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Zu den Hochschulwahlen (Teil 2)

Wahlen

Heute folgt Teil 2 meiner Beiträge zu den Hochschulwahlen. Beim letzten Mal erklärte ich die Aufgaben der studentischen Gremien (Fachschaftsrat und Studierendenrat). Heute soll die Bedeutung der Uni-Gremien Senat und Fakultätsrat erläutert werden.

 

Der Senat ist das höchste Gremium der Universität. Er beschließt den Uni-Gesamthaushalt und wählt den Rektor, sozusagen den Chef der Universität. Der Senat beschließt alle Ordnungen (z. B. Prüfungsordnungen oder die Grundordnung) und kann „zu allen Selbstverwaltungsangelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung Stellung nehmen. […] Der Senat hat insbesondere

1. in Forschungsangelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung, insbesondere über die

Festlegung von Prioritäten und die Bildung von Forschungsschwerpunkten sowie über

die Einrichtung von Sonderforschungsbereichen auf Vorschlag der Fachbereiche, zu

entscheiden,

2. über den Hochschulentwicklungsplan und den Entwurf der Zielvereinbarung zu beraten,

3. über die Vorschläge der Fachbereiche für die Berufung von Professoren und Professorinnen,

die Bestellung von Honorarprofessoren, Honorarprofessorinnen, Honorardozenten

und Honorardozentinnen und die Verleihung der Bezeichnung „außerplanmäßiger

Professor” oder „außerplanmäßige Professorin” zu beschließen,

4. über die Einrichtung, Änderung und Aufhebung von Studiengängen innerhalb der

Hochschule, Hochschuleinrichtungen und gemeinsamen Kommissionen auf Vorschlag

der Fachbereiche zu beschließen, […]“ (Hochschulgesetz Sachsen-Anhalt). Im Senat sitzen vier stimmberechtigte Vertreter der Studierenden, außerdem 12 Professoren, 4 wissenschaftliche Mitarbeiter und zwei Vertreter der sonstigen Beschäftigten der Uni.

 

Der Fakultätsrat entspricht in der Zusammensetzung dem Senat, also auch hier vier studentische Vertreter, und hat ähnliche Aufgaben, die sich aber auf die jeweilige Fakultät beschränken. Er ist also eine Art Äquivalent zum Fachschaftsrat. Der Fakultätsrat hat vor allem im Bereich Studium und Lehre, Evaluation, Berufung von ProfessorInnen seine Kompetenzen. Er beschließt auch über einen Haushalt. Informationen zu den Sitzungen des Fakultätsrates der Philosophischen Fakultät I findet man hier: http://www.philfak1.uni-halle.de/rat/prot/ta2011.html.

Im dritten und letzten Teil werde ich dann eine Wahlempfehlung aussprechen und einen Blick auf die Kandidaten zur Hochschulwahl eingehen.

 

Quelle:

http://www.verwaltung.uni-halle.de/senat/HSG.pdf

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Zu den Hochschulwahlen (Teil 1)

Wahlen

Die Gremien und engagierten Studierende geben sich im Moment alle Mühe, um die wahlmüden Studierenden über die anstehenden Hochschulwahlen zu informieren und zu mobilisieren. Traditionellerweise liegen die Wahlbeteiligungen bei den Wahlen zu den Hochschulgremien zwischen traurigen acht bis 15 Prozent, alles was darüberhinaus geht, gilt schon als erklärungsbedürftig. Dies zu erklären, soll jetzt nicht meine Sache sein.

Ich möchte als aktives Mitglied des Fachschaftsrates (kurz FSR) der Philosophischen Fakultät I auch einen Beitrag zur Aufklärung über die für Außenstehende verwirrende Gremienstruktur leisten. Im ersten Teil geht es um die beiden studentischen Vertretungskörperschaften.

