{"id":101,"date":"2016-06-20T23:50:40","date_gmt":"2016-06-20T21:50:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/geld\/?p=101"},"modified":"2016-06-20T23:50:40","modified_gmt":"2016-06-20T21:50:40","slug":"simmel-und-das-moderne-geldwesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/geld\/2016\/06\/simmel-und-das-moderne-geldwesen\/","title":{"rendered":"Simmel und das moderne Geldwesen"},"content":{"rendered":"<p>Wilhelm Hankel ein deutscher \u00d6konom und Bankmanager schrieb einen Aufsatz \u00fcber Simmel und das moderne Geldwesen, der 2003 in Georg Simmels Philosophien des Geldes &#8211; Aufs\u00e4tze und Materialien ver\u00f6ffentlicht wurde.<br \/>\nHankel teilt seinen Aufsatz in zwei Abschnitte. Zum einen sieht er Simmel als unzeitgem\u00e4\u00df und zum anderen als zeitgem\u00e4\u00df.<br \/>\nUnzeitgem\u00e4\u00df aus Sicht der Zeitgenossen Simmels, da er den Gegensatz zwischen den sozialen Pflichten und privaten Anspr\u00fcchen deutlich macht. Geld ist nicht Herrschaftsmittel des Staates, sondern Kampfmittel der Individuen. Dieser Aussage schlie\u00dft sich auch Hankel an. Ein weiterer Grund Simmel als \u201eunzeitgem\u00e4\u00df\u201c zu betiteln ist, dass er die Geldfunktion in den Fokus stellt. Also ob Geld als Vertragsgrundlage von den Gesch\u00e4ftspartnern akzeptiert wird. Daraus folgt, dass Geldqualit\u00e4t nicht vom Staat bestimmt wird, sondern von der Geld \u2013 Nachfrage. Diese Aussagen machen Simmel f\u00fcr uns heute mehr denn je aktuell. Er blickt auf eine Geschichte des Geldes mit vielen Katastrophen zur\u00fcck. Aus diesem Grund besch\u00e4ftigt er sich mit der Wirkung des Geldes. Ob und wie sich das Verhalten der Menschen \u00e4ndert und wie sich dieses auf die Gesellschaft abf\u00e4rbt. Somit wird die Einstellung zu Geld permanent beeinflusst und ver\u00e4ndert. Simmel ist der Meinung, dass niemand zur\u00fcck zur Zeit vor dem Geld will, denn<\/p>\n<blockquote><p>\n\u201eGeldlos [\u2026] ist nicht das Paradies, sondern nur die H\u00f6lle.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Staat ohne Geldsystem kann nicht lang standhalten, da die Menschen auf das im Geld verankerte Recht auf private Lebensplanung und Zukunftssicherung bestehen.<br \/>\nHankel meint dazu der Geldfortschritt blockiert den Sozialfortschritt, denn die Kluft zwischen Arm und Reich wird gr\u00f6\u00dfer. Dies wird durch den entstandenen Weltmarkt beg\u00fcnstig, denn durch diesen ist die Standortgebundenheit nicht mehr notwendig. Jedoch sind Menschen und Staaten nicht \u201estandortlos\u201c.<\/p>\n<blockquote><p>\n\u201eDer Zuwachs an Marktmacht entmachtet notwendigerweise den Staat.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr uns zeitgem\u00e4\u00df wird Simmel au\u00dferdem durch die von ihm neue Betrachtung der Zinsen am geldgesteuerten Kapitalismus; hierbei wird der Sparer zum Mit \u2013 Investor \u00fcber Kapitalertr\u00e4ge und steigert das Wachstum der Volkswirtschaft.<br \/>\nDies erl\u00e4utert er in seinem zweiten Teil der Philosophie. Hierbei wird Geld als Verm\u00f6gensspeicher (intertemporales Geld) gesehen. In Teil eins sieht er das Geld jedoch nur als Tauschmittel und Recheneinheit (interpersonales Geld).<br \/>\nAuf mich wirkt der Autor, als versuche er Simmel zu unterstellen seine Theorie auf Grundlage des Textes von Knut Wicksell erstellt zu haben. Dieser verfasste den Grundgedanken 1898. Dagegen spricht jedoch, dass dieser das Geldangebot und den Zins als entscheidende Einflussfaktoren f\u00fcr die Produktion und Preise sieht. Bei Simmel ist dies jedoch nicht ersichtlich.<br \/>\nIch finde, dass im Werk selbst der Widerspruch zwischen zeitgem\u00e4\u00df und unzeitgem\u00e4\u00df erkennbar ist, denn Teil eins orientiert sich noch stark an der damalig vorherrschenden Geldtheorie. Erst durch Teil zwei erfolgt die Ablehnung der Zeitgenossen und die daraus resultierende Aktualit\u00e4t f\u00fcr uns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wilhelm Hankel ein deutscher \u00d6konom und Bankmanager schrieb einen Aufsatz \u00fcber Simmel und das moderne Geldwesen, der 2003 in Georg Simmels Philosophien des Geldes &#8211; Aufs\u00e4tze und Materialien ver\u00f6ffentlicht wurde. Hankel teilt seinen Aufsatz in zwei Abschnitte. Zum einen sieht er Simmel als unzeitgem\u00e4\u00df und zum anderen als zeitgem\u00e4\u00df. 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