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14. Mai 2012

Desaster der CDU – Riesensieg der SPD

Verfasst von

Dieses Wahlergebnis war nach den Umfragen vor der Wahl nicht zu erwarten. Die Umfragen sahen so aus:

  Datum

CDU

SPD

Grüne

FDP

LINKE

Piraten

Andere

INFO GmbH

11.05.2012

33 %

38 %

11 %

5 %

4 %

8 %

1 %

YouGov

07.05.2012

31 %

37 %

11 %

5 %

4 %

9 %

3 %

Forschungsgruppe Wahlen

04.05.2012

31 %

38 %

11 %

6 %

3 %

8 %

3 %

Infratest dimap

03.05.2012

30 %

38,5 %

11 %

6 %

4 %

7,5 %

3 %

YouGov

03.05.2012

31 %

36 %

11 %

5 %

4 %

10 %

3 %

Forsa

02.05.2012

32 %

37 %

10 %

5 %

3 %

10 %

3 %

Emnid

27.04.2012

32 %

38 %

10 %

5 %

4 %

9 %

2 %

Infratest dimap

22.04.2012

31 %

39 %

11 %

4 %

3 %

9 %

3 %

Forschungsgruppe Wahlen

20.04.2012

34 %

37 %

11 %

4 %

3 %

8 %

3 %

YouGov

18.04.2012

32 %

36 %

13 %

4 %

4 %

8 %

3 %

INFO GmbH

14.04.2012

29 %

40 %

10 %

3 %

3 %

11 %

3 %

 

Keine Andeutung, dass die CDU deutlich unter 30 Prozent fallen konnte. Letztlich haben die vielen Unentschlossenen sich deutlich gegen Röttgens Sparpolitik-Entwurf und für die bisherige rot-grüne Regierung ausgesprochen. Das Ergebnis sieht (vorläufig) so aus:

 

CDU

SPD

Grüne

FDP

LINKE

Piraten

Andere

Stimmen (%)

26,3

39,1

11,3

8,6

2,5

7,8

4,3

Veränderung

-8,2

+4,7

-0,8

+1,9

-3,1

+6,3

-0,6

Sitze

67

99

29

22

0

20

0

Veränderung

0

+32

+6

+9

-11

+20

0

 

Nicht nur SPD und Grüne dürfen feiern, auch die FDP hat ihr Umfragewerte deutlich überflügelt: statt fünf oder sechs Prozent über acht. Wieder hat der Darling der FDP-Landespartei, der auch von den Medien hochgejazzte Christian Lindner, dem Bundestrend getrotzt und dem Bundeschef, Philipp Rösler, einen etwas ruhigeren Puls beschert. Ob es aber eine gute Idee wäre, jetzt zu sagen, mit Rösler geht es doch wieder aufwärts, bezweifle ich erheblich. Die Bundesumfragen sind immer noch desaströs, die beiden Wahlerfolge der FDP haben vorwiegend landesspezifische Gründe. Weiteren Aufwind bekommen die Piraten, die als unverbrauchte politische Kraft mit einem neuen Demokratiekonzept ihre Erfolgsserie fortsetzen können.

Neben der CDU muss auch die Linkspartei Wunden lecken. Der Piratenaufschwung hat es schwer gemacht, die Protestwähler für sich zu gewinnen. Es fehlte die klare Ansprache auf soziale Themen, auf die desaströse Sparpolitik der CDU und FDP sowohl im Aus- als auch im Inland und die Unterstützung aus der Bundespartei. Aber vor allem sind es die bürgerlich-kapitalistische Medienindustrie, die mit ihrem Agenda-Setting und ihrer Vorwahlberichterstattung, in der die Linkspartei völlig marginalisiert bzw. ausgeblendet wird, dafür sorgen, dass diese antikapitalistische Partei, die eine menschlichere, vernünftigere Politikalternative zum Spardiktat von Merkel anbieten kann, in der Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen wird. Und aus den permanenten innerparteilichen Querelen müssen endlich Konsequenzen gezogen werden: Die schlimmsten Störenfriede, die den Medien immer die Steilvorlagen liefern, müssen aus der Partei verwiesen werden (ich denke vor allem an die Antideutschen um den BAK Shalom). Und die Parteispitze muss eine verbindliche Position zum Medienumgang finden; denkbar wäre z. B. keinerlei Interviews mehr mit Springer-Blättern, Spiegel etc. zu führen. Und es muss ganz klare antikapitalistische Kante im Sinne des neuen Grundsatzprogramms gezogen werden, gerade in der größten Krise des Kapitalismus seit 1929. Man muss sich an der Linksfront in Frankreich und der SYRIZA bzw. KKE in Griechenland ein Beispiel nehmen.

