{"id":266,"date":"2026-07-03T15:26:26","date_gmt":"2026-07-03T13:26:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/?p=266"},"modified":"2026-07-29T11:14:14","modified_gmt":"2026-07-29T09:14:14","slug":"untergang-der-ehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/2026\/07\/untergang-der-ehe\/","title":{"rendered":"Untergang der Ehe"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-block-column\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Von <span class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Alice R\u00fchle-Gerstel<\/span>, in: Jg. 6, 1930, Nr. 24<\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Die Grundstruktur der Ehe ist: der Mann als Ern\u00e4hrer von Frau und Kindern, die Frau als Verwalterin des Hauses, Bettgef\u00e4hrtin und Mutter. Aus dieser Grundstruktur hat sich die Psychologie der Eheleute entfaltet. Der Mann sucht und findet in der Ehe das Podium, auf dem er sein Selbstgef\u00fchl errichten kann. Die Frau sucht und findet in ihr den Anschlu\u00df an das Leben, den die m\u00e4nnlich orientierte<br>Gesellschaft und Moral direkt ihr nicht zubilligt. Mann und Frau, oben und unten, verzinkt ineinander mit der stumpfen, zuverl\u00e4ssigen Dichtigkeit von Schraube und Schraubenmutter\u2026 So ist die Ehe<br>gemeint gewesen als Humus und zugleich Gew\u00e4chs der b\u00fcrgerlichen M\u00e4nnerkultur. Und wir wollen uns eingestehen, da\u00df sie auch heute noch in den allermeisten F\u00e4llen so gemeint ist und so funktioniert, trotz etlicher Unstimmigkeiten. Zwar gibt es in Deutschland etwa vier Millionen berufst\u00e4tiger Ehefrauen, deren Ehe also soziologisch schon unter einem anderen Gesetz zu stehen scheint. Aber nur scheint.<\/span><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154308.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1009\" width=\"299\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154308.png 432w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154308-300x229.png 300w\" sizes=\"(max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/><figcaption>Originalwerbung d. Ausgabe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Solange das Einzelpaar Versorger der Kinder bleibt, bleibt auch der Einzelmann, zumindest prinzipiell, der \u201eObere\u201c. Denn auch die berufst\u00e4tige Frau ist f\u00fcr die Zeit der Schwangerschaft und<br>S\u00e4uglingsaufzucht zum gr\u00f6\u00dften Teil der materiellen Obsorge des Mannes anheimgestellt. Nur die grunds\u00e4tzliche Trennung von Ehe und Elternschaft \u2014 die durchaus keine pers\u00f6nliche Trennung mit<br>sich zu bringen braucht \u2014 kann an den Tag f\u00f6rdern, wie es mit der rein seelisch-k\u00f6rperlichen Beziehung zwischen Mann und Frau \u201eeigentlich\u201c bewandt ist. Erst wenn in einer anders organisierten<br>Gesellschaft auch die Elternschaft \u201e\u00d6ffentlich gemacht\u201c wird, kann vom gleichen Start aus wie der Mann die dann entlastete Frau zur Ehe wirklich Stellung nehmen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"430\" height=\"318\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154339.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1014\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154339.png 430w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154339-300x222.png 300w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><figcaption>Originalwerbung d. Ausgabe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">[\u2026] Wir m\u00fcssen, jeder einzeln, zur Ehe als gegebener Mann-Weib-Beziehung Stellung nehmen. Wir<br>k\u00f6nnen dies freilich auch, indem wir die Ehe vermeiden. Nur ist diese Stellungnahme meist \u00fcberzahlt.