{"id":310,"date":"2017-04-28T10:09:27","date_gmt":"2017-04-28T08:09:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/?p=310"},"modified":"2017-05-03T09:07:58","modified_gmt":"2017-05-03T07:07:58","slug":"310","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/2017\/04\/310\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p><strong>Geburtenabst\u00e4nde<\/strong><\/p>\n<p>Sie stellen im Prinzip den Kehrwert der Fruchtbarkeitsrate FR zwischen der ersten und der letzten Geburt dar und zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine auch f\u00fcr den Laien leicht zu vermittelnde Gr\u00f6\u00dfe zur Bezeichnung der Fruchtbarkeit sind. Eine Gesamtfruchtbarkeit TMFR (Total Marital Fertility Rate) von 8 entspricht also bei einem Durchschnittsalter bei der letzten Geburt von 40 Jahren einem Geburtenabstand von 30 Monaten, um ein f\u00fcr Norddeutschland im 18. Jahrhundert typisches Beispiel zu nennen. Bei einer TMFR von 10 betr\u00e4gt dieser dagegen nur noch 2 Jahre, so historisch in Teilen S\u00fcddeutschlands. Eine Gruppierung der Familien nach den tats\u00e4chlich gemessenen Abst\u00e4nden zwischen den Geburten oder nach sozialen Kriterien kann Hinweise auf bestimmte Fertilit\u00e4tsmuster geben. Allerdings sind gerade solche Ergebnisse nur schwer interpretierbar. Ohnehin sind eindeutige Beweise f\u00fcr eine willentliche Beeinflussung der Anzahl der Nachkommen nur dann zu erbringen, wenn eine Verschiebung des Fertilit\u00e4tsmusters mit einer Verringerung der FR im h\u00f6herem Alter oder bei l\u00e4ngerer Ehedauer zu belegen ist, nicht auf dem Umweg \u00fcber Geburtenabst\u00e4nde, die zwar unter den heute in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern vorherrschenden physiologischen Bedingungen unnat\u00fcrlich lang erscheinen, deshalb allein aber noch nicht als Beweis f\u00fcr willentliche Geburtenkontrolle dienen k\u00f6nnen. Allerdings wird in der neueren Forschungsdiskussion versucht, aus der zu engen Begrenzung des Blicks auf \u201eStopping\u201c herauszukommen und erneut nach Spuren von willentlicher Geburtenkontrolle im \u201eSpacing\u201c zu suchen. Kulturelle Praktiken und insbesondere das Stillverhalten mit seinen fertilit\u00e4tsmindernden Effekten, herrschten in diesem Bereich aber vor, so dass sich eine erhebliche Bandbreite von \u201enat\u00fcrlichen\u201c Intervallen ergibt. Insofern kann eine apriorische Einteilung der Geburtenintervalle in geburtenbeschr\u00e4nkende einerseits und nat\u00fcrliche andererseits als vom Ansatz her verfehlt angesehen werden. Hingegen kann die Intervallanalyse im Zusammenhang mit der S\u00e4uglingssterblichkeit als Hilfsmittel zur Einsch\u00e4tzung der Stilldauer benutzt werden. (<a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/2017\/04\/quellen-und-methoden-der-historischen-bevoelkerungsforschung-historische-demographie-von-rolf-gehrmann\/\">Gehrmann<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geburtenabst\u00e4nde Sie stellen im Prinzip den Kehrwert der Fruchtbarkeitsrate FR zwischen der ersten und der letzten Geburt dar und zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine auch f\u00fcr den Laien leicht zu vermittelnde Gr\u00f6\u00dfe zur Bezeichnung der Fruchtbarkeit sind. Eine &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/2017\/04\/310\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3010,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[249],"tags":[229],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/310"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3010"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=310"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/310\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":526,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/310\/revisions\/526"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=310"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=310"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/demografie\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=310"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}