Und die Leute in Deutschland müssen endlich ihre Schizophrenie beenden: Dieselbe Politik, die Röttgen den Westfalen angeboten hat (sparen, sparen, bloß keine Verschuldung – bloß wo er sparen will, wusste er auch nicht), die betreibt Merkel jetzt schon, für Griechenland, Spanien, Portugal und Italien. Wenn das für NRW schlecht ist, ist es auch für das Ausland schlecht! Frau Merkel will auch im Bund sparen, ohne neue Steuern für Vermögen oder Finanzkapitalgeschäfte. Und das geht auch nur, weil sie in Deutschland auf den nächsten Wirtschaftsaufschwung setzen kann, der auf Kosten der genannten Länder der Peripherie läuft. Fazit: Merkel ist beliebt, weil sie Europa spaltet und die EU allein nach deutschen Interessen „führt“. Das sollte alle fortschrittlichen Linken und andere vernunftgeleitete Menschen bedenklich stimmen!

Siehe auch:

ZDF

Der Freitag

Süddeutsche Zeitung zu Röttgen

13. Mai 2012

60 Jahre Ermordung Philipp Müllers

Verfasst von

Vor wenigen Wochen hat der Stadtrat der Stadt Halle bzw. eine Mehrheit von SPD und CDU beschlossen, die Philipp-Müller-Straße in Willy-Brandt-Straße umzubenennen. Bei sechs Enthaltungen votierten LINKE, MitBürger (freie Wählergruppe) und FDP gegen diese Umbenennung. Bevor diese Entscheidung kommentiert werden soll, will ich über den historischen Hintergrund berichten.

Philipp Müller war seit 1948 Mitglied der (westdeutschen) FDJ, später auch der KPD. 1952 organisierten verschiedene Jugendorganisationen unter Leitung des dortigen Pfarrers Herbert Mochalski in Darmstadt eine „Jugendkarawane gegen Wiederaufrüstung und Generalvertrag“, die sich gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands im Rahmen der Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) unter Konrad Adenauer (CDU) richtete. Am 10. Mai verbot der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Karl Arnold (CDU), der zugleich Ministerpräsident war, die Demonstration mit der Begründung, dass wegen weiterer Veranstaltungen nicht genug Polizeikräfte zur Verfügung stünden. Dennoch fanden sich etwa 30.000 Personen, die an verschiedenen Orten in Essen kleinere Veranstaltungen organisierten, weil sie bereits auf dem Weg nach Essen waren.

Ein Kommissar Knobloch erteilte den Schießbefehl auf die Demonstrierenden, später wurde behauptet, diese hätten auf die Polizei geschossen, die dann dazu gezwungen gewesen sei, das Feuer zu erwidern. Zwei Kugeln eines Polizisten trafen Philipp Müller, eine davon sein Herz tödlich. Durch Polizeikugeln schwer verletzt wurden außerdem der Sozialdemokrat Bernhard Schwarze aus Kassel und der Gewerkschafter Albert Bretthauer aus Münster. Nach Zeitzeugenberichten ging die Gewalt von der Polizei aus, doch kein einziger Polizeibeamter wurde verurteilt – die bürgerlichen Medien behaupteten das genaue Gegenteil als die Zeugen. Der 11. Mai 1952 ging als Essener Blutsonntag in die Geschichte ein. Philipp Müller kann als erster aus politischen Gründen erschossener Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg gelten. Ihm zu Gedenken war in der DDR selbstverständlich, aber auch in Westdeutschland gibt es einige Philipp-Müller-Straßen und Ähnliches.

Seit 1990 ist es gewohnte Praxis in ostdeutschen Städten, die Namen hoher und weniger bedeutender Kommunisten aus dem Straßenbild zu tilgen. Nun hat es in Halle die Philipp-Müller-Straße erwischt, die der Willy-Brandt-Straße weichen muss. Warum? “Uns geht es in erster Linie um die Ehrung von Willy Brandt. Für jemanden der sich für Entspannung und die Politik des Friedens eingesetzt hat“, sagte SPD-Stadtrat Fikentscher. Ein weiterer Grund war, dass sich das Lokal, in dem 1890 der Parteitag stattfand (die heutige Schorre), in dieser Straße befand. Die FDP, in Person von Gerry Kley, begrüßte die Änderung des Straßennamens auch, aber aus einem antikommunistischen Grund. „Müller sei ein Mann gewesen, der die Versammlung zum Angriff auf Polizisten genutzt habe. Der Stadt stehe es gut, diesen Namen aus dem Adressverzeichnis zu nehmen.“ (Halle Forum).

Eine Ehrung von Willy Brandt steht jeder Stadt in Deutschland gut zu Gesicht. Auch ich begrüße es, dass dieser bedeutende deutsche Staatsmann mit einer eigenen Straße geehrt wird. Doch, die SPD muss sich fragen, wieso sie auch heute noch die Sozialdemokraten gegen Kommunisten ausspielen muss, selbst auf lokaler Ebene? Es gab einen sehr guten Kompromissvorschlag der LINKEN: Statt der Ph.-Müller-Str. sollte die Osttangente in Willy-Brandt-Allee umbenannt werden. Nach dem Ernst-Thälmann-Platz verschwindet ein weiterer Kommunist aus dem öffentlichen Raum. Es bleiben der Rosa-Luxemburg-Platz mit gleichnamiger Straße, die Karl-Liebknecht-Straße und zwei Sozialeinrichtungen mit dem Namen Clara Zetkin. Aber ein junger Mann, der gegen die Militarisierung Deutschlands nur wenige Jahre nach dem Kriegsende friedlich demonstrierte und für diese Überzeugung sterben musste, ist einer Ehrung nicht mehr wert – dies ist eine Schande v. a. für die halleschen Sozialdemokraten!

