Die Wunderblume


Die Schülerin Hannah erhält während der Bearbeitung einer Aufgabe Unterstützung von einer Praktikantin.

Praktikantin:

(Legt ihr das Arbeitsblatt hin und wartet bis Hannah ihre Arbeitsmaterialien zusammengesucht hat.)

Hannah:

(Schaut sich das Arbeitsblatt an und fängt an laut vorzulesen.)

Praktikantin:

(Hört aufmerksam zu.)

Hannah:

(Schaut fragend auf.)

Praktikantin:

Das hast du aber toll gelesen. Also was sollst du als Erstes machen?

Hannah:

Eine Sage auswählen, vorher muss ich aber alle anhören.

Praktikantin:

Und musst du dabei schon etwas beachten?

Hannah:

Ach ja, was noch frei ist. (Schaut in die Liste). Es ist schon fast alles weg.
(Nimmt die Kopfhörer und hört die Sagen nacheinander durch bzw. kurz an.)

Praktikantin:

(Nachdem Hannah fertig ist) Kannst du dich für eine entscheiden?

Hannah:

Hm nein, sind alle schön.

Praktikantin:

Hast du vielleicht zwei oder drei die am Schönsten sind?

Hannah:

Ja, die mit der Wunderblume und hm die mit dem Vogel.

Praktikantin:

(Schaut auf die Liste mit den Sagen, ob beide noch frei sind.) Oh schau mal, die Vogelsage hat sich schon Vanessa ausgewählt.

Hannah:

Dann nehme ich die mit der Blume.

Praktikantin:

Kannst du denn mir schon sagen, um was es in der Sage geht?

Hannah:

Hm, na um eine Blume, welche nur manchmal blüht. Ich hör noch mal. (Hört sich die Sage an.)
Also um die Wunderblume, blüht nur in der Johannisnacht.

Praktikantin:

Ist das der gesamte Inhalt?

Hannah:

(lacht) Ne, natürlich nicht. (Sie will sich die Sage nochmal anhören.)

Praktikantin:

(stoppt Hannah) Was sollst du denn nun mit der Sage machen? Was war die Aufgabe?

Hannah:

Ach stimmt. (Schaut auf das Aufgabenblatt, liest, überlegt) Die Fragen beantworten.

Praktikantin:

Ja genau und sollst du die mündlich beantworten?

Hannah:

(liest) Nein im Heft. (Macht ihr Heft von hinten auf und schlägt eine halbe leere Seite in der Mitte vom Heft auf, holt ihren Füller raus.)

Praktikantin:

Was möchtest du denn als Erstes schreiben?

Hannah:

(Zuckt mit den Achseln.)

Hannah:

Wie heißt denn die Sage?

Hannah:

Die Wunderblume, ach das schreib ich. (Schreibt die Ziffer der Sage (27) ab und den Namen.)

Praktikantin:

Super, da hast du ja schon den Anfang geschafft. Wie möchtest du denn den Rest aufschreiben? Als Sätze oder als Stichpunkte?

Hannah:

Sätze.

Praktikantin:

Okay super, was ist als nächstes gefragt?

Hannah:

Was und wo?

Praktikantin:

Wie möchtest du den Satz formulieren?

Hannah:

Auf dem Schalkstein wohnt die Wunderblume.

Praktikantin:

Super, dass kannst du so schreiben.

Hannah:

Wo soll ich schreiben?

Praktikantin:

Unter die Überschrift.
(Benötigt bei den einzelnen Wörtern sehr viel Zeit und Hilfestellung) (Ich schreibe ihr das Wort „Schalksteine“ und „Wunderblume“ auf ein extra Blatt vor, selbst beim Abschreiben hat sie große Schwierigkeiten)

Hannah:

(beantwortet mündlich die nächste Frage nach erneutem Anhören der Sage) Die Wunderblume blüht nur in der Johannesnacht.

Praktikantin:

Schön machst du das.

Hannah:

(kann das Wort „Wunderblume“ obwohl sie es in der Überschrift geschrieben hat, nicht flüssig schreiben, möchte es erst getrennt schreiben)
Wie wird „Johannesnacht“ geschrieben?

Praktikantin:

Was meinst du denn wie es geschrieben wird? Was ist der erste Buchstabe?

Hannah:

Ein „J“ und dann ein „o“.

Praktikantin:

Genau super, das ist der Anfang.
(Schreibe es ihr vor und erläutere die Buchstaben mittels der Anlauttabelle.)

Hannah:

(Schreibt es falsch ab, obwohl sie direkt nachfragt, ob nach dem „o“ ein „h“ kommt, sie schreibt ein „k“)
(Frage für Frage wird so weiter bearbeitet und verschriftlicht.)

Praktikantin:

Ja genau. (Und ich zeige es ihr auf der vorherigen Seite im Deutschheft. Schreibt aber ein „p“)

Hannah kann sich nach 25 Minuten nur noch sehr schlecht konzentrieren, ihr Schriftbild verschlechtert sich und sie kann trotz richtiger Nachfrage und richtigem Wissen, die Wörter nicht richtig verschriftlichen.


Autorschaft
Student*in Anonym |
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