<br>Deshalb sehen wir immer wieder auch jene Menschen sich zur Ehe entschlie\u00dfen, die die Ehe gerade<br>wegen ihrer sozialen Verstricktheiten prinzipiell ablehnen. Wenn man die Verquicktheit mit der<br>Elternschaft einmal aus dem Auge l\u00e4\u00dft, wenn man auch an Ehen denkt, bei denen die \u00fcbliche \u201eOben<br>Unten\u201c- Akzentuierung sehr wenig oder gar nicht mehr betont ist, bleibt doch als \u201eEhe\u201c etwas<br>Heutiges \u00fcbrig: ein auf Dauer zugeschnittenes Zusammenleben zweier Menschen, Zusammenleben<br>unter bestimmten Normen, zu denen meist auch der Trauschein geh\u00f6ren wird, Zusammenleben mit<br>gemeinsamem Haushalt, der Haushalt bleibt, auch wenn er noch so rationell betrieben. wird,<br>Zusammenleben in jener Lebensenge, die zwei Menschen in eine unwiederholbare Ausschlie\u00dflichkeit<br>zueinanderstellt und sie allen anderen Menschen abwendig macht, mag auch die pers\u00f6nliche Freiheit,<br>die man sich nimmt oder einander einr\u00e4umt, noch so gro\u00df sein; es bleibt ein privates Verh\u00e4ltnis, das privateste, das unsere Privatkultur eingerichtet hat. Und die Menschen sind eben auch so privat, da\u00df sie ohne Dauerbesitz wenigstens eines einzigen Privatmenschen seelisch nicht auskommen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"484\" height=\"150\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-160309.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1016\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-160309.png 484w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-160309-300x93.png 300w\" sizes=\"(max-width: 484px) 100vw, 484px\" \/><figcaption>Originalwerbung d. Ausgabe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Sucht der Mann auch nicht mehr in der Ehe eine Trib\u00fcne seines Selbstgef\u00fchls (aber auch das sucht er noch!), sucht die selbst\u00e4ndiger gewordene Frau nicht mehr den sonst versagten Anschlu\u00df an das Leben<br>\u2014 sie beide suchen Erf\u00fcllung der sonst unerf\u00fcllbaren, ja oft schon unfa\u00dfbaren W\u00fcnsche nach Oeffentlichkeit, nach Geltung, Selbstbest\u00e4tigung. Sie suchen sie unbewu\u00dft gerade in der Ehe, das hei\u00dft<br>am allerfalschesten Platz, weil es ja der un\u00f6ffentlichste ist; sie suchen dies alles in der Ehe, weil die \u00fcbrigen Bezirke des Lebens voll Gefahren sind und voll Langeweile.<\/span><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"234\" height=\"478\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-160241.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1020\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-160241.png 234w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-160241-147x300.png 147w\" sizes=\"(max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><figcaption>Originalwerbung d. Ausgabe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Wo ist denn eine Oeffentlichkeit, f\u00fcr die es sich lohnte, sein Gesicht herzuzeigen? Wo ist denn eine Gemeinschaft, die es wert w\u00e4re, da\u00df man der s\u00fc\u00dfen Privatheit zu Zweien entsagt? (S\u00fc\u00df noch in der strindbergischsten Bitterkeit!) Die Welt um uns ist sehr leer f\u00fcr den einzelnen, es ist schwer f\u00fcr<br>Schwachm\u00fctige, abends allein in eine Privatwohnung schlafen zu gehen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Also w\u00e4re die Ehe ganz recht am Ort, als Kompensationsplatz f\u00fcr Weltfremde? Und es bliebe zu fragen, warum sie denn nicht funktioniert, warum sie zum Problem wird, so da\u00df Hunderte von B\u00fcchern \u00fcber ihre F\u00fchrung, Versch\u00f6nerung, Errettung oder aber das Gegenteil geschrieben und gelesen werden m\u00fcssen? Ich glaube, das Hauptspannungsmoment zwischen den Ehepartnern sitzt dort,<br>wo es um den Gleichheitsanspruch geht. Fr\u00fcher war die Ehe, so paradox dies klingt, nicht so sehr in die Privatheit eingetaucht, wiewohl andererseits die \u201eWelt\u201c lange nicht so \u00f6ffentlich war wie heute.