Siehe auch:

Wikipedia

http://www.mao-projekt.de/BRD/PER/Philipp_Mueller.shtml

Junge Welt

Junge Welt: »Gedenken an Philipp Müller ist hochaktuell«

8. Mai 2012

Hollande siegt in Stichwahl

Verfasst von

Erwartungsgemäß siegte der Sozialist Hollande über Amtsinhaber Sarkozy. Hollande bekam 51,6, Sarkozy 48,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag mit 80,4 Prozent fast ein Prozent höher als im 1. Wahlgang.

Spannend wird sein, wie sich die politischen Differenzen zwischen Hollande und Bundeskanzlerin Merkel in den nächsten Wochen lösen lassen. Nicht unwahrscheinlich ist, dass Merkel einfach die alte Sparpolitik weiterlaufen lässt und daneben einige Wachstumsimpulse, wie sie sich Hollande wünscht, zulässt. Dass die reine Sparpolitik nicht zu einem Wirtschaftsaufschwung führt, dürfte selbst Merkel mitbekommen haben, noch dazu, wo sie aus eigener Erfahrung weiß, dass eine kriselnde Wirtschaft mit Konjunkturpaketen (2008) wieder in Schwung gebracht werden kann (zumindest kurzfristig).

Eine weitere Frage ist, ob es Hollande gelingt, bei den für den 10. und 17. Juni angesetzten Parlamentswahlen ebenfalls eine linke Mehrheit zu organisieren. Hier ist dann vor allem spannend, wie das Kräfteverhältnis zwischen Sozialisten, Linksfront und Grünen aussieht und welche Auswirkungen ein vermeintlich gutes Ergebnis der Linksfront für die Politik Hollandes haben wird.

 

Detailierte Ergebnisse: http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Pr%C3%A4sidentschaftswahl_2012

8. Mai 2012

2. Runde der Kommunalwahlen in Thüringen

Verfasst von

Auch die Thüringer mussten (zum Teil) am großen Wahlsonntag noch mal zur Urne schreiten. Dies sind die Ergebnisse der Stichwahlen zu den Oberbürgermeister bzw. Landratsämtern:

 

Schmalkalden-Meiningen Michael Heym (CDU) Peter Heimrich (SPD)
40,0 % 60,0 %
Altenburger Land Sieghardt Rydzewski (EB) Michaele Sojka (LINKE)
50,2 % 49,8 %
Nordhausen Egon Primas (CDU) Birgit Keller (LINKE)
44,5 % 55,5 %
Kyffhäuserkreis Peter Hengstermann (CDU) Antje Hochwind (SPD)
47,3 % 52,7 %
Sömmerda Harald Henning (CDU) Udo Hoffmann (FW)
65,3 % 34,7 %
Ilm-Kreis Dr. Benno Kaufhold (CDU) Petra Enders (LINKE)
42,2 % 57,8 %
Saale-Orla-Kreis Thomas Fügmann (CDU) Frank Roßner (SPD)
52,7 % 47,3 %
Eisenach Raymond Walk (CDU) Katja Wolf (LINKE)
48,4 % 51,6 %
Weimar Martin Kranz (weimarwerk) Stefan Wolf (SPD)
43,8 % 56,2 %
Jena Prof. Dr. Dietmar Schuchardt (CDU) Dr. Albrecht Schröder (SPD)
27,1 % 72,9 %
Gera Hahn, Dr. Viola (EB) Dr. Norbert Vornehm (EB)
59,7 % 40,3 %

Die CDU musste einige Niederlagen einstecken, so in Schmalkalden-Meiningen, Nordhausen, im Kyffhäuserkreis, Ilm-Kreis, Saale-Orla-Kreis und in Sömmerda. Dort verlor sie ihre Landratsposten. Drei dieser Posten konnte die LINKE gewinnen, die zum ersten Mal seit 1990 überhaupt Landratsämter übernehmen konnte. Der große Erfolg der LINKEN wurde durch die Wahl Katja Wolfs zur Oberbürgermeisterin in Eisenach gekrönt. Die LINKE kann damit nachweisen, weiterhin eine bedeutende politische Kraft in Thüringen zu sein. Zu verdanken waren diese Erfolge auch den abgesprochenen Wahlbündnissen mit SPD und Grünen. Diese Absprachen führen nun zu Diskussionen innerhalb der schwarz-roten Landesregierung, wo die CDU natürlich einige Fragen zu diesen rot-roten Bündnissen haben dürfte. Die SPD hat zwar Eisenach, Saalfeld-Rudolstadt und das Altenburger Land verloren, aber immerhin den Kyffhäuserkreis und Schmalkalden-Meiningen gewonnen.

