Museumsbesuch

Vor ein paar Wochen habe ich zusammen mit meinem lieben Kommilitonen und guten Freund Max das Kunstmuseum Moritzburg  in Halle (Saale) besucht. Wir hatten dort wirklich eine sehr schöne, ruhige und vor allem inspirierende Zeit. Als Erinnerung an unseren gemeinsamen Besuch hat Max ein Foto von mir illustriert, welches er dort von mir gemacht hat. Das Bild ist unglaublich hübsch geworden und ich freue mich sehr darüber.

 Max auf Instagram: @max_imus_ und @maximal_art

Not here for this bullshit!

„Mittlerweile sitzen Abgeordnete in diesem Haus, die kann ich nicht anders bezeichnen als als Rassisten. […] Wenn Sie die Nummer des Ausstiegstelefons für Neonazis brauchen – ich kann sie Ihnen gerne zur Verfügung stellen.“

EXIT-Deutschland ist eine Initiative, die Menschen hilft, die mit dem Rechtsextremismus brechen und sich ein neues Leben aufbauen wollen.
„Es geht es uns darum, dass die Freiheit und die Würde jedes Menschen, Gleichwertigkeit und Respekt sowie Leben und Gesundheit in den Mittelpunkt gesellschaftlichen Handelns gestellt werden. Wir grenzen nicht aus. Freiheitsfeindliche Ideologien und Verhaltensweisen, die diese Vorstellung verwerfen, weisen wir mit Wort und Tat zurück.“

Wir führen persönliche Gespräche und besuchen Aussteigende auch, sofern möglich, in Gefängnissen. Eine Kontaktaufnahme ist möglich über Telefon, E-Mail, SMS und Briefe:
Mail:  info@exit-deutschland.de
Telefon: +49 (0) 30 23489328

How To: Deal With A Bad Day

Der 20. Februar 2018 war einfach nicht mein Tag… Ich bin schon mit schlimmen Kopfschmerzen aufgewacht und konnte mich deshalb den ganzen Tag nicht konzentrieren. Auch wenn es wirklich schwer fällt, versuche ich trotzdem auch aus solchen Momenten das Beste herauszuholen. Als Inspiration kam da heute dieses neue Video von Jenn Im wie gerufen!

Was machst du so, wenn du mal einen „schlechten Tag“ hast? Bestimmt können wir uns da einiges voneinander abschauen.

Netzkünstlerinnen 2.0

Museum der bildenden Künste Leipzig:
Virtual Normality – Netzkünstlerinnen 2.0 (12.01.-08.04.18)

Netzkünstlerinnen 2.0 arbeiten mit den Möglichkeiten und Einschränkungen der Sozialen Medien. Sie hinterfragen Schönheitsideale und weibliche Rollenklischees, die über die Aufmerksamkeitsökonomie der Sozialen Medien zum Maßstab geworden sind.

Das Internet und die Sozialen Medien haben es möglich gemacht, dass sich eine neue Generation weiblicher Künstlerinnen miteinander vernetzt und sich Gehör verschafft. In den Medien werden sie Tumblr-Star, Instagram-Künstlerin oder Webcam-Prinzessin genannt, sie selbst bezeichnen sich als Reality Artist (Signe Pierce), Instagram-Model (Leah Schrager) und Online-Exhibitionistin (Molly Soda). Sie nutzen Smartphones, Tablets und Computer, um ihre Werke zu teilen und live in den Sozialen Medien zu senden, von wo aus diese sich oft viral im Internet verbreiten.

Netzkünstlerinnen 2.0 übertragen ihr Leben, spielen Charaktere, schaffen ein Alter Ego, schlüpfen in Rollen und führen so Stereotype, Klischees und Archetypen vor Augen. Sie verwischen bewusst die Grenzen zwischen Kunst und Leben – manchmal bis zur Unkenntlichkeit. Beim Zuschauer lösen sie Unbehagen aus, wenn sie kritisch wie Arvida Byström und Molly Soda über Schönheitsideale reflektieren und Unbequemes wie ihre Periode und Körperhaare zeigen.

