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Globale Studie zum Ausmaß der Vernichtung der Böden

Antikapitalismus

Wenn es um Umweltschutz und Politische Ökologie geht, wird ein Thema sehr gerne völlig missachtet: Die Zerstörung fruchtbarer Böden. Hierzu schreibt die junge Welt heute:

„Fruchtbares Land ist eine »nicht erneuerbare Ressource«. Ist fruchtbarer Boden erst einmal weggeschwemmt, durch Monokulturen ausgelaugt und das in ihm wohnende vielfältige Leben abgetötet, ist er auf lange Sicht verloren. Claus [sic] Töpfer sprach am Donnerstag in Berlin sogar von 2.000 Jahren, die es brauche, bis eine Humusschicht sich neu gebildet habe.

Der CDU-Politiker und ehemalige Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) stellte gemeinsam mit Joachim von Braun, Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) der Uni Bonn, und Stefan Schmitz vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Studie zur »weltweiten Degradierung von Land und Böden« und deren Kosten für die Gesellschaft vor.“

Weiter heißt es: „Der am Donnerstag vorgestellten Untersuchung zufolge – die Daten dafür wurden innerhalb von viereinhalb Jahren von Tausenden Forschern in allen Teilen der Welt mit modernsten Methoden zusammengetragen – ist allein in den letzten 30 Jahren etwa ein Viertel der globalen Ackerfläche »degradiert«, also zur Produktion von Lebensmitteln nicht mehr oder nur noch eingeschränkt nutzbar. Von den Weideflächen ist ein Drittel betroffen, auch 23 Prozent der Waldböden sind verödet.

Die wirtschaftlichen Folgen des achtlosen Umgangs mit dem Boden sind dramatisch. Die Verfasser der Studie beziffern die dadurch verursachten gesamtgesellschaftlichen Verluste auf 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Etwa 30 Prozent der Landfläche und damit der Lebensraum von 3,2 Milliarden Personen, also etwa 43 Prozent der Weltbevölkerung, sind demnach von »signifikanter Bodendegradierung« betroffen.“

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Umweltfeindliche Subventionierung von Kohlestrom – Schluss damit!

Antikapitalismus

Neue Greenpeace-Studie rechnet vor: Jedes Jahr wird die Verstromung des fossilen Brennstoffs mit 15 Milliarden Euro subventioniert

So ist es in einer neuen Studie von Greenpeace zu lesen, über die heute die junge Welt bericht. Der Mythos vom billigen Kohlestrom und viel zu teuren Strom aus erneuerbaren Energien wird seit Jahrzehnten immer wieder von interessierter Kapitalseite aufgewärmt.

„Braunkohle ist klimaschädlicher als jeder andere fossile Energieträger. Und doch verbrennt ausgerechnet Deutschland als Mutterland der Energiewende mehr davon als irgendein anderer Staat. Ja, es werden sogar weiter Tagebaue geplant. Als Rechtfertigung heißt es stets: Ohne Braunkohle ist eine preiswerte Energieversorgung nicht möglich. Stimmt das tatsächlich?

Nach Analysen des Forum ökologisch-soziale Marktwirtschaft (FÖS) nicht. Das Institut hat im Auftrag von Greenpeace ausgerechnet, welche Kosten für die Gesellschaft an jeder Kilowattstunde Braunkohlestrom hängen. Die Antwort: mindestens 9,9 Cent – das Dreifache des aktuellen Produktionspreises. Vermutlich liegen die Zusatzkosten sogar noch höher, da sich nicht alle Kosten genau beziffern lassen. Der Abbau von Braunkohle und die Verstromung haben den Bürgern Deutschlands allein im Jahr  2015 mindestens 15 Milliarden Euro aufgehalst. Versteckt in Steuerprivilegien, großzügigen Ausnahmenregelungen sowie Gesundheits- und Klimaschäden. Plötzlich ist Braunkohlestrom doch gar nicht so günstig wie seine Freunde gerne behaupten.“ (Zitat nach Greenpeace)

