Stationsarbeit im Matheunterricht


Während einer Stationsarbeit im Matheunterricht stören zwei Schüler*innen permanent den Unterricht und haben Schwierigkeiten sich zu konzentrieren.


Nachdem die Mathestunde zum Thema Symmetrie von den Studentinnen mit einem Sitzkreis begonnen wurde, erklären diese die Stationsarbeit, die folgen soll. Danach setzen sich die SuS an ihre Plätze und beginnen.

Sm1 und Sm2 sitzen zusammen an einer Station. Frau B. erklärt ihnen noch einmal die Aufgabe, aber die beiden Schüler albern herum und hören nicht richtig zu. Als sie allein gelassen werden, arbeiten sie kurz, fangen aber schnell an, sich zu unterhalten. Sm1 macht lautstark klar, dass er zur nächsten Station will, obwohl er die erste noch nicht fertig hat.

Schließlich kommt eine weitere Studentin zum Tisch und löst die Aufgabe zusammen mit den beiden Jungen. Hierbei arbeiten beide auch recht gut mit, albern aber trotzdem noch ziemlich viel herum. Sm1 hat offensichtlich keine Lust, die Aufgaben zu bearbeiten. Ständig fragt er Frau P., ob sie jetzt endlich zufrieden sei. Schließlich laufen sie sogar im Raum herum, bis sie schließlich aufgefordert werden, zur nächsten Station zu gehen.

Dort schauen sie sich das Arbeitsblatt flüchtig an, dann ruft Sm2 sofort „Das versteh‘ ich nicht!“. Frau H. kommt zum Tisch und erklärt kurz die Aufgaben, danach arbeiten die Schüler kurze Zeit leise und konzentriert, allerdings kommt von Sm2 schon bald wieder der Ausruf „Das kapier‘ ich nicht!“. Daraufhin wendet sich Herr K. an die beiden und empfiehlt, die Aufgabe mit einem Lineal zu lösen, was die Jungen aber ablehnen. Sie werden wieder lauter, Sm1 meint, er sei fertig, obwohl dies nicht der Fall ist.

Sm2 arbeitet bald wieder konzentrierter (mit Hilfe einer Studentin) und scheint die Aufgabe wirklich zu bearbeiten. Damit hat Sm1 keinen Gesprächspartner mehr und ist zwar für kurze Zeit leise und stört nicht, beginnt aber trotzdem nicht, die Aufgabe ernsthaft zu lösen. Stattdessen versucht er, sich mit den Studenten zu unterhalten („Sind deine Haare eine Symmetrieachse?“). Dadurch wird schließlich auch wieder Sm2 abgelenkt und beginnt wieder, sich mit Sm1 zu unterhalten.

Nach einem kurzen Streit um einen Radiergummi, der Sm1 gehört, den aber Sm2 nicht zurückgeben wollte, bleibt die Unruhe und Unkonzentriertheit der beiden bis zum Ende der Stationsarbeit bestehen. Als zum Ende aufgerufen wird, laufen beide durch den Raum und werden noch unruhiger und lauter. Sm1 will Schulschluss, Sm2 will sich mit den Studenten unterhalten anstatt einzupacken. Als eine Studentin Sm2 direkt dazu auffordert, in den Abschlusssitzkreis zu kommen, brüllt er laut „Noch nicht!“ und tritt gegen den Ranzen eines anderen Kindes.

Im Sitzkreis soll Sm2 erklären, was denn Symmetrie ist, seine Antwort lautet: „Symmetrie ist ein Pups!“. Daraufhin soll Sm1 die Antwort korrigieren und meint, Symmetrie sei immer „das Doppelte“.

Letztendlich, als die Stunde vorbei ist, raufen sich die beiden Jungen und ziehen auch noch einen dritten Schüler mit auf den Boden, bis sie schließlich lautstark nach draußen rennen.

 


Autorschaft
Alexandra Hanke |
Erhebungskontext
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