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Haben Asylsuchende DAS verdient?

Antikapitalismus

Ich bin mir nicht sicher, ob das Folgende ein Problem des Kapitalismus ist, deshalb läuft dieser Artikel außerhalb meiner antikapitalistischen Reihe. Ich bitte alle, die Deutschland für ein Land der Menschenrechte, für einen Verteidiger der Menschenwürde halten, sich diese 30minütige Reportage des rbb, die gestern in der ARD lief, anzuschauen (falls sie es noch nicht getan haben).

Und dann antwortet mir bitte auf diese Fragen: Wieso lassen wir Menschen, die mit einer nicht kleinen Wahrscheinlichkeit in ihren Heimatländern verfolgt und traumatisiert wurden (aus religiösen oder politischen Gründen) und mit großer Mühe nach Deutschland geflohen sind, in solchen Behausungen/Bruchbuden „leben“? Wie kann man so ignorant sein, wie der eine interviewte Anwohner, dass man den Asylbewerbern unterstellt, sie würden nur abkassieren wollen und würden praktisch Rund-um-sorglos-Pakete erhalten? Warum kümmert sich die kommunale Verwaltung, die unter den Gesetzen eines Rechtsstaates agieren sollte, nicht um die Menschen? Und warum lassen wir diese Menschen so lange im Unklaren, ob wir ihnen nun dauerhaft Asyl bieten oder nicht? Ist so etwas in nicht-kapitalistischen/sozialistischen Staaten denkbar und nur ein Problem individualistischer Leistungsgesellschaften mit Ellenbogenmentalität?

Die Zustände in den Asylbewerberheimen sind menschenverachtend, wer das nicht einsieht, soll sich bei Herrn Apfel von der NPD anmelden. Wenn wir schon nur Minimal“komfort“ bieten können, haben wir verdammt noch mal die Pflicht eine schnelle Entscheidung über Bleiberecht oder Abschiebung zu treffen. Die meisten Menschen wollen arbeiten und sich integrieren, warum geben wir ihnen nicht die Chance? Natürlich kann Deutschland nicht jeden aufnehmen, der in der Welt verfolgt wird – aber angesichts unseres demografischen Wandels dürfte es unsere Gesellschaft kaum überfordern, 200.000, 300.000 Flüchtlinge aufzunehmen. Und die Zahl von Flüchtlingen ließe sich begrenzen, wenn man mittels pazifistischer Außen- und Entwicklungshilfepolitik für kleine Demokratiereformen in der Dritten Welt sorgt und profitträchtige Geschäfte mit Ländern wie Saudi-Arabien, Eritrea etc. unterlässt und Bürgerkriege wie in Syrien nicht mit geheimdienstlicher Hilfe anheizt oder unterstützt.

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