 

Quelle:

http://www.mdr.de/thueringen/kommunalwahlen/ergebnisse/ergebnisse102.html

http://www.mdr.de/thueringen/kommunalwahl-stichwahl108.html

7. Mai 2012

Griechen strafen Euroretter und Verelender ab

Verfasst von

Das Ergebnis der letzten Wahl sah völlig anders aus, die Krise war noch nicht derart existenziell wie derzeit: Die PASOK konnte mit unhaltbaren Wahlversprechen 43,9 Prozent und die absolute Mehrheit im Parlament erringen, die ND kam auf 33,5 Prozent, die Kommunisten bekamen 7,5, die rechtsextreme LAOS 5,6 und der Linksblock SYRIZA 4,6 Prozent. Die Grünen scheiterten mit 2,5 Prozent an der Fünfprozenthürde, die sonstigen Parteien (17 Kleinstparteien) erreichten 2,3 Prozent.

Die letzten Umfragen  deuteten das jetzige Ergebnis bereits an. Demnach wäre die Nea Dimokratia stärkste Kraft geworden, eine Große Koalition wäre bestenfalls nur mit dem Stimmenbonus für die stärkste Partei möglich geworden. Bis zu neun Parteien durften sich Hoffnungen auf einen Parlamentseinzug machen.

Das Ergebnis vom Sonntag ist folgendes:

Partei

Stimmen

Mandate

Anzahl

 %

+/–

Anz.

+/–

Neue Demokratie (ND)

18,86 %

– 14,62 %

108

+ 17

Koalition der Radikalen Linken (SYRIZA)

16,77 %

+ 12,17 %

52

+ 39

Panhellenische Sozialistische Bewegung   (PASOK)

13,19 %

- 30,73 %

41

- 119

Unabhängige Griechen (ANEL)

10,60 %

+ 10,60 %

33

+ 33

Kommunistische Partei   Griechenlands (KKE)

8,48 %

+ 0,94 %

26

+ 5

Chrysi Avgi

6,97 %

+ 4,45 %

21

+ 21

Demokratische Linke (DIMAR)

6,10 %

+ 6,10 %

19

+ 19

Orthodoxer Volksalarm (LAOS)

2,93 %

- 3,7 %

0

- 15

Grüne

2,93 %

+ 0,4 %

Sonstige

16,1 %

Gesamt

 

300

Wahlberechtigte

9.912.043

Wahlbeteiligung

65,07 %

Abgegebene Stimmen

 

Ungültige Stimmen

2,36 %

Leere Stimmzettel

 

Quelle: Griechisches Innenministerium[10]   / Wikipedia

 

Demnach kommen die ND und die sozialdemokratische PASOK nur auf 149 der 300 Sitze und verfehlen trotz des völlig undemokratischen, 50 Sitze starken Bonus für die größte Partei knapp die absolute Mehrheit. Es war ein großer Erfolg der linken Oppositionskräfte. Der Linksblock SYRIZY, der sich aus unterschiedlichen ideologischen Lagern zusammensetzt, aber für einen Verbleib Griechenlands in der EU ausspricht, wurde noch vor den Sozialdemokraten zweitstärkste Partei. Die Kommunisten verbesserten sich um knapp ein auf 8,5 Prozent und die SYRIZA- bzw. Synaspismós-Abspaltung „Demokratische Linke“ konnte auf Anhieb 6,1 Prozent der Stimmen gewinnen. Die Grünen scheiterten mit 2,9 Prozent nur knapp an der Sperrklausel (3 Prozent). Leider konnten auch nationalistische (ANEL) und faschistische Parteien (Chrysi Avgi) von katastrophalen Verelendungspolitik der alten Regierung (ND, PASOK, LAOS) profitieren. Eine Regierungsbildung, zumindest im Sinne der EU und der kapitalistischen Interessengruppen dürfte schwer bis unmöglich werden. Auch die linken Parteien haben keine Mehrheit: SYRIZA, Kommunisten und Demokratische Linke kommen nur auf 97 Sitze, zusammen mit den Sozialdemokraten nur auf 138. Auch die rechten Parteien kommen nicht auf eine Mehrheit: ND und ANEL 141 Sitze; die LAOS flog aus dem Parlament. Die Faschisten sind komplett gegen die EU-Sparpolitik, ein Pakt mit diesen ist in der EU nicht zu machen.

Die Verfassung Griechenlands sieht vor, dass bei einem Scheitern der Regierungsbildung Neuwahlen ausgerufen werden. Was das bringen soll, erscheint mir schleierhaft, denn die extremen Parteien werden tendenziell eher zulegen. Einziger Ausweg erscheint mir ein radikaler Politikwandel auch bei den großen Parteien, einseitiges Kündigen der Zinszahlungen und politischer Neuanfang außerhalb und ohne die EU. Bei einer linken Mehrheit (dazu müsste auch die KKE sich etwas bewegen) könnte man sich außenpolitisch an China, Russland und die südamerikanischen Linksregierungen orientieren.

