{"id":483,"date":"2019-07-03T20:56:32","date_gmt":"2019-07-03T18:56:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/?p=483"},"modified":"2019-08-22T11:00:14","modified_gmt":"2019-08-22T09:00:14","slug":"sophie-eine-zeitreise-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/2019\/07\/sophie-eine-zeitreise-2\/","title":{"rendered":"Sophie: Eine Zeitreise"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"483\" class=\"elementor elementor-483\" data-elementor-settings=\"[]\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-inner\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-section-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-f9752e8 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"f9752e8\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-row\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-1795781\" data-id=\"1795781\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-column-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-b07a2ab elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"b07a2ab\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-image\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/files\/2019\/07\/IMG_4777E8A2B5F9-1.jpeg\" data-elementor-open-lightbox=\"yes\" data-elementor-lightbox-title=\"Sophie - IMG_4777E8A2B5F9-1\">\n\t\t\t\t\t\t\t<img width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/files\/2019\/07\/IMG_4777E8A2B5F9-1.jpeg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/files\/2019\/07\/IMG_4777E8A2B5F9-1.jpeg 1000w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/files\/2019\/07\/IMG_4777E8A2B5F9-1-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/files\/2019\/07\/IMG_4777E8A2B5F9-1-768x576.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-a9ea1a1 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"a9ea1a1\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-row\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-0057043\" data-id=\"0057043\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-column-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-ab24880 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"ab24880\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-text-editor elementor-clearfix\"><p>Die Exkursion nach Sarajevo, Jajce und Banja Luka im Rahmen des Kurses \u201eWelche Rolle spielt das Erbe von Titos Jugoslawien im heutigen Bosnien und Herzegowina?\u201c sollte uns die M\u00f6glichkeit geben, \u00fcber das Land mehr zu erfahren, mit dortigen Studenten in Kontakt zu treten, Museen und besondere Orten zu besuchen aber auch durch Interviews von einigen ausgew\u00e4hlten Pers\u00f6nlichkeiten Meinungen und Erlebnisse zu erfahren. Dabei sollten diese Erfahrungen dazu beitragen die Rolle des Erbes Titos in diesem Land zu er\u00f6rtern.<\/p><p>Die Person, die ich gemeinsam mit weiteren 4 Studierenden aus Sarajevo und Novi Sad zum Interviewen w\u00e4hlte, ist der in \u010cajni\u010de geborene Fotograf Milomir Kova\u010devi\u0107. Kova\u010devi\u0107 ist \u00fcber seine Heimatgrenzen durch die Bilder, die er w\u00e4hrend der vierj\u00e4hrigen Belagerung der Stadt Sarajevo von 1992 bis 1996 machte, bekannt. Unter anderem fotografierte er Kinder, wie sie w\u00e4hrend des Krieges unter schwierigen Lebensbedingungen lebten und wie sie trotz dieser Bedingungen spielten und sich vergn\u00fcgten. In anderen Bildern hielt er die Musikszene w\u00e4hrend dieser Belagerungszeit fest. F\u00fcr seine Bilder inspirierten ihn jedoch nicht nur die Menschen in ihrem Alltag. Als jemand, der seit seiner Kindheit mit Tito und seiner Ideologie des Zusammenlebens im ehemaligen Jugoslawien indoktriniert wurde, versuchte er den Wandel dieser Zeit in Bezug auf die Haltung gegen\u00fcber Tito in seinen Bildern zu bearbeiten. Hierf\u00fcr fotografierte er in Ruinen von Geb\u00e4uden, welche Spuren der Krieg auf Titos Portraits hinterlassen hat, die noch vor dem Krieg staatlich \u201egesch\u00fctzt\u201c und allgegenw\u00e4rtig als Symbol Jugoslawiens waren. Die Figur Titos in unz\u00e4hligen Portraits sollte von ihm dann sp\u00e4ter in der Fotoserie \u201eTito in War\u201c dargestellt werden.