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Gegen die Schließung des Lukács-Archivs

Politische Theorie

Alle Freunde des Philosophen Georg Lukács und freier Wissenschaften sollten bitte folgende Petition unterstützen:

Mit unserer Unterschrift bringen wir unsere tiefe Sorge in Bezug auf die Entscheidung des Philosophischen Instituts der Ungarischen Akademie der Wissenschaften zum Ausdruck, das Lukács-Archiv in Budapest zu schließen. Georg Lukács war einer der bedeutendsten Philosophen des 20sten Jahrhunderts, ein hervorragender Autor der Moderne. Sein Wirken betraf nicht nur die Philosophie, sondern auch das politische Denken, die Literaturwissenschaft, die Soziologie und die Ethik. Als ein international anerkannter Autor bedeutete das Wirken von Lukács einen Höhepunkt in der reichen ungarischen Kulturgeschichte. Seine Werke sind lebendige Zeugen der gesamten Philosophiegeschichte. Das Lukács-Archiv bot über die Jahrzehnte dem akademischen und nicht akademischen Publikum Zugang zu den Dokumenten des Lebens und Wirkens des Philosophen. Zudem ist es auch ein historischer Erinnerungsort, da es sich in der Wohnung befindet, in der der Philosoph seine letzten Jahre verbrachte. Das Archiv ist also die Erinnerungsstätte einer wichtigen Persönlichkeit unserer Zeit überhaupt. Die internationale Gemeinschaft der PhilosophInnen und KulturwissenschaftlerInnen ist bestürzt und traurig über diese Entscheidung. Wir fordern die zuständigen Behörden auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Mehr zum Thema:

Abschaffung der Vernunft (junge Welt)

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Lesetipp: Wahre Gedanken zum Fernsehen

Was sonst noch in der Welt passiert

Selten habe ich das Wesen des Fernsehens so trefflich beschrieben gefunden wie in der Wochenendbeilage der Jungen Welt vom 22.08.:

„Wie schon der bayerische Medien- und Erkenntnistheoretiker Edmund Stoiber in einem seiner wenigen lichten Momenten erkannte, schafft das Fernsehen Wirklichkeit, bildet also weniger Realität ab, als eine neue hinzuzufügen. Die politische Aufgabe des Fernsehens als Informationsmedium besteht darin, die Wirklichkeit so zu zeigen, dass man von ihr entweder nichts, zuwenig oder das Falsche erfährt. Es stellt Oberflächenphänomene der Realität dar, ohne diese selbst erfassen zu können bzw. zu wollen.

In den Nachrichten wird jeder Zusammenhang zwischen den Ereignissen ignoriert. So werden die unmittelbaren Erscheinungen für das Ganze genommen, das sich als zersplittert und zusammenhanglos, als scheinbares Chaos präsentiert. Das Fernsehen bietet eine ungeschichtliche und atomisierte Sicht auf die Welt, die als schrecklich, aber alternativlos wahrgenommen wird. Sie erscheint als ständige Abfolge sinnloser Tragödien, die sich wie Naturkatastrophen dem menschlichen Handeln entziehen. Indem man also über die einzelnen Ereignisse berichtet, ohne sie dabei in einen rational begründbaren Erklärungszusammenhang zu bringen, verschweigt man mehr, als man zeigt […]“. Weiterlesen hier.

Der erste Teil dieser Kolumne ist hier zu finden.

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