7. Mai 2012

Unklare Mehrheitsverhältnisse in Schleswig-Holstein

Verfasst von

Die Ausgangslage für die gestrige Landtagswahl in Schleswig-Holstein sah so aus:

Partei

Zweit­stimmen
2009 (absolut)

Zweit­stimmen
2009

Sitze
2009

CDU

505.612

31,5 %

34

SPD

407.643

25,4 %

25

FDP

239.338

14,9 %

14

GRÜNE

199.367

12,4 %

12

Linke

95.764

6,0 %

6

SSW

69.701

4,3 %

4

PIRATEN

28.837

1,8 %

FW

16.362

1,0 %

Wahl­betei­ligung

1.603.374

73,6 %

95

Aug Grund der Klage der LINKEN kam es nun zu vorgezogenen Neuwahlen. Die CDU-FDP-Regierung konnte nur mit einer Stimme Mehrheit regieren, weil die CDU elf Überhangmandate erzielte und diese – auf Grund einer umstrittenen Interpretation des Wahlgesetzes – nicht vollständig ausgeglichen wurde. Die Opposition aus SPD, Grüne, LINKE und SSW kam zusammen auf 48,1 Prozent, die Regierungskoalition nur auf 46,6 Prozent.

Die Umfragen ließen für die CDU 30-32, für die SPD 31-33, für die Grünen 12-13, für die FDP 6-7, für die LINKE 2-2,5, für den SSW 4-4,5 und für die Piraten 8-9 Prozent erwarten. (Siehe Wahlrecht.de).

Partei

Zweit­stimmen
2012

Sitze
2012

Zweit­stimmen
2009

Sitze
2009

CDU

30,8 %

22

31,5 %

34

SPD

30,4 %

22

25,4 %

25

FDP

8,2 %

6

14,9 %

14

GRÜNE

13,2 %

10

12,4 %

12

Linke

2,2 %

0

6,0 %

6

SSW

4,6 %

3

4,3 %

4

PIRATEN

8,2 %

6

1,8 %

FW

0,6 %

1,0 %

Sonstige

1,8 %

2,7 %

Wahl­betei­ligung

60,1 %

73,6 %

95

(Quelle: http://landtagswahl-sh.de/index.php)

 

Die Wahlbeteiligung erreichte mit 60,1 Prozent ein historisches Tief (2009: 73,6 %). Die großen Verlierer sind abermals die ehemaligen Volksparteien. Zwar konnte die SPD immerhin um fünf Prozent zulegen, doch zusammen mit der CDU erreicht sie nicht mal eine Zweidrittelmehrheit. Dazu verpasste die SPD – auch für mich überraschend – ihr Wahlziel, nämlich stärkste Kraft vor der CDU zu werden. In den Umfragen lag die SPD noch knapp vor der CDU. Doch dies ist für die CDU kein Grund, die Sektkorken knallen zu lassen, denn wieder reicht es nicht für eine bürgerliche Mehrheit, obwohl die FDP dank ihres Dauer-interne-Opposition-markierenden Landesvorsitzenden Kubicki klar über der Fünfprozenthürde eintrudelte. Für die CDU sind knapp über 30 Prozent auch einfach nur grottig (nur 1950 war sie mit19,8 Prozent schlechter), auch sie ist keine Volkspartei mehr und wird in Zukunft, wenn die heute Über-60-Jährigen weg sind, massive Probleme bekommen.

Einen kleinen Aufschwung nehmen die Grünen, die ihr sensationelles Ergebnis von 2009 noch mal um 0,8 Prozent verbessern konnten. Hauptursache der SPD-Probleme sind die Piraten, die mit 8,2 Prozent neben einigen Protestwählern sicher auch im Mitte-links-Wählerschaft fischen konnten. Das ist dann auch das Hauptproblem der LINKEN: Wer sich zum einen nicht auf seine Kernthemen, Antikapitalismus und soziale Gerechtigkeit, konzentriert, weil ständig nur über mögliche Führungspersonen geredet wird, und zum anderen bei den Protestwählern auf Grund der neuen, unverbrauchten Piraten nicht punkten kann, hat keine Chance auf fünf Prozent oder mehr. Erschwerend kam wohl dazu, dass der Landesverband „zu brav“ war, wie es die Spitzenkandidatin der LINKEN, Antje Jansen, selbst sagte. Zünglein an der Waage wird wohl der SSW, die Partei der dänischen Minderheit werden, die mit 4,6 Prozent ihr bestes Ergebnis seit 1954 erreichte. Sie könnten für eine knappe Mehrheit (eine Stimme Vorsprung) einer „Schleswig-Holstein- (bzw. „Dänen“-)Ampel“ aus SPD, Grünen und SSW sorgen. Aus meiner Sicht ist das auch die realistischste, weil inhaltlich am besten passende Koalitionsmöglichkeit. Eine Große Koalition geht natürlich immer, das wäre auch die einzige reale Möglichkeit der CDU. Doch beide Parteien sind doch auf Grund der Landesgeschichte sehr verfeindet. Eine Ampel- oder Jamaika-Koalition mag rechnerisch möglich sein, doch die Grünen haben von Jamaika seit dem Saarlanddesaster genug, und ob sich die FDP momentan in ein rot-grünes Boot schwingt, erscheint mir abwegig, auch wenn Kubicki fast alles zuzutrauen wäre.

