Montagmorgenritual


die Lehrerin hält gemeinsam mit den Schüler*innen einen Montag-Morgenkreis ab. Im Vordergrund steht die Frage nach den Erlebnissen der Schüler*innen am Wochenende.


Protokoll:

Es klingelt zur ersten Stunde und die Schüler stellen sich hinter ihre Stühle. Die Lehrerin Frau L. begrüßt die Klasse und fordert die Schüler zum Begrüßungslied auf. Anschließend kündigt sie den Sitzkreis an und lässt die Schüler nach Kategorien wie wer trägt eine blaue Hose, hat heute Sandalen an, trägt einen Pferdeschwanz, hat eine Brille auf oder trägt ein Kleid in den Sitzkreis vor die Tafel kommen. Ich als Praktikantin ordne mich ebenfalls in eine zutreffende Kategorie ein und nehme auf dem Boden Platz. Als alle Schüler Platz genommen haben, unternimmt die Lehrkraft den Versuch, die Formation des Kreises umzusetzen, indem sie einige Schüler auffordert ihre Sitzposition zu verändern. Sie selbst nimmt sich einen Stuhl und reiht sich zwischen den SchülerInnen ein. Anschließend fragt sie die Lernenden wer beginnen möchte und wählt den ersten Schüler aus. Dazu überreicht sie eine aus Papier und Stoff angefertigte Zuckertüte. Der erste Schüler beginnt auf Nachfrage der Lehrerin von seiner Wochenendaktivität zu erzählen. Die Fragestellung lautet dabei: „Was hast du am Wochenende schönes erlebt?“. Nachdem der einzelne Schüler seine Ausführung beendet hat, fragt die Lehrerin gezielt zu einzelnen Äußerungen nach, um noch mehr zu erfahren. Anschließend übergibt der Redner die Zuckertüte an den nächsten in der Reihe. Dabei fällt auf, dass einige Kinder scheinbar keinen Redebedarf verspüren und stillschweigend das Redesymbol weitergeben. Die Zuckertüte wird reihum an jeden Schüler gegeben und landet zum Schluss wieder in der Hand der Lehrkraft. Die SchülerInnen berichten dabei von Fußballspielen, Zoobesuchen, Kuchen backen, Geburtstagsfeiern, Gartenfesten, Computerspielen aber auch davon, dass sie nix erlebt haben. Nachdem die erste Runde durchlaufen ist, erfragt die Lehrkraft, ob den „Redeverweigerern“ noch etwas eingefallen ist, was sie der Klasse doch noch erzählen möchten. Der ein oder andere ergreift diese Möglichkeit. Im Anschluss an das Erzählen beginnt die Fragerunde der Lehrkraft, die sich zu den Aussagen der SchülerInnen Fragen überlegt hat und an das Plenum stellt. Die Fragen haben dabei unterschiedlichen Charakter, teilweise sind die Namen der SchülerInnen zu nennen, aber auch die Erlebnisse selbst. Weiterhin ist auffällig, dass sie die zusätzlich erfragten Informationen durch ihre Fragen einfordert. Dabei überlässt sie die Entscheidung demjenigen Lernenden, um den es gerade geht. Wenn die Lehrerin einen Namen erfragt, bestimmt sie selbst wer antworten darf.

Am Ende der Fragerunde, gibt sie den Schülern einen Ausblick über die anstehenden Aufgaben wie Verteilung der Klassendienste und über anstehende Inhalte der folgenden Unterrichtsstunde.


Autorschaft
Anne Luisa Hain |
Erhebungskontext
Erhebungsmethode