Da wäre zum einen der FSR. Im FSR kann man nicht die ganze Welt der Hochschulpolitik verbessern. Hier geht es um sehr konkrete, alltägliche Probleme im Studienalltag. Der FSR wird gewählt als die Vertretung der einzelnen Fachschaften, daher gibt es eine ganze Reihe von FSR, z. B. für die ganze Philosophische Fakultät I, für die Juristen, Theologen, Mediziner etc. Der FSR soll die Interessen der Studierenden ihrer Fachschaft gegenüber den Lehrenden, Studierendenrat und anderen Institutionen der Uni vertreten. Er ist Ansprechpartner für die Studierende, wenn es um überfüllte Seminare, Streit mit Dozenten, Stress mit Prüfungsordnungen oder Auskünften zum Stundenplan geht. Wenn es um große Probleme geht, z. B., dass ein Lehrstuhl am Institut für Politikwissenschaften keinen Wiederholungstermin für eine Klausur im gleichen Semester anbieten will, ist es für die Studierenden einfacher, das Problem an den FSR zu melden (und der kümmert sich um eine Lösung), als das jeder Student einzeln sich beschwert. Der FSR verfügt über die entsprechende Legitimität und Autorität, den DozentInnen gewisse Probleme zu verdeutlichen. Der FSR der Philos. Fak. I kümmert sich traditionellerweise um die Einführung für die Erstsemester, die Ersti-Party und die Examensfeier der Absolventen. Außerdem „betreuen“ wir die Institutsgruppen und versuchen jedes Problem der Studierenden irgendwie zu lösen. Last bot not least soll darauf hingewiesen werden, dass der FSR über Gelder aus den Semesterbeiträgen verfügt, mit dem studentische Projekte, Veranstaltungen und Feiern unterstützt werden.

Eine Übersicht aller FSR findet man hier: http://www.stura.uni-halle.de/index.php/fachschaften

Den FSR der Philosophischen Fakultät hier: http://fachschaft.philfak1.uni-halle.de/

Das zweite studentische Gremium, das am 18.05. zu wählen ist, heißt Studierendenrat oder kurz StuRa. Hochschulpolitisch ist es für die Studirenden wesentlich wichtiger, denn der StuRa nimmt Stellung im Namen aller Studierenden zu allen hochschulpolitischen Belangen und versucht Einfluss auf die Landespolitik zu gewinnen. Jede Fachschaft entsendet je nach Größe Vertreter in den StuRa. Auch der StuRa verfügt über einen Haushalt, mit dem er unterschiedliche Dinge finanziert: den Sozialfonds für notleidende Studierende, Uni-Sport, die hastuzeit, interne Personal- und Sachkosten, Rechtsberatung für Studierende, studentische Projekte und Initiativen und verschiedene Arbeitskreise – siehe hier. Ansonsten ähneln sich die Aufgaben des StuRa mit denen der FSR, alles eben nur eine Ebene höher – vergleichbar mit Bundes- und Landtag. Siehe auch hier.

Startseite des StuRa: http://www.stura.uni-halle.de/

 

Kritik, Ergänzungen und Meinungen zu den Hochschulwahlen sind gern willkommen!

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Allgemeiner Wahlaufruf (und ein bisschen Wahl-Werbung)

Wahlen

Am 19. Mai finden die diesjährigen Hochschulwahlen statt. Studieren-, Fachschaftsrat, Senat und Fakultätsräte werden gewählt. Darüber wurde schon an verschiedenen Stellen aufgeklärt. Ich möchte alle Leser bitten, diese Chance der Mitbestimmung zu nutzen und ihre Kommilitonen zu den Wahlurnen zu mobilisieren! In diesen Gremien wird über viele studentischen Belange entschieden, wer kriegt wie viel Geld und was steht in den Studien- und Prüfungsordnungen – die Studienbedingungen, die sich seit der Bolognareform nicht wirklich verbessert haben, können zum Teil auch Uni-intern beeinflusst werden. StuRa und Fachschaft sind Gremien, an die sich Studierende mit all ihren unterschiedlichen Problemen wenden können und die als kollektives Sprachrohr der Studenten manchmal viel mehr bewegen können als der einzelne Student.

Auf zur Wahl, um bei der Gestaltung unserer Universität teilzuhaben, statt immer nur zu meckern ohne was zu verändern!

Aber wen soll man wählen? Ein Vorschlag: zu den diesjährigen Wahlen hat sich eine kleine, aber sympathische Gruppe von StudentInnen zusammengeschlossen, die als offene „Linke Liste“ die Interessen der Studierenden mit Nachdruck vertreten möchte. Im Konsens wurde ein aus meiner Sicht sehr konkretes Wahlprogramm verabschiedet, dass nicht nur unser aller Interessen im Studium artikuliert, sondern auch klare gesellschaftliche Positionen gegen Rassismus und Militarismus bezieht – nachzulesen auf http://sdsmlu.blogspot.com/2010/05/programm-der-linken-liste-fur-die-hs.html. Auch ich stelle mich für den Studierendenrat und den Fachschaftsrat der Kultur- und Sozialwissenschaften zur Wahl, denn ich glaube beim Studium der Politikwissenschaft kann ein bisschen politische Praxis nicht schaden und Verantwortung für die Gesellschaft (also hier konkret für die studentischen Interessen) zu übernehmen, sollte für jeden Menschen wichtig sein.

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