Die Wähler haben Schwarz-Gelb abgewählt (beide Parteien verloren zusammen 7,4 Prozent) und für eine klare Mitte-links-Mehrheit gestimmt. Daher sehe ich eine SPD-Grünen-SSW-Regierung, notfalls unter Tolerierung der Piraten als beste Lösung.

 

Siehe auch:

Wikipedia

SZ

Neues Deutschland

Benjamin Hoff

Sozialismus.de

4. Mai 2012

Lese-Tipp des Tages: Jürgen Todenhöfers Bericht aus dem Iran

Verfasst von

Jürgen Todenhöfer würde gerne einmal westliche Politiker mit in das vorgebliche Land des Schreckens, den Iran, mitnehmen: „Ich würde sie in eine der christlichen Kirchen oder eine der Synagogen Teherans begleiten. Und in jenes berühmte jüdische Sapir-Hospital, wo sie Ciamak Moresadegh kennenlernen würden, den liebenswürdigen, klugen Direktor des Krankenhauses.

Moresadegh ist auf vieles stolz. Darauf, dass 80 Prozent seiner Patienten Muslime sind, die für ihre Behandlung nur wenig oder gar nichts bezahlen müssen. Und darauf, dass er Jude und Iraner ist. Wie 20.000 weitere Juden, deren Familien seit über zweieinhalbtausend Jahren hier leben.

Moresadegh, der die Juden als Abgeordneter auch im Parlament vertritt, würde mit seinen Besuchern gerne über Religionsfreiheit im Iran sprechen. Über die jüdischen Schulen und Kindergärten in Teheran, die koscheren Restaurants und darüber, dass der iranische Staat sein Krankenhaus jährlich mit einer Million Dollar unterstützt.“ (Siehe Frankfurter Rundschau)

 

Er trifft Ajatollah Abbas Ka’bi, Mitglied des mächtigen Expertenrats, das den Revolutionsführer wählt und überwacht: „Wir sprechen über die von Irans geistlichem Führer Ali Chamenei erlassenen Fatwas, jene viel zitierten, verbindlichen Religionsgutachten zur Nuklearfrage. Darin hat der mächtigste Mann des Iran Nuklearwaffen als unvereinbar mit dem Koran erklärt, weil sie keinen Unterschied zwischen Soldaten und Zivilisten machten. Frédéric fragt, ob eine veränderte Bedrohungslage zu einer Änderung der Fatwas führen könne.

Ajatollah Abbas Ka’bi erklärt lächelnd, dass das bei diesen Fatwas unmöglich sei. Atomwaffen würden immer Zivilisten töten, und das werde der Koran immer verbieten. Kein Religions- oder Revolutionsführer habe die Macht, das zu ändern. […]

Abbas Ka’bi wehrt sich gegen die Unterstellung, sein Land habe Kriegsabsichten. Seit 150 Jahren habe der Iran kein Land angegriffen, anders als die USA. Er sei jedoch mehrfach überfallen worden, zuletzt 1980 von Saddam Hussein mit Unterstützung der USA. Dass der Iran seine Friedfertigkeit nun ausgerechnet gegenüber den USA und Israel beweisen solle, stelle die Dinge auf den Kopf. Die USA wüssten durch ihre Geheimdienste, dass der Iran keine Nuklearwaffen wolle. „Anders als manche westliche Politiker schalten wir in kritischen Situationen unseren Verstand nicht aus“, sagt Abbas Ka’bi.“ (Siehe Frankfurter Rundschau, Seite 2)

3. Mai 2012

TV-Tipp – Aktuelle Stunde zum Betreuungsgeld

Verfasst von

Wie so oft hat die LINKE zu tagespolitischen Fragen die besten Argumente:

Diana Golze fragt, was ist mit den Aufstockern? Warum sollen sie auch kein Betreuungsgeld bekommen, obwohl sie arbeiten und vielleicht keinen Kita-Platz in Anspruch nehmen (wenn sie ihr Kind durch ihre Großeltern betreuen lassen), nur weil sie ergänzende Sozialleistungen (Hartz IV) in Anspruch nehmen?

Matthias Birkwald fragt, warum statt des Betreuungsgeldes nicht für eine Gleichbehandlung von Erziehungszeiten bei der Rentenberechnung gesorgt wird; Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, bekommen dafür nur einen Punkt für die Rente angerechnet, Frauen mit Kindern, die 1992 oder danach geboren wurden, bekommen dagegen drei. Warum?

