Arbeit im Gefängnis – Chance auf Resozialisierung?

Im Bezug auf Arbeit stellt sich die Frage nach den Chancen und Nachteilen auf dem Arbeitsmarkt für Ex-Inhaftierte und inwiefern die deutsche Justiz hierbei ihrem Resozialisierungsauftrag nachkommt. Das Leben nach der Entlassung gestaltet sich oft problematisch, da sich die Betroffenen häufig am Rande der Gesellschaft wiederfinden und ein Einstieg ins Arbeitsleben ein Hindernis für viele von ihnen darstellt. Dabei ist Arbeit ein wichtiger Aspekt zur Möglichkeit gesellschaftlicher Teilnahme und Wiedereingliederung in das öffentliche Leben. Für Resozialisierung sollte in Deutschland ein Bewusstsein geschaffen werden – zumal die Chancen auf gute Arbeitsbedingungen für Ex-Inhaftierte sehr gering sind, womit der Weg zur Entkriminalisierung für sie erheblich erschwert wird. Doch ist es gerade die Aufgabe des Staates, die Kriminalitätsrate zu senken, und ehemalige Insassen trotz erschwerender Hintergründe wieder in die Bevölkerung einzugliedern. 

Gestaltet wird das Projekt durch eine Kombination aus Informationen über die geltende Rechtslage und über die allgemeine Situation, durch Fachwissen und Erfahrungsberichte, von Personen, die alltäglich mit der Thematik konfrontiert sind: Angestellte in Justizvollzugsanstalten sowie einer Gewerkschaft, die sich für Arbeitsrechte von Gefangenen einsetzt – der Gefangenen Gewerkschaft Bundesweite Organisation (kurz GG/BO). Darüber hinaus möchten wir auch den Arbeitsalltag der JVA-Beamten beleuchten, um einen Einblick in die Berufswelt hinter Gittern zu ermöglichen. 

Der Einstieg des Videobeitrags soll durch ein Zitat erfolgen, das die Aussagen der Interviews repräsentiert, um zu ermöglichen, dass am Ende darauf Bezug genommen wird. Daraufhin folgen Aufnahmen der JVA Berlin-Moabit, die mit auditiven Informationen hinterlegt werden. Zusätzlich dazu wird die Einrichtung der GG/BO, d.h. das Gebäude sowie die Innenräume,  gefilmt. Im Kern wird sich auf die Interviews mit den Mitarbeitern der JVA fokussiert; das Pendant dazu bildet die Sicht der GG/BO. 

Das Ende des Beitrags zielt darauf ab, einen geeigneten Schluss durch die Schilderung unserer Eindrücke in Form eines Voice-Overs zu finden. Parallel werden vereinzelt Videoausschnitte gezeigt, die in verschiedenen Perspektiven aufgenommen wurden, um den Rezipierenden einen tieferen Einblick zu ermöglichen.  

Der Audiobeitrag wird in Form eines Podcasts produziert, der die Fragestellung genauer analysiert und Ausschnitte aus Interviews diskutiert. Um die passende Atmosphäre zu schaffen, werden ein Intro und ein Outro erstellt, welche durch Geräusche einer Haftanstalt einen authentischen Eindruck der Umgebung vermitteln. Innerhalb der Diskussion wird die eigene Meinung wiedergegeben und durch Fakten zur Thematik begründet. Vermittelt wird das Gefühl einer offenen Debatte.  

Ziel ist es, zu  beantworten, inwiefern durch Arbeit im Gefängnis der Aspekt der Resozialisierung erreicht werden kann und welche Probleme das System aufweist.  

Dafür ist angedacht, das Studio der Universität zu mieten, um dort den Podcast aufzunehmen und im Nachhinein zu schneiden. Für die Interviews sowie die Außenaufnahmen leihen wir Kameraequipment und Mikrofone der MLU.