{"id":17,"date":"2024-11-11T09:44:24","date_gmt":"2024-11-11T08:44:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/?p=17"},"modified":"2024-11-11T09:48:55","modified_gmt":"2024-11-11T08:48:55","slug":"labor-praxis-learning-by-doing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/2024\/11\/labor-praxis-learning-by-doing\/","title":{"rendered":"Labor-Praxis: Learning by Doing"},"content":{"rendered":"\n<p>Protokoll: Maria Wiebke<\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb der ersten H\u00e4lfte der Sitzung setzte sich der Kurs mit dem Text von Y. Anzai und H. A. Simon mit dem Titel \u201ethe theory of learning by doing\u201c (1979) auseinander. Zuvor fand eine Einordnung zum Leben und Schaffen des Autors H. A. Simon statt. Inhaltlich n\u00e4herte sich der Kurs anschlie\u00dfend, anhand der praktischen Anwendung des <em>Towers of Hanoi<\/em>, den logischen und mathematischen Schlussfolgerungen von Anzai und Simon an.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte der Seminareinheit fand eine Aufteilung der Studierenden in zwei Gruppen statt. Wobei beide Gruppen die Aufgabe bekamen jeweils zwei Ton- bzw. Videob\u00e4nder der Kassetten auszutauschen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seminarpart I &#8211; <\/strong><em><strong>Tower of Hanoi<\/strong><\/em><strong> und KI<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Kurs wurde festgehalten, dass Herbert A. Simon ein zentraler Akteur im Rahmen der Arbeiten mit k\u00fcnstlicher Intelligenz war. Er ist vorrangig Soziologe und Politologe gewesen, wobei er besonderes Interesse an der Erstellung eines Algorithmus in dem Forschungsgebiet der Entscheidungsfindung zeigte. Gemeinsam mit A. Newell hat er 1957 die Software des <em>General Problem Solvers (GPS) <\/em>entwickelt. Dieses Computerprogramm war erstmals dazu in der Lage Aktionen durchzuf\u00fchren, f\u00fcr die ein Mensch Intelligenz braucht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/encrypted-tbn1.gstatic.com\/shopping?q=tbn:ANd9GcQecUKFB-4G1p-LtuUBaO7RrdN_dnJF6BmwwFd_Fu6_wlN3yF1LFV6Kkf5JcCG3PJ2kgZ5SzBb_HGhHW15QmikA1vCq_VzKO7bJtlGh3o7r1HbwglqnpAbQ\" alt=\"\" \/><figcaption>Turm von Hanoi (Spielzeug)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Ziel der ersten H\u00e4lfte Sitzung bestand darin, den Ansatz der logischen Probleml\u00f6sung von Anzai und Simon anhand eines praktischen Versuches nachzuvollziehen. Da zuvor keine:r der Seminarteilnehmenden das Spiel des <em>Towers of Hanoi<\/em> gespielt hatte, begann der Kurs gemeinsam die ersten Schritte dessen zu exerzieren. Da das im Seminar gespielte Set aus zehn Scheiben, anstatt wie im zu lesenden Experiment aus f\u00fcnf Scheiben bestand, wurden lediglich die ersten drei Scheiben gemeinsam gel\u00f6st. Durch die Praxis verdeutlichte sich, dass das Spiel nicht aus einem einzelnen Problem besteht, welches gel\u00f6st werden muss, sondern wie Simon und Anzai in ihrer Ver\u00f6ffentlichung auch verdeutlichen, aus mehreren Teilproblemen, welche gel\u00f6st werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kurs hielt fest, dass diese Form des L\u00f6sens auf einer Rekursion basiert. Die bei Rekursion aufeinander folgenden Teilvorg\u00e4nge\/-probleme sind nicht unabh\u00e4ngig voneinander, sondern zwischen jedem Teilvorgang\/-problem besteht eine besondere, die <em>rekursive<\/em> Beziehung. Dies bedeutet, dass es sich um ein lineares Problem handelt (um den zehn Scheiben Turm zu l\u00f6sen, muss man einen zwei Scheiben Turm l\u00f6sen, einen drei Scheiben Turm l\u00f6sen, usw.). Mathematisch dargestellt wird dies als Fakult\u00e4tsgleichung <em>n! = n\u00d7(n-1)!