All diese Fragen werden von den CSU-Hardlinern nicht beantwortet. Man ahnt, warum.

29. Apr 2012

TV-Tipp zum Bachelor-Master-System

Verfasst von

Das Politmagazin Monitor hat sich vergangenen Donnerstag unter anderem mit den Folgen der Bachelor-Reform (bekannter unter dem Namen Bolognareform) beschäftigt. Hier der Link zum Beitrag. Am Donnerstag begann in Bukarest eine Nachfolgekonferenz zu Bologna. Werden die Konferenzteilnehmer zu den gleichen Einschätzungen kommen wie Monitor? Dass Bologna Lernbulimie statt Lernfreiheit brachte? Dass Bologna eine unverhältnismäßige Prüfungsdichte brachte (sechs Klausuren in ein, zwei Wochen plus Hausarbeiten)? Wenn das die Realität ist: “Studiengänge, die überfrachtet sind, Studierende, die überfordert sind, Dozenten, die frustriert sind und am Ende Absolventen, die keinen geeigneten Job am Arbeitsmarkt finden. Das ist die Realität.” (Prof. Bernhard Kempen, Präsident Deutscher Hochschulverband), WARUM wird an dieser Realität nichts im Sinne einer freien, unabhängigen Wissenschaft und Hochschullehre verändert? Warum ist ein Wechsel von einer deutschen Uni zur anderen heute fast schwieriger als früher ein solcher vom Ausland nach Deutschland (oder andersherum), weil keine Uni die Leistungen von einer anderen anerkennt? Und warum wollte die Wirtschaft diese Reform, wenn heute fast alle Unternehmen lieber einen Diplomer als den jungen, lebensunerfahrenen Bachelor als Arbeitnehmer nehmen? (Letzte Frage ließe sich wohl  so beantworten: Bachelor sind billiger zu beschäftigen als Diplomer. Leider mangelt es diesen oft an den Qualifikationen eines Diplomers).

“Warum rollt diese Bachelor-Maschine einfach weiter? Warum drückt niemand auf die Stopp-Taste? Und nimmt den Zeitdruck und den Leistungsdruck heraus.” Diese Frage von Monitor müssen sich vor allem die Studierenden selbst kritisch stellen. Nicht nur diejenigen, die in den letzten Jahren Bildungsstreiks organisiert haben – die haben wenigstens ein bisschen Staub aufgewirbelt und für eine weitgehende Abschaffung der Studiengebühren für das Erststudium gesorgt. Gerade die, die irgendwie merken, dass sie sich im Hamsterrad drehen und nur noch für Klausuren statt fürs Leben lernen, aber doch im Bachelorfluss mitschwimmen – alle diese Mitläufer sollten einen Moment innehalten und fragen: Ist dieses Studium das, was ich mir unter einem Studium an einer Wissenschaftseinrichtung namens Universität vorstelle? Oder ist das nur ein verlängerter Schulbesuch mit den gleichen Regeln wie im Schulunterricht, ohne große Wahlfreiheit, ohne Zeit für das kritische Diskutieren von Bildungsinhalten? Und das Ganze macht man dann, um mit einem Bachelorabschluss auf dem Arbeitsmarkt umherzuirren oder sich gleich als Dauerpraktikant aus der Gesellschaft zu verabschieden? Alle Studierende, auch die engagierten in den Gremien, sollten sich die Frage stellen, ob nicht langsam radikale Zeichen gesetzt werden müssen, dass es so mit dem Hochschulsystem nicht weiter gehen kann. Es geht dabei nicht nur darum, dass man selbst unter dem Bologna-System leidet, es geht auch um die Zukunft der Wissenschaft in Deutschland und Europa. Bleibt sie ein eigenständiges Teilsystem der Gesellschaft, das diese fortschrittlich in die Zukunft führt oder verkümmert sie zu einem reinen Instrument der kapitalistischen Klasse?

26. Apr 2012

Hollande siegt, Sarkozy vor dem Ende

Verfasst von

Diese Wahl in Frankreich ist ein klares Signal an die konservativ-liberale Mehrheit in Europa: Wenn die gegenwärtige Krise des Kapitalismus („Staatsschuldenkrise“) weiterhin mit Spardiktaten, Fiskalpakt und anderen repressiven Methoden „bekämpft“ bzw. gelöst werden soll, dann stehen nicht nur die derzeitigen rechten Regierungen vor dem Aus (siehe aktuell Niederlande und Tschechien), sondern dann wackelt vielleicht auch der Euro oder im Extremfall auch die ganze EU. Die drei Präsidentschaftskandidaten in Frankreich, die uneingeschränkt hinter der EU an sich stehen (Sarkozy, Hollande, Bayrou), haben zusammen gerade einmal 65 Prozent bekommen.

