Die Stickeraufgabe Gruppe 1


Stefan und Paul versuchen gemeinsam eine knifflige Matheaufgabe zu lösen.


Interviewer:

So, ich habe jetzt eine zweite Aufgabe für euch. (…) Ihr könnt es euch ja mal durchlesen. (20 Sek. Pause)

Stefan:

Aha, ganz schön lange Aufgabe.

Paul:

Zweiundzwanzig Sticker hat er noch übrig. Dann hat er elf Sticker abgegeben und dann nochmal die Hälfte.

Interviewer:

Ihr könnt euch ja versuchen alles aufzuschreiben, was ihr wisst aus der Aufgabe oder streicht es euch an, wie ihr wollt.

Stefan:

Ja, wir haben ja hier so eine Textaufgabe.

Interviewer:

Genau. Ihr könnt euch ja wirklich Notizen machen, ihr könnt machen, was ihr wollt. (schiebt Aufgabe in die Mitte des Tisches) So, dass ihr das beide lesen könnt. Vielleicht könnt ihr euch ja beraten, wie ihr das am besten macht.

Paul:

(unverständlich) Ja der Unterschied (unverständlich) So wie bei dieser einen Aufgabe mit den Männchen, wo die in der (10 sec Pause) Hier so. (5 sec Pause) Na gut.

Stefan:

Warte mal, der hat ja einundsechzig, also steht hier dreißig und die Hälfte hat er ja seinem Bruder geschenkt und das Doppelte von dreißig ist sechzig.

Paul:

Ja.

Stefan:

Und dann noch die elf weiteren Sticker sind einundsiebzig.

Paul:

Ja, also einundsiebzig, dreißig bleiben übrig.

Stefan:

Wir müssen ja aber wissen, was pro Woche (Pause)

Interviewer:

Ja genau, er hat eine Woche sammelt, das habt ihr richtig gelesen. Und was sollt ihr am Ende raus kriegen?

Paul:

Naja wie viel, ich denke mal, wie viel in einem (Pause) Naja wie viel Sticker in einem Päckchen

Interviewer:

Ja genau, hier steht er sammelt jede Woche die gleiche Anzahl. Wir wollen wissen wie viel an einem Tag.

Paul:

Naja, dann müsste man ja einundsiebzig durch sieben rechnen. (Pause) Das wäre dann zehn komma irgendwas.

Interviewer:

Na dann müssten wir nochmal überlegen. Aber irgendwie sowas müsst ihr schon überlegen. Ihr könnt euch auch alles aufschreiben, was ihr wisst, vielleicht.

Paul:

(schreibt etwas auf) Also einundsiebzig Sticker (10 sec Pause) So. (20 sec Pause) Er hat einunsiebzig Sticker, dann müssten in einem Päckchen ja eigentlich zehn sein, aber …

Stefan:

Naja.

Paul:

Aber vielleicht ist ja auch ein Päckchen ein Sonderpäckchen. (…)

Interviewer:

Das kann natürlich auch sein. (..) Schaut euch die Aufgabe mal Schritt für Schritt an. Lest euch mal jeden Satz einzeln durch. Dann probiert mal es in der Reihenfolge zu ordnen. Womit fängt’s denn an?

Paul:

Also er sammelt eine Woche lang jeden Tag die gleiche Anzahl von Stickern.

Interviewer:

Okay.

Paul:

Da scheidet schon mal aus, dass in einem elf sind.

Interviewer:

Mmh. So wie geht’s dann weiter?

Paul:

Am Ende der Woche gibt er seinem Freund elf Sticker, das macht dann (..)

Stefan:

Nein, gibt ihm sein Freund …

Paul:

Ja, dann hat er noch sechzig, dann schenkt Leon die Hälfte seiner Sticker seinem Bruder und hat am Schluss noch dreißig Sticker übrig, also er hat (…)

Stefan:

Warte mal!

Paul:

Er hat schon (…)

Stefan:

Ich glaub, ich weiß es.

Paul:

Er hat schon einunvierzig Sticker verschenkt (..) einundvierzig Sticker verschenkt

Interviewer:

Was hattest du noch für eine Idee gerade?

Stefan:

Hmm. Naja, er hat ja am Ende noch dreißig Sticker übrig. Und die elf, also die elf, die ihm sein Freund geschenkt hat, muss er ja auch mit ihm noch teilen.

Interviewer:

Ja. (längere Pause) Gar nicht so einfache Knobelaufgabe, die ich hier für euch mitgebracht habe. (Pause) Ihr könnt ja auch was ausprobieren mit irgendwelchen Zahlen, ihr könnt ja mal raten.

Paul:

(redet/murmelt unverständlich mehrere Sekunden lang vor sich hin) Also er verschenkt ja einundvierzig Sticker.

Stefan:

Wären es zwölf wüsste ich es, aber es sind ja nur elf (…) Weil das könnte man dann ja durch zwei teilen.

Interviewer:

Ja, das stimmt.

Paul:

Naja die elf, geht ja eigentlich fast nur durch die eins (..) die elf …

Interview:

Schaut, ich hab für euch eine Lösung dabei, was andere Kinder mal gerechnet haben. Was haben die denn gemacht? Das hier war der Gustav und das der Florian. Die haben sich aufgeschrieben, die wussten, dass eine Woche hat 7 Tage …

Paul:

Ja.