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In eigener Sache

Was sonst noch in der Welt passiert

„Ökodepaso“ ist der etwas merkwürdig klingende neue Name dieses Blogs, der nun seit über fünf Jahren die gesellschaftliche Entwicklung des entwickelten Kapitalismus in Deutschland und anderen Teilen der Welt beobachtet. Der neue Name reflektiert eine persönliche Weiterentwicklung des Autors, dessen am Anfang des Studiums bestehenden Studieninteressen (die Entwicklung des Wahlgeschehens und der Parteiensysteme in Europa) sich stärker auf die antikapitalistische politische Theorie und Praxis verschoben haben.

Ökodepaso steht für einen Blog, der für Politische Ökologie, Demokratie, Pazifismus und Sozialismus streiten möchte. Grundlegende Ansicht des Autors ist, dass die bestehenden kapitalistischen Verhältnisse radikal überwunden werden müssen, weil bei Fortbestehen des kapitalistischen Systems früher oder später die Existenz der Menschheit nicht mehr möglich ist. Der Kapitalismus ruft eine Reihe von Problemen hervor, die er nicht mehr in seiner Systemlogik beherrschen oder überwinden kann: Hunger, Massenarmut, soziale Ungleichheit, Klimaerwärmung, kriegerische Konkurrenz unter den Nationalstaaten etc. Alle diese Probleme betreffen (in unterschiedlichem Ausmaß) die ganze Welt und können meiner Ansicht nach nur überwunden werden, wenn wir die grundlegenden Prinzipien, die in „unserer“ (ich habe diese Prinzipien nie gewählt) Gesellschaft wirken, völlig umkrempeln.

Ich kenne nur eine Gesellschaftstheorie auf dieser Welt, die erfolgsversprechend erscheint, dieses Anliegen zu ermöglichen: der auf Karl Marx und Friedrich Engels aufbauende Marxismus. Daher ist es das Ziel dieses Blogs, in dessen Sinne Aufklärung über die zerstörerischen und menschenverachtenden Gesellschaftsverhältnisse zu betreiben und die Leser zu einer antikapitalistischen Haltung zu bringen, über kritikwürdige Entwicklungen zu berichten und alternative Politik zu informieren, die in den von profitsüchtigen Medien ignoriert werden, damit die Menschen nicht auf „falsche“ Gedanken kommen.

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Kohleatlas zeigt riesige Kosten der weltweiten Kohleförderung

Antikapitalismus

Der Kohleatlas zeigt, dass Kohle der mit Abstand teuerste Energieträger ist – wenn man denn all die Kosten einrechnet, die auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Folgendes ist eine Wiedergabe einer gemeinsamen Pressemitteilung der Heinrich-Böll-Stiftung und des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

Der Abbau von Braun- und Steinkohle und deren Verbrennung haben verheerende Folgen für Mensch und Natur. Die Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke kostet weltweit jährlich mehrere hunderttausend Menschenleben. Allein in Deutschland verursacht die Abgasbelastung durch Kohlekraftwerke Gesundheitskosten in Höhe von etwa vier Milliarden Euro pro Jahr. Mit einem jährlichen Ausstoß von weltweit rund 15 Milliarden Tonnen CO2 trägt keine andere Energiequelle so stark zur Erderwärmung bei wie die Kohle. Die bekannten globalen Braun- und Steinkohlereserven betragen rund 1.000 Milliarden Tonnen. Soll der Klimawandel einigermaßen beherrschbar bleiben, darf davon nur noch ein Bruchteil verbrannt werden. Diese und alle anderen wichtigen Daten und Fakten zur Kohleförderung stehen im heute vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin veröffentlichten „Kohleatlas“.

