Der Hochzeitsbrauch


Zu Beginn der Mathematikstunde führt die Lehrkraft auf kreative Art und Weise in ein neues Thema ein.


Mittwoch, 7.10 Uhr, es ertönt das Vorklingeln. Die Schüler setzen sich unaufgefordert auf ihre Plätze. Frau Pomme holt ein kleines durchsichtiges Tütchen aus ihrer Tasche. Während sie neben dem Lehrertisch steht und dies vorsichtig öffnet, beginnen die Kinder neugierig durcheinander zu fragen, was sich in der Tüte befindet. Frau Pomme antwortet: „Ich war letzte Woche auf einer Hochzeit, da gibt es einen Brauch, kennt ihr den?“ Mehrere Schüler und Schülerinnen antworten „Reis“, einige verneinen. „Genau, man bewirft das Brautpaar mit Reis, ich habe fleißig gesammelt.“ Zahlreiche Fragen was sie mit dem Reis heute machen, werden von der Lehrerin nicht beantwortet bis es zur Unterrichtsstunde klingelt. Dann legt sie ein paar Reiskörner auf ihre Handfläche, meint dass die Schüler und Schülerinnen ja bereits mitbekommen hätten, dass sie etwas mitgebracht hat und begründet es damit, um ungefähr zu demonstrieren wie groß und schwer eine Ameise ist. Sie legt auf jeden Gruppentisch einige Reiskörner und lässt die Kinder schätzen, wie schwer eine Ameise denn sei. Zahlreiche Meldungen geben unterschiedliche Werte, vorwiegend im Grammbereich. Die Lehrerin löst mit 5-10mg auf, was Staunen in der Klasse auslöst. Sie entgegnet mit: „Und das ist gar nicht das Erstaunliche, sondern dass die Ameise das Vielfache ihres eigenen Körpergewichts tragen kann“, wobei sie das Wort „Vielfache“ stark betont „und das wollen wir heute einmal untersuchen.“


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Student*in Anonym |
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