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Verschleierung der Arbeitslosenstatistik

Was sonst noch in der Welt passiert

Jeder Soziologie-Student und auch die Mathematiker sollten bereits nach einem Semester wissen, dass man mit Statistiken unbedingt kritisch umgehen muss und die Richtigkeit der dargestellten Zahlen hinterfragen sollte. Den interessiertem Leser ist sicherlich schon länger bekannt, dass unsere Bundesregierungen seit Jahren an den Arbeitslosenstatistiken „herumdoktern“, sodass alles besser aussieht als es in Wahrheit ist. Die Geschichte der Fälschung der Arbeitslosenstatistik ist m.E. schon ein eigenes Forschungsfeld wert. Auf dieser Seite der Partei DIE LINKE werden Zahlen veröffentlicht, die außer den „offiziell bekannt gegebenen Arbeitslosenzahlen auch unberücksichtigte Gruppen mitzählen.

Offiziell nicht berücksichtigt werden: Älter als 58 (beziehen Arbeitslosengeld II), Älter als 58 (beziehen Arbeitslosengeld I), Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten), Arbeitslose in  beruflicher Weiterbildung, Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (z.B. Bewerbungstraining), Aktivierung und berufliche Eingliederung (z.B. private Arbeitsvermittlung), Arbeitslose mit Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose), Arbeitslose in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und kranke Arbeitslose (§126 SGB III). Hier eine tabellarische Übersicht:

Monat Offiziell dargestellte

Arbeitslosenzahl

Tatsächliche

Arbeitslosenzahl

Jan. 3.617.485 4.811.485
Febr. 3.643.381 4.852.730
März 3.567.944 4.773.541
April 3.406.344 4.618.569
Mai 3.241.529 4.451.136
Juni 3.153.300 4.332.610
Juli 3.191.800 4.328.516
Aug. 3.188.122 4.291.765
Sept. 3.031.354 4.161.904
Okt. 2.945.491 4.090.354
Nov. 2.931.170 4.086.431
Dez. 3.015.715 4.137.617

Und auch das sind nicht alle Arbeitssuchenden, wie Herbert Schui hier zeigte. Denn die sogenannte „Stille Reserve“ (ca. 1,2 Mio. Menschen), also Arbeitssuchende, die sich nicht beim Arbeitsamt gemeldet haben und alle Menschen, die mit ihrem Job nicht zufrieden sind, weil er unterbezahlt ist oder wegen Überstunden etc., werden auch nicht mitgezählt. Die letztgenannte Gruppe umfasst laut Schui bzw. Statistisches Bundesamt 4,2 Mio. Menschen, wobei diese nur arbeitssuchend und nicht arbeitslos sind.

Also unterm Strich bleibt: Es gibt ca. 6 Mio. Arbeitslose und ca. 4 weitere Mio. Menschen suchen nach einer (besseren) Arbeit. Das ist der „Aufschwung XXL“, Herr Brüderle, Frau Merkel & Co.!!!

Quellen:

http://www.herbert-schui.de/veroeffentlichungen/zeitungsartikel/zeitungsartikel/archive/2010/oktober/article/falsche-prognose.html?tx_ttnews[day]=19&cHash=981acc1e5e

http://die-linke.de/politik/themen/tatsaechliche_arbeitslosigkeit/#c24473

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