noch zu viele, nämlich hunderttausende Jugendliche auch in Deutschland, die keinen oder nur einen prekären Arbeitsplatz haben. Letztere, die vielleicht nur 600 Euro netto im Monat bekommen und mit Hartz IV aufstocken dürfen, werden wohl nicht in den 7,7 % drin sein. Und: Wenn in unseren Nachbarländern die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen zwei- bis sechsmal so hoch ist wie in Deutschland (siehe Tabelle unten), dann steigt der Migrationsdruck, es könnten noch mehr arme Menschen hierher kommen, die dann von einem rassistischen Mob nicht freundlich willkommen geheißen wird. Sprich, es sollte uns überhaupt nicht freuen, dass Deutschland das Land mit der niedrigsten Jugendarbeitslosenrate ist, solange sich dieses Land nicht um eine (egalitäre, antineoliberale) europäische Wirtschaftspolitik bemüht, die auch anderen Ländern wirtschaftliche Prosperität ermöglicht.

 

Arbeitsmarktbeteiligung1 junger Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren
Ergebnisse der Arbeitskräfteerhebung 2014
Merkmal Erwerbslosenquote Anteil der Erwerbslosen
an der Gesamtbevölkerung
Anteil der Nichterwerbstätigen,
die nicht in (Weiter-) Bildung sind
an der Gesamtbevölkerung
in %
1Bezogen auf Personen in Privathaushalten im Alter von 15 bis 24 Jahren.
Quelle: Statistisches Bundesamt und Eurostat.
Deutschland 7,7 3,9 6,4
Österreich 10,3 6,0 7,7
Malta 11,8 6,1 11,5
Dänemark 12,6 7,8 5,8
Niederlande 12,7 8,6 5,0
Estland 15,0 5,8 11,7
Tschechische Republik 15,9 5,1 8,1
Vereinigtes Königreich 16,9 9,8 11,9
Litauen 19,3 6,6 9,9
Lettland 19,6 7,9 12,0
Slowenien 20,2 6,8 9,4
Ungarn 20,4 6,0 13,6
Finnland 20,5 10,7 10,2
Europäische Union (EU28) 22,2 9,2 12,4
Luxemburg 22,6 5,9 6,3
Schweden 22,9 12,7 7,2
Belgien 23,2 7,0 12,0
Bulgarien 23,8 6,5 20,2
Irland 23,9 8,9 15,2
Polen 23,9 8,1 12,0
Rumänien 24,0 7,1 17,0
Frankreich 24,2 8,9 10,7
Slowakei 29,7 9,2 12,8
Portugal 34,8 11,9 12,3
Zypern 36,0 14,5 17,0
Italien 42,7 11,6 22,1
Kroatien 45,5 15,3 19,3
Griechenland 52,4 14,7 19,1
Spanien 53,2 19,0 17,1
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Immer mehr Menschen Ü65 arbeiten – na und?

Antikapitalismus

Laut einer aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes gingen in Deutschland 2014 14 Prozent der Menschen im Alter von 65 bis 69 Jahren einer bezahlten Arbeit nach, 2005 waren es nur sechs Prozent. Auch in anderen Lebensbereichen werden Ältere ab 65 immer aktiver: „So nutzten im vergangenen Jahr 57 Prozent der Senioren einen Computer. Seit 2010 sei dieser Anteil um acht Prozentpunkte gestiegen. Der Anteil der Internetnutzer bei Menschen ab 65 Jahre hat sich im selben Zeitraum um zehn Punkte auf 45 Prozent erhöht.“ (ZEIT Online)

Das sind nun keine neuen Erkenntnisse der Sozialforschung. Schon länger ist bekannt, dass aufgrund des wachsenden gesellschaftlichen Wohlstands die Älteren immer älter werden und tendenziell fitter im Alter bleiben. Was soll uns das sagen? Das darf keinesfalls als Rechtfertigung für ständig weiter steigendes Renteneintrittsalter dienen, denn kehren wir obige Zahlen mal um: 86 Prozent der Ü65-Generation arbeiten nicht, die meisten werden das auch nicht wollen – wozu auch, ihre Rente ist (im Durchschnitt, Ausnahmen bestätigen die Regel) noch relativ hoch im Vergleich zu denen, die fünf oder zehn Jahren in Rente gehen werden. Wie viele der 14 Prozent arbeitenden Rentner das freiwillig tun, darüber gibt uns das Statistische Bundesamt leider keine Auskunft, das wäre wirklich sehr interessant zu erfahren. Jedenfalls bleiben arbeitende Über-65-Jährige eine klare gesellschaftliche Minderheit. Das ist gut so, denn so werden Arbeitsplätze für junge, tatendurstige und gut ausgebildete Menschen frei.

Die Junge Welt berichtet über einen anderen Trend, der sich zukünftig massiv verstetigen wird: „Einen Ausblick auf die künftige Entwicklung gibt die Zahl der über 65jährigen, die auf die sogenannte Grundsicherung im Alter angewiesen sind: Zum Jahresende 2013 bezogen knapp 500.000 bzw. drei Prozent diese Transferleistung. Das seien fast doppelt so viele wie 2003 […]. 14,9 Prozent der Rentner waren im Jahr 2013 armutsgefährdet.“

Und weiter: „Verschiedene Studien gehen zudem davon aus, dass der Anteil derer, auf die ein Alter in Armut wartet, drastisch steigen wird. So ergab eine 2012 veröffentlichte Studie der Freien Universität Berlin zu den Perspektiven der heute noch aktiv im Berufsleben stehenden Frauen der Geburtsjahrgänge 1962 bis 1966, dass ihre Durchschnittsrente bei voraussichtlich rund 700 Euro im Westen und 680 im Osten liegen wird – und damit deutlich unter dem aktuellen Niveau der Grundsicherung.“

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