Ein Nachtrag zur „Diggi 17“ in Köln

“Der Beruf des Komponisten für Fahrstuhlmusik ist im Jahr 2017 der Digitalisierung zum Opfer gefallen.“

Mit dieser Hiobsbotschaft, die gleichzeitig den Tenor der gesamten Tagung stark beeinflusst hat, eröffnete Prof. Christian Bauckhage mit seinem Vortrag die “Diggi 17” in Köln.

Neben der intensiven Recherche, dem gegenseitigen Austausch sowie der universitären Arbeit sind das Networking und die fachliche Fortbildung unersetzlich im Schreibprozess. Wo könnte man all dies besser vereinen als auf Tagungen, speziell solchen, die sich mit der Digitalisierung und den rasanten Entwicklungen in Schule, Beruf und Gesellschaft allgemein beschäftigen?

Die Diggi 17 versprach das alles und noch eine ganze Menge mehr.

Neben einer Reihe an festgesetzten Vorträgen, konnten wir aus einem reichhaltigen Angebot an Workshops, Sundowner-Vorträgen und Referaten wählen.

Das war gar nicht so einfach, wie gedacht. Umso mehr interessante Themen zur Auswahl stehen, desto schwieriger wird es. Aber letztlich haben wir eine Mischung aus dem Einsatz von E-Portfolios, dem Umgang mit Bildern und dem Einsatz von unterschiedlichen Tools im Unterricht gewählt und lagen damit mehr als richtig.

Wir wollen hier erst gar nicht den Versuch unternehmen, eine inhaltliche Zusammenfassung oder Ähnliches zu geben. Es wäre unmöglich und würde ganz nebenbei auch kaum die Stimmung, die Eigendynamik und die inspirierenden Diskussionen im Anschluss wiedergeben können.

Dafür möchten wir gern ein paar Schlagwörter und Gedanken in den Raum werfen, die uns besonders beschäftigt haben und die unserer Meinung nach die Essenz des Ganzen sind.

  1. Künstliche Intelligenz ist schon längst auf dem Vormarsch und sollte auch im Bildungssektor viel mehr Beachtung finden.
  2. Die SuS müssen auf die Digitalisierung vorbereitet werden. (Damit meinen wir nicht nur die Kurse in “Word, Excel und Co.”! Was ist z.B. mit Informatik?!)
  3. Ein “digital Native” zu sein, bedeutet noch lange nicht, genügend Wissen und Bildung in diesem Bereich zu besitzen.
  4. Soziale Kompetenzen  dürfen nicht vernachlässigt werden.
  5. Lerninhalte werden immer dezentraler.
  6. SuS benötigen ein kritisches Bewusstsein für den Umgang mit digitalen Angeboten.
  7. Partizipation und die Begegnung auf Augenhöhe müssen zentrale Ziele sein.
  8. Wir müssen “Arbeit” neu definieren und dürfen niemanden auf der Strecke lassen.
  9. Balance und eine gesicherte Werteorientierung sind basal für eine erfolgreiche Entwicklung.
  10. Es helfen weder Panik noch Desinteresse!

Abschließend haben wir für uns folgendes Resümee gezogen: Bleiben wir neugierig, kritisch und aufmerksam! Es ist eine mehr als interessante Zeit, in der wir uns befinden. Es findet ein Wechsel statt, den wir alle aktiv mitgestalten dürfen und auch soll(t)en. Nur, wenn wir alle gleichermaßen partizipieren, lernen uns in dieser sich wandelnden Gesellschaft unseren Platz neu zu definieren und bei all dem die Menschlichkeit nicht vergessen, können wir eine Zukunft gestalten, vor der man sich nicht fürchten muss und auf die wir uns freuen können.

Denn, wie Herr Prof. Bauckhage schon so schön sagte: Das Einzige, das KI im Gegensatz zum Menschen nie können wird, ist, seine Meinung zu ändern und entgegen aller Erwartungen etwas anderes zu tun.

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