<br>Mit der zunehmenden Individualisierung der Institutionen und der Personen w\u00e4chst das Unbehagen und das K\u00e4ltegef\u00fchl. Der Mann ist l\u00e4ngst durchindividualisiert. Aber die Frau ist noch auf dem Marsch zur Pers\u00f6nlichkeit und dadurch ist in der Ehe Zugluft entstanden. Zuerst hat die Frau die Stufe der beruflichen Gleichberechtigung erklettert. Dann erwarb sie den Pers\u00f6nlichkeitsboden im \u00d6ffentlichen Leben. Diese Frau, auf einen Begriff zusammengepre\u00dft, war der Ehe abhold; deshalb tritt das Problem<br>der Gleichberechtigung in der Ehe bedeutend sp\u00e4ter auf. Und da zun\u00e4chst nur in Gestalt der Forderung nach einem Wandel im Ehe- und Familienrecht, nach gleichen Kompetenzen bei der Kindererziehung,<br>nach Beibehaltung des Namens und der Staatsb\u00fcrgerschaft, also nach der soziologischen Seite hin.<br>Und erst neuerdings ist die sexuelle Gleichberechtigung ein Problem geworden \u2014 nicht das alte liberale Problem der \u201edoppelten Moral\u201c, sondern das der Liebesf\u00fchrung. Alle Begl\u00fcckungsregeln f\u00fcr<br>Eheleute laufen doch immer auf die Bitte hinaus: lasset das Weib zu seiner sexuellen Individualit\u00e4t<br>aufsteigen! [\u2026]<\/span><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154251.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1022\" width=\"354\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154251.png 424w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154251-300x230.png 300w\" sizes=\"(max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><figcaption>Originalwerbung d. Ausgabe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Wenn auch alle Hemmnisse, als da sind Wohnungsfrage, Kinderfrage, Geldfrage,<br>Scheidungsgrundfrage usw., besiegt werden k\u00f6nnen, es bleibt immer noch eine andere Frage, deren L\u00f6sung unsere irrationale Angst uns von der Ehe erhoffen l\u00e4\u00dft: \u201eWer altert denn mit mir?\u201c Die Konflikte, Streite, Qualen, Trag\u00f6dien, ebenso wie die komischen kleinen Aerger und Besch\u00e4mungen in der Ehe entspringen allesamt der Lebensangst. Mi\u00dftrauen, Herrschsucht, Eifersucht, Besitzwahn, sexueller Egoismus \u2014 alles Aeu\u00dferungen der Lebensangst. Aber je st\u00e4rker die Lebensangst, desto st\u00e4rker auch ihr Korrelat, die Todesangst: \u201eWer bleibt bei mir, wenn ich sterben mu\u00df?\u201c<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Ich glaube, der allertiefste Sinn der Ehe ist, sich jemanden zum Altern zu halten!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">So ertragen die Menschen aus Todesangst alle Qualen der Lebensangst in ihren vielerlei ehelichen Formen. Und die Ehe heute ist das pr\u00e4gnanteste Beispiel f\u00fcr die Verstrickung dieser beiden Aengste.<br>Als privatestes Lebensgebiet gestattet sie die breiteste Auffaltung des neurotischen Charakters, dessen<br>gef\u00e4hrliche (lebensgef\u00e4hrliche) Auswirkung in den \u00f6ffentlicheren Bezirken doch eher noch korrigiert wird. Weil in der Ehe aber die Neurosen am ungeschorensten gedeihen, treiben sie auch am<br>deutlichsten an die Katastrophenwand der Entscheidung heran. Auch sozial gesehen, wird, so glaube ich, die Zertr\u00fcmmerung der Ehe viel mehr Mittelpunktswirkung haben, als man bisher glaubte \u2026 Die Anw\u00e4lte des Bisherigen wissen schon, warum sie die Eherechtsreform gar so wichtig nehmen! \u2014<\/span><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154616.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1026\" width=\"308\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154616.png 535w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154616-300x170.png 300w\" sizes=\"(max-width: 308px) 100vw, 308px\" \/><figcaption>Originalwerbung d. Ausgabe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Menschen ohne Lebensangst brauchen nicht die private Sph\u00e4re, wo sie in innigster Verzahnung ihre<br>Neurosen gegenseitig so schonen wie kompensieren! Menschen ohne Todesangst brauchen keinen<br>wohlsam zum Altern aufbehaltenen Einzelpartner! Aber solche Menschen sind erst ahnungsweise da.