{"id":171,"date":"2023-05-12T22:57:05","date_gmt":"2023-05-12T20:57:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/geographiedidaktik\/?page_id=171"},"modified":"2023-07-14T13:43:37","modified_gmt":"2023-07-14T11:43:37","slug":"raus-aus-der-ohnmacht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.urz.uni-halle.de\/geographiedidaktik\/forschung-und-projekte\/bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-whole-school-approach\/raus-aus-der-ohnmacht\/","title":{"rendered":"Raus aus der Ohnmacht"},"content":{"rendered":"\n<h2>Raus aus der Ohnmacht, rein in die Selbstwirksamkeit &#8211; das (umwelt-)psychologische Training f\u00fcr mehr Klimaschutz<\/h2>\n\n\n\n<h4>Projektbeschreibung<\/h4>\n\n\n\n<h4>Hintergrund<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Klimakrise und die damit verbundenen Folgen bereiten den Menschen Sorgen und viele f\u00fchlen sich den Bedrohungen hilflos ausgeliefert. Die Umweltbewusstseinsstudie 2020 zeigte, dass zwei Drittel der Befragten den Umwelt- und Klimaschutz als sehr wichtige Herausforderung nennen. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Tendenz angesichts einer wachsenden Zahl von Katastrophen, die durch den Klimawandel bedingt werden, noch verst\u00e4rken wird. Die Notwendigkeit von Umwelt- und Klimaschutz ist zwar im Bewusstsein der Mehrheit angekommen, dennoch f\u00fchlen sich viele Menschen ohnm\u00e4chtig.<\/p>\n\n\n\n<h4>Herausforderung<\/h4>\n\n\n\n<p>Zahlreiche Studien (Stich &amp; Wagner, 2012; Harre, 2011) zeigen, dass Menschen unangenehme Wahrheiten gerne verdr\u00e4ngen, wenn sie nicht wissen, was zu tun ist oder wenn sie keine Chance sehen, ein Ziel zu erreichen. Neuere Ergebnisse aus der sozial- und umweltpsychologischen Forschung zeigen aber auch, dass Menschen in akuten Krisensituationen eher kollektivistisch denken und handeln. In Gruppen von Gleichgesinnten k\u00f6nnen Menschen ein \u201eYes-we-can\u201c-Gef\u00fchl entwickeln und das individuelle Hilflosigkeitserleben durch ein kollektivistisches Gef\u00fchl von Wirksamkeit ersetzen (Fritsche et al., 2017). Deshalb z\u00e4hlt der Aufbau von kollektiven Strukturen, in denen sich Gleichgesinnte zusammenfinden k\u00f6nnen, zu den Strategien der Wahl beim Aufbau eines umweltbewussten Lebensstils.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Finden von Gleichgesinnten, stehen Personen, die ihren Alltag umweltbewusster gestalten wollen, insbesondere vor zwei Herausforderungen: Sie haben zum einen wenig handlungsrelevantes Wissen, zum anderen klafft auch oftmals eine L\u00fccke zwischen theoretischem Wissen und praktischem Handeln. Obwohl es eine Vielzahl von Klimatipps f\u00fcr den Alltag gibt, bleibt dabei oftmals unklar, welche Auswirkung die einzelnen Verhaltensweisen f\u00fcr den pers\u00f6nlichen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck haben. Viele w\u00fcnschen sich dar\u00fcber hinaus auch noch M\u00f6glichkeiten, selbst im weitesten Sinne umweltpolitisch aktiv zu werden, z. B. in Initiativen oder durch die Unterst\u00fctzung entsprechender Petitionen (\u00f6kologischer Handabdruck). Auch in dieser Fragestellung w\u00fcnschen sich viele mehr Handlungsoptionen.<\/p>\n\n\n\n<h4>L\u00f6sungsansatz<\/h4>\n\n\n\n<p>Mit dem geplanten Pilotprojekt soll es gelingen, Menschen, die ihren \u00f6kologischen Fu\u00df- und Handabdruck beeinflussen m\u00f6chten, zusammenzuschlie\u00dfen und durch die Gruppe ein Gef\u00fchl der kollektiven Wirksamkeit zu entwickeln. Gemeinsam mit Gleichgesinnten soll die L\u00fccke zwischen Wissen und Handeln geschlossen werden. Dabei sollen Erkenntnisse und Konzepte aus einer Bildung f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung (BNE) mit bereits empirisch fundierten psychologischen Methoden zur Verhaltens\u00e4nderung kombiniert und in Form eines sechsteiligen Trainings angeboten werden. Dieses leistet einen wichtigen Beitrag zum Wissenstransfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen \u00fcber Klimaschutz zur konkreten, alltagstauglichen Umsetzung. Bislang gibt es im deutschen Sprachraum noch kein wissenschaftlich fundiertes Training, das Erkenntnisse aus BNE und Psychologie miteinander verbindet. Diese L\u00fccke soll mit dem geplanten Projekt geschlossen werden. Das Training aus insgesamt sechs Modulen (je 2, 5 Stunden) bestehen, welche die Teilnehmenden im Abstand von circa zwei Wochen durchlaufen. Das Trainingsprogramm wird einer breiten Zielgruppe angeboten. Es wird sowohl mit Mitarbeitenden der Stadtverwaltung Ingolstadt, mit Interessierten an der Volkshochschule Ingolstadt sowie als Modulleistung f\u00fcr Studierende im Zusatzstudium Nachhaltigkeit erprobt. Zus\u00e4tzlich wird die Wirksamkeit des Trainings durch eine systematische Evaluation wissenschaftlich \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Laufzeit:<\/em>&nbsp;Dezember 2021 &#8211; Dezember 2022<\/p>\n\n\n\n<p><em>Geldgeber:<\/em>&nbsp;Innovationsfonds im Rahmen des Projektes \u201eMensch in Bewegung\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4>Kooperationspartner*innen<\/h4>\n\n\n\n<p>Unternehmen HiPP Babynahrung<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtverwaltung Ingolstadt<\/p>\n\n\n\n<p>Volkshochschule Ingolstadt<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ku.de\/mgf\/geographie\/didaktik\/gemeinsam-den-unterschied-machen-das-umweltpsychologische-training-fuer-mehr-klimaschutz\" target=\"_blank\">Projektseite der KU Eichst\u00e4tt-Ingolstadt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Raus aus der Ohnmacht, rein in die Selbstwirksamkeit &#8211; das (umwelt-)psychologische Training f\u00fcr mehr Klimaschutz Projektbeschreibung Hintergrund Die Klimakrise und die damit verbundenen Folgen bereiten den Menschen Sorgen und viele f\u00fchlen sich den Bedrohungen hilflos ausgeliefert. 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