Interviewer:

Und am Ende wussten sie, hat der Leon noch dreißig Sticker übrig. Die haben sich dann einfach gedacht, wie ihr, er hat jeden Tag eine Woche (…) Im ersten Päckchen waren zehn drinne, dann wieder zehn und wieder und am Ende hat er siebzig gehabt, elf Sticker hat er noch von dem Max bekommen, dann haben sie die siebzig plus elf gerechnet, hat er einundachtzig und davon die Hälfte hat er seinem Bruder gegeben.

Stefan:

Ja dann bleibt noch Rest.(…) (unverständlich)

Interviewer:

Dann haben sie weiter gemacht. Schaut mal was die dann gemacht haben. Dann haben sie nicht mit zehn Sticker pro Päckchen gerechnet, sondern mit neun.

Paul:

Achso. Und die haben das einfach ausprobiert. Aaahh

Stefan:

(redet noch etwas dazwischen, unverständlich)

Interviewer:

Ja!

Paul:

Also hier wissen wir jetzt schon … dass die zehn….

Stefan:

Ich glaube, jeden Tag sieben Sticker. Haut das hin?

Interviewer:

Wir können es ja mal ausprobieren.

Stefan:

Haut sieben Sticker hin?

Paul:

Also sieben … (schreibt zahlen der 7er-Reihe bis zur 70 auf ein Blatt Papier, wird von Stefan teilweise diktiert) siebzig … Also es würde nur bis zur siebzig gehen, aber wir haben ja einundsiebzig Sticker raus, da würde, also eigentlich müsste da noch plus eins kommen (kurze Pause) (…) Aber wenn da ja steht, jeden Tag die gleiche Anzahl von Stickern, das ist ja hier immer verschieden die Anzahl (deutet auf seine 7-er Reihe)

Stefan:

Warte mal, wenn er jeden Tag sieben Sticker sammelt, hat er am Ende schon mal neunundvierzig plus die elf sind dann sechzig …. Ja das Stimmt!

Interviewer:

Stimmt’s?

Stefan:

Ja, haut hin.

Interviewer:

Also was müssen wir aufschreiben?

Paul:

Also…

Stefan:

Ehm…

Paul:

Eh du hast jetzt irgendwas von neunundvierzig gesagt?

Stefan:

Ja, sieben mal sieben sind neunundvierzig

Paul:

(murmelt beim Schreiben die Zahlen vor sich hin)

Stefan:

(schaut auf das Blatt, welches Paul beschreibt) Plus die elf.

Paul:

(murmelt) Sieben mal sieben sind neunundvierzig.

Stefan:

Plus die elf weiteren sind sechzig.

Paul:

Elf …. Sechzig

Stefan:

Dann…

Paul:

Eh…

Stefan:

Und dann eh plus die eh also dann die Hälfte durch zwei, sechzig durch zwei

Paul:

Zwei…

Stefan:

Sind dreißig.

Paul:

Und dann ist gleich dreißig.

Stefan:

Kommt hin.

Interviewer:

Wie haste das jetzt so schnell rausgekriegt mit dem sieben mal sieben?

Stefan:

(zuckt mit den Schultern)

Paul:

Stand auf dem Blatt da.

Stefan:

Echt?

Paul:

Ja, das stand da drauf (lacht).

Interviewer:

Achso. Ja, achso. Warum habt ihr denn jetzt die ganzen Zahlen von der 7 bis zur siebzig aufgeschrieben gehabt?

Paul:

Naja weil irgendeine Zahl … wir hätten ja (unverständlich, klopft mit dem Füller auf dem Tisch, alle reden durcheinander).

Stefan:

Sieben Tage … !

Interviewer:

Ja, sieben Tage

Stefan:

Sieben Tage mal sieben ist  …

Interviewer:

Aaaah

Stefan:

(murmelt noch etwas zu Paul)

Interviewer:

Ich habe auch noch eine zweite Lösung für euch dabei. Das ist ein bisschen mehr Text, aber ihr könnt es euch ja mal anschauen. (…) Die Kinder haben sich auch gesagt eine Woche hat sieben Tage, (…) und wir wissen, dass Leon die dreißig Sticker hat, also die lösen das quasi von hinten auf, die haben mit dem Ende der Aufgabe angefangen und  haben es dann probiert, die wussten wie ihr, dass er ja die Hälfte seinem Bruder gegeben hat, also haben sie das ganze mal zwei gerechnet, also quasi statt der Hälfte, statt dividiert haben sie multipliziert, weil sie das rückwärts gerechnet haben. Dann wussten sie ja, der Freund, der Max, hat ihm elf gegeben, die haben sie hier (deutet auf das Blatt, was vor den Kindern liegt) abgezogen (..) und dann am Ende wussten sie, wie ihr, dass die Woche sieben Tage hat, dann haben sie den Rest neunundvierzig durch sieben geteilt und haben es dann raus gefunden.

Paul:

Ist ja gar nicht mal so schlecht.

Interviewer:

Hmmhmm… Da haben sie dann noch eine Probe gemacht. Wenn ihr euch jetzt überlegt, findet ihr denn diese Lösung mit dem von hinten gut oder ist das schwierig oder oder …

Paul:

Eh es sieht irgendwie schwieriger aus, weil das hier so komisch aufgeschrieben ist

Interviewer:

Hmmhmm.. das hab ich hier nur so aufgeschrieben, weil sie das so gesagt haben, die haben das eigentlich auch nur so gerechnet (springt mit dem Zeigefinger auf dem Lösungsblatt herum) und haben das dazu gesagt, deshalb habe ich das nochmal mit aufgeschrieben gehabt.


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