<\/p><p>F\u00fcr eine Ausstellung ist Milomir Kova\u010devi\u0107, genannt Stra\u0161ni, aus seiner Wahlheimat Paris gekommen und wir k\u00f6nnen ihn in einem gem\u00fctlichen Tee-Laden in Sarajevo interviewen. Am Anfang des Interviews fragt uns Milomir Kova\u010devi\u0107 nach einigen aus Deutschland stammenden Musikern, die keinem von uns bekannt waren. Jetzt fragen wir ihn, wie er sich an die Periode mit Tito erinnert und warum er sich genau f\u00fcr dieses Motiv in seinen Fotografien entschied.\u00a0<\/p><p>Die Antwort auf diese Frage sollte zun\u00e4chst mit seiner Erz\u00e4hlung, wie er aufwuchs, anfangen. Er nimmt uns auf eine interessante Zeitreise mit.\u00a0Wir erfahren dabei, dass Milomir Kova\u010devi\u0107 in Titos Zeit geboren wurde und aufgewachsen ist. Sein ganzes Leben wurde er mit der Idee des einheitlichen Jugoslawiens erzogen und ausgebildet. Dazu z\u00e4hlten Br\u00fcderlichkeit und Zusammengeh\u00f6rigkeit. Tito war f\u00fcr ihn ein Symbol dessen, was sie hatten und ein Anf\u00fchrer.<\/p><p>Erst als Pionier dann als kommunistischer Jugendlicher war er schon in jungen Jahren sehr aktiv und musste dort einen Eid leisten. F\u00fcr die Exkursionen oder die Treffen der Fotoclubs ist er sehr viel durch Jugoslawien gereist. Als Kinder und Jugendliche waren er und seines Gleichen im Geiste demzufolge so erzogen, dass sie alle Br\u00fcder und Freunde waren, dass sie sich lieben und m\u00f6gen sollten und sie auch etwas Neues aufbauen sollten.\u00a0<\/p><p>Die Fotografie hat er sehr gemocht und hat sich deshalb damit sehr gerne besch\u00e4ftigt. Mit Dankbarkeit erz\u00e4hlt er ebenso davon, dass ihm und seiner Gruppe von Gleichgesinnten die Stadt gen\u00fcgend Raum zur Verf\u00fcgung stellte, damit sie ihrem Hobby unbeschwert nachgehen konnten. Ohne diese Unterst\u00fctzung w\u00e4re er als Fotograf nicht soweit gekommen.\u00a0<\/p><p>Milomir Kova\u010devi\u0107 erz\u00e4hlt uns \u201eIch muss auch sagen, dass ich jetzt nicht so sehr ideologisch gepr\u00e4gt in Jugoslawien war. Ich lebte das normalste Leben, das man in Jugoslawien leben konnte\u201c und er spricht auch davon, dass es eine Zeit war, in der nicht nach nationaler Zugeh\u00f6rigkeit unterschieden wurde. Es war eher der Fall, dass man jemanden als Anh\u00e4nger von Punk oder Rock unterschied, jedoch die Menschen nach ihrem Charakter sch\u00e4tzte und nicht nach ihrer Nationalit\u00e4t. Gerne f\u00fcgt er hinzu, dass es mit Tito anders war als heute, zwar nicht perfekt aber vergleichsweise besser. Er spricht von der damaligen M\u00f6glichkeit zu reisen und der Sicherheit. So sagt er, dass diese Zeit nicht nur etwas Besonderes f\u00fcr ihn war, sondern auch etwas, dass sich nie wieder wiederholen kann. Dabei erw\u00e4hnt er die Freiheit, die Gleichheit und die Menschenrechte. Er spricht nicht nur das Gute, sondern auch das Schlechte dieser Zeit an z.B., dass f\u00fcr religi\u00f6se Menschen der Posten als Parteisekret\u00e4r verwehrt wurde, was sich allerdings bis heute nicht ver\u00e4ndert hat. Milomir Kova\u010devi\u0107 sagt jedoch auch, dass er sich damals nicht sehr f\u00fcr die Politik interessierte und sich eher um seine Arbeiten k\u00fcmmerte.<\/p><p>Er spricht auch von seiner Familie. Sein Vater hatte ihm und seinen Geschwistern &#8211; dank seiner Arbeit &#8211; die M\u00f6glichkeit einer guten Bildung geben k\u00f6nnen und zur gleichen Zeit noch ein Haus bauen k\u00f6nnen.