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein interessanter Fakt: F\u00fcr das im Seminar vorhandene Spiel mit zehn Scheiben des <em>Towers of Hanoi<\/em>, br\u00e4uchte es als Ideall\u00f6sung mindestens 1023 Schritte um alle Scheiben von dem linken (P1) auf den rechten Stapel (P3) zu \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Festgehalten wird bei Anzai und Simon zudem, dass sowohl das Kurzzeit- als auch das Langzeitged\u00e4chtnis des Menschen hier von zentraler Rolle sind, um das im Experiment vorhandene Problem zu l\u00f6sen. Das Kurzzeitged\u00e4chtnis, welches die letzten zehn Sekunden umfasst, dient dazu, sich daran zu erinnern welche Scheibe zuletzt auf welchen Stab gesteckt wurde. Dies dient dem prozessualen Verarbeiten, durch welches wir Taktiken spielen, die f\u00fcr den Moment n\u00fctzlich sind. Im Langzeitged\u00e4chtnis entwickeln wir wiederum Strategien und speichern sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend wurde besprochen, warum Anzai und Simon ein psychologisches Experiment durchgef\u00fchrt haben, obwohl sich die Arbeit prim\u00e4r mit der Erstellung einer KI auseinandersetzt. Der Grund liegt darin, dass sie eine generelle Theorie zur Probleml\u00f6sung aufstellen wollten, wobei sie sich am Verhalten des Menschen orientiert haben. Daf\u00fcr fand eine Abstraktion des Experiments statt, um formalisierend \u00fcber Probleme nachzudenken, die man l\u00f6sen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seminarpart II &#8211; typischen Problem eines Medienlabors<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte der Seminareinheit, wurde der Kurs mit einem typischen Problem aus Medienlaboren konfrontiert. Hierf\u00fcr wurde der Kurs in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei jede Gruppe zwei Audiokassetten oder Videokassetten und einen Schraubenzieher ausgeh\u00e4ndigt bekam. Die Aufgabe, die gestellt wurde, lautete wie folgt: \u201eKassette auf, B\u00e4nder austauschen, Kassette zu.\u201c Nach einigen Problemen, mit denen die Gruppen jeweils konfrontiert waren, schafften es beide Gruppen schlussendlich erfolgreich die B\u00e4nder zu wechseln und die Kassetten wieder zu verschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1913-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18\" width=\"512\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1913-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1913-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1913-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1913-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1913-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption>Transplantation zweier VHS-B\u00e4nder<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In der Reflexion des Vorgehens stellten die Seminarteilnehmenden fest, dass sich ein vorheriges Anschauen des Aufbaus von den Kassetten oder ein bildliches Festhalten der Ausgangsposition als n\u00fctzlich erwiesen h\u00e4tte. Zudem kam die \u00dcberlegung auf, dass ein vorheriges Informieren zum \u00d6ffnen der Kassetten in Form von Anleitungen sinnvoll gewesen w\u00e4re. Weiterhin w\u00e4re es logischer gewesen zuerst eine Kassette zu \u00f6ffnen, diese anzuschauen und dann erst die Zweite zu \u00f6ffnen, so die Studierenden. Dadurch h\u00e4tten eventuell aufgetauchte Fehler beim zweiten \u00d6ffnen vermieden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1912-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19\" width=\"512\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1912-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1912-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1912-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1912-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/gamelabs\/files\/2024\/11\/IMG_1912-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption>Transplantation zweier Compact-Cassetten-B\u00e4nder<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll: Maria Wiebke Innerhalb der ersten H\u00e4lfte der Sitzung setzte sich der Kurs mit dem Text von Y. Anzai und H. A. Simon mit dem Titel \u201ethe theory of learning by doing\u201c (1979) auseinander. Zuvor fand eine Einordnung zum Leben und Schaffen des Autors H. A. Simon statt. 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