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Ruhe in Frieden – Fidel Castro

Was sonst noch in der Welt passiert

Im Gedenken an einen der größten Staatsmänner des 20. und 21. Jahrhunderts, dem am 25. November 2016 verstorbenen Fidel Castro, veröffentliche ich hier einige Stimmen zu seinem Tod:

„In einer Erklärung an das kubanische Volk gab der Präsident der Republik Kuba bekannt, dass der historische Führer der kubanischen Revolution, Fidel Castro Ruz, am 25. November 2016 um 22.29 Uhr gestorben ist.

Die Mitstreiterinnen und Mitstreiter der AG Cuba Sí, die internationale Solidaritätsbewegung und alle Freundinnen und Freunde Kubas trauern um einen standhaften Revolutionär, einen großen Internationalisten und einen vor allem in Lateinamerika und in den Ländern des globalen Südens hoch verehrten Staatsmann.

Lieber Fidel, wenn Du uns jetzt sehen könntest, in tiefer Trauer, schweigsam und mit Tränen in den Augen, Du würdest sicher schimpfen und uns kritisieren, weil wir in dieser schweren Stunde den Kampf für eine bessere Welt für eine Augenblick unterbrochen haben. Bitte gib uns diesen Tag des Abschieds, des Gedenkens, gib uns die Zeit, um Rückschau zu halten, was das sozialistische Kuba seit der Revolution erreicht hat, wie es unter Deiner Führung zu einem Beispiel, zu einer Inspiration für all jene geworden ist, die um Unabhängigkeit, Frieden und soziale Gerechtigkeit kämpfen.

Am heutigen Tage werden wir innehalten – aber wir versprechen Dir, unsere Solidaritätsarbeit für das sozialistische Kube und den Kampf für eine bessere Welt in Deinem Sinne fortzusetzen.

Danke Fidel für Dein Lebenswerk! Hasta la victoria siempre!“ (http://cuba-si.org/1720/danke-fidel-fuer-dein-lebenswerk)

»Der Name dieses hervorragenden Politikers gilt zu Recht als Symbol einer Epoche in der jüngsten Zeitgeschichte. Das von ihm und seinen Mitstreitern aufgebaute freie und unabhängige Kuba ist zu einem einflussreichen Mitglied der internationalen Gesellschaft geworden, das viele Länder und Völker begeistert.« (Wladimir Putin, Präsident Russlands)

»Nun ist es an uns und vor allem an der Jugend, das Beispiel Fidels zu entdecken und wiederzuentdecken; das Beispiel eines ewig jungen, ewig träumenden, ewigen Rebellen, der sich keine Minute der Ruhe gönnte.

Dem Volk von Kuba gilt unsere Verpflichtung, all unsere Liebe und all unsere Hingabe. Wir sind Brudervölker, wir haben an der Hand von Fidel und Chávez den Weg wiedergefunden, und von diesem Weg werden wir niemals wieder abkommen. Wir können feststellen: Die Geschichte hat sie freigesprochen. Aber wir können auch sagen: Comandante Fidel, Mission erfüllt!« (Nicolás Maduro, Präsident Venezuelas)

»Nur wenige Präsidenten können von sich sagen, dass sie die Geschicke ihres Volkes so positiv beeinflusst haben wie Fidel Castro. Kuba ist heute ein Land frei von Analphabetismus, ein Land mit maximal möglicher gesellschaftlicher Gleichheit, mit politischer Partizipation auf allen Ebenen. Fidel Castro und das kubanische Volk haben der Welt gezeigt, dass es möglich und nötig ist, einen anderen Weg als den der kapitalistischen Gesellschaft des inneren und äußeren Krieges zu gehen: einen Weg der Solidarität und des Ausgleichs, in der alle das Recht und die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe an Bildung, Gesundheit und Mitbestimmung haben.« (Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V.)