\u00a0<\/p><p>Dies sei heute nicht mehr m\u00f6glich, da man nur im damaligen System vieles ohne Bezahlen wie Kranken- und Sozialversicherung und die Ausbildung f\u00fcr Kinder erreichen konnte. Weiterhin konnten damals die Kinder nicht verm\u00f6gender Familien kostenfrei in besonderen Einrichtungen Urlaub machen. Die Philosophie des damaligen Staates war, \u201edass alle Menschen aus unterschiedlichen Landesteilen zusammenkommen, es sei denn, sie waren Nationalisten oder verachteten andere V\u00f6lker und dies auch laut verk\u00fcndeten sowie gewiss diejenigen, die im Zweiten Weltkrieg auf der Verliererseite waren. Diese mussten das Land verlassen.\u201c<\/p><p>Milomir Kova\u010devi\u0107 spricht in seinen Schilderungen ebenfalls die Befreiung Sarajevos im Jahr 1945 an. So sagt er, dass diese am 6. April gefeiert wird und 1989 ging er selbst mit den Pionieren auf einen Ausflug. Dort sah man, was Kinder der letzten Generation, die vor etwa 30 Jahren in diesem jugoslawischen Geiste erzogen wurde, zeichneten. Am 29. November desselben Jahres wurde das erste Mal der Tag der Republik Jugoslawiens nicht gefeiert. In seiner Fotoserie unter dem Namen \u201e29. November\u201c sind jedoch viele Leute zu sehen, die entweder aus Gewohnheit oder aus Liebe und Hochachtung zum ehemaligen Pr\u00e4sidenten nach wie vor Titos und sozialistische Bilder in die Schaufenster stellten.<\/p><p>W\u00e4hrend seiner ausf\u00fchrlichen Erz\u00e4hlungen ist es unverkennbar, dass Milomir Kova\u010devi\u0107 von Tito schw\u00e4rmt. Seine Erz\u00e4hlungen sind sehr interessant und informativ und uns wird klar, welche Gr\u00fcnde ihn zur Fotoserie \u201eTito in War\u201c bewegten. <br \/>Trotz der Sprachbarriere war Milomir Kova\u010devi\u0107 mit seiner Art sehr angenehm. F\u00fcr uns hatte er auch ein paar Kataloge von seinen Serien als Anschauungsmaterial mitgebracht, um seine Erz\u00e4hlungen zu illustrieren.<\/p><p>Anschlie\u00dfend sind wir gemeinsam zu einem nahegelegenen Restaurant gegangen und haben gemeinsam gespeist. W\u00e4hrenddessen und noch Tage danach, besch\u00e4ftigten uns weiterhin die Bilder, die sich dank seiner Erz\u00e4hlungen in unseren K\u00f6pfen eingepr\u00e4gt hatten.\u00a0<\/p><p>Wir sagen Danke, dass wir diese kurze Zeitreise mit Ihnen, Milomir Kova\u010devi\u0107, machen durften.<\/p><\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Exkursion nach Sarajevo, Jajce und Banja Luka im Rahmen des Kurses \u201eWelche Rolle spielt das Erbe von Titos Jugoslawien im heutigen Bosnien und Herzegowina?\u201c sollte uns die M\u00f6glichkeit geben, \u00fcber das Land mehr zu erfahren, mit dortigen Studenten in Kontakt zu treten, Museen und besondere Orten zu besuchen aber auch durch Interviews von einigen ausgew\u00e4hlten Pers\u00f6nlichkeiten Meinungen und Erlebnisse zu erfahren. Dabei sollten diese Erfahrungen dazu beitragen die Rolle des Erbes Titos in diesem Land zu er\u00f6rtern. <a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/2019\/07\/sophie-eine-zeitreise-2\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4204,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,6,10],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/483"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4204"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=483"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/483\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":659,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/483\/revisions\/659"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=483"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=483"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/bosnienfahrt2019\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=483"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}