Die Ausstellung widmet sich dem weiblichen Blick im Zeitalter digitaler Inszenierung. Mit jeder Welle des Feminismus und mit jeder Generation ändern sich die Prioritäten und Medien und mit den Medien die Themen und Möglichkeiten. Durch das Internet und die Sozialen Medien wurde die Debatte um Sexualität und Identität neu entfacht, Netzkünstlerinnen antworten mit einer hyperfemininen Ästhetik, sie geben sich aggressiv feminin oder mädchenhaft niedlich; ihre Farben sind Pink, Lila und Neon.

Die ausgestellten Künstlerinnen reflektieren die weibliche Perspektive auf Sexualität, Identität und Weiblichkeit im digitalen Zeitalter. Ihr Material ist ihr Körper, die Realität und ihr Alltag, ihre Stilmittel sind Humor, Ironie, Groteske und Übertreibung. Signe Pierce und Leah Schrager spielen über die Kunst der Verführung mit dem männlichen Blick. Nakeya Brown thematisiert die politische Dimension von Haaren. Stephanie Sarley nimmt der weiblichen Sexualität das Obszöne und Verwerfliche, während Molly Soda und Arvida Byström die Diskussion über Schönheitsideale forcieren. Denn in den Sozialen Medien ist es der weibliche Körper, der strenger kontrolliert und zensiert wird.

In einer idealen Welt würden Frauen nicht beschimpft und diskriminiert, sie müssten sich nicht schämen, wenn sie von der Norm abweichen und zu ihrer Sexualität stehen. Netzkünstlerinnen 2.0 zeigen, wie es ist, wenn man zu sich steht.

Die teilnehmenden Künstlerinnen: Signe Pierce, Molly Soda, Leah Schrager, Refrakt, Nicole Ruggiero, Stephanie Sarley, Arvida Byström, Nakeya Brown, Juno Calypso, Izumi Miyazaki und La Turbo Avedon.

Teil der Ausstellung war dieses Video „American Reflexxx“ von Signe Pierce:

„American Reflexxx is a short film documenting a social experiment that took place in Myrtle Beach, South Carolina. Director Alli Coates captured performance artist Signe Pierce as she strutted down a busy oceanside street in stripper garb and a reflective mask. The pair agreed not to communicate until the experiment was completed, but never anticipated the horror that would unfold in under an hour. The result is a heart wrenching technicolor spectacle that raises questions about gender perception, mob mentality, and violence in America.“

Überall & Nirgends

Meine Rezension zur Produktion  „Überall & Nirgends“, Puppentheater Halle

Jeder Mensch „sammelt“ zu Lebzeiten Beziehungen, Emotionen, Gedanken – am Ende unzählige Erinnerungen. Daraus strickt man sich selbst im metaphorischen Sinne einen langen, bunten, einzigartigen Lebensschal. So ein Leben verläuft nie linear und eine Sicherheit für den Ausgang gibt es auch nicht…
„War ich schon, bevor’s mich gab? Gab’s mich schon, bevor ich war? Ich laufe auf der Erde auf und ab und Ende, das ist absehbar, als Asche oder als Gebein tief im Grab. Dann kehr ich wieder dorthin, wo ich war, zurück nach wo ich mich befand, bevor mein Sein ich noch verstand und jemand wurde oder jemand war.“ Kaum einer spricht über diese Fragen, die Autorin Bette Westera in ihrem Gedichtband treffend formuliert. Tod, Abschied, die eigene und fremde Existenz werden immer mehr zum Tabuthema. Trotzdem schafft es das gesamte Team der Produktion „Irgendwo & Nirgends“ (Regie Ania Michaelis) diese schwere Kost unglaublich liebevoll und behutsam zu behandeln. Genau richtig für Jung UND Alt. Ein eher abstraktes Bühnenbild (Angela Baumgart), welches gekonnt mit Symbolik und Raum spielt, geht Hand in Hand mit den zwei außerirdisch, doch gar nicht fremd wirkendenden Charakteren des Erinnerungsinstiuts (grandios verkörpert durch Franziska Rattay und Nico Parisius). Das stimmige Gesamtpaket spricht dafür, dass es hier um ein wichtiges Anliegen geht, bei dem alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das Stück vermittelt dem Zuschauer vieles. Abschied nehmen ist immer schmerzvoll, besonders für diejenigen, die zurückbleiben. Aber: Nicht nur das Leben, sondern auch der Tod ist eine Reise auf die wir mit Zuversicht, in Dankbarkeit und ohne Angst gehen sollten. Definitiv sehenswert!

Fotos: Anna Kolata