»Die Veteranen des antifaschistischen Kampfes haben schon seit der Kubanischen Revolution die Entwicklung des Landes und die Politik von Fidel Castro mit großem Interesse und mit Solidarität verfolgt. Mehrfach haben die FIR und die Mitgliedsverbände sich gegen die amerikanische Blockadepolitik und später für die Freilassung der ›Cuban Five‹ engagiert. Fidel Castro war in dieser Auseinandersetzung der Vertreter des legitimen Kubas, der die Interessen des eigenen Volkes, aber auch die der Völker, die für antikoloniale Unabhängigkeit kämpften, vertrat. « (Internationale Föderation der Widerstandskämpfer – Bund der Antifaschisten, alle Zitate von junge Welt)

Für die widerlichen Reaktionen sind u.a. der zukünftige US-Präsident Trump und Teile der Exilkubaner-Community in Florida zuständig. Letztere feiern völlig ungehemmt mit Autokorsos den Tod Ihres poltischen Feindbilds.

Pressemeldungen:

https://www.jungewelt.de/2016/11-26/071.php

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1033520.lebenselixier-der-hoffenden.html

http://www.tagesschau.de/ausland/castro-185.html

 Redglobe

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Gedenken an eine politische Legende: Mandela

Was sonst noch in der Welt passiert

Es gibt keine unfehlbaren Engel in der Politik; auch Mandela hatte nicht nur Gutes vollbracht. Sieht man sich aber seine Nachfolger im ANC an, dann muss man angesichts des Todes von Mandela wehmütig werden. Das charakterliche Format, die politische Willensstärke eines Mandela ist bei Zuma & Co. nicht zu erkennen. Mandela starb – nach langem Kampf mit Lungenentzündungen – mit nun 95 Jahren. Die USA hat seinen ANC erst 2008 von der Terrorliste genommen, das muss man sich mal vorstellen; andererseits hat das auch zu bedeuten, dass Mandelas Politik den USA gegen den Strich ging und auch viel richtig gemacht hat. Mandela war auch einmal Mitglied im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Südafrikas, dem traditionellen Koalitionspartner des ANC. Trotzdem hat er es nach dem Ende der Apartheid versäumt, einen konsequent sozialistischen Kurs einzuschlagen. Heute geht der Riss nicht mehr (allein) zwischen Schwarz und Weiß sondern verstärkt zwischen Arm und Reich, und Mandelas Nachfolger tun wenig dagegen. Wie lange der ANC noch Wahlergebnisse deutlich jenseits der 50 Prozent einfährt, ist fraglich. Eines ist aber auch moralisch mehr als fragwürdig: Die Krokodilstränen von Politikern aus USA, Deutschland, England etc., die bis 1990 die weißen Politiker der Apartheid nicht nur toleriert, sondern sogar unterstützt haben. Davon war in den Trauerreden von Obama, Merkel etc. nichts zu hören – kein Wort des Bedauerns (siehe “Heuchler am Werk“, Junge Welt)!

Hier eine kleine Auswahl der Nachrufe und Berichte über Mandelas Tod:

Der Veränderer (Der Freitag)

»Mandela ist niemals Vergangenheit« (Junge Welt)

Am Ende des Regenbogens (Junge Welt, ausführlicher Nachruf)

DIE LINKE trauert um Nelson Mandela

Der gespaltene Regenbogen (Blätter für deutsche und internationale Politik)

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Ottmar Schreiner: Das „soziale Gewissen der SPD“ ist viel zu früh gestorben

Parteien

Er war einer der wenigen Aufrechten und Sozialdemokraten im traditionellen Sinne, die sich der endgültigen Wende der SPD von der linken Partei des kleinen Mannes zur Partei der „Neuen Mitte“ widersetzte. Er hat konsequent gegen die Agenda 2010 und Hartz IV argumentiert, obwohl er sich damit innerparteilich weitgehend isolierte. Sein Rückhalt war die saarländische Basis, die ihn 32 Jahre lang immer wieder in den Bundestag wählte. Diese Sozialdemokraten werden in der SPD immer weniger; er war wohl einer der Letzten, die dem linken Flügel der SPD eine bundesweit wahrnehmbare Stimme gegeben haben. Schade, dass er heute schon mit 67 Jahren einem Krebsleiden erlag.

Ein lesenswerter Nachruf von Silke Engel (als Audio hier).

Dem eigenen Gewissen verpflichtet“ (Frankfurter Rundschau)

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