Der „Kohleatlas“ ist ab sofort im Internet erhältlich, auf Papier und als e-Publikation. Darin geht es um Fragen wie: Woher kommt die Kohle, warum ist sie klimaschädlich, wo liegen ihre größten Reserven, wo wird am meisten gefördert, was ist dran an der Rede von der „billigen Kohle“ und wer profitiert am meisten von diesem Brennstoff? Der Atlas erläutert in Text und Bild, wie die Kohleindustrie in Deutschland, der EU und weltweit finanziert und subventioniert wird und welche Alternativen es gibt.

Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung: „Mit über 350 Milliarden Euro wurde das Geschäft mit der Kohle hierzulande seit 1950 staatlich subventioniert. Deutschland ist Weltmeister bei der Förderung von Braunkohle. Dabei wissen wir längst: das Kohle-Zeitalter geht zu Ende, aus klimapolitischen, gesundheitlichen und auch aus wirtschaftlichen Gründen. Wir stehen an der Schwelle zu einer globalen Energiewende. Die Energie von morgen kommt aus erneuerbaren Quellen, aus emissionsfreien Kraftwerken mit Brennstoffkosten nahe Null. Der schrittweise Kohleausstieg ebnet den Weg in eine postfossile Wirtschaft. Eine Klimaschutzabgabe auf Kohlekraftwerke ist überfällig. Wir fordern die Bundesregierung auf, sie zügig umzusetzen. Die Energiewende gefährdet nicht Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit, sondern fördert sie.“

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung: „Wenn wir das globale Klimaziel erreichen wollen, müssen wir nahezu 90 Prozent der gesicherten Kohlevorkommen in der Erde lassen. 43 Prozent der Emissionen aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe gehen auf die Kohle zurück. Denn keine andere Energiequelle trägt so sehr zum Treibhausgasausstoß bei wie Kohle. 2013 war Kohle weltweit für mehr als 40 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Die 35 größten Produzenten von Kohle – dazu gehören Peabody Coal, RWE sowie staatseigene Konzerne in China, Russland und Indien – sind allein für ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen seit 1988 verantwortlich. Diese Konzerne brauchen klare Regeln für die Senkung des CO2-Ausstoßes. Stattdessen bezuschussen unsere Regierungen diese Konzerne mit milliardenschweren Subventionen. Wir fordern, dass der Lobbymacht der Kohleindustrie durch Transparenz und klare Regeln Einhalt geboten wird. Konzerne müssen für den Schaden, den ihre Produkte anrichten, zur Rechenschaft gezogen werden: sowohl rechtlich als auch finanziell.“

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger appellierte an die Bundesregierung, den politischen Streit um die Kohleverstromung in Deutschland nicht zulasten des Klimaschutzes auszutragen: „Der weltweite Kohleboom ist zur größten Bürde für das Weltklima geworden. Die Bundesregierung hat es viel zu lange versäumt, in Deutschland diesem fatalen Boom etwas entgegenzusetzen. Beim bevorstehenden G7-Gipfel muss Kanzlerin Merkel Flagge zeigen und endlich die Abkehr von der Kohleverstromung unterstützen. Lippenbekenntnisse zum deutschen Klimaziel bringen wenig, Klimaschutz braucht den Kohleausstieg. Statt zu mauern, müssen Gewerkschaften und Unternehmen aktiv daran mitwirken, den Abschied von der Kohle sozial zu gestalten. Das wäre auch kein deutscher Sonderweg. China, die USA oder Portugal sind dabei, die Kohleverstromung zu verringern. 2014 reduzierte China seine CO2-Emissionen zum ersten Mal seit über zehn Jahren. Das lässt hoffen, dass auch dort der Höhepunkt der Kohlenutzung früher kommt als erwartet.“

Der 48-seitige Kohleatlas soll im November 2015 auch auf Englisch erscheinen. Weitere länderspezifische Ausgaben, etwa für Polen und Tschechien, sind ebenfalls geplant.

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