Das Ergebnis der 1. Runde, der wie immer eine Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten folgen wird, ist eine herbe Niederlage für den konservativen (gaullistischen) Amtsinhaber Sarkozy, der seit Wochen als Anhängsel von Angela Merkel unter dem Etikett „Merkozy“ firmiert. Er verlor 4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2007, was u. a. auch an seinem engen Bündnis mit Merkel und der damit verbundenen Spardiktatpolitik zu tun haben dürfte. Werner Pirker meint: „Frankreichs Wählerschaft, so meinen es jedenfalls Kenner französischer Befindlichkeiten zu wissen, hat in ihrer Mehrheit genug von diesem Präsidenten, von seinem Aktionismus, seiner sozialen Kälte, seinem halbstarken Gehabe, seiner großen Klappe, kurz: von der Aura der Peinlichkeit, die ihn stets umgab.“ Wie die Umfragen schon angedeutet haben, lag sein sozialistischer Herausforderer knapp vor ihm und konnte das Ergebnis der Sozialisten von 2007 (damals kandidierte Ségolène Royal) um 2,8 Prozent verbessern.

Überraschender war das sehr gute Abschneiden der Rechtsextremistin Marie Le Pen, die mit 17,9 Prozent klar vor dem Kandidaten der Linksfront, Jean-Luc Mélenchon (11,11 Prozent), lag. Ihre Wähler werden nun von den beiden Herausforderern begehrt. Aus meiner Sicht ist es aber für Sarkozy aussichtslos, diese Wähler für sich zu gewinnen. Le Pen wird von meist jungen, gesellschaftlich marginalisierten und weniger gebildeten Wählern im ländlichen Raum gewählt. Viele sind Protestwähler, die als politisch rechts Denkende Sarkozy einen Denkzettel verpassen wollten. Warum sollen diese im 2. Wahlgang Sarkozy wählen, wenn sie so frustriert über ihn sind? Sie werden auch nicht in Scharen zu Hollande wandern, sondern sich vielfach wahrscheinlich in Wahlenthaltung üben. Einige könnten trotzdem zum Sozialisten tendieren – Christophe Guilluy (Soziologe) meint, dass die Linke in Frankreich wohl die soziale Frage aus dem Auge verloren hat und deshalb die Nationalisten von Le Pen mit sozialen Themen punkten kann. Dies wäre auch eine Erklärung, warum der vielfach umjubelte Mélenchon trotz guter Umfragewerte bei elf Prozent hängen blieb.

Bemerkenswert ist auch das Einbrechen des liberalen Zentristen Bayrou, der im Vergleich zu 2007 über neun Prozent verlor. Trotzdem sollte er mehr Beachtung finden, diese neun Prozent der Wähler können durchaus relevant sein für die Stichwahl, wenn sie komplett zu Sarkozy „wandern“. Wobei die Chancen von Hollande trotzdem viel besser sind, da das linke Lager (zumindest die Linksfront und die Grünen) geschlossen hinter ihm steht. Die Grünen erreichten wieder nur wenig (2,3 Prozent), die Trotzkisten von der NPA (1,2 Prozent) und Lutte ouvrière (0,6 Prozent) kommen mit ihrem Sonderweg auch auf keinen grünen Zweig. Aber auch die Wähler der Trotzkisten werden, wenn sie überhaupt im 2. Wahlgang wählen, eher zu Hollande tendieren, der in Umfragen mit bis zu 56 Prozent gehandelt wird.

Fazit: Sollte Hollande wirklich gewählt werden und sein Wahlprogramm nicht zu hundert Prozent in den Papierkorb werfen, könnte es wieder zu einem linken Aufbruch in Europa kommen. In den Niederlanden ist die liberal-konservative Minderheitsregierung mit ihren Sparbemühungen am Rechtspopulisten Wilders gescheitert, in Tschechien wackelt die Regierung ebenfalls und in beiden Ländern gibt es Anzeichen für einen (linken) Regierungswechsel. Das wird den Kapitalgruppen nicht gefallen, mal sehen, wie sie auf linke Angriffe auf ihre Privilegien reagieren.

 

Das Ergebnis der 1. Runde:

Kandidat Ergebnis in Prozent Vgl. 2007 (bezogen auf Partei)
François Hollande
Parti socialiste

28,63 %

+2,76 %

Nicolas Sarkozy
Union pour un mouvement populaire

27,18 %

-4,0 %

Marine Le Pen
Front National

17,90 %

+7,46 %

Jean-Luc Mélenchon
Front de gauche

11,11 %

+9,18 %

François Bayrou
Mouvement démocrate

9,13 %

-9,44 %

Eva Joly
Europe Écologie-Les Verts

2,31 %

+0,74 %

Nicolas Dupont-Aignan
Debout la République

1,79 %

+1,79 %

Philippe Poutou
Nouveau parti anticapitaliste

1,15 %

-2,93 %

Nathalie Arthaud
Lutte ouvrière

0,56 %

-0,77 %

Jacques Cheminade
Solidarité et Progrès

0,25 %

+0,25 %

 

Weitere Quellen:

Der Standard

www.stern.de/

Junge Welt

Wikipedia

Pierre Lévy