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CfP: Workshop Kritisches Kartieren

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Workshop zum Kritischen Kartieren sozialer Wirklichkeiten – Neue Formen und Ansätze kartographischer Wissensproduktion

Karten sind machtvolle Zeichensysteme, die unsere Wahrnehmungen von Welt und unseren Umgang mit Umwelt im Alltag prägen. Kritische Kartograph*innen stellen diese Macht der Karte in Frage und arbeiten heraus, wie Karten als Instrumente zur Herstellung spezifischer sozialer Wirklichkeiten genutzt werden. Gleichzeitig lassen sich alternative und neue Formen und Ansätze kartographischer Wissensproduktion beobachten: Journalist*innen, Künstler*innen, Aktivist*innen und Kartograph*innen nutzen Karten schon seit langer Zeit dafür, neue, alternative und gegenhegemoniale Sichtbarkeiten und Weltbilder zu verhandeln. Dabei unterlaufen sie die tradierten Weisen kartographischer Weltbeschreibung, fordern deren Strategien der Weltaneignung heraus und entwickelt neue und andere Formen des Kartierens sozialer Wirklichkeiten.

Ein solches „Kritisches Kartieren“ kann als ein Versuch beschrieben werden, im Wissen um die soziale und politische Eingebundenheit von Karten eine reflexive kartographische Praxis zu entwickeln, in der mit neueren Ansätzen partizipativen, narrativen und digitalen Kartierens sowie mit alternativen Formen der Wissensvermittlung mittels Karten in Unterricht und Lehre experimentiert und gearbeitet wird.

Im Rahmen eines dreitägigen Workshops möchten wir unterschiedliche Perspektiven und Ansätze zusammenführen, die einerseits die Macht der Karten herausfordern und andererseits neue Formen kartographischer Wissensproduktion entwerfen. Hierbei interessieren wir uns besonders (aber nicht ausschließlich) für Einreichungen aus Kartographie, Kunst- und Designwissenschaften, Kulturwissenschaften, Geographie und benachbarten Feldern, die sich mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Kartographische Epistemologien
  • Künstlerisches Forschen und mapping
  • Critical GIS
  • Visualisierung qualitativer Geographien
  • Narrative Karten und narratives Kartieren
  • Partizipation und Teilhabe an kartographischen Wissensproduktionen
  • Place-based GIS und Platial GIS
  • kritische Wissensvermittlung mittels Karte in Unterricht, Lehre und Bildungsarbeit

Neben klassischen Paper-Präsentationen ist der Workshop offen für weitere, experimentelle und praktische Formate. Der Workshop wird vom 28.-30.04.2022 in Halle (Saale) stattfinden.  Wir freuen uns über Beitragsvorschläge im Umfang von ca. 250 Wörtern, die bis zum 20.12.2021 an boris.michel@geo.uni-halle.de und lea.bauer@uni-leipzig.de eingereicht werden. Die Rückmeldung zu den Einsendungen erfolgt bis zum 15.1.2022. Pablo Abend, Lea Bauer, Finn Dammann, Francis Harvey, Nora Küttel, Boris Michel

Neuerscheinung: Handbuch Kritisches Kartieren von Finn Dammann und Boris Michel

Karten erzählen Geschichten und formen unser räumliches Verständnis von Welt. Sowohl das Lesen als auch das Erstellen von Karten bedeutet, die Welt auf eine bestimmte Weise zu erzeugen, zu beschreiben und wahrzunehmen. Dahingehend hinterfragen kritische Kartograph*innen die Macht der Karte und eignen sich die Praxis der Kartographie an.

In über 20 Beiträgen stellen die Beiträger*innen des Handbuchs Kritisches Kartieren neue Methoden und theoretische Zugänge für kritische Kartierungen sozialer Wirklichkeiten vor und diskutieren Möglichkeiten einer anderen Kartographie für Forschung, Lehre und Aktivismus.

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5958-0/handbuch-kritisches-kartieren/