<br>Sie k\u00f6nnten dann auf die Ehe verzichten, zu h\u00f6heren Formen mitmenschlicher Beziehung<br>voranschreiten, etwa zu der, da\u00df jede Reifungsstufe des Lebens den passenden Lebenspartner w\u00e4hlt\u2026<br>doch hier konkret vorauszuplanen, w\u00e4re Spielerei. Wir k\u00f6nnen noch nicht einmal die Ehe, wie k\u00f6nnen<br>wir das zu kennen vermeinen, was dahinter liegen wird. Wir wissen nur: die Intensivierung der Ehe,<br>im b\u00f6sen Sinn der Flucht, der Wut, des Zweikampfes, verhei\u00dft ihren Untergang in voller Aufl\u00f6sung;<br>die Intensivierung der Ehe im guten Sinn der Kameradschaft, der Angstlosigkeit, des<\/span><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"232\" height=\"294\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/files\/2026\/07\/Screenshot-2026-07-28-154137-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1029\" \/><figcaption>Originalwerbung d. Ausgabe<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><span class=\"has-inline-color has-black-color\">Mitmenschentums verhei\u00dft ihren Untergang in h\u00f6heren Formen. Unsere Aufgabe ist es wohl, diesen<br>guten Schritt zum Untergang zu tun. Denn sonst sind wir dennoch dem Untergang verfallen, aber eben<br>dann nicht nur dem Untergang der Ehe, sondern dem des individuellen Gl\u00fccks, der individuellen<br>Lebensm\u00f6glichkeit \u00fcberhaupt. Im Fall der Ehe, so scheint mir, f\u00e4llt das Entwicklungshafte, N\u00fctzlich<br>Allgemeine mit dem Subjektiv-Begl\u00fcckenden zusammen. Der Untergang der Ehe ist vielleicht der<br>Aufgang der Menschlichkeit.<\/span><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<pre><span style=\"color: #999999\">Autor:inneninfo: <span style=\"color: #ff6600\">Alice R\u00fchle-Gerstel<\/span> war eine marxistische Psychologin und <br>Literaturkritikerin. Mit ihrem feministischen Werk \u201eDas Frauenproblem der Gegenwart. <br>Eine psychologische Bilanz\u201c (1932) war sie Simone de Beauvoirs \u201eDas andere <br>Geschlecht\u201c bereits 17 Jahre voraus. Ihr 1937\/38 ver\u00f6ffenlichte Roman \u201eDer Umbruch <br>oder Hanna und die Freiheit\u201c gilt als erster antiautorit\u00e4rer deutscher Roman einer Frau. <\/span><\/pre>\n\n\n\n<div style=\"height:180px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<pre><span style=\"color: #999999\">Die Ehe \u2013 ein romantisches Schicksal oder kleinhaltendes Konstrukt?<\/span><\/pre>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nGemeinschaft vor Ehe<br \/>\nDie Autorin wei\u00df: H\u00e4tten wir eine Gesellschaft, die auf Mitmenschlichkeit beruht, br\u00e4uchten wir die<br \/>\nEhe schon lange nicht mehr\u2026\n<\/div>\n<div class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/2026\/07\/untergang-der-ehe\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Untergang der Ehe&rdquo;<\/span>&hellip;<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":6583,"featured_media":1364,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/266"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6583"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=266"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/266\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1365,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/266\/revisions\/1365"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1364"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=266"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=266"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/dieliterarischewelt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}